Firefox 33 lässt kopierte Texte nach Schließen Privater Fenster nicht mehr vergessen

Bislang hat Firefox nach dem Schließen Privater Fenster das System Texte vergessen lassen, welche in einem Privaten Fenster kopiert worden sind. Dieses Verhalten ändert sich mit Firefox 33.

Private Fenster sind Firefox-Fenster, welche keine Chronik oder sonstige Spuren beim Surfen hinterlassen. Hat man in einem solchen Privaten Fenster Text einer Webseite kopiert und das Private Fenster anschließend geschlossen, dann wurde der kopierte Inhalt von Firefox verworfen. Dabei handelte es sich um keinen Fehler, sondern um eine ganz bewusste Entscheidung. Für einige Firefox-Nutzer war dies eher störend, so dass Mozilla das Verhalten in Firefox 33 nun geändert hat und Firefox den Inhalt der Zwischenablage auch nach dem Schließen Privater Fenster nicht mehr verwirft. Gleiches gilt übrigens auch, wenn man Firefox keine Chronik anlegen lässt – bei dieser Einstellung befindet sich Firefox in einer Art permanentem Privaten Modus, welcher sich genauso verhalten hat und von dieser Änderung betroffen ist.

Mozilla veröffentlicht Firefox 31, Firefox Mobile 31 und Thunderbird 31

Mozilla hat neue Versionen von Firefox und Thunderbird veröffentlicht. Beide neuen Programmversionen sind von besonderer Bedeutung, so stellt Firefox 31 die Basis für die nächsten 54 Wochen Firefox ESR dar, Thunderbird 31 ist das erste Major-Update seit Thunderbird 24 vor einem Jahr.

Neue Basis für Version mit Langzeitunterstützung

Firefox ESR bezeichnet die Firefox-Version mit Langzeitunterstützung, genauer gesagt geht ein ESR-Zyklus 54 Wochen oder anders gesagt neun Major-Releases lang. Dies schließt zwei Versionen Überlappung ein, welche Unternehmen Zeit zur Umstellung gibt, ohne auf Sicherheits-Updates verzichten zu müssen. So wurde neben Firefox 31, der neuen Basis für Firefox ESR, auch noch eine Version Firefox ESR 24.7 veröffentlicht, mit Firefox 32 und Firefox ESR 31.1 wird in sechs Wochen auch noch Firefox ESR 24.8 erscheinen. Spätestens mit dem Erscheinen von Firefox 32 weitere sechs Wochen später sollten alle Nutzer von Firefox ESR 24.x dann auf Firefox ESR 31.2 umsteigen.

Mehr Sicherheit für Firefox-Nutzer

Das Wichtigste wieder zuerst: Firefox 31 schließt gegenüber der Vorversion elf Sicherheitslücken, davon drei von Mozilla als besonders kritisch eingestuft. Alleine dies macht Firefox 31 bereits zum Pflicht-Update für alle Firefox-Nutzer. Aber auch darüber hinaus verbessert Firefox 31 die Sicherheit: So bringt die neue Firefox-Version einen Malware-Schutz für Downloads sowie eine neue Zertifikatsverifizierung, welche robuster und besser wartbar als die bisherige Bibliothek sein soll.

Weitere Neuerungen der Desktop-Version von Firefox

Die Verbesserungen von Firefox 31 für Windows, OS X und Linux beschränken sich nicht auf Verbesserungen der Sicherheit. So gibt es auf der Seite, welche beim Öffnen eines neuen Tabs erscheint, nun ein Suchfeld, Firefox 31 unterstützt die Kindersicherung Prefer:Safe und bringt viele neue Funktionen für Entwickler, wie unter anderem einen Add-on-Debugger und einen Canvas-Debugger, eine Pipette zum Herauspicken von Farben auf Webseiten oder ein editbares Box-Modell. Einen kompletteren Überblick bietet hacks.mozilla.org. Auf Webstandard-Front ist vor allem die Aktivierung von WebVTT, navigator.sendBeacon() sowie CSS-Variablen erwähnenswert. Firefox 31 unterstützt außerdem (standardmäßig noch deaktiviert) genügend vom Media Source Extensions Standard für das Video-Portal YouTube und bietet ein neues Design für about:preferences (noch nicht abgeschlossen).

