zeitungsartikel: "keiner will die freien jobs"

  • Wieso, ich finde deren Aussage sogar recht glaubwürdig.
    Meinst du die Leute arbeiten gern? Ich wette mit dir dass es etliche gibt die lieber zu Hause fernsehen als zu arbeiten.
    Und schlechtere "Bezahlung" als mit der aktuellen Sozialhilfe/Arbeitslosengeld wenn er arbeiten geht wird sicher auch keiner wollen.
    z.B. Erntehelfer für... ach was war das... ich glaub Spargel oder so - die Bauern finden keine Deutschen weil denen die Arbeit zu anstrengend ist und sie zu wenig verdienen. Deswegen heuern die Bauern Polen oder andere Osteuropäer an. Meiner Meinung nach kanns das nicht sein - wer einen Job ohen Grund ausschlägt sollte sofort auf die Straße gesetzt werden, vorallem in so einer Zeit, wo die Steuergelder knapp sind und nicht so wie rot-grün es sich vorstellt in Massen an die Faulen verteilt werden.
    Das System hat auch einfach zu viele Lücken. Wenn man so hört, was alles "unzumutbar" ist, greift man sich an den Kopp....

  • Ob der Artikel eine Frechheit ist und/oder Märchen erzählt werden, entzieht sich meiner Kenntnis.


    Ob ich den Ausführungen folgen und diese zumindest nachvollziehen kann ? Kann ich !


    Jedoch - wenn es noch Personen geben sollte, die für einen Vollzeitjob EUR 2.000 nicht akzeptieren sollten, wäre es für mich nicht nachvollziehbar. Wenn sich bei diesen Personen erst einmal der Schleier von Hartz IV senkt, ist es mit deren Zurückhaltung schnell vorbei. Nicht, dass ich dieses befürworten würde, aber wenn die Pistole auf der Brust drückt, macht man schon mal was, was man eigentlich garnicht möchte.


    Wobei leider EUR 2.000 (2005) nichts mit DM 4.000 (2001) zu tun haben. Das ist m.E. nämlich das eigentliche Problem. Von den Arbeitgebern werden heute Gehälter angeboten, bei denen sich vor 4 Jahren alle noch drum geschlagen hätten.


    Da aber in unserer Republik nach Einführung des Teuros die Kosten nahezu 1:1 abgerechnet werden, kapieren es mittlerweile auch die seinerzeitigen Verfechter der Euroeinführung, dass insbesondere die Deutschen (hatten wir ja schon mal so ähnlich) damit die Arschkarte gezogen haben.


    Gezogen ? Entschuldigung. Dieses beschissene Kondom will sich einfach nicht mehr entfernen lassen !


    Wann geht es uns endlich so schlecht, dass das Volk (damit meine ich ab ca. 125.000) auf die Strasse geht ?

  • Zitat

    nicht so wie rot-grün es sich vorstellt in Massen an die Faulen verteilt werden.

    Was für eine erbärmliche Pauschalisierung... :x

  • ergänz halt noch -schwarz-gelb
    ist doch egal. Wenn man den Leuten was abverlangt (einspart) ist man unbeliebt. Das war bei der CDU/FDP so und ist auch jetzt bei rot/grün nicht anders. Deswegen liegt es im Interesse der Parteien den Leuten nichts zu nehmen... oder wie entstand der Spruch "vor der Wahl ist nach der Wahl"?


    Zuallerst wirtschaften die meisten natürlich in ihre eigene Tasche, aber unbeliebt beim Volk machen will sich natürlich keiner - obwohl es manchmal nötig ist.

