COVID-19: Mozilla kündigt 250 Mitarbeiter

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  • Mozilla als Organisation kann auch nicht lügen, die Vertreter und Mitarbeiter Mozillas hingegen schon. Mir fallen auch einige Gründe ein, warum Führungskräfte den Grund für Entlassungen auf durch sie nicht beeinflussbare, externe Faktoren schieben, statt ihr eigenes Missmanagement kritisch zu betrachten. Doch dieses Forum ist sicherlich kein geeigneter Ort, dies zu diskutieren. Ich hatte hier lediglich gefragt, da du meist besser als der Durchschnittsnutzer über Mozillas Arbeitsweise informiert bist.

  • Es gab eine ganz offizielle Ankündigung auf dem Blog. Natürlich hat diese Ankündigung eine Person geschrieben, diese Ankündigung von Mitchell Baker, Vorstandsvorsitzende der Mozilla Foundation sowie deren Tochtergesellschaft Mozilla Corporation, repräsentiert Mozilla als Organisation. Insofern war meine Formulierung schon korrekt. ;) Und nein, für Mozilla ergibt es überhaupt keinen Sinn zu lügen, denn das würde spätestens mit Veröffentlichung des Finanzberichtes 2020, welcher Ende 2021 erscheinen wird und zu dem Mozilla verpflichtet ist, auffliegen. Dass auf Management-Ebene nicht nur korrekte Entscheidungen getroffen worden sind, mag sicher stimmen, denn auch bei Mozilla werden die Management-Positionen von Menschen bekleidet, welche Fehler machen oder Dinge falsch einschätzen können. Aber das ist unabhängig von COVID-19. COVID-19 kam für jeden unerwartet und hat Auswirkungen, die schlicht und ergreifend nicht einkalkulierbar waren und selbst für das beste Management der Welt nicht einkalkulierbar gewesen wären.


    Deine Nachfrage war in jedem Fall berechtigt und die Antwort darauf wäre sicher auch hoch interessant. Nur geht es halt nicht, dass man dann irgendwelche Theorien aufstellt, für die es keinerlei Belege gibt und die darauf hinauslaufen, dass die Ankündigung seitens Mozilla eine Lüge wäre. Wenn man so etwas auch nur andeutet, dann muss man dafür zwingend Belege einbringen. Aber es ist auch klar, dass die Verträge, die Mozilla mit seinen Partnern hat, nicht öffentlich sein können.

  • Mozilla als Organisation kann auch nicht lügen,

    machen Sie auch nicht

    Wir haben uns seit dem Frühjahr über notwendige Änderungen, auch mögliche Entlassungen, unterhalten. Heute werden diese Änderungen real.“


    Ich bin kein Profi lerne aber immer dazu

  • Heute werden diese Änderungen real.“

    Das waren sie auch schon vor der Veröffentlichung auf ZDnet. Im Gegenteil ZDnet hinkt hinterher, denn mittlerweile steht fest, dass der Suchmaschinenvertrag mit Google verlängert worden ist.


    Bericht: Mozilla verlängert Suchmaschinen-Vertrag mit Google

    Übersetzer für Obersorbisch und Niedersorbisch auf pontoon.mozilla.org u.a. für Firefox, Firefox für Android, Firefox für iOS, Firefox Klar/Focus für iOS und Android, Thunderbird, Pootle, Django, LibreOffice, WordPress und Facebook

  • Meinen Text gelesen? Ich habe geschrieben, dass das was du jetzt als real bezeichnest, vorher auch schon real war, bevor ZDnet den Artikel veröffentlicht hatte. Die Sache mit dem Suchmaschinenvertrag habe ich nur ergänzend hinzugefügt, weil das, was ZDnet darüber schreibt, mittlerweile auch überholt ist.

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  • Wir haben uns seit dem Frühjahr über notwendige Änderungen, auch mögliche Entlassungen, unterhalten. Heute werden diese Änderungen real.“

    Darum geht es

    milupo das real hab ich nur als Link benutzt

    Daher frage ich mich wie man Mithalten kann wenn kluge Köpfe entlässt.

    Nur auf den Bezahl Modus zu setzen ---mhmm mehr als fraglich


    Ich bin kein Profi lerne aber immer dazu

  • Daher frage ich mich wie man Mithalten kann wenn kluge Köpfe entlässt.

    Nur auf den Bezahl Modus zu setzen ---mhmm mehr als fraglich


    Wenn du besser als Mozilla weißt, wie man ein Unternehmen wirtschaftlich profitabel führt, dann bin ich mir sicher, dass sich Mozilla über deinen Input freut. Ansonsten ist ein solcher Kommentar "mehr als fraglich", denn du sagst nur, es wäre eine fragliche Entscheidung getroffen werden, bietest gleichzeitig aber keinerlei Alternative an. Obwohl diese Aussage ganz klar einschließt, dass es eine bessere Alternative geben muss.


