Verbindungen zwischen Defi-Apps und Krypto-Wallet neuerdings unmöglich

  • Hallo Boersenfeger, ich weiß nicht wirklich, was du zum Ausdruck bringen möchtest. :/

    Um nur mal ein ganz simples Bsp. zu bringen:

    Wenn du normal Geld über das traditionelle Bankensystem von Konto A auf Konto B transferierst, sind bei verschiedenen Banken und erst Recht bei Überweisungen ins Ausland mehrere Intermediäre eingebunden, die alle daran mitverdienen.

    Wenn ich dir - um der Einfachheit halber bei Algorand zu bleiben - 1.000 algo (aktueller Wert ca. 255 €) von meiner auf deine Wallet sende, dann ist die Transaktion innerhalb von ca. 3,6 s final abgeschlossen, auf der Blockchain verewigt und nicht mehr veränderbar. Der Vorgang passiert dabei folglich nicht anonym, da über diverse Blockchain-Explorer alle Transaktionen und Konten von jedem eingesehen werden können, wohl aber pseudonym. Die Überweisung der besagten 1.000 algo würde 0,001 algo an Gebühren kosten, also beim aktuellen Algo-Kurs noch nicht einmal einen einzigen Cent. Und das, egal wohin auf der Welt. Irgendwelche Intermediäre wie Banken, SWIFT oder andere Finanzdienstleister wären nicht eingebunden, könnten die Transaktion auch nicht verzögern, unterbinden und würden auch nicht an dir verdienen.

    3 Mal editiert, zuletzt von Upgrader (23. Februar 2023 um 20:21)

  • .. und jetzt das Ganze nochmal unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit... :saint:

    ...aber mach mal dein Ding, jeder ist ja seines Glückes Schmied. Ich stelle die Sicherheit ja auch nicht per se in Abrede, aber zur Diskussion.

    Was ich mitteilen wollte ist getan. Für mich erledigt. :)

  • Sören, was hat dich denn geritten, so etwas zu schreiben? Von dir hätte ich so etwas nicht erwartet, eher von meinen Eltern im Rentenalter.

    Ich nenne das gesunden Menschenverstand. Glücklicherweise wissen es auch nicht nur Menschen im Rentenalter besser. Im Gegenteil haben gerade auch jüngere Menschen ein immer stärkeres Bewusstsein für unsere Umwelt. Die Auswirkungen der Crypto-Blase auf unsere Umwelt sind immens. Und wenn einem das egal ist und ein solcher Schaden nur aus Gründen der Finanzspekulation sogar in Kauf genommen wird, habe ich ein Problem damit. Damit hat der Vergleich, Geld im Urlaub zu wechseln, nichts zu tun.

  • Beim Thema Umwelt- und Klimaschutz müssten wir uns schon, wenn es überhaupt Sinn machen soll, den ganz großen Fragen stellen, wie z. B. der, ob es auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen unbegrenztes und stetes (Pseudo-)Wachstum à la BIP geben kann, so wie wir es bisher gewohnt sind. Oder ob wir unseren Lebensstil bei demnächst 11 Mrd. Menschen überhaupt so fortführen können. Beides beantworte ich mit "Nein!".

    Die DLT-Technologie (Blockchains oder DAG: gerichtete azyklische Graphen) ist gekommen, um zu bleiben. Der relativ große Energieverbrauch, auf den du dich beziehst, trifft allerdings nur auf proof of work wie Bitcoin zu. Polkadot, Algorand, Cardano und die große Mehrheit sind aber mittlerweile Blockchains bzw DAGs, die auf proof of stake basieren, mit einem Energieverbrauch der nahezu bedeutungslos ist. Die gesamte Algorand-Blockchain verbraucht gerade einmal so viel wie 7 Häuser. Was denkst du, wie viel auch nur eines der Zigtausenden konventionellen Rechenzentren weltweit verbraucht, selbst ein kleineres?

    Zudem musst du berücksichtigen, dass Spekulation im Kryptobereich zukünftig nur dem entprechen wird, wie wir es aus dem heutigen konventionellen Finanzbereich auch kennen. Die Hauptanwendungsfelder werden aber ganz andere sein und fast jeden Menschen tangieren. Schau dir nur mal an, was IOTA aus Berlin alles so in der Pipeline hat ... inkl. EBSI (bedeutsames EU-Projekt).

    Firefox muss sich dem Web3 mit voller Integration des Kryptobereichs stellen, sonst wird er in der Bedeutungslosigkeit enden. Wenn es mit FF nicht funktioniert, werden die Leute einfach zu anderen Browsern wechseln.

    3 Mal editiert, zuletzt von Upgrader (27. Februar 2023 um 21:10)

  • Ohje, dich hat es ja völlig erwischt, was dieses Thema betrifft. Ich werde ganz bewusst nur auf den letzten Absatz eingehen, weil nur das einen Bezug zu Mozilla hat und da ehrlicherweise schon genug klarzustellen ist, was darüber hinaus alles andere ohnehin obsolet macht.

