Bin schockiert: Modelabel der Rechten Szene bei Amazon

  • Zitat

    Ich freu mich jedenfalls, wenn in einer Stadt Initiative ergriffen wird, und ein Steinar Shop wird verdrängt.

    Wie bei uns, musste von der City ins Gewerbegebiet "umziehen" , dort natürlich keine "Kunden" mehr, Fazit= Closed!

    Mein Mitleid hält sich in Grenzen.

  • Also wenn in ner Stadt Shops und Lokalitäten geschlossen werden vor und in denen Glatzen rumhängen dann ist das was ganz anderes als wenn auf Amazon Pullis angeboten werden die halt (auch) von Naziskins getragen werden. Jedenfalls in meinen Augen. Ich finde welchen Pulli man trägt oder verkäuft, dass ist einfach mal voll dem Thema 'Freiheit' untergeordnet. Muss man nich schön finden. Aber die Pullis sind nicht die die rumrennen und Asylbewerberheime niederfackeln. Dass sind die Personen die drunter stecken - gegen DIE muss man was tun. Nicht gegen Pullis.

    Und wenn diese Personen in einer Stadt einen Treffpunkt oder einen Laden haben dann ist das eine Bedrohung, ein Schandfleck, dann ist dass eine Präsenz gegen die man vorgehen muss - in egal welcher Weise. Überall wo Glatzen sich aufhalten muss man präsent sein und sie zurückdrängen, da stimmt ich euch zu 100% zu, und auch im Internet muss man das. Aber wie gesagt - ein Pulli auf Amazon der grade bei Glatzen in und supertrendy ist ist keine Gefahr und super unwichtig weil der halt nichts weiter als ein Kleidungsstück ist. Wenn Amazon Baseballschläger mit SS Runen verkaufen würd - OK - dass wär mal krasse Scheiße. Aber mit nem Pulli wird keiner erschlagen. Als nächstes steigen die Glatzen halt auf Nike um - muss man dann Nike aus dem Sortiment nehmen um weiter den Faschos den Boden unter den Füßen wegzuziehen? Zumal Marken wie Pitbull auch von vielen getragen werden die keine Nazis sind, die meisten Nazimarken sind eigentlich eher Proleten-, Säufer- und Muskelaufbautrainingjunkieklamotten die nur zusätzlich auch von Nazis getragen werden.

    Zitat von pittifox

    Typische @ vommie-Betrachtungsweise.


    Keine Ahnung was du damit meinst ^^, aber eins is mal klar - auch wenn wir unterschiedlicher Meinung sind - Aktionismus egal in welcher Form ist mal besser als garnix zu machen. Darum geht ihr ruhig weiter gegen Baumwolle und Polyester vor, ich bevorzuge eher politischen- denn Einzelhandelsaktionismus. Ist doch eigentlich schön wenn man so unterschiedliche Ansichten hat - so bleibt kein Feld aus auf denen die Glatzen ohne Gegenwind agieren können.

  • Hier mal ein Zitat aus der Wikipedia, zum Thema Modemarke "Steinar":

    Zitat

    Zur selben Zeit wies das Landgericht Neuruppin die Beschwerde eines 20-jährigen Mannes zurück, dessen Thor-Steinar-T-Shirt im August 2004 in Oranienburg auf einer Demonstration beschlagnahmt worden war. Das Gericht verwarf die Beschwerde als unbegründet und führte in einem elfseitigen Beschluss aus, das öffentliche Verwenden des Logos der Marke sei eine Straftat nach §86a Abs. 2 Satz 2 StGB, weil das Runen-Logo von Thor Steinar dem Symbol einer verfassungsfeindlichen Organisation zum Verwechseln ähnlich sehe.[6] Nach dieser Auffassung mache sich strafbar, wer „in dem Bewusstsein dieser Verwechslungsfähigkeit“, also vorsätzlich, ein solches Kleidungsstück in der Öffentlichkeit trägt.

    Alles zu diesem Thema in sehr ausführlicher Beschreibung findet ihr unter: Thor Steinar - Wikipedia und weil ich was trage, wovon ich als naiver und auf Klamotten bedachter Konsument nichts wußte, werd ich fast verhaftet und komm noch vor den Kadi.

