Wenn heute Bundestagswahl wäre...

  • Ups, mir war das bisher garnicht bewusst, dass ich euch das gesagt habe.

    Nun denn, wenn es schon so ist:
    Einige meiner Freunde standen mit mir vor der Frage, welche Staatsbürgerschaft die richtige für sie ist. Für mich bestand da nie ein Zweifel. Die amerikanische wäre möglich, scheidet aber aus verschiedenenen Gründen aus. Soweit gehe ich nicht!

    Bleibt noch die deutsche und die isländische. Da ist doch alles klar! Wer würde Freiheit gegen Einengung durch neugierige Nachbarn, hunderttausende Schilder "Es ist verboten...", wuchernden Bürokratismus und bald permanente Überwachung (auch im I-Net) eintauschen? Ich jedenfalls nicht, selbst wenn Deutschland ein noch so schönes und reiches Land ist, in dem man eine Zukunft haben kann. Nur wie sieht die aus? Der Reichtum schwindet. Die Zukunft sieht bei dem Sozialverhalten deutscher Firmen für junge Menschen ganz mies aus; für die älteren leider auch. Was bleibt, ist die Schönheit dieses Landes, aber damit kann mein Land mühelos konkurieren, wenn auch auf einem etwas anderem Gebiet.

    Soweit, so gut, oder auch nicht

    Gruß, Sünndogskind

  • Hi bugcatcher,

    Zitat von bugcatcher

    Könnte ich Dich Protestnichtwähler für eine Alternative z.B. in Form der Tierschutzpartei begeistern?


    Man kann sich sicherlich darüber streiten, ob es Sinn macht, eine Partei zu wählen, deren prozentualer Stimmenanteil bei ca. 0,5% liegt. Aber im Ergebnis kommt das Wählen einer solchen Partei einer Nichtwahl gleich, sieht man mal von den Finanzmitteln ab. Hinweise hierzu:

    Nachzulesen auf den Seiten des Internet-Dienst des Deutschen Bundestages (Link) unter Parteienfinanzierung (Link).

    Eine solche Möglichkeit stellt für mich keine Alternative da. Wenn ich schon (bei einer Bundestagswahl) wähle(n würde), dann sicherlich eine Partei, die zumindest die Chance hat, auch im Deutschen Bundestag vertreten zu sein. Aber wie gesagt, das ist meine Meinung und die hebt sich anscheinend deutlich von der einiger Anderer ab. Aber du darfst ruhig weiter hoffen, nach wie vor liegt die Wahrscheinlichkeit nicht zu wählen bei nur ca. 70%. Falls ich mich allerdings doch noch entscheiden sollte, eine gültige Stimme (bzw. 2, Erst- und Zweitstimme) abzugeben, dann steht auch heute (und schon länger) schon fest, welcher Partei bzw. welchem Kandidaten diese zukommen. In diese Richtung ist also kein "Beratungsbedarf" vorhanden.


    Have fun,
    NightHawk

  • Nunja. Ich lehne mich jetzt hoffentlich nicht zuweit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass jede ungültige Stimme, bzw. eine für eine Partei, die einen zu geringes Wählerpotenzial für eine Finanzierungshilfe vergeben wird, den Wahlgeld-Haushalt der grossen Parteien Anteilig schmälert, womit die wenigstens nicht ganz soviel (Steuer)Geld für sinnlosen Wahlkampf-Mist verbraten können?

    Ich meine sogar mal gehört zu haben, dass dieses Geld dann im Topf bleibt. Lass mich da aber gerne eines besseren belehren.

  • Hi buggy,

    du lässt aber auch nicht locker :D . Aber diese Argumente haben für mich nicht genügend Gewicht, um das Pendel zur einen oder anderen Seite ausschlagen zu lassen. Für mich steht fest: entweder ich wähle nicht oder ich wähle die Partei, die schon lange feststeht. Aber wie gesagt, der Kampf ist noch nicht ausgefochten.

    Have fun,
    NightHawk

  • Ich habe mal nachgelesen, wie es hier bisher so war.

    Wie war das damals mit den Grünen? Jede Chance wurde ihnen abgesprochen. Und wie stehen sie heute da? Gut! Das muss man anerkennen, egal ob man sie mag oder nicht.

    So gesehen kann man also jede Partei wählen, ohne darauf schielen zu müssen, ob sie eine Chance hat, in den Bundestag zu kommen. Nur das eigene Interesse sollte dabei die Rolle spielen.

    Das einzige WAS MAN NICHT TUN DARF, IST NICHT WÄHLEN. Das wäre fatal!

  • Ich hab vor 30 Jahren bei Kommunalwahlen mal DKP gewählt und wurde sogar aktives Mitglied, weil das die Einzigen waren, die sich in meiner Heimatstadt um die sozial Schwachen gekümmert haben, und zwar nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten. In dem Stadtteil, in dem ich aufgewachsen bin, herrschten z.T. unmögliche Wohn- und Lebensverhältnisse. Den etablierten Parteien war das völlig egal, die DKPler machten was, organisierten Straßenfeste, halfen bei Ausfüllen von Anträgen, brachten die unmöglichen Verhältnisse an die Öffentlichkeit, redeten mit den Leuten, hörten zu ...
    Am Wahlabend dann das Ergebnis: 0,8 Prozent ... aber das war für uns nicht schlimm, im Gegenteil (wir waren ja nicht blöde und erwarteten Traumergebnisse). Wir hatten umgerechnet etwa 700 Stimmen bekommen, das war besser als nichts. In Nürnberg, wo ich auch mit Wahlkampf gemacht habe (Flugblätter verteilt etc.) hat es unser Kandidat aber sogar in den Stadtrat geschafft.
    Was ich meine, ist: Selbst wenn eine Partei vorhersehbar den Sprung ins Parlament nie schaffen wird, werde ich sie trotzdem wählen, wenn ihr Programm zu mir passt. Dies erfordert aber das Sichauseinandersetzen mit Themen und Inhalten, aber ich habe dann das Gefühl, das Richtige zu tun.
    Ein Albtraum wäre für mich z.B. ein Ergebnis á la Schrödi und's Merkele jeweils fuffzich Prozent, denn das würde bedeuten, daß kein Wähler richtig nachgedacht hat, sondern (wenn überhaupt) sein Kreuzchen nach Wahlplakaten und BILD-Empfehlung gesetzt hat (Witz in Bayern: "Warum bekommt die CSU immer soviele Stimmen?" Antwort: "Weil die Schnur vom Stift immer so kurz ist, daß es nur bis Listenplatz 1 reicht - und da stehen die nun mal ...")
    Bin mal gespannt morgen auf das "Duell". Da werde ich mich wohl anschnallen müssen, damit ich nicht vor Lachen vom Sofa falle!
    Da ist wieder geballte Kompetenz und inhaltsschwere Phrasen angesagt ...

