• Hallo, ich hoffe es ist ok, dass ich diesen Thread mit einer Frage zu Linux eröffne. Da demnächst ein neuer PC her soll, bin ich am überlegen, mir die teuren Windows-Gebühren zu sparen und es mal mit Linux zu versuchen.

    Ich will Linux allerdings erstmal ein bisschen testen, um zu sehen, ob ich mit dem System überhaupt zurecht komme. Ich weiß, dass man dies am besten über eine VM macht. Kennt jemand eine gute und möglichst einfache Anleitung, wie man eine solche VM einrichtet? Und welche Distribution würdet ihr für Windows-Umsteiger empfehlen? Muss nämlich zugeben, dass ich seit Jahren ein notorisches Windows-Gewohnheitstier bin :lol:

    Und wie sieht es mit Spielen aus? Man hört und liest ja immer mal wieder, dass Spieleentwickler Linux eher nachrangig behandeln. Ich bin jetzt nicht der große Gamer und hab mit Uni und Nebenjob momentan sowieso alle Hände voll zu tun, aber ab und zu zocke ich schon ganz gerne mal, vorwiegend Strategie- und Aufbausimulationen wie z.B. Anno und Civilizations.

    Bin euch für Tipps und Ratschläge dankbar :)

  • Hallo
    Eine Idee als Alternative zu einer VM: vorausgesetzt eines USB 3 Anschlusses und eines nicht allzu langsamen USB-Sticks würde ich diesen als Alternative zum testen div. Distributionen nehmen.
    Gute Erfahrungen mit einer "all-in-one"-Lösung zur Erstellung eines bootfähigen Sticks habe ich mit YUMI gemacht. Vorteil (eine schnelle I-netverbindung ist von Vorteil :wink::( du kannst unterschiedliche Distris testen; sauber und rückstandsfrei. Sollte eine für dich passende dabei sein, kannste die auch gleich installieren.
    Ich finde diesen Weg, nur zum testen, wesentlich entspannter als eine VM. Meine letzten Versuche sind zugegebener maßen schon ein paar Tage her, aber es war bei weitem nicht so entspannt wie Linux mit einem USB-Stick zu testen.
    Solltest du keine Software verwenden die nativ nur für Windows programmiert ist, dann spricht nix gegen Linux. Ich arbeite hier mit zwei Programmen für die es unter Linux nicht mal annähernd ein Pendant gibt. Dies und natürlich die Bequemlichkeit :wink: halten mich bis dato vom Umstieg ab.

  • Zitat von Stoiker

    Hallo
    Eine Idee als Alternative zu einer VM: vorausgesetzt eines USB 3 Anschlusses und eines nicht allzu langsamen USB-Sticks würde ich diesen als Alternative zum testen div. Distributionen nehmen.
    Ich finde diesen Weg, nur zum testen, wesentlich entspannter als eine VM. Meine letzten Versuche sind zugegebener maßen schon ein paar Tage her, aber es war bei weitem nicht so entspannt wie Linux mit einem USB-Stick zu testen.
    Solltest du keine Software verwenden die nativ nur für Windows programmiert ist, dann spricht nix gegen Linux. Ich arbeite hier mit zwei Programmen für die es unter Linux nicht mal annähernd ein Pendant gibt. Dies und natürlich die Bequemlichkeit :wink: halten mich bis dato vom Umstieg ab.

    Vielen Dank für die Antwort Stoiker. Leider habe ich auf meinem PC nur einen USB 2.0 Anschluss, ansonsten würde sich die Lösung mit dem bootfähigen Stick sehr interessant anhören. Ich lese mich gerade noch ein wenig in die Grundlagen ein und habe hier gelesen, dass unter anderem Ubuntu, Mint, Gentoo und Fedora zu den bekanntesten und beliebtesten Distributionen gehören. So ganz klar ist mir der Unterschied zwischen Ubuntu und Mint ehrlich gesagt noch nicht, auch wenn diese Übersicht schon einige Anfangsfragen beseitigt hat: http://praxistipps.chip.de/linux-mint-vs-…vergleich_46209

    "Linux Mint basiert auf der Long-Term-Support Version von Ubuntu und kommt mit eigenen Oberflächen daher. Diese sind Cinnamon und Mate und haben den Fokus auf Nutzerfreundlichkeit gelegt."