Download Mozilla Firefox 31 für Microsoft Windows, Apple Mac OS X und Linux

Firefox Mobile 31 für Android

Auch die Android-Version von Firefox erhält die Plattform-Verbesserungen der Desktop-Version sowie Bugfixes und Sicherheitsupdates. Das mit Firefox 30 eingeführte Hub (die Panels auf der Startseite) wurde weiter verbessert, auch ein Ändern der Reihenfolge der Panels ist nun möglich. Die Ansicht der synchronisierten Tabs kann nun per Wischgeste aktualisiert werden. Firefox Mobile 31 ist die letzte Firefox-Version für Android 2.2, neue Systemvoraussetzung ist Android 2.3 oder höher.

Download Mozilla Firefox Mobile 31 für Android

Thunderbird 31

Thunderbird-Nutzer freuen sich über den ersten Major-Release seit Thunderbird 24. Eine ausführliche Vorstellung der Neuerungen gegenüber Thunderbird 24 wird in den nächsten Wochen folgen.

Download Mozilla Thunderbird 31

Firefox Mobile 31 letzter Release für Android 2.2 und ARMv6

Information für Nutzer von Firefox Mobile auf Android 2.2 und von ARMv6-Geräten: Mozilla stellt die Unterstützung ein, Firefox Mobile 31 wird die letzte Firefox-Version sein, welche Android 2.2 und ARMv6 noch unterstützt.

Android 2.2 aka Froyo ist schon mehr als vier Jahre alt. Mozilla wird diese Android-Version in Zukunft nicht mehr unterstützen. Genauer gesagt wird Firefox Mobile 31 die letzte Firefox-Version sein, welche noch auf Android 2.2 läuft. Neue Systemvoraussetzung dann wird Android 2.3 aka Gingerbread oder höher sein. Mit Firefox Mobile 31 endet nicht nur die offizielle Unterstützung, Firefox Mobile wird lange darüber hinaus auch nicht mehr lauffähig sein, da Mozilla aktiv die Unterstützung für Android 2.2 ab Firefox Mobile 33 aus dem Produkt entfernt. Für Nutzer, welche tatsächlich noch eine solch alte Android-Version im Einsatz haben, plant Mozilla die Einführung einer auf Firefox Mobile 31 basierenden ESR-Version. Dies verlängert die Lebenszeit von Firefox auf Android 2.2 noch mal um ein weiteres Jahr, aber eben ohne weitere Neuerungen zu erhalten.

Update 23.07.: Sicherheitsupdates für Android 2.2-Nutzer wird es nur für ein halbes und nicht für ein volles Jahr geben, im Januar 2015 endet die Unterstützung endgültig. Darüberhinaus bedeutet dies auch das Ende der Unterstützung der ARMv6-Architektur. Beides zusammen würde lediglich einen Prozent der Nutzer von Firefox Mobile für Android ausmachen und auch davon nutze nur ein Bruchteil den Mozilla-Browser regelmäßig.

Mozilla liefert Update-Hotfix für Nutzer alter Firefox-Versionen aus

Mozilla hat damit begonnen, Update-Hotfixes für Firefox-Nutzer auszuliefern, welche auf alten Firefox-Versionen festsitzen, um diese auf aktuelle Firefox-Versionen zu bekommen.

Wie bereits vor zwei Monaten angekündigt, hat Mozilla nun damit begonnen, per Hotfix Add-on Firefox-Nutzer auf aktuelle Versionen zu bekommen, bei denen das automatische Update nicht ordnungsgemäß funktioniert. Rund zwei Prozent der Firefox-Nutzer sollen auf alten Versionen festhängen, was vor allem ein großes Sicherheits-Problem ist.