    Im Prinzip können wir noch ewig über das Thema diskutieren, auch wir werden dafür keine Lösung finden, was jetzt aber nicht heißen soll, dass nicht weiter diskutiert werden soll, ganz im Gegenteil, ich find die unterschiedlichen Meinungen sehr interessant. Ich will auch nicht vom Thema abschweifen, aber bezogen auf den Threadtitel können wir gleich noch einen neuen aufmachen, denn was wird in unserem Land und nicht nur bei uns, alles verkauft, was eventuell durch Kinderarbeit hergestellt wird oder durch Niedriglohnarbeiter/innen mit unmenschlichen Arbeitsbedingungen (Thema Südostasien), usw., usw.. Also auch das alles raus aus den Geschäften. Nächstes Thema, achtet jeder von euch darauf, sofern er gerne Thunfisch isst, dass dieser auch Delphin-Freundlich gefangen wurde, denn Delphine stehen Nahrungstechnisch auf Thunfisch, ansonsten würden nicht so viele Delphine beim Thunfischfang ersticken - sind nun mal Säugetiere und keine Fische - nur mal als Denkanstoß. Ich will damit sagen, dass es noch viele andere Dinge in unserem Konsumleben gibt, die genauso erschreckend sind, wie das tragen eines Shirts von diesem Modelabel.

    Zitat von deschen2

    Aber wir leben nun mal in einer Gesellschaft, die mit ihrem historischen Erbe zu kämpfen hat und in Anbetracht des immernoch vorhandenen Rechtsradikalismus noch lange zu kämpfen haben wird.

    Da hast Du wohl recht, wir haben uns historisch gesehen nun definitiv nicht mit Ruhm bekleckert, zwischen 1933 und 1945 und was den Rechtsradikalismus angeht, den gibt es nicht nur bei uns, sondern auch in Russland, was mich sehr verwundert, sowie auch in den USA - beides Länder, die uns vom Faschismus der Nazis befreit haben - eigentlich dürfte es sowas dort überhaupt nicht geben - eigentlich, es gibt diese Gruppierungen aber auch dort. Mit dem "braunen Kram" werden wir aber auch noch solange kämpfen, wie sich in unserem Land die Widersprüche die Klinke in die Hand geben, denn das tragen oder verbreiten von Zeichen/Schriften aus dieser Zeit ist verboten, aber die NPD, inkl. aller Ableger können nicht verboten werden, weil das dann wohl offensichtlich der Demokratie widerspricht. Das beißt sich dermaßen, dass es nicht auszuhalten ist. Das bedeutet aber jetzt nicht, dass ich der Meinung bin, dass ich es gut oder cool finden würde, wenn einer mit den entsprechenden Zeichen rumlaufen würde, nicht das das falsch verstanden wird. Hier fehlt letztendlich einfach die Konsequenz dieses Staates, um gegen alles Rechte rigeros vorzugehen.

  • Zitat von darkwave

    aber die NPD, inkl. aller Ableger können nicht verboten werden, weil das dann wohl offensichtlich der Demokratie widerspricht. Das beißt sich dermaßen, dass es nicht auszuhalten ist.


    Ist wegen den V-Männern aber auch echt etwas heikel das Ganze.

    Aber rechtes Gedankengut kann man eh nicht mit verboten bekämpfen. Außer man verbietet Eltern die saufen, ihre Kinder schlagen, sie nicht lieben, außer man verbietet den Abriß von Jugendzentren und anderen Jugendeinrichtungen, außer man verbietet Arbeitslosigkeit, schlechte Freunde, Hauptschulen und andere Auslöser die ein Kind auf der Suche nach irgendeinem Platz im Leben oder Herzen so korrumpieren dass sie es auf den Hass fixieren.

  • Zitat

    Ist wegen den V-Männern aber auch echt etwas heikel das Ganze.