    Demnach unterscheiden sich Mint und Ubuntu im Wesentlichen nur in der Benutzeroberfläche oder? Ich denke mal, dass ich Mint als erstes testen werde, da die Oberfläche dem Windows Desktop ähnlich ist.

    Ein USB 3.0 Anschluss ist aber eine zwingende Voraussetzung, um Linux Distributionen über einen Stick zu booten oder? Ein USB 2.0 Anschluss reicht nicht aus?

    Was sind denn die beiden Programme, für die es keine Linux-Alternative gibt? Wirklich komplexe Software nutze ich eher selten, bis auf gelegentliche Fotobearbeitungen mit GIMP, was aber auch für Linux erhältlich ist. Dass die Installation von Spielen bei Linux wesentlich komplizierter zu sein scheint, wäre für mich ein kleines aber noch verschmerzbares Manko. Die wesentlich geringere Anzahl an Malware für Linux macht dieses Manko locker weg.

  • Zitat von tabris92


    Ein USB 3.0 Anschluss ist aber eine zwingende Voraussetzung, um Linux Distributionen über einen Stick zu booten oder? Ein USB 2.0 Anschluss reicht nicht aus?


    Geht auch mit USB 2.0, dauert halt wesentlich länger zum auf den Stick senden, und dann nach dem Booten zu Laden. Wenn das mal im RAM ist, geht es dann flotter.

  • Ich nutze als VM eigentlich immer den VMware Player (da musste man glaub bei der Installation eine Mailadresse angeben, aber irgend eine Fakemail reichte aus) https://www.vmware.com/go/downloadplayer

    Als Linux Distribution auch mal Manjaros XFCE Edition ansehen https://www.camp-firefox.de/forum/viewtopic.php?t=105593

    Hilfe auch im deutschsprachigen Matrix-Chat möglich oder im IRC-Chat
    Meine Anleitungstexte dürfen gerne "geklaut" und weiter verwendet/kopiert werden ;)

  • Danke für die Antworten Delgado und Hermes. Ich denke, dass ich es erstmal versuchen werde, Linux über den USB Stick zu booten. Zur Erstellung einer Virtuellen Maschine habe ich Tutorials für VirtualBox und VMware gesucht, aber das erscheint mir momentan doch noch zu komplex für meinen derzeitigen Kenntnisstand. Das es mit einem USB 2.0 Anschluss länger dauert, stört mich eigentlich erstmal nicht, denn ich will Linux auch erstmal nur eine Zeit lang testen und mir, wenn ich gut damit zurechtkomme, einen PC mit vorinstalliertem Linux bestellen. Werde es erstmal mit YUMI probieren.

  • Zitat von Zitronella

    Ich nutze als VM eigentlich immer den VMware Player (da musste man glaub bei der Installation eine Mailadresse angeben, aber irgend eine Fakemail reichte aus) https://www.vmware.com/go/downloadplayer

    Als Linux Distribution auch mal Manjaros XFCE Edition ansehen https://www.camp-firefox.de/forum/viewtopic.php?t=105593

    Vielen Dank Zitronella für die Info und für den sehr informativen Thread zu Manjaro :klasse: Ich muss mir den Thread heute Abend oder morgen nochmals in Ruhe ansehen, denn ich habe gerade einen gefühlten Linux-Informationsoverload :lol:

    Nutzt du seitdem denn Manjaro? Und würdest du es als einsteigerfreundlich oder eher komplex beschreiben?

    Da es sich um eine eher weniger bekannte Distribution handelt, nehme ich an, dass die Community die es nutzt auch relativ überschaubar ist oder? Was mir z.B. bei Mint und Ubuntu gefällt, ist, dass sich dort auch eine große Community und entsprechend auch Foren und Tutorials finden, falls man mal Schwierigkeiten haben sollte.

  • Zitat von tabris92

    Demnach unterscheiden sich Mint und Ubuntu im Wesentlichen nur in der Benutzeroberfläche oder? Ich denke mal, dass ich Mint als erstes testen werde, da die Oberfläche dem Windows Desktop ähnlich ist.


    Die unglaubliche Fragmentierung macht es Ein/Umsteigern nicht einfacher das für sie passende zu finden. Zumal man i.d.R. noch nicht wirklich Vorstellungen hat was man (später) mal wirklich benötigen könnte. Nimm ein paar der hier gemachten Empfehlungen mit, lies ein bisschen quer und teste einfach. Zieh dir die Iso-Dateien und lagere sie irgendwo zwischen bis zur eigentlichen Installation.

