LibreWolf - dumm oder doch nur dumm?

  • Ah das hätte ich nicht gedacht, dass der Browser Brave noch weniger User anscheinend hat.
    Wobei die Messungen wohl ja nur nach den benutzen Browsern und nicht nach den installierten Browsern messen kann.

    Denn Microsoft Edge und Samsung Internet müssten ja sehr weit verbreitet, da auf vielen Geräten (Laptops, PC, Samsung Smartphones) oder Betriebssystemen (Windows, Samsung Android) als Standard vorhanden.

  • Nur genutzte Browser sind relevant. Installationen sind eine völlig belanglose Statistik. Und um zu sagen, ob Firefox oder Brave mehr Nutzer hat, muss man sich nicht auf ungenaue Marktanteilsstatistiken verlassen. Das weiß man ziemlich genau durch die Browserhersteller selbst. Brave hat vor wenigen Monaten einen Artikel veröffentlicht, in welchem sie den Meilenstein von 100 Millionen aktiven Nutzern (MAU) für Desktop und Mobil kombiniert gefeiert haben. Mozilla veröffentlicht seine MAUs wöchentlich und liegt immer im Bereich von um die 200 Millionen Nutzern. Und Mozillas Zahl bezieht sich nur auf den Desktop, dort sind Android und iOS nicht mit inbegriffen. Der Unterschied ist also noch um ein paar Millionen Menschen größer.

    Für Android und iOS veröffentlicht Mozilla keine genauen Zahlen. Aber da gab es vor wenigen Tagen erst einen Artikel von Mozilla, in dem sie geschrieben haben, dass sie alleine durch den DMA-Bildschirm, den die Europäische Union auf Android und iOS erzwungen hat und den es auch nur für Nutzer in Europa gibt, sechs Millionen Nutzer dazu gewonnen haben. Und ich würde mal nicht davon ausgehen, dass Mozilla die Mehrheit seiner Mobil-Nutzer über diesen Auswahlbildschirm erhalten hat. Viele werden schon vorher Nutzer gewesen sein oder Firefox auf andere Weise installiert haben.

  • Danke für deine Ausführungen. Mich interessieren die Marktanteile da ich die Sorge hatte, dass die Perspektive von Firefox negativ ist. Es schreiben einige auf anderen Seiten ja, dass die Marktanteile von Firefox (im Desktop-Bereich?) sinken würden, angebliche frustrierte Nutzer (z.B. heise/golem/reddit) wechseln zu Chrome und Mozilla könnte ohne das Google-Geld nicht exisiteren und wäre abhängig von dem anderen Konzern, die eingeschränkte Möglichkeiten bei FirefoxVPN gegenüber MullvadVPN (Bezahlvorhang, Mail-/Kontozwang), die Einstellung von FIrefoxOS (hatte nun mal keine Perspektive) oder sie kritisieren die Milllionengehälter der CEO.
    Aber deine Datenanagben zeigen eben doch den Erfolg dieses datenschutzsensiblen OpenSource Projekts und die positive Entwicklung in den letzten Jahren! Und jeder Euro an Mozilla finanziert eben nicht nur die Gehälter der Führungskräfte, sondern macht Firefox unabhängiger von Partnern wie Google oder MullvadVPN.
    Ich bleibe weiterhin bei Firefox!

    Allerdings benutze ich gelegentlich Brave (als noch datenscutzkonformsten Browser im Chrome-Universum) ledigich bei Webseiten, die mit dem Firefox nicht funktionieren, denn der Browser läuft zwar aufgrund der Chrome-Engine flüssig aber die Menüführung in den Einstellungen und die Datenlöschfunktion sind nicht benutzerfreundlich und Brave würde ich im Gegensatz zu Firefox deshalb niemanden weiter empfehlen. Schade ist halt, dass manche Webseiten-Ersteller anscheinend die Firefox-Engine nicht mehr berücksichtigen, aber kann ich teilweise nachvollziehen, dass man sich auf die weitverbreiteste Technik konzentriert. Ist ja bei Software, die es nur für Windows aber nicht für Linux gibt, genauso aber das ist jetzt Off-Topic,
    Bei aller Kritik, die ich hier hin und wieder an Firefox und Mozilla äußere, weil mir der Browser wichtig und nicht egal ist, schätze ich den Fuchs seit den Anfängen und würde diesen nie durch einen anderen Browser als Hauptbrowser ersetzen! Besonders positiv an neuen Entwicklunge finde ich die Umstrukturierung der Einstellungen mit den linken Kategorien und klaren Formulierungen.