    Ach ja, die lieben V-Männer, was bringen die konkret, und wenn sie was bringen, wer setzt'st dann um.
    In ner desolaten NPD braucht man keine V-Männer mehr, wahrscheinlich sind die meisten Mitglieder alle V-Männer.
    Die "freien Kameradschaften" scheissen ohnehin auf jeden V-Mann. (Ich berichtige: V-Mann/Frau.) Möchte hier nich den Chauvie des Forums geben.
    Wer weiss, wer hier mit liest. 8)

    angelheart

    …Wie viele rätselhafte Städte unter der Erde baut nicht das, was wir das Herz nennen!… (Lars Gustafsson)

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  • Quelle: vommie

    Zitat von vommie

    Naja, Nazis tragen auch Unterhosen... Amazon anschreiben dass sie Unterhosen aus dem Sortiment nehmen sollen?

    Ein unzutreffender Vergleich, dessen bist du dir auch vollkommen bewusst. Warum also diese wiederholten(!) Verdrehungen und absurden Vergleiche?

    Zitat

    Gibt effektivere Wege gegen Nazis vorzugehen (eins überbraten u.ä.)

    Und solche Wege beschreitest du? Welche Erfahrungen hast du denn damit gesammelt, dass du anderen solche wenig rechtsstaatlichen Empfehlungen gibst?

    Quelle: vommie

    Zitat von vommie

    Es gibt soviele Zeichen die die Gesellschaft gegen gefährliche Freaks setzen sollte - aber ganz bestimmt nicht in Form von Konsumkontrolle oder über den Einzelhandel!

    Welche Form der Kontrolle würde denn dort ausgeübt? Es geht dabei zunächst um eine freiwillige Verpflichtung der Händler. Die hier angesprochene Marke ist von den Nazis vereinnahmt und dessen ist sich der Markeninhaber (und auch die Händler) absolut bewusst, nahezu ausschließlich wird mit diesem Klientel Geld gemacht. Der Prozentsatz der Leute, die Kleidung dieser Marke besitzen und nichts von dessen Symbolik wissen, ist vernachlässigbar gering und diese Leute juckt es auch nicht, wenn sie diesen Mist nicht mehr kaufen können.

    Zitat

    aber ein Pulli ist ein Pulli und nur weil der von irgendwelchen Szenen bevorzugt wird find ich verpflichtet dass jetzt nicht zu irgendwelchen Statements wenn man die im Vertrieb hat.

    Ein Pulli ist in solchen Fällen eben nicht nur ein Pulli und jeder Händler muss sich zu recht fragen lassen, warum er derart offensichtlich diese Szene unterstützt.

    Zitat

    dass das schon seinen Grund hat wieso Ideologie nicht Sache der Konsumindustrie sondern der individuellen Einstellung und des Auftretens von jedem Einzelnen gegenüber Nazis ist.

    Einzelnen gestehst du also zu, dass sie sich gegen Nazis positionieren, aber bei Wirtschaftsunternehmen, da darf man dann darüber hinwegsehen. Da sind ja anonyme Organisationen in denen keine Menschen Entscheidungen treffen.
    Gerade solche Unternehmen haben umso mehr Verantwortung wie jeder Einzelne, da sie viel mehr Leute erreichen. Sich dieser Verantwortung zu entziehen und schamlos Geld verdienen, das ist leider heute allzu oft gängige Praxis, aber das darf dann auch klar und deutlich angesprochen werden und braucht nicht unter dem Deckmantel von wirtschaftlichen Aspekten weggeredet werden. DAS ist auch die Verantwortung jedes Einzelnen.

    Zitat

    Und nochwas: Ich denke der wirklich allerüberwiegend fetteste Teil der Nazis trägt keine typischen Erkennungszeichen.

    Dann frage ich mich, warum es immer wieder Diskussionen um die verschiedensten Marken gibt, wenn nur 15 Nazis deutschlandweit ein Constable-Shirt tragen.

    Quelle: vommie

    Zitat von vommie

    Also wenn in ner Stadt Shops und Lokalitäten geschlossen werden vor und in denen Glatzen rumhängen dann ist das was ganz anderes als wenn auf Amazon Pullis angeboten werden die halt (auch) von Naziskins getragen werden.