    Firefox muss sich dem Web3 mit voller Integration des Kryptobereichs stellen, sonst wird er in der Bedeutungslosigkeit enden.


    Tatsache ist: Firefox als Browser hatte noch nie Finanztechnologie irgendeiner Art direkt in den Browser integriert. Gäbe es einen grundsätzlichen Bedarf an so etwas, hätte es diesen auch schon geben müssen, bevor Kryptowährung ein Thema war. Ich verfolge die Entwicklung von Mozilla-Produkten seit mindestens 18 Jahren sehr nah und es gab zu keinem Zeitpunkt jemals größere Rufe nach so etwas. Und mir fällt kein logischer Grund dafür ein, wieso sich das mit Kryptowährung plötzlich ändern sollte.

    Zumal dieses Thema dazu auch noch erstens höchst umstritten ist und zweitens gerade Firefox ein denkbar schlechtes Umfeld für so etwas darstellt. Noch eine Tatsache: Mozilla hatte früher Krypto-Spenden angenommen. Wirklich nur das, noch nicht einmal irgendetwas in den Browser intergriert. Und schon dafür hatte Mozilla einen gigantischen Shitstorm geerntet, der letztlich dafür sorgte, dass Mozilla das vor ziemlich genau einem Jahr gestoppt hat. Nutzer von Firefox sind dem ganzen Thema nämlich tendenziell noch mehr abgeneigt als große Teile der Gesellschaft ohnehin schon, weil diese oft eben nicht nur den Browser, sondern das auch mit gewissen Werten verbinden. Längst nicht jeder, aber tendenziell eben doch etwas mehr.

    Mozilla hatte zu dem Zeitpunkt sogar durchaus auch noch die Überlegung, zukünftig zwischen Proof-of-Work- und Proof-of-Stake-Währungen zu unterscheiden und erstere zu streichen, aber letztere zu akzeptieren. Dafür sollte ein Plan entwickelt werden. Doch während Mozilla dies tat, kamen sie darauf, dass viele der bedeutenden Kryptowährungen in der Zwischenzeit einen signifikanten Verlust (Mozillas Worte, nicht meine! Ich verfolge diesen Quatsch nicht, aber Mozilla hat sich über einen Zeitraum von Monaten ernsthaft damit auseinandergesetzt) erlitten und auch andere namhafte Organisationen wie Wikimedia anfingen, sich davon zu distanzieren und die Annahme von Krypto-Spenden gestoppt haben. In der Folge hat Mozilla entschieden, überhaupt keine Krypto-Spenden mehr zu akzeptieren, weder in der einen noch in der anderen Form.

    Und was die vermeintliche Bedeutungslosigkeit betrifft, habe ich noch eine Tatsache für dich: Auch Google integriert nichts dieser Art in Chrome und Apple nicht in Safari. Wenn Firefox also nichts dergleichen macht, befindet sich Mozilla in allerbester Gesellschaft. Die Browser, die entsprechende Funktionen integriert haben, sind entweder völlige Nischenbrowser, die irgendwie ihr Geld verdienen müssen und/oder gezielt diese Nische ansprechen wollen, oder Browser von Unternehmen, die Profit über Werte stellen (Brave, Opera). Aber von den Großen Drei (Chrome, Safari, Firefox) macht das keiner.

    Wenn es mit FF nicht funktioniert, werden die Leute einfach zu anderen Browsern wechseln.

    Das ist eine grundsätzliche Thematik und hat mit dem Krypto-Thema und der Integration entsprechender Features in den Browser überhaupt nichts zu tun. Ja, wenn bestimmte Websites in einem Browser nicht funktionieren, wechseln Nutzer unter Umständen den Browser. Das gilt für deine Krypto-Seite genauso wie für YouTube oder die Website des Supermarktes von nebenan. Deswegen habe ich dir ja auch dazu geraten, ein Problem an Mozilla zu melden. Mozilla kann nicht wissen, dass es ein Problem gibt, wenn ihnen niemand ein Problem meldet. Wo ist deine Meldung?

    PS: Es ist meiner Meinung nach übrigens immer ein schlechtes Zeichen, wenn jemand tatsächlich den Begriff „Web3“ in einer Diskussion verwendet, ähnlich wie vor vielen Jahren „Web2“. Jemand, der wirklich vom Fach ist, würde wohl eher selten zu einem in erster Linie medienwirksamen Buzzword greifen, wenn das Ziel eine überzeugende Argumentation ist. Zumal gerade das ganze „Web3“-Thema mit dem „Web“ herzlich wenig zu tun hat, also schon vom Begriff her grundlegend falsch ist.