Verbot von Adblockern geplant

  • Typischer Golem-Kommentar.... selbst wenn es ein Verbot von AdBlockern geben sollte, was ich nicht glaube, ... dann wird meine Hosts-Datei halt benutzt... lies dazu auch weiter unten in den Kommentaren...

  • Zitat von Boersenfeger

    dann wird meine Hosts-Datei halt benutzt

    Dazu ist vielleicht ad servers interessant.


    Hier läuft ein eigener DNS-Server, der damit regelmäßig bestückt wird.

  • Zitat von linaluna

    Wie seht ihr das?


    Entspannt, aber mit Neugier.
    Ich kann mir im Moment beim besten Willen nicht vorstellen, wie ein solches Verbot 1. gesetzlich geregelt werden und 2. wie dies umzusetzen sein soll. Und selbst wenn es käme, wie sollen entsprechende Verstöße geahndet und dann sanktioniert werden?
    Das Problem ist sehr vielschichtig. Allein mir fallen mindestens drei unterschiedliche Ebenen ein, auf denen ich Werbung blockieren kann.
    Im Browser selbst durch entsprechende Erweiterungen. Mit Hilfe von Programmen die Werbung filtern und die quasi als lokaler Proxy dienen und den Internetverkehr filtern und dann, wie schon angesprochen, auf der Ebene von Windows mittels hosts-Datei.
    Wo sollte da angesetzt werden? Bei den Erweiterungen, also auch bei mozilla (US-Unternehmen), bei denen die die Listen pflegen und aktualisieren (sitzen auch nur bedingt in D)?
    Nebenbei wäre wohl auch zu klären was genau denn Werbung nun ist? Wo hört diese auf und wo fängt Tracking (was ja wiederum für das eine oder andere Unternehmen ganz wichtig ist, User permanent zu stalken ... äh mit optimierten Angeboten zu versorgen) an?


    Im Moment heulen ja bestimmte Lobbygruppen rum und nerven Mutti. Sie hört sich das jetzt genauer an, dann werden Expertenkommissionen gebildet, es werden von 'Fachleuten' Urteile abgegeben ...
    das dauert also alles noch :mrgreen:

  • Wie wollen die denn kontrollieren, was man auf dem eigenen Rechner installiert hat? Soll nun jeder freiwillig den Staatstrojaner installieren, oder was? Dann brauch ich mir bei meinem Smartphone schon mal keine Gedanken machen, denn für das Firefox OS gibt es dieses unsägliche Teil gar nicht! :mrgreen:


    Zitat von cerberos

    Die Urteile sind eindeutig pro AdBlocker gefallen; hier zum nachlesen


    Der Artikel bei Golem ist allerdings neuer wie deine beiden Links, da steht also noch gar nichts fest!


    Wie wollen die denn verhindern, daß man die entsprechenden Add-ons auf seinem Rechner hat? Wollen die dann ca. 25 Prozent der Bevölkerung bestrafen, oder wie soll das funktionieren?


    Außerdem halte ich Adblocker für einen Grundschutz gegen Schadware, nachdem ja diese Adserver selbst bei großen Anbietern wie dem Springerverlag immer wieder Ungeziefer ausgeliefert haben. Adblocker gehören wie auch ein Virenscanner als Eigenschutz auf jedes System, da führt mal gar kein Weg vorbei!

  • Diese Formulierung ist aber sehr einseitig. Gerichte legen Gesetze aus, das ist erstens einmal wichtig. Zweitens wichtig ist, dass sehr viele Gesetze überhaupt nicht für das "Neuland Internet" geschrieben worden sind und daher alles andere als eindeutig anwendbar sind. Das führt unmittelbar wieder zu meiner ersten Formulierung: Gerichte müssen vorhandene Gesetze auslegen und wie eigentlich jeder wissen dürfte, gibt es oft mehr als eine Möglichkeit, Gesetze auszulegen. Ansonsten bräuchte niemand vor Gericht ziehen, es müssten nur noch Urteile gesprochen werden, wenn das alles so klar wäre.


    Gesetze ändern oder besser neue schaffen ist dann sinnvoll, wenn eine eindeutige Situation geschaffen werden soll. Und das sollte meiner Meinung nach im Interesse sowohl der pro- als auch der contra-Fraktion sein - bloß halt, dass am Ende nur eine Seite zufrieden sein wird. Aber auch, wer für Werbeblocker ist, sollte sich eine eindeutige gesetzliche Sitation wünschen, was grundsätzlich durchaus neue Gesetze erfordern kann (ich bin kein Jurist, ich kenne nicht die Anwendbarkeit aller bereits verfügbaren Gesetze).