    Tja und wenn der Betreiber einer Bar nichts dafür kann, dass sich die Nazis dort treffen? Soll man dann die Bar schließen? Oder soll man an den Inhaber appellieren, dass er von seinem Hausrecht Gebrauch macht und die Nazis rauswirft?

  • Quelle: deschen2

    Zitat von deschen2

    Dass Amazon diese Sachen verkauft, ist nun zweifelsohne kein Zeichen dafür, dass sie die rechte Szene unterstützen.

    Das sehe ich kritischer. Amazon weiß ganz genau wer solche Klamotten kauft. Mit dem Klientel wird bewusst Geld gemacht.

  • Zitat von boardraider

    Quelle: deschen2

    Das sehe ich kritischer. Amazon weiß ganz genau wer solche Klamotten kauft. Mit dem Klientel wird bewusst Geld gemacht.


    Man muss hier unterscheiden zwischen "unterstützen" und "dulden". Nur, weil man etwas dultet, unterstützt man es nicht gleich. Aber damit verlieren wir uns letztlich in Begriffsdefinitionen. Einig sind wir uns sicherlich darin (bzw. einige sind es auch wieder nicht), dass ein Unternehmen wie Amazon auf das Geld verzichten und die Marke aus dem Angebot nehmen sollte. Neben dem politischen Zeichen, das man setzen könnte, hätte dies sicherlich auch einen PR-Nutzen. Und darauf sind Unternehmen ja auch sehr scharf.

  • Quelle: darkwave

    Zitat von darkwave

    Genau das meinte ich mit traurig und erbährmlich, wenn ich heute sozusagen erst Google oder Yahoo bemühen muß, um zu wissen, welche Klamotten mich eventuell in Schwierigkeiten bringen können, im allgemeinen auf der Straße oder im speziellen, wenn ich in einen Club oder ein Fußballstadion gehen will. Nur weil ich mir aus Unwissenheit im Geschäft "xyz" oder bei Amazon was von "Steinar" oder gar noch einer anderen Marke die von den Rechtsextremen bevorzugt wird, gekauft habe und die Klamotte selbst so überhaupt nicht nach Rechtsextrem ausschaut, werd ich dann unter Umständen von links gerichteten blöd angemacht, wenn es drauf ankommt. Oder nur weil ich ein Sweatshirt von Steinar trage, komm ich nicht in ein Fußballstadion rein ?

    Es gibt da so einen netten Spruch: "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht". Natürlich kann es durchaus Einzelfälle geben, in denen jemand auf Grund dessen negative Erlebnisse hat und sich der Wirkung solcher Kleidung nicht bewusst war. Allerdings kann man auch erwarten, dass man als mündiger und verantwortungsbewusster Bürger mit offenen Augen und Ohren durch die Welt geht. So gab es bspw. schon in der Schule Lehrstunden zu der Thematik und bereits dort wurde man auf einschlägige Marken hingewiesen. Ansonsten kann sich auch jeder Betroffene im Anschluss an ein solches Erlebnis informieren und für sich dann die entsprechenden Konsequenzen ziehen.

  • Quelle: deschen2

    Zitat von deschen2

    Nur, weil man etwas dultet, unterstützt man es nicht gleich

    Das ist für mich in dem Fall Haarspalterei, insofern kritisch, da Amazon damit Geld verdient. Zusätzlich vereinfachen sie damit diesem Klientel bewusst den Zugang zu solchen Klamotten. Und ob Amazon die Klamotten einkauft, um sie dann selbst umzusetzen oder externen Händlern den Verkauf über die eigene Plattform gestattet, der Verkaufserlös fließt damit trotzdem in die rechten Kanäle.

  • Quelle: darkwave

    Zitat von darkwave

    aber bezogen auf den Threadtitel können wir gleich noch einen neuen aufmachen, denn was wird in unserem Land und nicht nur bei uns, alles verkauft, was eventuell durch Kinderarbeit hergestellt wird oder durch Niedriglohnarbeiter/innen mit unmenschlichen Arbeitsbedingungen (Thema Südostasien), usw., usw.. Also auch das alles raus aus den Geschäften.