  • Ich habe keine Ahnung, wie dieser Artikel zustande gekommen ist, aber er hat mit der Wirklichkeit absolut nichts zu tun. Ich halte es für ein weiteres Mosaiksteinchen in der Stimmungsmache gegen die "faulen" und "unwilligen" Arbeitslosen. Es wird ganz gezielt ein Ausgrenzungsklima geschaffen. Schon vor HartzIV war es nicht ungestraft möglich, ein zumutbares Angebot abzulehnen, wenn ein Arbeitsloser so etwas tut, bekommt er sofort die Leistung gekürzt oder gar gestrichen. Wen so etwas interessiert, der weiß das!
    Den Regierenden fällt nichts mehr ein, die Abwanderung der Konzerne in Billiglohnländer ist nicht mehr aufzuhalten, und wenn, dann nur unter nicht hinnehmbaren Zugeständnissen. Die Herren machen sich auch gar nicht mehr die Mühe, ihre Erpressungen hinter schönen Begriffen zu verstecken, sondern sagen ganz offen: "Wenn ihr nicht tut, was wir wollen, schmeißen wir euch alle raus und machen woanders weiter!" Der Stein, der unter Kohl mit der zunehmenden Europäisierung und Globalisierung ins Rollen gebracht wurde, ist nicht mehr zu stoppen.
    Jeder, der heute mit dem Finger auf einen Arbeitslosen zeigt und ihn ächtet, kann sich schon morgen auf der anderen Seite wiederfinden. Dieses Angstklima wird künstlich geschürt und am Leben gehalten, die Solidarität unter den Arbeitnehmern geht zum Teufel, und jeder denkt nur noch: "Hoffentlich erwischt es nicht mich!"
    Solche "journalisischen Ergüsse" helfen niemandem - sie dienen nur den Interessen einer ganz bestimmten Clique in diesem Land.


    Grüße, Ziggy

  • Zitat von Ziggy

    Schon vor HartzIV war es nicht ungestraft möglich, ein zumutbares Angebot abzulehnen, wenn ein Arbeitsloser so etwas tut, bekommt er sofort die Leistung gekürzt oder gar gestrichen.


    Entschuldigung. Es wurden doch keine zumutbaren Angebote abgelehnt. Man hat sich dort vorgestellt, hat sich wahrscheinlich am Morgen noch ein Gläschen Wodka gegönnt und dem Firmenchef einen vorgelallt. Das ist keine Ablehnung des Arbeitslosen, man wurde nicht genommen. Wohlgemerkt, ich spreche im Moment nur von den schwarzen Schafen.


    Zitat von Ziggy

    Den Regierenden fällt nichts mehr ein, die Abwanderung der Konzerne in Billiglohnländer ist nicht mehr aufzuhalten, und wenn, dann nur unter nicht hinnehmbaren Zugeständnissen. Die Herren machen sich auch gar nicht mehr die Mühe, ihre Erpressungen hinter schönen Begriffen zu verstecken, sondern sagen ganz offen: "Wenn ihr nicht tut, was wir wollen, schmeißen wir euch alle raus und machen woanders weiter!"


    So isses. Ist aber seit Jahrzenten schon usus.Warum macht man das nicht auf elegante Art und Weise - zumindest aus Sicht der Regierung. Entsprechende Gesetze für Unternehmen zu verabschieden, die zum einen die Unternehmen veranlassen in Deutschland zu produzieren und somit Arbeitsplätze in Deutschland zur Verfügung zu stellen. Ich finde es ganz normal z.B. 10 Unternehmen hier in Deutschland niedriger zu besteuern als 4 in Irland "ansässige" überhaupt nicht.


    Ich finde es nicht normal, dass es immer noch Firmen gestattet wird andere marode Firmen aufzukaufen bzw. zu übernehmen (jüngstes Beispiel Lufthansa - SwissAir) nur weil die Verlustvorträge - um bei dem Beispiel zu bleiben - der SwissAir der Lufthansa garantieren, dieses oder auch nächstes Jahr weder Körperschafts- noch Gewerbesteuer zu zahlen.


    Solange eine Regierung, welche Farbe auch immer, keinen Arsch in der Hose hat und sich von Lobbyiesten regieren lässt, solange wird es eine Regierung im Sinne des Volkes nicht geben.


    Und damit keiner auf falsche Ideen kommt. Ich bin Mitglied im Vorstand der CDU und somit keinesfalls links einzuordnen.

  • Hi Jerry006,
    weiß nicht so ganz warum du meinst das die Frau über ihre Clienten herzieht.
    Arbeiten wollen "alle" aber die Arbeit die da ist will widerum niemand erledigen. Bei den Forderungen die zukünftige Arbeitnehmer dort gestellt haben da wäre ich auch aus der Haut gefahren. Muß allerdings dazu sagen: Wer will sich schon unter Wert verkaufen? Man kann es aber auch übertreiben!!!!!!!!!!!!!!!!
    So das wäre meine Meinung dazu.