Das Hotfix Add-on umgeht den integrierten Update-Mechanismus von Firefox und lädt im Hintergrund das komplette Installationspaket herunter und führt dieses aus. Anwendung findet der Update-Hotfix dabei nur unter bestimmten Bedingungen: Es muss mindestens Firefox 10 installiert sein und das Add-on wird auch nur bis einschließlich Firefox 28 installiert, es müssen x86-Installationen von Firefox sein, welche auf Windows XP SP2 oder höher laufen und den Release-Updatekanal nutzen. Bei Partner-Versionen findet der Hotfix ebenfalls keine Anwendung. Und selbstverständlich findet dieses automatische Update lediglich dann statt, wenn der Nutzer automatische Updates nicht über die Einstellungen deaktiviert hat (was aber sowieso keinem Nutzer empfohlen werden kann), Mozilla führt also auch in Zukunft keine Zwangs-Updates durch, sondern respektiert den Wunsch des Nutzers. Wenn Nutzer mit aktiviertem automatischen Update allerdings eine alte Firefox-Version nutzen, dann ist es naheliegend davon auszugehen, dass diese die neuste Version nutzen wollen und ein technisches Problem haben, welches das Update verhindert.

Mozilla integriert OpenH264 Video Codec von Cisco in Firefox 33

Mozilla integriert Ciscos OpenH264-Codec für WebRTC-Kommunikation in Firefox 33, genauer gesagt in Form eines automatischen Downloads eines sogenanntes Gecko Media Plugins, einer neuen Form von Plugins in Firefox.

Als Cisco vor einigen Monaten bekannt gegeben hat, dass man seine Implementierung des H.264-Codecs unter einer Open Source-Lizenz veröffentlichen wird, hatte Mozilla angekündigt, den OpenH264 Codec in Firefox für WebRTC bereitzustellen. Dem folgen nun Taten, kurz nach dem Start der aktuellen Nightly-Version von Firefox 33 lädt Firefox automatisch ein Plugin mit dem Namen OpenH264 Video Codec provided by Cisco Systems, Inc. 1.0 herunter, welches als Video-Codec für WebRTC-Kommunikation zur Verfügung steht. Bei diesem Plugin handelt es sich um ein sogenanntes Gecko Media Plugin (GMP). Ein GMP ist eine neue Art von Plugins in Firefox für autorisierte Drittanbieter-Codecs wie eben OpenH264 sowie Encrypted Media Extensions Content Decryption Modules (EME CDMs) wie das von Adobe, für welches sich Mozilla entschieden hat. Das OpenH264 Plugin kann über den Add-on Manager aktiviert respektive deaktiviert werden und erhält automatische Updates über die Server von Cisco Systems. Für Cisco ist die kostenlose Bereitstellung des Codecs nicht ohne Kosten, die Kosten dafür liegen aktuell bei um die 6,5 Millionen Dollar pro Jahr.

Firefox OS: Marktstart in weiteren Ländern angekündigt

Congstar hat gestern den Verkauf des Alcatel One Touch Fire begonnen, zeitgleich hat mit O2 der zweite deutsche Mobilfunkanbieter Firefox OS mit ins Portfolio aufgenommen. Mozilla hat nun den Marktstart von Firefox OS in weiteren Ländern angekündigt.

Firefox OS wird weiter expandieren. Nachdem Telefónica über die Marke O2 und die Deutsche Telekom über die Marke Congstar nun das Alcatel One Touch Fire E in Deutschland anbieten, wird die Deutsche Telekom in den kommenden Monaten Geräte mit Firefox OS in Kroatien, Tschechien, Mazedonien sowie Montenegro einführen. In diesem Monat noch soll Firefox OS in Frankreich mit dem ZTE Open C Premiere feiern.

Aber nicht nur der Markt in Europa wächst. Bis zum Ende des Jahres möchte Telefónica Smartphones mit Firefox in ganz Lateinamerika anbieten. Seit kurzen sind in dieser Region außerdem das ZTE Open C sowie das ZTE Open II verfügbar. Auch América Movil möchte bis zum Ende des Jahres sein Angebot in Lateinamerika erweitert haben.

Mit Spice und Intex gibt es zwei Hersteller, welche bereits in Kürze ganz besonders günstige Geräte in Indien anbieten werden. Bis Ende des Jahres möchte auch Telenor in Asien Smartphones mit Firefox OS einführen. Auch Chunghwa Telecom, der größte Betreiber in Taiwan, hat bereits seine Unterstützung zugesichert.