    Das sind genauso legitime Themen, ohne Zweifel. Nur soll man jetzt die Diskussion über ein Thema nicht führen dürfen, weil man gleichzeitig nicht alle anderen behandelt? Auf Misstände sollte stets hingewiesen werden, unabhängig von anderen Themen. Allerdings sehe ich durchaus auch die Notwendigkeit der Priorisierung.

    Zitat

    wie sich in unserem Land die Widersprüche die Klinke in die Hand geben, denn das tragen oder verbreiten von Zeichen/Schriften aus dieser Zeit ist verboten, aber die NPD, inkl. aller Ableger können nicht verboten werden, weil das dann wohl offensichtlich der Demokratie widerspricht.

    Die NPD ist nun mal eine Partei und Parteien haben Verfassungsrang, genießen also einen besonderen Schutz. Dass es sich ein Rechtsstaat schwer macht eine Partei zu verbieten ist eine der Lehren aus dunklen Tagen. Dabei nehme ich allerdings ausdrücklich nicht das stellenweise dilettantische Vorgehen der Beteiligten im NPD-Prozess in Schutz.

  • Zitat

    boardraider schreibt:
    Die NPD ist nun mal eine Partei und Parteien haben Verfassungsrang, genießen also einen besonderen Schutz. Dass es sich ein Rechtsstaat schwer macht eine Partei zu verbieten ist eine der Lehren aus dunklen Tagen. Dabei nehme ich allerdings ausdrücklich nicht das stellenweise dilettantische Vorgehen der Beteiligten im NPD-Prozess in Schutz.


    Absolut einer Meinung, und ein Pulli is auch nich immer nur ein Pulli.

    angelheart

    …Wie viele rätselhafte Städte unter der Erde baut nicht das, was wir das Herz nennen!… (Lars Gustafsson)

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  • Zitat von boardraider

    Es gibt da so einen netten Spruch: "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht". Natürlich kann es durchaus Einzelfälle geben, in denen jemand auf Grund dessen negative Erlebnisse hat und sich der Wirkung solcher Kleidung nicht bewusst war. Allerdings kann man auch erwarten, dass man als mündiger und verantwortungsbewusster Bürger mit offenen Augen und Ohren durch die Welt geht. So gab es bspw. schon in der Schule Lehrstunden zu der Thematik und bereits dort wurde man auf einschlägige Marken hingewiesen. Ansonsten kann sich auch jeder Betroffene im Anschluss an ein solches Erlebnis informieren und für sich dann die entsprechenden Konsequenzen ziehen.

    Ja diesen Spruch kenne ich und in gewissen Situationen im Leben mag der durchaus seine Berechtigung haben, aber Du willst mir doch nicht allen Ernstes erzählen, dass Du vorher irgendwo nachschaust, ob die Marke oder die Klamotte (bezogen auf's Design) von irgendwelchen Gruppierungen bevorzugt wird und Du sie Dir dann nicht kaufst. Auf diese eine Marke nehm ich Dir das ab, keine Frage, aber unter Umständen kannst Du genauso in die Klamottenfalle tappen, wie andere eben auch, die dann im gewissen Sinn so denken wie ich und das ist nun mal zuerst der Gedanke "Ich seh Klamotten die mir gefallen und diese sehe ich auch erstmal als Klamotten an", nicht mehr und nicht weniger. Ich hatte ja weiter oben schon mal geschrieben, das mag bei dem einen als Gleichgültigkeit gelten, aber ich kann dazu nur sagen, dass ich hier in diesem Forum das allererste Mal von diesem Label und der dazugehörigen Geschichte gehört habe, deshalb hab ich dann auch erstmal im Netz geschaut, um was es denn überhaupt für Klamotten geht und wie die ausschauen.
    Da ich aber nun mal zu 90% ausschließlich schwarz trage und auch schwarze Haare habe, kommen solche Klamotten für mich eh nicht in Frage, von der Marke jetzt mal abgesehen.

