Bücher in einer Art GPL

  • Hi,

    letztens habe ich mir wieder mal ein Buch gekauft, und wie ich es aufschlage und mir die Karte der Welt anschaue fiel mir auf das jeder Autor seine eigene Welt kreiert (was ja prinzipiell nicht schlecht ist).

    Das bedeutet aber nun leider auch das mit jedem Zyklus, Einzelroman, etc. eine neue Welt hinzukommt... neue Karten, neue Rassen (mit teilweise erheblichen Unterschieden) usw. Bei dem einen Autor sind Zwerge einfach Zwerge, bei dem Nächsten können sie ihre Gestalt wandeln, beim Dritten heißen sie nicht Zwerge verhalten sich aber dennoch so.

    Das Ganze finde ich eher verwirrend, aber da die meisten Stories wohl dem Copyright unterliegen gibt es wohl kaum eine Möglichkeit die Rassen so zu übernehmen wie ein anderer Autor es bereits getan hat.

    Insofern dachte ich mir, wäre es denn nicht möglich das man seine Geschichten / Romane in einer einheitlichen Welt schreibt, so das der Leser sich langsam immer weiter in diese eine Welt einlassen kann, immer mehr Details, Schattierungen und Perspektiven kennenlernt.

    Das soetwas im Prinzip funktionieren kann zeigt Shadowrun, ein Rollenspiel, und Bücher von vielen Autoren die in sich zwar völlig unterschiedlich sind, jedoch im gleichen Rahmen handeln.

    Folglich dachte ich mir das doch ähnliches auch für eine Fantasywelt möglich sein müsste indem man eine Welt erschafft und sie in einer Art GPL zur Verfügung stellt. Welt, Sädte und Rassen könnten beschrieben werden und jeder Autor der möchte könnte sich aus diesem "Fundus" bedienen und Komponenten erweitern, ergänzen und hinzufügen. Alles was die Rahmenwelt an sich angeht würde wiederum Teil der GPL während die Rechte an den einzelnen Charakteren & der Geschichte an sich beim Autor verblieben (schließlich wollen manche damit ja Geld verdienen).

    Die Vorteile die ich soweit sehe wären:
    - eine expandierende Welt voller Möglichkeiten
    - Wiedererkennungseffekt für den Leser
    - Zusätzliche Informationen für den Leser
    - Autoren müssen sich nicht ständig neue Namen / Orte / Karten ausdenken
    - Autoren könnten sich von Bestehendem inspirieren lassen
    - Hobbyschreiber könnten das ganze benutzen und ihre Geschichten so publizieren
    - Eventuell fällt auf diese Art und Weise mal das eine oder andere freie E-Book ab

    Was würdet ihr denn von soetwas halten? Oder gibt es sowas etwa schon?

    "Gib mir die Gelassenheit zu akzeptieren was ich nicht ändern kann, den Mut zu ändern was ich nicht akzeptieren kann und die Weisheit beides zu unterscheiden."
    -unbekannt-

  • Du willst Kreativität vereinheitlichen? Nene, lieber nicht ;)

    Nachtrag: Bei einer Buchreihe (wie Perry Rodan) könnte das sicherlich nützlich sein, aber bei normalen Büchern sollte der Autor seine Welt nicht aus einem Fundus zusammenbasteln, sondern selber kreativ werden und SEINE Vorstellungen umsetzen.

  • Ich finde die Idee von 38 sehr gut. Wenn es sowas noch nicht gibt, dann wird es langsam mal Zeit das zu ändern.
    Wie wäre es mit einem Roman in Wiki-Style?
    Mehrere Autoren können an einem Buch schreiben und ihre Ideen austauschen. Es kann abgestimmt werden wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt und langweilige Stellen wirds bestimmt nicht geben.

    Mediawiki etwas umschreiben und schon hat man die Platform. Vielleicht gibt es ja eine andere wikisoftware die besser dafür geeignet ist.

  • Das wird nichts. Ein Roman/eine Erzählung die als Flickwerk von verschiedenen Menschen mit verschiedenen Stilen zusammengebastelt kann sich gar nicht gut lesen. Und dann kann die Story (und die Charaktere) noch so gut sein. Es wird trotzdem kein gutes Buch.