    Es freut mich zu lesen, dass Firefox mit 14 Jahren Vorsprung, trotz der Einbußen an Marktanteilen (war FIrefox nicht mal meistverbreitet?) und nach meiner Einschätzung mehr finanziellen Mitteln den Brave weit hinter sich gelassen hat. Ich denke, Firefox muss das irgendwann erscheinende Release von Ladybug (in Linux/Android) nicht fürchten und die Marktanteile von Safari sowie Chrome könnten sich in Zukunft Richtung Mozilla bewegen. Da FIrefox eben auf so vielen Betriebssytemen angeboten wird.

    2026 wird (neben Linux) das Firefox-Jahr!

    Einmal editiert, zuletzt von mpt (23. Mai 2026 um 11:27)

  • Es schreiben einige auf anderen Seiten ja, dass die Marktanteile von Firefox (im Desktop-Bereich?) sinken würden,

    Die Marktanteile sind seit vielen Jahren sinkend. Man sollte nur nicht den Fehler machen und denken, dass das eine exakte Wissenschaft wäre, dass Marktanteil alles sei, worauf es ankommt, oder dass ein relativer Anteil gleichbedeutend mit der absoluten Anzahl an Nutzern wäre. Die absolute Zahl an Firefox-Nutzern ist in den letzten Jahren am Desktop ebenfalls sinkend, aber im Großen und Ganzen relativ stabil und weit davon entfernt, im freien Fall zu sein. Mobil hingegen verzeichnet Mozilla wohl seit geraumer Zeit einen Nutzer-Zuwachs.

    angebliche frustrierte Nutzer (z.B. heise/golem/reddit) wechseln zu Chrome

    Wenn jemand mit Chrome glücklicher als mit Firefox ist, sollte diejenige Person ehrlicherweise auch Chrome nutzen. Ich bin davon überzeugt, dass Firefox für sehr viele Menschen der beste Browser sein kann, gleichzeitig ein anderer Browser aber für sehr viele andere Menschen die bessere Wahl sein kann, ohne dass sich das gegenseitig ausschließt. Ich habe im Laufe der Zeit auch schon einige Nutzer gesehen, die von Firefox zu Chrome abgewandert sind – genauso aber auch umgekehrt.

    und Mozilla könnte ohne das Google-Geld nicht exisiteren

    Das ist der übliche Blödsinn, den man immer wieder hört. Mozilla hat finanzielle Reserven aufgebaut, die selbst dann für mehrere Jahre reichen könnten, wenn die Einnahmen zu 100 Prozent wegbrechen, zumal immer die Möglichkeit besteht, Ausgaben zu reduzieren. Und zu 100 Prozent würden Einnahmen ja auch in keinem realistischen Szenario wegbrechen. Selbst, wenn eine andere Suchmaschine deutlich weniger als Google bieten würde, wäre das immer noch sehr viel mehr Geld als gar nichts, zusätzlich zu den anderen Einnahme-Kanälen von Mozilla, die sie theoretisch auch noch weiter ausbauen könnten. Letztlich hat Google aber auch gar kein Interesse daran, Mozilla „sterben” zu lassen. Mozilla dient ja auch Google als Rechtfertigung dafür, wieso es so wichtig für das Internet ist, dass sie andere dafür bezahlen, dass Google in deren Produkten die Standard-Suchmaschine ist.

    oder sie kritisieren die Milllionengehälter der CEO

    Das ist halt leider auch immer eine sehr naive Betrachtungsweise derer, die das kritisieren. Denn Tatsache ist, dass Mozilla für Führungspositionen absolut branchenübliche Gehälter bezahlt, wie sie vor allem im Silicon Valley nun einmal bezahlt werden müssen. Du bekommst nicht die besten Führungskräfte, um dein Unternehmen zum Erfolg zu führen, wenn du monetär nicht mithältst. Wenn man die Gehälter für zu hoch hält, ist das die eine Sache. Aber dafür kann man nicht Mozilla kritisieren, Mozilla hat die Regeln nicht gemacht. Wobei ich generell nicht verstehe, was es einen angeht, was andere Menschen verdienen. Und dass Mozilla Jahr für Jahr sehr gute Finanzergebnisse erzielt, lässt sich ja auch nicht abstreiten. Es ist also nicht so, dass sich da jemand bereichert, während es Mozilla immer schlechter gehen würde, ganz im Gegenteil. Mozilla geht es finanziell jedes Jahr besser als im Jahr davor.