    Zitat von tabris92

    Ein USB 3.0 Anschluss ist aber eine zwingende Voraussetzung, um Linux Distributionen über einen Stick zu booten oder? Ein USB 2.0 Anschluss reicht nicht aus?


    Gott bewahre, nein :lol: Linux ist ja viel viel älter also USB 3.0. Natürlich geht auch, wie Delgado schon erwähnt hat, 2.0. Selbst mit ollen SD-Karten funktioniert das noch. Du musst halt nur Zeit einplanen. Der Unterschied zu USB 3 ist halt wirklich enorm (bei Einsatz eines halbwegs schnellen Sticks).

    Zitat von tabris92

    Was sind denn die beiden Programme, für die es keine Linux-Alternative gibt?


    Einmal eine sehr umfangreiche Software zur Bearbeitung von statistischen Daten und eine Software zur Verwaltung von Literatur (Citavi).

    Zitat von .Hermes

    Von USB würde ich abraten.
    Leichter / schneller geht es mit einer VM, wie es die VirtualBox ist.
    Im Windows installiert, kann man sein Linux parallel anschauen und vergleichen. Sie spart auch den nervigen / zeitaufwendigen Reboot.


    Natürlich ist das der angenehmere Weg. Und es läuft dann "leichter" und "schneller". Nur kenne ich selbst und auch bei anderen etliche erfolglose Versuche die VM oder dann das OS in der VM (vernünftig) zum laufen zu bringen. Und mittlerweile bin ich was das angeht nicht mehr so leidensbedürftig wie vor einigen Jahren. Es frisst einfach zu viel Zeit & Ressourcen. Wenn du es probieren willst, erstelle vorher ein funktionierendes Komplettbackup deines Systems und versuche dich. Wenn es klappt ist gut, wenn nicht, hast du mit USB eine Alternative.
    Edit:
    VirtualBox schon von Hermes erwähnt, daher wieder entfernt :oops:

  • Nur auf dem beschriebenen alten Netbook nutze ich Manjaro,da es quasi ein Zweitgerät ist, nutze ich das nicht intensiv. Ich habe Manjaro genommen weil es gerade sehr einsteigerfreundlich ist. Wie groß die Community ist, kann ich nicht sagen, aber das ist meiner Meinung nach auch nicht unbedingt relevant. Was sie aber mit Sicherheit ist, ist sehr geduldig und ausführlich bezüglich Neueinsteigern, egal ob im Forum oder im Chat. Ich habe sogar mal einem Windows User weil er noch XP hatte, geraten diese Distri zu installieren, und er kam mit paar kleinen Hilfestellungen, die ich ihm per Chat gab, prima zurecht.
    Also ich habe damit nur positive Erfahrung gemacht.

    Hilfe auch im deutschsprachigen Matrix-Chat möglich oder im IRC-Chat
    Meine Anleitungstexte dürfen gerne "geklaut" und weiter verwendet/kopiert werden ;)

  • Ich habe damals (2000) eine neue 2. Festplatte geopfert und dann ein Dual-Boot-System einrichten lassen, das können an sich alle Distris. Dann kann man beim Booten aussuchen ob man noch mal Windows möchte... Als Distri war damals Suse am anwenderfreundlichsten und am besten eingedeutscht. Das ist meiner Meinung nach bis heute so geblieben, nach so vielen Jahren Suse sieht man bei den anderen Distris sofort die Macken die man als Neuling wohl nicht so sehen würde.

    Meine Linux-Timeline:
    1997 Erste Versuche mit SuSE Linux 5
    1998 Weitere Versuche mit SuSE Linux 6
    2000 Rechnerumstellung auf SuSE Linux 6.3
    ca. 2002 Windows kann weg... braucht man nicht mehr.
    2006 Neuer Name, neues Konzept: openSUSE 10.2
    2015 Aktuelle Version: openSUSE 13.2

    Zwischendurch mehrere Versuche mit anderen Distributionen unter Virtualbox, aber bisher sagte mir keine so richtig zu.

    Wichtig ist noch die Auswahl der grafischen Oberfläche. Wenn der PC schnell genug ist, ist KDE sehr komfortabel und ist für Umsteiger sehr freundlich. Ist die Kiste schon deutlich älter als 5 Jahre, kommt eher XFCE oder LXDE in Frage, die sind sparsamer mit RAM und CPU-Last.

    Gruß Harry

    FF aktuell, 64Bit, Linux, Manjaro mit KDE