    Signaturen sind doof.

  • Hi,

    wiw schon gesagt, so etwas ähnliches gibt es bereits. Nennt sich Shared-Licence oder so... (Bsp.: Shadowrun und Battletech hatte ich auch schon genannt) in dem sich mehrere Autoren eine Welt "teilen", also den gleichen Background verwenden.

    Nizzer:
    Inwieweit dies die Kreativität einschränken sollte verstehe ich nicht. Ist es unheimlich kreativ Elfen plötzlich Elben zu nennen; oder Gestaltwandler als Zwerge zu bezeichnen? Könnte der Autor die für Karten und Hintergrund eingesetzte Energie nicht anderweitig benutzen?

    Wie gesagt war meine Idee eigentlich ja nur einen Rahmen zu schaffen. Jeder Autor kann sich in diesem frei bewegen; sprich ihn erweitern (z.B. eine neue Rasse einführen die ihre Gestalt wandeln kann... nur darf er sich dann nicht Zwerg nennen sondern muss kreativ werden ;) ), verändern, ...

    Charaktere und Geschichte an sich sollten meiner Meinung nach aber auch bei einer Person bleiben... die Schreibstile sind seeeehr unterschiedlich (vgl. mal Phillip K. Dick mit Terry Prattchet oder Allan Cole). Derartige "Qualitätsunterschiede" (der eine bevorzug dies der andere jenes) könnten schon zu Spannungen innerhalb der Story führen (mal ganz davon abgesehen das der Autor der einen Charakter einführt etwas ganz besonderes mit ihm vor hat... und der 2. der weiterschreibt opftert ihn heldenhaft an der Brücke... :) Konfliktpotential :!:

    -38-

    "Gib mir die Gelassenheit zu akzeptieren was ich nicht ändern kann, den Mut zu ändern was ich nicht akzeptieren kann und die Weisheit beides zu unterscheiden."
    -unbekannt-

  • Die Idee ist nicht neu. Arno Schmidt hat in seinem Roman "Gelehrtenrepublik" ebenfalls von kollektiv geschriebenen Romanen erzählt, allerdings war das ein wirkliches kollektiv, so aus dem Osten. Aber prinzipiell ist die Idee nicht schlecht, wenn man eine Fortsetzungsserie á la Perry Rhodan verfasst. Bei Einzelromanen bin ich auch dagegen. Hingegen bei Fanart zu einem bestimmten Rollenspiel funktioniert das wiederum sehr gut. Wenn du eine Romanwelt von Grund auf neu aufbauen willst, wird das denke ich nicht funktionieren, da es ein Gremium braucht, dass die ersten Grundbausteine festlegt, und das wiederum bedeutet auch hohes Diskussionspotential. Es benötigt auf jeden Fall einen Leiter, der sagen wir mal die Grundidee hat, oder den ersten Roman geschrieben hat. Willst du als Vorlage ein Spiel nehmen, immer daran denken, dass als Fanart zu klassifizieren, sonst wirds rechtlich schwierig.

    Übrigens heißen Elfen eigentlich Elben, ist das ältere Wort (siehe Schwäbische Alb, Albtraum etc.) ist eine Lehnübersetzung aus dem Englischen. Und nicht unbedingt die beste.

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  • Zitat von 38

    Hi, wie schon gesagt, so etwas ähnliches gibt es bereits. Nennt sich Shared-Licence oder so... (Bsp.: Shadowrun und Battletech hatte ich auch schon genannt) in dem sich mehrere Autoren eine Welt "teilen", also den gleichen Background verwenden.

    earthdawn gehört übrigens auch dazu.... allerdings gebe ich zu bedenken:

    erstens: alle genannten rollenspiele sind von der gleichen firmen holding, wo eine shared licencen quasi sowieso schon existiert

    zweitens: es sind alles rollenspiele!!! bei romanen läuft das einfach nicht! und ich bin da der meinung von nizzer, dass man die kreativität nicht durch linearisierung einschränken sollte... das würde (zumindest bei romanen) erstens garnich gehen imo und zweitens würde es irgendwann ganz schön langweilig werden...