    MfG


    Frosch

  • Ich glaube der Artikel hätte genauso gut vor Hartz4 veröffentlicht werden können - aber alleine die Tatsache ist doch das interessante.
    In unserem Kaff gibt's (oder gab's?) einige Sozialhilfeempfänger die entlang der Mümling (Fluss) den Rasen mähen sollten. (War noch vor Hartz4)
    Tja, die kaum angefangen als sie nen schattiges Plätzchen unter nem Baum gefunden haben und dort blieben sie auch eine Weile.


    Mag sein, dass das ein negativ Beispiel ist, aber wenn die so schaffen bzw. sich so irgendwo vorstellen, dann pfft.


    Sicher wird man bestraft wenn man was weiß ich zum 2. mal nen Job ablehnt. Aber was machen die dann? Die nehmen den Job an, sprechen auf einmal nur noch guter Deutsch und machen Arbeit gut richtig. Ist doch logisch - wenn sie nicht ordentlich arbeiten (sie bringen nix) schmeisst sie jeder wieder raus.


    Letztens war irgendwo aber auch ein Bericht wo ein ca. 50 jähriger Mann keine Sozialhilfe/Arbeitslosengeld beantragen wollte, weil sonst ihr Haus drauf geht - er hat gesagt, dann muss man eben kürzer stecken und mit dem Geld was seine Frau verdient rumkommen. Da frage ich mich manchmal auch ob es etnisch korrekt ist, jemanden der sein ganzes Leben hart gearbeitet hat bzw. etwas erarbeitet hat, alles zu nehmen, während jemand der (noch) nichts oder nie etwas hatte alles zugesteckt bekommt.

  • Zitat von mickey

    dass insbesondere die Deutschen (hatten wir ja schon mal so ähnlich) damit die Arschkarte gezogen haben.


    LOL. Ich glaube hierzulande(d.h. Österreich) denken die Leute genauso.
    Irgendwie scheint keiner mit dem Euro zufrieden zu sein, alle glauben der Verlierer zu sein...


    [edit]
    Zum Artikel:

    Zitat

    Die Interessentin hatte aber ausgerechnet, dass sie mindestens 19,84 Euro pro Stunde verdienen müsse - mehr als das Doppelte des angebotenen Lohns. Sie wolle sich ja im Vergleich zum Arbeitslosengeld nicht verschlechtern.


    Daß man sich im Vergleich zum Arbeitslosengeld nicht verschlechtern will verstehe ich - was ich nicht verstehe ist warum ein Arbeitsloer so viel(?) bekommen kann daß es eine Verschlechterung ist arbeiten zu gehen.
    In dem Fall würde wohl kaum jemand den Job nehmen, wäre ja unsinnig.


    Zitat

    Weiter auf der Forderungsliste: Ein EinzelBüro und ein eigener Parkplatz fürs Auto.


    LOL.
    Frechheit siegt. Parkplatz fürs Auto? Einzelzimmer? <ggg> Wenn´s nicht so lustig wäre, wäre es zum weinen...


    Zitat

    Die Ruhe kommt ihr auch abhanden, wenn ihre Kunden meinen, ein Job unter 2000 bis 3000 Euro sei ja wohl nichts.


    Verdammt - ich wußte ja ich verdiene zu wenig. ;-)


    Was soll man sagen - solche Schlaumeier gibt´s leider immer, und die die ehrlich sind leiden letztlich darunter...

  • Hallo!
    Wird hier nicht ein bisschen pauschal über Arbeitslose bzw.über Leiharbeit gesprochen.Ich arbeite in einem metallverarbeitenden Betrieb im Ruhrgebiet.
    Durch meine Arbeit als Betriebsrat werde ich täglich mit den Problemen durch Leiharbeit konfrontiert. Diese Kollegen machen die gleiche Arbeit wie wir für entschiedend weniger Geld,und der Arbeitgeber reibt sich die Hände.Werden die Leute nicht mehr gebraucht können sie wieder gehen. Wir haben sie vorher aber erst anlernen müssen und unsere tägliche Arbeit aber auch noch leisten müssen.(Prämien-Lohn) Leiharbeit ist für mich moderner Sklavenhandel. Ich wünsche keinem in die Situation zu kommen über einen Verleiher einen Job annehem zu müssen. Die sich eine goldene Nase verdienen sind der Verleiher und die Arbeitgeber. Alles auf dem Rücken der Leiharbeiter.