    Ein ganzes Leben ohne Alkohol kann tödlich sein!

  • Ich habe weitergelesen und bin sehr amüsiert, aber dabei auch nachdenklich geworden.

    Einen Turnschuhe tragenden Joschka Fischer gibt es nicht mehr. Niemals würde heute noch einer sagen "Mit Verlaub Herr Präsident, sie sind ein A...". Das fehlt in Deutschland. Es ist alles viel zu festgefahren. Lieber laufen sie in feinem Zwirn herum und kümmern sich nur noch wenig um die Anliegen ihrer Mitmenschen.

  • Ja, das Beispiel Fischer ist gut gewählt. Ab und zu im Wahlkampf blitzt noch ein bißchen was auf vom alten Joschka, aber das sind nur Zuckungen, und in der wahlkampffreien Zeit hört man eigentlich nichts mehr von ihm, außer man zerrt ihn vor irgendwelche Untersuchungsausschüsse. Leider leider ... wo Fischer draufsteht, ist leider kein Joschka mehr drin ... zeigt deutlich, wie das System einen korrumpiert, wenn man erst einmal Teil des Systems geworden ist.

    Ein ganzes Leben ohne Alkohol kann tödlich sein!

  • Zitat von Lord-Ali

    Und jetzt will ich auch wissen wieso.
    Aber sehr ausführlich!
    Denn es ist nicht interessant wen man wählt sondern wieso.

    Ich wähle gar nicht, weil ich noch nicht 18 bin.

    Gruß Coce

    Keine Garantie für Richtigkeit meiner Tipps! Fragen/Antworten nicht per PN/IM/E-Mail!

  • Dann ist ja gut. Hatte mir schon Sorgen gemacht. ; )

    Ziggy: Das System ist leider schon so kaputt, dass wenn man was reissen will, man sich dessen bedienen muss. Um sich dem System bedienen zu können, muss man seine Spielregeln einhalten.

    Der Fischer wird sich auch gedacht haben: lieber ein paar kontraproduktive Kompromisse eingehen, als garnichts ändern können.

    Aber ansonsten kann ich Euren Unmut nur zu gut verstehen.

  • Langsam wird's hier spannend, fischer und der verrat?

    ich hab mal 5 prominente personen des öffentlichen lebens, die alle mitglied der grünen sind und waren und mich beeindruckt haben/hatten, hier verlinkt, etwas viel zum lesen, aber egal, wer mag, kann draufhauen (oder auch nicht). der wahlkampf ist eröffnet

    http://de.wikipedia.org/wiki/Joschka_Fischer
    http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Trittin
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Christian_Str%C3%B6bele
    http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Schily
    http://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Cohn-Bendit


    :wink:

    "Krieg ist ein zu ernstes Geschäft, als daß man ihn den Generälen überlassen dürfte." Georges B. Clemenceau (1841-1929), Französischer Journalist und Politiker/Ministerpäsident

  • Zitat von Sünndogskind

    Auch wer nicht wählen darf, warum auch immer, darf eine politische Meinung zu einem Staat haben, in dem er lebt, oder sehe ich das falsch?

    Selbst wer nicht wählen geht, hat das Recht dazu. Bekommt er brieflich mit, sobald er hierzulande das Licht der Welt erblickt. Jede gegenteilige Publikation - in diesem Falle GMX - betreibt rechtspopulistisches Gedankengut, stellt sich in einer Reihe mit jenen auf, die die verbrieften Rechte eines jeden Bürgers mit Füßen treten oder nach gutdüngen - Lehnsherrnart - absprechen.

    Das war meine Meinung.

    Tóg go bog é

  • Zitat von S.i.T.

    Selbst wer nicht wählen geht, hat das Recht dazu. Bekommt er brieflich mit, sobald er hierzulande das Licht der Welt erblickt.


    Das stimmt so nicht ganz, glaub' es mir. Nicht der Geburtsort Deuschland ist entscheidend, sondern welche Staatsangehörigkeit man hat. Ich z.B. hätte durchaus bewirken können, solche Briefe zu erhalten.

  • Selbst wenn Nilaya kommt, mit Holzboot von irgendwo, hat sie das Recht hier ihre Meinung zu äußern - das hatte ich noch vergessen anzufügen. Und wenn sie nicht wählen darf, deswegen darf sie trotzedem ihre Meinung kundtun. Und wenn sie wählen darf, es nicht macht, darf sie auch.

    Irgendwo klingelts im Ohr: Alle Menschen...

    .. ist ja manchmal nicht einfach, aber letztendlich zählt das was geschrieben steht.

    Tóg go bog é