    Fakt ist, dass wenn Geld fehlt, Geld eingespart werden muss. Fakt ist auch, dass Personalkosten den mit Abstand größten Posten ausmachen. Der letzte Finanzbericht für das Jahr 2018, den jeder einsehen kann, zeigt an, dass die Ausgaben nur für Gehälter und Bonuszahlungen bei 285 Milllionen Dollar lagen. Natürlich weiß man nicht, was die gekündigten Mitarbeiter verdient haben, aber gehen jetzt der Einfachheit halber mal von Durschnittsverdiensten aus, weil sicher mancher mehr und mancher weniger verdient, dann sprechen wir bei einer Kündigung von einem Viertel der Mitarbeiter von einem Ersparnis von über 70 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Informationstechnologie mit "nur" 32 Millionen Dollar insgesamt war bereits der zweitgrößte Posten auf der Ausgaben-Liste in 2018.


    Die Zahl ist übrigens gar nicht so hoch, wie sie für manchen auf den ersten Blick vielleicht klingen mang, bei immerhin über 1.000 Mitarbeitern. Mozilla beschäftigt schließlich nicht überwiegend Menschen, die gerade ihr Studium abgeschlossen und noch völlig unerfahren sind, Mozilla beschäftigt auch viele Experten, welche ein entsprechendes Gehalt kosten. Jemand, der Technologie erforscht und damit die Grundlage schafft, dass Mozilla innovativ und konkurrenzfähig bleibt, ist beispielsweise natürlich um einiges teurer als ein einfacher Entwickler, der einfach nur eine Vorgabe umsetzt. Man sollte auch daran denken, dass das Gehaltsniveau in den USA ein anderes ist als in Deutschland. In San Francisco zahlst du teilweise selbst für eine Mini-Wohnung 3.500 Dollar und für ein WG-Zimmer 2.000 Dollar Miete pro Monat. Die Menschen müssen also deutlich mehr verdienen als in Deutschland, um auch leben zu können. Und ja, Mozilla gehört zu den sozialeren Arbeitgebern, die sicher etwas mehr als der Durchschnitt bezahlen und vor allem auch einige Boni für die Mitarbeiter haben, die eben auch Geld kosten. Um die besten Mitarbeiter zu bekommen, muss man eben auch etwas anbieten.


    Auf einmal erscheint das Sparen, ohne Mitarbeiter zu kündigen, schwieriger, nicht wahr? ;)


    Du solltest auch bedenken, dass ein gar nicht so kleiner Teil der Kündigungen Firefox überhaupt nicht betrifft. Wenn Mozilla also feststellt, sie müssen Geld einsparen und dass Investitionen in Bereichen wie Mixed Reality und MDN für Mozilla erst einmal eher verzichtbar sind als die Feature-Entwicklung für Firefox sowie die Entwicklung neuer Privatsphäre- und Sicherheitsprodukte, die Geld einbringen, dann läuft das auf die Kündigung von Mitarbeitern hinaus, die nicht mehr benötigt werden. Oder auch wenn es Firefox betrifft und Mozilla sagt: Die Entwickler-Werkzeuge funktionieren gut, sprechen aber eine eher kleine Zielgruppe an, weswegen es weniger Mitarbeiter dafür auch tun, dann hat Mozilla hier mehr Mitarbeiter als Bedarf. Das heißt aber nicht, dass Firefox nicht mehr mithalten könnte. Es macht Dinge natürlich schwieriger, weil man mit weniger Mitarbeitern mehr Zeit benötigt, um das Gleiche zu erreichen, aber letztlich ist ein langsameres Vorankommen immer noch besser als wenn es in zwei Jahren gar nicht mehr vorangeht, weil Mozilla pleite ist, nur weil sie ihre Ausgaben nicht reduzieren wollten. Mozillas Absichten können noch so nobel sein, am Ende des Tages ist Mozilla aber auch ein Unternehmen, welches nur so lange bestehen kann, wie es zahlungsfähig ist. Und ich bin mir sicher, dass sich das die Führungsetage von Mozilla nicht leicht gemacht hat, Mitarbeiter zu kündigen, die natürlich alle kluge Köpfe sind und alle Mozilla weiterbringen könnten. Aber jeder kann nur das Geld ausgeben, das er auch besitzt (mal aktuelle Banken-Skandale ausgeklammert).