  • Zitat von Sören Hentzschel

    sollte sich eine eindeutige gesetzliche Sitation wünschen


    Daher ist es auch sinnvoll, so genannte ungestimmte Rechtsbegriffe eindeutig zu benennen.
    Um es mal an eine Beispiel zu verdeutlichen.


    Es heißt, hier darf Höchstgeschwindigkeit gefahren werden. Wie definiere ich aber diesen unbestimmten Rechtsbegriff der Höchstgeschwindigkeit.
    In dem ich diese vorgebe, z. B. 180 km/h. In diesem Moment ist es eine klare, für alle eindeutige Situation und kein unbestimmter Rechtsbegriff mehr.

    Freundliche Grüße
    Barbara


    ____________

  • Zitat von Palli


    ... Und weil das in Kreisen nicht gewollt ist, sollen die Gesetze ja geändert werden.
    Die Gerichte richten sich nach den Gesetzten. ...


    Aber die Legislative nicht immer nach den "Kreisen"; erst mal abwarten und keine Stimmung machen. So schnell werden hier im Lande keine Gesetze geändert.

  • Sollte ein Verbot veranlasst werden, wären deine Erweiterungen selbstverständlich genauso davon betroffen. Und wenn nicht, dann genauso wenig. Gibt ja keinen Grund, wieso dafür anderes gelten sollte. Die ganze Debatte dreht sich nicht um ein bestimmtes Produkt, es ist eine Grundsatzdiskussion. Der einzige Grund, wieso häufig explizit von Adblock Plus die Rede ist, ist die Tatsache, dass die Entwickler von Adblock sowohl Mittel als auch Interesse haben, für eine Veränderung der Situation gewisse Wege zu bestreiten, und das eben auch tun. Hinter Erweiterungen wie uBlock und ähnliche stehen einfach nur Privatpersonen, welche sowas nicht so einfach vor Gericht austragen können wie Eyeo. Sowas verschlingt ja alles Geld. Vom Interesse ganz abgesehen, welches sehr wahrscheinlich nicht in dieser Form da ist. Aber was auch immer bei der Geschichte rauskommt, gilt dann auch ziemlich sicher für alle Werbeblocker-Erweiterungen.

  • Zitat von Sören Hentzschel

    Der einzige Grund, wieso häufig explizit von Adblock Plus die Rede ist, ist die Tatsache, dass die Entwickler von Adblock sowohl Mittel als auch Interesse haben, für eine Veränderung der Situation gewisse Wege zu bestreiten, und das eben auch tun. Hinter Erweiterungen wie uBlock und ähnliche stehen einfach nur Privatpersonen, welche sowas nicht so einfach vor Gericht austragen können wie Eyeo. Sowas verschlingt ja alles Geld. Vom Interesse ganz abgesehen, welches sehr wahrscheinlich nicht in dieser Form da ist.


    Der einzige Grund? Soweit ich die Diskussion verfolgt habe, hat Eyeo ein Geschäftsmodell entwickelt mittels dessen entschieden werden kann ob und wenn ja welche Werbung blockiert oder eben durchgewunken werden kann. Es mag andere Programme, Erweiterungen etc. geben die ähnliches, nur eben nicht in diesem großen Stil, verfolgen. Zumindest bei uBlock meine ich mich zu erinnern, dass der Entwickler nicht mal Spenden annehmen will/wollte (lass' mich da gern korrigieren, sollte ich falsch liegen). Und darin sehe ich dann schon einen erheblichen Unterschied. Hier wird gegen Bezahlung Werbung durchgewunken und dort (Vermutung!) geblockt, einfach weil ein User genervt von dem ganzen Geblinke ist. Sicher, am Ende steht bei beiden Ansätzen (mehr oder weniger) weniger sichtbares Geblinke aufm Schirm. Und das ist bestimmten Interessenvertretern ein Dorn im Auge.