    Was die Lehrstunden in der Schule angeht, so muß ich Dich enttäuschen, meine Lehrstunden in der Schule bezogen sich auf den Marxismus, die Geschichte von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, Ernst Thälmann und andere kommunistische Kämpfer, da ich ein Kind der DDR bin. Lehrstunden zu Markenartikeln die Rechtsradikale tragen, gab es bei uns leider nicht.

    Zitat von boardraider

    Nur soll man jetzt die Diskussion über ein Thema nicht führen dürfen, weil man gleichzeitig nicht alle anderen behandelt?

    Da hast Du mich völlig mißverstanden, natürlich soll man die Diskussion führen, auch wenn man andere Themen nicht behandelt. Ich hatte auch erwähnt dass ich nicht vom Thema abschweifen will. Das waren nur Beispiele, die mir im Zusammenhang mit dem Konsumverhalten auf der einen Seite und der Profitgier auf der anderen Seite eingefallen sind. Prioritäten sollte man bei Diskussionen schon setzen oder auch im allgemeinen, aber jeder setzt seine Prioritäten anders, je nach Interessenlage.

    Noch kurz zur NPD und dem Verbot: Was Du geschrieben hast zu Parteien, Verfassungsrang, usw., da geb ich Dir ja recht, mag ja alles sein, aber Du wirst schon zugeben müssen, dass sich das dann in einem demokratisch-rechtsstaatlichen System trotzdem beißt, denn auf der einen Seite sind alle gegen die Nazis, was ja vollkommen richtig ist, auf der anderen Seite bekommt diese Partei dann aber unter Umständen Wahlkampfhilfe und durch die Verfassung ist sie auch noch geschützt, also wenn das kein Widerspruch in einem demokratischen System ist, dann weiß ich aber nicht.

  • Quelle: darkwave

    Zitat von darkwave

    aber Du willst mir doch nicht allen Ernstes erzählen, dass Du vorher irgendwo nachschaust, ob die Marke oder die Klamotte (bezogen auf's Design) von irgendwelchen Gruppierungen bevorzugt wird und Du sie Dir dann nicht kaufst. Auf diese eine Marke nehm ich Dir das ab, keine Frage, aber unter Umständen kannst Du genauso in die Klamottenfalle tappen

    Ich habe weder mich oder irgendjemanden davon frei gesprochen in eine solche "Falle" zu tappen. Würde mir das allerdings passieren, so wäre meine Konsequenzen daraus die Kleidung nicht mehr zu tragen oder zu kaufen. Es wäre mir aber fremd mich deshalb über die Gesellschaft zu beklagen, die in Kleidung nicht in jedem Fall nur Kleidung versteht.

    Zitat

    "Ich seh Klamotten die mir gefallen und diese sehe ich auch erstmal als Klamotten an", nicht mehr und nicht weniger.

    Das sei auch "erstmal" zugestanden, wenn man aber von einem negativen Kontext erfährt, so ist es eben dann nicht mehr nur Kleidung die gefällt.

    Zitat

    dass ich hier in diesem Forum das allererste Mal von diesem Label und der dazugehörigen Geschichte gehört habe

    Persönlich geriet ich, wie gesagt, schon zu Schulzeiten in Kontakt mit der Thematik, da man in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft und der Medien immer wieder mit der Rechten-Problematik konfrontiert wird, bleibt man dabei als an der Thematik interessierter Bürger auch stets ein wenig auf dem Laufenden. Das erhebe ich nicht zur Allgemeingültigkeit, es soll nur aufzeigen, dass man das durchaus wissen kann - nicht muss.
    Was die Schulzeit betrifft, so mag es da durchaus Unterschiede gegeben haben und noch immer geben. Einmal von ehemaligen Ländergrenzen abgesehen, unterliegen Bildungspläne auch heute noch der Kompetenz der Bundesländer. Auch mag es zusätzlich noch lokale Einflüsse gerade in der Beziehung geben. Spezielle Unterrichtseinheiten zu der Thematik gab es hier damals auch nicht, nur wurden solche Themen am Rande angeschnitten.

