Mozilla macht Rekord-Gewinn im Jahr 2021

Mozilla hat seinen Finanzbericht für das Jahr 2021 veröffentlicht. Gegenüber dem Vorjahr hat Mozilla seinen Umsatz um über 100 Millionen Dollar gesteigert. Gleichzeitig waren die Ausgaben so niedrig wie zuletzt sechs Jahre zuvor.

Wie jedes Jahr am Jahresende hat Mozilla auch in diesem Jahr seinen Finanzbericht für das Vorjahr veröffentlicht, welcher offenlegt, in welcher Höhe Mozilla Einnahmen und Ausgaben hatte.

Mozilla steigert Umsatz um über 100 Millionen Dollar

Konnte Mozilla im Jahr 2020 noch einen Umsatz in Höhe von knapp 497 Millionen Dollar erzielen, lag der Umsatz im Jahr 2021 bei über 600 Millionen Dollar. Nur einmal hatte Mozilla einen höheren Jahresumsatz, nämlich im Jahr 2019. Darin war allerdings eine Vergleichszahlung aus einem Rechtsstreit mit Yahoo inbegriffen, deren Höhe schätzungsweise im Bereich von 338 Millionen Dollar lag. Damit hat Mozilla im Jahr 2021 den höchsten regulären Jahresumsatz seit Firmengründung erzielt.

Mehr Geld und trotzdem weniger Abhängigkeit von Google

Einen wesentlichen Anteil daran trägt der neue Suchmaschinen-Vertrag mit Google, den Mozilla Ende 2020 verlängert hatte. Insgesamt hatte Mozilla im Vorjahr 441 Millionen Dollar durch Suchmaschinen-Verträge umgesetzt. Diesen Posten konnte Mozilla im Jahr 2021 auf knapp 528 Millionen Dollar steigern.

Die finanzielle Abhängigkeit von Google hat Mozilla dennoch weiter reduzieren können. Bestand 2017 noch eine 93 prozentige Abhängigkeit von der primären Standard-Suchmaschine, waren es 2018 noch 91 Prozent, 2019 noch 88 Prozent, 2020 noch 86 Prozent und im Jahr 2021 schließlich nur noch 83 Prozent.

Mehr Einnahmen durch Abo-Dienste und Werbung

Aber auch Mozillas Abo-Dienste wie das Mozilla VPN oder das Premium-Angebot von Mozillas Read it Later-Dienst Pocket entwickeln sich gut. Die Einnahmen aus den Abonnement-Diensten sowie durch bezahlte Platzierungen auf der Standard-Startseite von Firefox konnten von knapp 25 Millionen Dollar im Vorjahr auf fast 57 Millionen Dollar mehr als verdoppelt werden.

Deutliche Reduzierung der Ausgaben

Nicht nur der Umsatz konnte um über 100 Millionen Dollar gesteigert werden, auch die Ausgaben konnten um fast 100 Millionen Dollar gegenüber 2020 gesenkt werden. Dabei wurden erneut insbesondere die Ausgaben für Software-Entwicklung gesenkt, nämlich von 243 Millionen auf 199 Millionen Dollar. Aber auch die Marketing-Kosten wurden um sieben Millionen auf 30 Millionen Dollar reduziert.

Mozillas Vermögen wächst auf über eine Milliarde Dollar

Als Ergebnis aus gesteigertem Umsatz und verringerten Ausgaben folgt auch eine Steigerung von Mozillas Netto-Vermögens von 843 Millionen auf 1,05 Milliarden Dollar.

Entwicklung von 2005 bis heute

Wie gehabt gibt es auf soeren-hentzschel.at eine Sonder-Seite, welche die Einnahmen, die Ausgaben sowie das Vermögen von Mozilla seit dem Jahr 2005 bis heute visualisiert und die Entwicklung anschaulich gestaltet. Die Seite steht auch in englischer Sprache zur Verfügung.

Mozilla Finanzen 2021
Bildquelle: soeren-hentzschel.at/mozilla-umsatz

Ausblick auf die Zukunft

Der Finanzbericht für das Jahr 2022 wird voraussichtlich Mitte November bis Mitte Dezember 2023 veröffentlicht werden.