  • Um das Geschäftsmodell von ABP geht es hier doch überhaupt nicht. Es geht hier um ein potentielles Verbot von Werbeblockern. Ob ein Werbeblocker nun mit einem Geschäftsmodell versehen ist oder nicht, ändert nichts an der Diskussion, ob Werbeblocker im Allgemeinen legal sind oder nicht. Es geht in diesem Thema nicht darum, dass irgendjemand aufgrund des Geschäftsmodells gegen Eyeo geklagt hätte, den Werbeblockern soll es an den Kragen gehen, genauer: allen, nicht nur ABP. Lies den Artikel, der im Ausgangsbeitrag genannt wird, denn darauf baut dieser Thread auf. ;)


    Die Sache ist ganz einfach die: Alle Werbeblocker greifen ins das Geschäftsmodell werbefinanzierter Angebote ein. Es ergibt keinen Sinn, nur gegen keinen bestimmten Werbeblocker vorzugehen, andere sind in dieser Hinsicht nicht besser. Es gibt aber halt bislang nur einen Werbeblocker, dessen Macher sich mit den Verlagen anlegen und entsprechend Bestandteil bisheriger Urteile sind. Eyeo ist einfach ein paar Nummern größer, da stehen ganz andere a) Motivationen und b) Mittel dahinter, das meinte ich.

  • Zitat von Sören Hentzschel

    Um das Geschäftsmodell von ABP geht es hier doch überhaupt nicht. Es geht hier um ein potentielles Verbot von Werbeblockern. Ob ein Werbeblocker nun mit einem Geschäftsmodell versehen ist oder nicht, ändert nichts an der Diskussion, ob Werbeblocker im Allgemeinen legal sind oder nicht.


    Das war wohl missverständlich. Es steht außer Frage dass es um alle Werbeblocker geht.
    Im Moment sind sie noch erlaubt. Zumindest sieht das wohl mindestens ein OLG ähnlich.

    Zitat von Sören Hentzschel

    Die Sache ist ganz einfach die: Alle Werbeblocker greifen ins das Geschäftsmodell werbefinanzierter Angebote ein.


    Juristisch zu klären ist dabei u.U. die Frage wo dieses Geschäftsmodell private bzw. datenschutzrechtliche Interessen berührt und wessen Interessen höher wiegen. Und ich verbinde, sollte es tatsächlich eine politische Diskussion zu dem Thema geben, damit die naive Hoffnung das in diesem Gewirr die unselige Kombination aus Werbung, Tracking und Profiling ein Thema wird. Dieses zu entzweien oder zumindest klarer herauszustellen ist meine Hoffnung, sollte es ernsthafte Verbotsdiskussionen geben.

    Zitat von Sören Hentzschel

    Es ergibt keinen Sinn, nur gegen keinen bestimmten Werbeblocker vorzugehen, andere sind in dieser Hinsicht nicht besser. Es gibt aber halt bislang nur einen Werbeblocker, dessen Macher sich mit den Verlagen anlegen und entsprechend Bestandteil bisheriger Urteile sind. Eyeo ist einfach ein paar Nummern größer, da stehen ganz andere a) Motivationen und b) Mittel dahinter, das meinte ich.


    Ich bin da jetzt nicht ganz in der Materie. Ist es tatsächlich so das sich Eyeo mit den Verlagen angelegt hat oder war es nicht doch umgekehrt? Eben weil Eyeo ganzen Geschäftszweigen das Wasser abgräbt, schießen sich diese auf Eyeo ein.


    Interessant ist natürlich auch die Motivation der Werbeindustrie (ich nenn' diese jetzt mal stellvertretend für alle beteiligten Interessengruppen).
    Was steht im Vordergrund und wer steht im Vordergrund? Spielen die Interessen und Belange, sowie die Einwände der Zielgruppe (die User) eine Rolle? Oder will man einfach nur mit brachialer Gewalt qua gesetzlicher Regelungen ein Geschäftsmodell durchsetzen und zur Absicherung entsprechende Tools verbieten? Oder muss sich auch die Werbeindustrie fragen und fragen lassen ob die von ihnen gewählten Mittel zeitgemäß, zielgruppenspezifisch und auch datenschutzrechtlich unbedenklich sind.


    Werbeblocker sind, imho, eine Reaktion. Und wenn es der Werbeindustrie nicht nur darum geht mich als User zum depperten Klickvieh zu degradieren, dann kommt sie nicht umhin sich zu fragen warum ich mich als User gegen Werbung wehre.

  • Hallo Stoiker,


    Zitat von Stoiker

    Werbeblocker sind, imho, eine Reaktion. Und wenn es der Werbeindustrie nicht nur darum geht mich als User zum depperten Klickvieh zu degradieren, dann kommt sie nicht umhin sich zu fragen warum ich mich als User gegen Werbung wehre.


    dem stimme ich einerseits zu. Andererseits aber - in der analogen Welt - was glaubst Du wieviele Personen die Schere in die Hand nahmen, um aus ihrer Zeitung die Werbung herauszuschnippeln?