    Zitat

    aber Du wirst schon zugeben müssen, dass sich das dann in einem demokratisch-rechtsstaatlichen System trotzdem beißt, denn auf der einen Seite sind alle gegen die Nazis, was ja vollkommen richtig ist, auf der anderen Seite bekommt diese Partei dann aber unter Umständen Wahlkampfhilfe und durch die Verfassung ist sie auch noch geschützt, also wenn das kein Widerspruch in einem demokratischen System ist, dann weiß ich aber nicht.

    Der Widerspruch ist ein emotionaler und insofern auch vorhanden - keine Frage. Aber Recht ist im Kern bzw. in der Auslegung nicht emotional. Solange eine Partei wie die NPD in Deutschland zugelassen ist, hat sie auch einen Anspruch auf die zugestanden Rechte. Das ist ein Wesen unseres Staates, analog bspw. zur Unschuldsvermutung. Umso mehr muss es im Interesse der Gesellschaft liegen zu prüfen, ob ein Partei auch die Anforderungen erfüllt. Und dabei haben die zuständigen Organe Fehler gemacht. Abgesehen von der gefühlten, inneren Zerrissenheit sehe ich daher keinen Widerspruch in dem Umstand.

  • Zitat

    darkwave schreibt:
    Was die Lehrstunden in der Schule angeht, so muß ich Dich enttäuschen, meine Lehrstunden in der Schule bezogen sich auf den Marxismus, die Geschichte von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, Ernst Thälmann und andere kommunistische Kämpfer, da ich ein Kind der DDR bin. Lehrstunden zu Markenartikeln die Rechtsradikale tragen, gab es bei uns leider nicht.


    Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, Ernst Thälmann sind mir wohl bekannt, Ihre Mörder auch. Und ich geh fest davon aus, das boardraider, Luxemburg, Liebknecht,Thälmann und viele Andere gleichfalls kennt. Aber es gibt natürlich auch in der BRD noch Namen, die in der DDR ungern genannt wurden, oder gar nicht, Carl von Ossietzky, Dietrich Bonhoeffer, Geschwister Scholl... Will hiermit sagen, das es auch Wiederstand aus dem Bürgertum und aus der Kirche gab. Das wurde im DDR Geschichtsunterricht, jedenfalls zu meiner Zeit ausgeblendet. In der BRD oder jetzt, in Deutschland, gibts und gab es keine Lehrstunden zu Markenartikeln.
    Ein grundsätzlicher Unterschied zwischen DDR und BRD war immer folgender: In der DDR wurde man informiert; in der BRD mußte man sich (selbst) informieren.
    Das ist die Situation, und sie war auch schon 1989 so.

    Edit: Und übrigens wurden auch im Geschichtsunterricht der BRD einiges und Einige Ausgeblendet. Zum Beispiel Max Reimann und die KPD/DKP. Das war in der Tat Undemokratisch. http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Reimann

    Zitat

    Du schreibst weiter:
    Noch kurz zur NPD und dem Verbot: Was Du geschrieben hast zu Parteien, Verfassungsrang, usw., da geb ich Dir ja recht, mag ja alles sein, aber Du wirst schon zugeben müssen, dass sich das dann in einem demokratisch-rechtsstaatlichen System trotzdem beißt, denn auf der einen Seite sind alle gegen die Nazis, was ja vollkommen richtig ist, auf der anderen Seite bekommt diese Partei dann aber unter Umständen Wahlkampfhilfe und durch die Verfassung ist sie auch noch geschützt, also wenn das kein Widerspruch in einem demokratischen System ist, dann weiß ich aber nicht.


    Wahlkampf Hilfe bekommt die NPD sicher nur von jenen, die nicht zum Grundgesetz stehn. Oder ganz Blöde, die über diese Schiene ne Protestwahl machen wollen, und behaupten - sie wären alles andere, als Nazis.

    Die NPD ist eine zugelassene Partei, also genießt sie den Schutz der Verfassung, wie jede, andere, zugelassene Partei auch. Das nennt man Demokratie.
    Das ist manchmal kompliziert, manchmal ecken an diesem Prozedere auch sehr gute, Gesellschaftliche Vorschläge an. Dann muß man sich eben weiter um die guten Vorschläge kümmern. Demokratie braucht Bewegung, braucht Dialektik.