    Und jeder Euro an Mozilla finanziert eben nicht nur die Gehälter der Führungskräfte, sondern macht Firefox unabhängiger von Partnern wie Google oder MullvadVPN.

    Unabhänigigkeit in dem Sinne, dass man nicht fast alle Einnahmen von nur einem einzelnen Unternehmen bekommt, wie aktuell Google, ist sicher erstrebenswert. Unabhängigkeit von Mullvad hingegen würde wohl weniger Sinn ergeben. Mozilla betreibt keine eigene Infrastruktur für ein VPN und das ist auch gar nicht deren Kernkompetenz. Um ein VPN anzubieten, muss Mozilla zwangsläufig mit einem Partner zusammenarbeiten. Wäre es nicht Mullvad, dann ein anderer. Aber Mullvad scheint ganz gut zu Mozilla zu passen.

    Schade ist halt, dass manche Webseiten-Ersteller anscheinend die Firefox-Engine nicht mehr berücksichtigen, aber kann ich teilweise nachvollziehen, dass man sich auf die weitverbreiteste Technik konzentriert.

    Naja, für Hobby-Entwickler ist es Faulheit oder Desinteresse, im professionellen Bereich ist es eine Sparmaßnahme, wenn das passiert. In keinem Szenario steht der Entscheidungsträger (ich schreibe bewusst nicht Entwickler, weil der das im Unternehmen gar nicht zwingend entscheidet) für mich in einem guten Licht. Da sind wir dann leider wirklich wieder beim Marktanteil, von dem ich als Statistik ansonsten nicht viel halte. Aber ein Browser mit 50 Prozent Marktanteil ist halt tatsächlich schwerer zu ignorieren.

    war FIrefox nicht mal meistverbreitet?

    Vielleicht in Deutschland, wo Firefox schon immer weit überdurchschnittlich viele Nutzer hatte, aber weltweit war Firefox nicht die Nummer 1. Tatsächlich hatte Firefox aber mal relativ viel Marktanteil, verglichen mit heute. Irgendwann kam halt Chrome und damit haben Dinge begonnen, sich zu ändern. Die im Übrigen mit einer ganzen Reihe von Mitarbeitern gestartet waren, die sie von Mozilla abgeworben hatten. Auch andere Browserentwickler, selbst Microsoft, haben plötzlich den Browsermarkt wieder ernst genommen, Unternehmen wie Microsoft, Apple und Google haben ganz andere finanzielle Möglichkeiten und Dienste, die sie nutzen können, ganz neue Browser kamen dazu, Mozilla hat mit Sicherheit auch ein paar folgenschwere Fehlentscheidungen getroffen und so kommt eben vieles zusammen.

    und die Marktanteile von Safari sowie Chrome könnten sich in Zukunft Richtung Mozilla bewegen.

    Da werden Apple und Google wohl etwas dagegen haben. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass Mozilla eine realistische Chance hat, im traditionellen Browsermarkt in den nächsten Jahren viele Prozentpunkte beim Marktanteil zu gewinnen. Mozilla muss weiter abliefern und schauen, dass sie mit Firefox stabil bleiben, während sie in anderen Bereichen an Bedeutung gewinnen. Und auch, wenn das manchen sicher nicht gefällt: Das meint vor allem auch KI-Themen. Dort ist gerade am meisten langfristige Relevanz zu gewinnen.

  • Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast ;)

    Eine von vielen:

    Browser Market Share Worldwide | Statcounter Global Stats
    This graph shows the market share of browsers worldwide based on over 3 billion monthly page views.
    gs.statcounter.com

    Brave hat da eine eigene Linie, anscheinend können die das auslesen. Vivaldi dürfte unter "other" fallen, so gering dürfte deren Nutzerzahl sein.