Nach zwischenzeitlich herausfordernden Zeiten, die zur Kündigung von über 300 Mitarbeitern im Jahr 2020 führten, entwickelt sich Mozilla nach in diesem Zusammenhang durchgeführten internen Umstrukturierungen wieder besser, nicht nur finanziell. Die Mitarbeiterzahl ist in den letzten zwei Jahren wieder um fast 200 Personen gestiegen.

Für das kommende Jahr ist mit einer weiteren Steigerung der Einnahmen durch Mozillas kostenpflichtige Dienstleistungen zu rechnen. Das Mozilla VPN hat in diesem Jahr weitere spannende Neuerungen erhalten und ist in weiteren Ländern gestartet, mit Firefox Relay Premium und dem MDN Plus sind ganz neue kostenpflichtige Angebote gestartet. Auch das Firefox Private Network ist in den USA weiterhin am Start, ebenso die Mozilla Hubs Cloud. Außerdem wurde in 2022 der Grundstein für weitere Investitionen ab 2023 gelegt, von denen Mozilla durch Gewinnbeteiligungen profitieren kann. Auch das Produkt-Angebot im Bereich Sicherheit und Datenschutz soll 2023 weiter ausgebaut werden.

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Antworten 4

  • .. und das trotz anscheinend sinkender Nutzerzahlen.... :|

    Edit: Ich beziehe mich auf Firefox Editende:

  • .. und das trotz anscheinend sinkender Nutzerzahlen.... :|


    Monatlich aktive Firefox-Nutzer Stand 28.12.2020: 211.418.700

    Monatlich aktive Firefox-Nutzer Stand 27.12.2021: 211.104.100


    Quelle: https://data.firefox.com/dashboard/user-activity


    Die Zahlen schwanken natürlich jeden Tag und teilweise extrem, deswegen muss man das immer als grobe Einordnung betrachten, aber die 211 Millionen Nutzer des jeweils letzten Datenpunktes des Jahres passen so gut bis auf die Millionen-Stelle aufeinander, dass das für mich nicht nach einem nennenswerten Verlust von Nutzern in 2021 aussieht.


    Die Glaubwürdigkeit dieser Zahlen wird dadurch bestätigt, dass Google noch mehr Geld an Mozilla bezahlt. Das sogar, obwohl ja ständig zusätzliche Datenschutz-Verbesserungen in Firefox dazukommen, die sich durchaus auch negativ auf Google auswirken. Das passt nur zusammen, wenn die Nutzerzahlen zumindest einigermaßen stabil bleiben.


    Und: Du beziehst dich auf die Nutzerzahlen von Firefox. Mozilla bietet mittlerweile mehrere kostenpflichtige Dienstleistungen an, deren Nutzerzahlen steigend sind. Der Finanzbericht für 2022 wird nochmal einen deutlichen Sprung in diesem Bereich zeigen. Da bin ich mir jetzt schon sicher, weil die bestehenden Produkte mehr können und in weiteren Ländern ausgerollt werden, außerdem 2022 zwei ganz neue bezahlte Dienstleistungen dazu kamen, die es 2021 noch gar nicht gab (Firefox Relay Premium, MDN Plus). Dazu versteht es Mozilla mittlerweile besser, Werbepositionen zu vermarkten, auch hier gab es 2021 eine deutliche Verbesserung.


    Aber das ist eh im Artikel ausgeführt. ;)

  • Sollte keine Kritik sein, ich wusste auch nicht, das es doch noch so viele Nutzer vom Browser gibt, was mich freut.... :)

    Habs editiert...

  • Die Annahme hatte vielleicht mit Marktanteils-Statistiken zu tun. Ich verfolge diese nicht, bin mir aber fast sicher, dass man in solchen Statistiken weiterhin einen Abwärtstrend beobachten kann und dadurch der Eindruck entsteht, dass Firefox immer weniger Nutzer hat. Genau hier liegt die Verwechslungsgefahr: Nutzerzahlen sind absolut, Marktanteile relativ zu anderen Produkten. Es werden ja immer mehr Geräte ans Internet „angeschlossen“. Wenn von zehn neuen Geräten fünf mit Chrome bespielt werden und nur zwei mit Firefox, sinkt der Marktanteil von Firefox gegenüber Chrome. Obwohl tatsächlich nicht weniger als vorher Firefox nutzen.

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