Mozilla erwähnt in seinem Blog-Artikel noch einmal die Zusammenarbeit mit Panasonic, mit denen man an SmartTVs mit Firefox OS arbeitet, außerdem werde Abitcool ein HDMI-Streaming-Gerät mit Firefox OS vorstellen.

Ausgewählte Zitate (mehr im Blog-Artikel von Mozilla):

„ Als einzige wirkliche Open-Source-Plattform hat Firefox OS Anwender, Entwickler und Branchenvertreter von den Fesseln der Gatekeeper des geschlossenen mobilen Systems befreit. Jetzt weiten wir unser Vorhaben auf neue Regionen, Geräte und weitere Lebensbereiche der Nutzer aus. Neue Formfaktoren werden entstehen.“

Andreas Gal, CTO bei Mozilla

,,Telefónica ist entschlossen, den Nutzern die Kontrolle und Freiheit über Inhalte und Privatsphäre zurückzugeben. Für dieses Ziel ist Firefox OS ist das beste Ökosystem.“

Francisco Montalvo, Group Director of Devices bei Telefónica

„ZTE hat längst das Potenzial von Firefox OS erkannt, eine der wichtigsten Plattformen weltweit zu werden, die den Nutzern ein einzigartiges Mobilfunkerlebnis bietet.“

Adam Zeng, CEO Mobile Devices bei ZTE

„Mit den großen Betreibern und Hardware-Herstellern im Rücken hat Firefox OS die Stärke erlangt, sich als Plattform in den Schlüsselregionen zu etablieren und auch den großen Spielern im Softwarebereich die Stirn zu bieten.“

Neil Mawston, Executive Director Global Wireless Practice bei Strategy Analytics

YouTube schaltet Flash-Player für Nutzer von Firefox 33+ ab

Nutzern von Firefox 33 und höher steht, wo möglich, ab sofort nur noch der HTML5-Player von YouTube zur Verfügung. Google hat den Flash Player von YouTube für Nutzer von Firefox 33+  abgestellt.

Dass die Zukunft von Videos im Internet nicht bei Flash, sondern bei HTML5 liegt, das ist schon lange kein Geheimnis mehr. Google geht dabei aggressiv vor und hat die Möglichkeit für Nutzer von Chrome und Firefox 33+ abgeschaltet, zwischen dem HTML5- und dem Flash-Player umzuschalten. YouTube wird nun immer, sofern möglich, die HTML5-Version der Videos laden. Aktuell nicht davon betroffen zu sein scheinen Nutzer von Firefox bis einschließlich Version 32, Opera, Safari und Internet Explorer, dort gibt es nach wie vor die Möglichkeit für den Nutzer, zwischen HTML5 und Flash zu wechseln.

Problematisch für Firefox-Nutzer ist in diesem Zusammenhang, dass die Media Source Extensions (MSE) zwar bereits weitestgehend unterstützt werden, aber sich bislang noch auf WebM-Videos beschränken und standardmäßig deaktiviert sind, da die Implementierung des Standards, an dem Google maßgeblich beteiligt war, noch nicht abgeschlossen ist. Ohne aktivierte MSE stehen aber nicht alle Video-Auflösungen zur Verfügung. Aktiviert können die MSE über about:config werden, indem der Schalter media.mediasource.enabled per Doppelklick auf true geschaltet wird.

O2: Vorverkauf des Alcatel One Touch Fire E startet morgen

Nach Congstar wird auch O2 Smartphones mit Firefox OS in Deutschland vertreiben. Der Vorverkauf des Alcatel One Touch Fire E startet morgen, verfügbar ist das neue Smartphone ab Anfang August.

Die Telefónica-Marke O2 wird morgen den Vorverkauf des Alcatel One Touch Fire E über die O2-Webseite sowie in allen O2-Shops starten. Damit ist O2 neben Congstar der zweite Mobilfunkbetreiber in Deutschland, welcher Smartphones mit Firefox OS ins Portfolio mit aufnimmt. Verfügbar soll das Smartphone ab Anfang August sein.