    Letztlich könnte eine Gesetzgebung idealerweise erfolgreich darauf hinauslaufen, das nur passive Werbung erlaubt ist. Das heißt, wie in der analogen Welt, nur eine Abbildung auf einer digitalen Werbefläche, die nicht anklickbar ist und keine "unsichtbaren" Hintergrundtätigkeiten entfaltet (vgl. Zeitung).


    Werbeblocker könnten dann dahingehend "umprogrammiert" werden, dass sie Werbung nicht mehr blockieren, sondern auf "illegale" Hintergrundprozesse prüfen, die dann beispielsweise digital etwa an Verbraucherzentralen gemeldet werden könnten.


    Gruß
    Feuervogel

    "Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt explodiert, wird die Stimme eines Experten sein, der sagt: 'Das ist technisch unmöglich!'"
    (Peter Ustinov, engl. Schauspieler und Schriftsteller, 1921 - 2004)

  • Nicht anklickbare Werbung im Web ist aber relativ sinnlos, das wird auf gar keinen Fall passieren. Und ich sehe ganz ehrlich auch nicht, wo das Problem mit anklickbarer Werbung sein soll. Kein Nutzer wird zum Klicken gezwungen. Natürlich muss Werbung ausreichend als solche gekennzeichnet sein. Das ist aber bereits jetzt eine Notwendigkeit und muss nicht neu eingeführt werden. Das, was wirklich stört, sind doch viel mehr andere Aspekte wie Anzahl/Positionierung von Werbung (wenn die Werbung auf einer Webseite stört, stört sie nicht minder, wenn sie nicht anklickbar ist), optional Tracking und ggfs. Sicherheits-Aspekte.


    Ich sehe den Vorschlag sogar als kontraproduktiv. Nicht anklickbare Werbung führt a) zu grauenhaften Conversions und b) lässt sich nicht messen. Das geht mit einem enormen Einnahmen-Defizit für Webseiten einher, weil man das nicht gleichwertig bezahlen kann, was wiederum bedeutet, dass Webseiten sehr viel mehr Werbung bräuchten, um das zu kompensieren. Und das einzige wirklich wirksame Mittel gegen Werbeblocker ist es doch, weniger Gründe für Werbeblocker zu haben und nicht mehr Gründe.

  • Zitat von Sören Hentzschel

    Und ich sehe ganz ehrlich auch nicht, wo das Problem mit anklickbarer Werbung sein soll. Kein Nutzer wird zum Klicken gezwungen. Natürlich muss Werbung ausreichend als solche gekennzeichnet sein.


    Es gibt aber auch Werbung auf die man gar nicht klicken muss, sondern nur (versehentlich) mit der Maus drüberfährt. Stichwort Layer Clickjacking


    Wer genau wissen möchte wie der Hase läuft mit den Werbenetzwerken sollte sich mal diese beiden Podcasts anhören
    https://www.c3d2.de/news/pentaradio24-20160426.html
    http://chaosradio.ccc.de/cr223.html

    Hilfe auch im deutschsprachigen Matrix-Chat möglich oder im IRC-Chat
    Meine Anleitungstexte dürfen gerne "geklaut" und weiter verwendet/kopiert werden
    ;)

  • Clickjacking bedeutet nach meinem Verständnis, dass auch etwas angeklickt wird und nicht nur mit der Maus herübergefahren wird (daher auch der Name). Und Clickjacking ist keine Methode, welche man vorfindet, wenn seriöse Werbe-Netzwerke wie Google AdSense verwendet werden. Ich beziehe mich mit meinem Beitrag auf seriöse Angebote. Schwarze Schafe gibt es natürlich immer, das trifft aber auf alles zu, das ist kein Problem speziell von Werbung. Es ist sogar viel geschickter, im regulären Content etwas Falsches vorzugaukeln, das wird nämlich viel eher geklickt. Es wäre in jedem Fall falsch, nur wegen einer paar schwarzer Schafe ein Generalverbot für Links in Werbung auszusprechen. Und wie gesagt, es würde nicht mal was bringen, sondern die Situation nur verschlechtern, weil es zwangsläufig zu noch viel mehr Werbung führen muss, um das wieder zu kompensieren, was dadurch an finanziellem Schaden entsteht.