    Noch ein Edit: http://www.sueddeutsche.de/politik/863/485291/text/

    angelheart

    …Wie viele rätselhafte Städte unter der Erde baut nicht das, was wir das Herz nennen!… (Lars Gustafsson)

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  • Quelle: angelheart

    Zitat von angelheart

    Und ich geh fest davon aus, das boardraider, Luxemburg, Liebknecht,Thälmann und viele Andere gleichfalls kennt.

    Geschichte war nicht mein Steckenpferd, aber die Namen wurden in der Schule behandelt.

    Zitat

    In der BRD oder jetzt, in Deutschland, gibts und gab es keine Lehrstunden zu Markenartikeln.

    Wie ich bereits schrieb, keine speziellen. Aber die Thematik wurde trotzdem behandelt. Es mag aber auch auf die Initiative des Lehrers zurückgegangen sein. Als Schüler warf ich damals keinen Blick in den Lehrplan.

    Zitat

    Ein grundsätzlicher Unterschied zwischen DDR und BRD war immer folgender: In der DDR wurde man informiert; in der BRD mußte man sich (selbst) informieren.

    Eine unverständliche Pauschalisierung. Wenn du schon solche weitreichenden Behauptungen aufstellst, dann füttere sie wenigstens mit wirksamen Belegen. Ansonsten ist die Aussage schlicht wertlos.

    Zitat

    Und übrigens wurden auch im Geschichtsunterricht der BRD einiges und Einige Ausgeblendet.

    Mir erschließt sich auch nicht, welchen Wert es hat hier die Lehrpläne der ehemals geteilten Republiken gegeneinander aufzurechnen. In der Schule steht nur begrenzt Zeit zur Verfügung, daher müssen in jedem Fach Schwerpunkte gesetzt werden. Dahinter verbirgt sich nicht in jedem Fall der unmittelbare Versuch einer geschichtlichen Verzerrung, weder auf der einen noch auf der anderen Seite der Grenze. Diese teils unterschwellig, teils explizit vorgetragenen Ressentiments gegen die BRD kann ich nicht nachvollziehen.

  • Zitat von angelheart

    In der DDR wurde man informiert; [...]

    Eine nette Formulierung.
    Da fällt mir sofort Der schwarze Kanal mit Karl-Eduard von Schnitzler ein.

  • Zitat

    Boardraider schreibt:
    Eine unverständliche Pauschalisierung. Wenn du schon solche weitreichenden Behauptungen aufstellst, dann füttere sie wenigstens mit wirksamen Belegen. Ansonsten ist die Aussage schlicht wertlos.


    Zunächst das Szenario auf der anderen Seite des Zauns live mit erlebt. Ich habs nich nötig, Märchen zu erzählen. Der Geschichtsunterricht war von der "Steinzeit", bis zum 2.Weltkrieg inhaltlich einwandfrei. Die Geschichte ab Gründung der DDR war im Sinne der DDR "oft aufgehübscht". Ich hab nun wirklich, bis Ende Juli 1968
    die DDR selbst erlebt, Von den schlimmsten stalinistischen Exzessen, bis zu den schönen Ferienlagern, Wandertagen, ...von der Gruppe junge Ornitologen...
    Aber wie gesagt, ich hab eben auch abgeflexte Frensehantennen auf meiner Agenta, weil die Ausrichtung nicht stimmte und Leute aus der Verwandschaft, die mal einen Besuch in Bautzen machen durften, und wie die wieder kamen, vom Besuch... Wenn Du willst, bin ich selbst ein Beleg, weil Zeitzeuge, und Einer, der die DDR nie verteufelt hat. Ab August 1968 hab ich dann das Leben im Westen gelernt (lernen müssen). Weil ich mich nicht verdrängen lasse! Diese "wirksamen Belege" wurden übrigens auch in der DDR oft gefordert. Diesbezüglich ist Deutschland immer vereint. Sans papiers geht in Deutschland nirgend wo.

    angelheart

    …Wie viele rätselhafte Städte unter der Erde baut nicht das, was wir das Herz nennen!… (Lars Gustafsson)

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