O2 wird das Alcatel One Touch Fire E in Kombination mit einem Vertrag zu einem Preis von 29 Euro anbieten. Congstar hat derweil den ursprünglich für den 23. Juli angekündigten Verkaufsstart ebenfalls auf den morgigen Tag gelegt. Vielleicht Zufall, vielleicht nicht, in jedem Fall verspricht dies einen spannenden Wettbewerb, was letztlich nur im Interesse der Kundschaft sein kann.

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Alcatel One Touch Fire Vergleich

Mozilla stellt mozjpeg 2.0 fertig, Facebook investiert in Entwicklung

Vor wenigen Monaten hat Mozilla mozjpeg vorgestellt, einen Encoder für JPEG-Grafiken, welcher geringere Dateigrößen und damit schnellere Ladezeiten von Webseiten ermöglichen soll. Mozilla hat nun Version 2.0 fertig gestellt, außerdem investiert Facebook in die weitere Entwicklung.

Anfang März hat Mozilla mozjpeg erstmals vorgestellt. Mozjpeg basiert auf libjpeg-turbo und soll unter Beibehaltung größtmöglicher Kompatibilität zu bestehenden JPEG-Decodern eine verbesserte Kompression und damit kleinere Dateigrößen bieten. Weitere Details zur Motivation hinter mozjpeg liefert der Ankündigungs-Artikel zu mpzjpeg 1.0.

Mit der neuen Version mozjpeg 2.0 soll die Dateigröße von JPEG-Bildern im Vergleich zu libjpeg-turbo ohne Kompatibilitätsverluste um durchschnittlich fünf Prozent geringer sein, für einige Bilder könne der Unterschied noch größer sein. Die wichtigste Neuerung gegenüber der Vorversion ist eine Trellis-Quantisierung sowohl für Baseline- als auch für progressive JPEG-Dateien. Mozjpeg 1.0 hatte lediglich die Kompression progressiver JPEG-Dateien verbessert.

In diesem Zusammenhang hat Mozilla außerdem bekannt gegeben, dass Facebook mozjpeg 2.0 testet, um die Kompression der Bilder auf Facebook zu verbessern, und 60.000 Dollar in die Weiterentwicklung mozjpeg 3.0 investiert. Außerdem hat Mozilla eine aktualisierte Studie veröffentlicht, welche sich mit WebP, JPEG XR und EVC-MSP im Vergleich zu JPEG hinsichtlich Kompressionseffizienz beschäftigt. Im Vergleich zur im letzten Oktober veröffentlichten Studie nutzt diese unter anderem aktuellere Versionen der entsprechenden Encoder und nimmt nun auch mozjpeg mit in den Vergleich auf.

Was machen eigentlich Electrolysis (e10s) und Shumway?

Mozilla arbeitet an verschiedenen Großprojekten, welche irgendwann Einzug in Firefox erhalten sollen. Zwei davon sind Electrolysis und Shumway, eine Multi-Prozess-Architektur für Firefox sowie eine Flash Player-Alternative basierend auf Webtechnologien. Dieser Artikel soll einen ganz groben Überblick darüber geben, wann wir mit der Aktivierung beider Neuerungen rechnen können.

Neben der neuen Browser-Engine Servo gehören Electrolysis (e10s) und Shumway mit zu den spannendsten Groß-Projekten, an denen Mozilla derzeit arbeitet. Mozilla steckt in diesem Jahr vermehrt Ressourcen in Electrolysis, dennoch wird bis zur Fertigstellung noch ein wenig Zeit vergehen. Mozilla-Entwickler Chris Peterson hat eine vorläufige Roadmap zusammengetragen, welche davon ausgeht, dass man Electrolysis und Sandboxing bis zum Pwn2Own 2015 bereit haben möchte. Beim Pwn2Own handelt es sich um einen jährlich stattfindenden Wettbewerb, bei welchem das Finden von Sicherheitslücken in verschiedenen Produkten hoch bezahlt wird. Alleine die Sicherheitsexperten des französischen VUPEN haben beim Pwn2Own 2014 über 400.000 Dollar Prämie erhalten. Natürlich ist diese Roadmap viel mehr als eine Zielsetzung und weniger als ein fixer Zeitplan zu verstehen, zumindest erlaubt es einem, eine Vorstellung davon zu bekommen, welcher Zeitrahmen als möglich erachtet wird.