  • Wir müssen da, glaube ich, schon mal eine kleine Unterscheidung treffen:
    Jemand, der erst kurze Zeit arbeitslos ist und ein relativ "üppiges" Arbeitslosengeld bekommt (was ja bekanntermaßen eine Versicherungsleistung ist, auf die er einen Anspruch erworben hat), kann es sich möglicherweise noch erlauben, ein Arbeitsangebot mit 1500 € Brutto auszuschlagen.
    Sobald aber die Zeit des Arbeitslosengeldbezuges vorbei ist, und das ist in der Regel ja schon nach 12 Monaten der Fall, wird sich das schlagartig ändern, denn dann wird's finanziell verdammt eng.
    Die Mehrzahl der Arbeitslosen in unserem Land sind länger als ein oder sogar zwei Jahre arbeitslos. Keiner von denen würde sich erlauben (schon aus Eigennutz!), ein halbwegs vernünftiges Arbeitsangebot auszuschlagen.
    Natürlich gibt es (und gab es immer) Menschen, die mit einem sehr niedrigen Lebensstandard "zufrieden" sind (Wohnloch, Kleidung, täglich eine Pulle ...) Aber die kann man nun wirklich nicht als repräsentativ für über 5 Millionen bezeichnen (auch wenn's natürlich genau die sind, die man "sieht" ...).

    Zitat

    In unserem Kaff gibt's (oder gab's?) einige Sozialhilfeempfänger die entlang der Mümling (Fluss) den Rasen mähen sollten. (War noch vor Hartz4)
    Tja, die kaum angefangen als sie nen schattiges Plätzchen unter nem Baum gefunden haben und dort blieben sie auch eine Weile.

    Würdest du genauso machen.


    Grüße, Ziggy

  • Ziggy : Weiß ich nicht, ich war noch nie in so einer Situation. Wenn ich weiß, dass man den sowas ähnliches wie nen schlechtes Zeugnis ausgestellt bekommt (man kriegt ja sowas, wenn man irgendwo kündigt oder gekündigt wird) dann würde ich es mir überlegen, wenn ich nochmal irgendwo Arbeit bekommen will...

  • Es ist eben alles relativ (Endlich - der Spruch zum Einstein-Jahr!) ...


    Dein Arbeitgeber hat dir aus der Not heraus gekündigt und ein gutes Arbeitszeugnis mit auf den Weg gegeben. Voller Tatendrang und Optimismus (na gut, du bist zwar schon Ende 40, aber bei allerbester Gesundheit! Außerdem bist du qualifiziert, pünktlich, zuverlässig, bereit auch zu Schichtarbeit etc.) machst du dich ans Werk. Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit und 300 erfolglosen Bewerbungen und einigen ebenso erfolglosen Vorstellungsgesprächen macht sich langsam Ernüchterung breit, nicht nur im Geiste, sondern auch im Geldbeutel, vor allem dann, wenn du einen Partner mit eigenem Einkommen hast oder, Gott behüte, dir für den Notfall etwas zurückgelegt hast. Nach zwei Jahren (die du auch älter geworden bist) kannst du dir deine Qualifikation an den Hut stecken, du belegst Fortbildungskurse, schaffst hervorragende Noten, jeder bescheinigt dir höchste Motivation und Fähigkeiten. Natürlich guckst du jeden Tag Nachrichten, und du siehst die ganze Situation über Monate und Jahre den Bach runtergehen, und du hörst das Politikergeschwafel und daß du allein schuld bist an dem ganzen Elend, du bist eben nicht flexibel genug, 5 Jahre arbeitslos, wie geht denn das? ...


    Aber dann liest du so einen - Entschuldigung - Müll, wie ihn dieser "Journalist" verzapft hat, da wird dir natürlich vieles klar ...


    Grüße, Ziggy

  • Ich weiß nicht - wen sollte der Artikel denn ansprechen?
    Zitat aus dem Film "JFK" von Oliver Stone: "Vor allem sollten Sie sich die Frage stellen: Wem nützt das? Wer profitiert davon?"


    Übrigens - diese Geschichte, die ich da erzählt habe, ist nicht meine Geschichte, aber sie ist wahr, und ich erlebe sie Tag für Tag mit.


    Grüße, Ziggy