    Was, wie viel und ob Mozilla was versaut hat für seine Nutzerzahlen weiss ich nicht. Ich nehme aber an, dass gerade der Umbruch zu den Webextensions etliche wechseln liess, nicht nur zu Chrome, sondern auch zurück auf Seamonkey. Forks bzw Varianten gab es schon immer, aber ich würde sagen, dass gerade in den letzten 2-3 Jahren doch etliche dazu gekommen sind, weil man gemerkt hat, wie variabel Firefox doch ist, nicht nur wegen der Erweiterungen. Als bestens Beispiel Zen-Browser, der das Arbeiten komplett in den Vordergrund gestellt hat.

    Wegen KI - Microsoft ist doch grad dabei, copilot so hart vor die Wand zu fahren, da ist wahnsinnig viel Bewegung drin. Hat Chrome überhaupt schon was von KI drin? Da sehe ich Firefox so weit vorn mit der Integration, aber allein die KI-Auswahl in der Seitenleiste, mit Auswahl und Optionen.

    Frei nach Einstein: „Zwei Dinge sind unendlich, Marketing und die menschliche Gutgläubigkeit, bei einem bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

    Meine Glückszahl hier: 98.

  • Am besten sind doch die Anwender die Google Chrome verwenden und sich über "Tracking" in Firefox beschweren,
    die sollen den Fehler mal finden. Das relativ wenige Tracking lässt sich nämlich in Firefox abstellen., in Google Chrome nicht komplett.
    Und diejenigen welche auf Firefox basierende Forks verwenden aber Firefox ablehnen ignorieren die Tatsache das es diese Forks ohne Firefox so nicht geben würde.
    Zudem würde ich gerne sehen wo Chromium basierende Browser "besser" funktionieren und "schneller" sind als Firefox auf einem aktuellen OS und aktueller Hardware.

  • Ich nehme aber an, dass gerade der Umbruch zu den Webextensions etliche wechseln liess, nicht nur zu Chrome, sondern auch zurück auf Seamonkey.

    Welchen Sinn hätte dann bitte ein Wechsel zu Chrome ergeben sollen? Das hätte für Nutzer, denen das Erweiterungssystem von Firefox nicht mehr gut genug war, doch gar keinen Vorteil gebracht. Und SeaMonkey? Vielleicht hat eine Hand voll Nutzer einen solchen Wechsel vollzogen. Viel mehr wohl kaum. Im Übrigen verstehe ich auch das „zurück” in diesem Satz nicht.

    Der Wechsel zu WebExtensions war meiner Einschätzung nach sogar zwingend notwendig und hat Firefox sehr gut getan. Fehler von Mozilla sehe ich eher an anderen Stellen.

    aber ich würde sagen, dass gerade in den letzten 2-3 Jahren doch etliche dazu gekommen sind, weil man gemerkt hat, wie variabel Firefox doch ist, nicht nur wegen der Erweiterungen. Als bestens Beispiel Zen-Browser, der das Arbeiten komplett in den Vordergrund gestellt hat.

    Zen wäre so ziemlich das einzige Beispiel, was mir einfallen würde. Firefox-Forks sind in den letzten Jahren definitiv nicht „etliche” dazu gekommen. Und es wird auch in Zukunft nur eine überschaubare Menge an Browsern geben, die auf die Mozilla-Plattform setzen, weil Mozilla Embedding als Anwendungsfall überhaupt nicht vorsieht, was es für Dritte sehr viel komplizierter macht, einen Gecko-basierten Browser als einen Chromium-basierten Browser zu erstellen.

    Hat Chrome überhaupt schon was von KI drin? Da sehe ich Firefox so weit vorn mit der Integration, aber allein die KI-Auswahl in der Seitenleiste, mit Auswahl und Optionen.

    Ja, auch Chrome hat offensichtlich KI-Funktionen. Erst vor wenigen Tagen ging Kritik an Google durch die Medien, weil Chrome im Hintergrund und ohne expliziten Nutzerwunsch ein 4 GB großes KI-Modell herunterlädt.

  • Ja, auch Chrome hat offensichtlich KI-Funktionen. Erst vor wenigen Tagen ging Kritik an Google durch die Medien, weil Chrome im Hintergrund und ohne expliziten Nutzerwunsch ein 4 GB großes KI-Modell herunterlädt.

    Und dann beschweren sich einige über den "RAM-Verbrauch" von Firefox und das Firefox abschaltbare KI Funktionen hat die niemand zwingend nutzen muss. Da wird gerne mit zweierlei Maß gemessen.