Demnach möchte man bis zum 18. Juli den Meilenstein 1 erreichen, welcher einen Zwischenstand repräsentieren soll, der Electrolysis nutzbar für den durchschnittlichen Nutzer von Nightly-Versionen macht, Electrolysis muss mit Erreichen dieses Meilensteins nach wie vor vom Nutzer selbst aktiviert werden. Am 21. Juli beginnt die Entwicklung von Firefox 34, in diesem sechswöchigen Zyklus möchte man anfangen, diesen Electrolysis-Opt-in Nightly-Nutzern und Add-on-Entwicklern schmackhaft zu machen, damit diese Firefox und die Add-ons damit testen. Außerdem soll es spezielle Testtage mit Fokus auf Electrolysis und Add-on-Kompatibilität geben. Electrolysis wird nämlich einige Add-on Inkompatibilitäten mit sich bringen, auch wenn Mozilla versucht, diese so gering wie möglich zu halten. Am 1. September beginnt dann die Entwicklung von Firefox 35, in diesem sechswöchigen Zyklus soll Meilenstein 2 erreicht werden, welcher das Projekt an einen Punkt bringt, an dem Electrolysis standardmäßig für Nutzer der Nightly-Versionen aktiviert werden kann (ohne in die Aurora-Phase einzutreten). Am 13. Oktober schließlich beginnt die Entwicklung von Firefox 36. Dies ist die Version, in welcher man Electrolysis soweit haben muss, dass es den regulären Weg von Nightly über Aurora und Beta in die finale Version gehen kann, wenn man Electrolysis zum Pwn2Own 2015 in Firefox haben möchte, außerdem soll dann das Sandboxing für Windows aktiviert werden. Der Eintritt in die Aurora-Phase findet dann schließlich am 24. November statt, die finale Version von Firefox 36 wird für den 16. Februar 2015 erwartet. Pwn2Own ist am 18. März 2015.

Für Shumway gibt es noch keinen so detaillierten Zeitplan. Wie Till Schneidereit, einer der leitenden Köpfe des Shumway-Projekts, über Twitter mitteilte, sei man kurz davor, ein großes Refactoring von Shumway in Firefox zu landen und wolle dann aggressiv daran arbeiten, Shumway für Nutzer der Nightly-Versionen von Firefox standardmäßig zu aktivieren. Dem am nächsten kommen dürfte der Shumway Meilenstein 3, welcher die standardmäßige Aktivierung von Shumway in Firefox Nightly für einige Flash-Werbungen vorsieht. Auch hier bedeutet das wieder nicht, dass bei Erreichen des Meilensteins die Aktivierung sofort in der nächsten Aurora-Version erfolgt. Die Aktivierung in Firefox Aurora für einige Flash-Werbungen wird in Meilenstein 4 getrackt.

Update 18.07.2014: Der Shumway Meilenstein 3 wird für die Nightly-Versionen von Firefox 36 angestrebt.

Shumway kommt derweil bereits an anderer Stelle zum Einsatz: Die berühmte Präsentationsplattform Prezi hat die letzten vier Jahre daran gearbeitet, den auf Flash basierenden Prezi-Player durch einen neuen Player auszutauschen, der auf Webtechnologien basiert. Hierfür wird ein besonders performantes Zeichnen von Vektor-Grafiken benötigt. Ein Gebiet, auf welchem Flash sehr gut gewesen sei, JavaScript und SVG hingegen weniger. Darum hat das Prezi-Team seinen eigenen Vektor-Grafik-Renderer entwickelt, welcher auf Shumway basiert. Das Gute für Mozilla: Prezi wird alle seine Verbesserungen Mozilla zur Verfügung stellen. Auch das dürfte das Shumway-Projekt ein Stück nach vorne bringen.

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