Thunderbird wird kompatibel mit Firefox-Entwicklerwerkzeugen

Firefox besitzt mittlerweile hervorragende Werkzeuge für Entwickler. Dank Remote-Fähigkeiten lassen sich einige der Werkzeuge des Desktop-Browsers auch für Firefox Mobile und Firefox OS nutzen. In Zukunft wird auch Thunderbird davon profitieren.

Es ist ein Google Summer of Code-Projekt (GSoC) und die Implementierung ist noch nicht abgeschlossen, aber die ersten Ergebnisse können mit den aktuellen Entwicklerversionen von Thunderbird und Firefox bereits getestet werden. Beim GSoC handelt es sich um ein Stipendium von Google, bei welchem Studenten für ihre Mitarbeit bei Open Source-Projekten finanzielle Unterstützung erhalten. Einen Überblick über die diesjährigen GSoC-Projekte für Mozilla gibt es hier in englischer Sprache.

Thunderbird besitzt abgesehen von der alten Fehlerkonsole, welche in Firefox 23 durch eine bessere Browserkonsole ersetzt wird, keine eigenen Entwickler-Werkzeuge. Das macht die Entwicklung an Thunderbird nicht unbedingt einfacher. Firefox hingegen besitzt eine relativ breite Palette an praktischen Werkzeugen, welche bereits Remote-Fähigkeiten besitzen und damit grundsätzlich in anderen Mozilla-Anwendungen genutzt werden können. Philipp Kewisch, welcher auch der Maintainer der Kalender-Erweiterung Lightning für Thunderbird ist, hat einen ersten Meilenstein erreicht – der Debugger kann nun für Thunderbird genutzt werden. Zwar funktionieren die anderen Werkzeuge noch nicht, doch es kann in den nächsten Wochen mit weiteren Fortschritten gerechnet werden, so dass bald vielleicht schon der Stil-Editor oder die Konsole von Firefox in Thunderbird genutzt werden kann.

Zum Testen bedarf es jeweils einer aktuellen Entwicklerversion von Thunderbird (Daily) und Firefox (Nightly). In Thunderbird muss dann der Haken bei Tools > Allow Remote Debugging gesetzt werden. Nachdem in Firefox über about:config der Schalter devtools.debugger.remote-enabled auf true gesetzt und Firefox neu gestartet wurde, kann hier über Tools > Web Developer > Connect… eine Remote-Verbindung zu Thunderbird aufgebaut werden, standardmäßig über Port 6000. Nachdem hier dann der “Main Process” ausgewählt wurde, kann der Debugger von Firefox für Thunderbird genutzt werden. Gleiches gilt dann sehr bald vielleicht schon für das eine oder andere Werkzeug mehr.

Entwickler pleite: Medienplayer Songbird auf Mozilla-Basis wird eingestellt

Songbird ist ein auf Mozilla-Code basierender Medienplayer für Windows, Mac OS X, Android und iOS. Zudem betreibt man mit songbird.me ein Musik-Portal. Die hinter Songbird stehende Firma hat nun die Einstellung aller Dienste für den 28. Juni angekündigt, da man pleite ist.

Anfang 2006 wurde mit Version 0.1 die erste öffentliche Version eines freien Medienplayers und iTunes-Konkurrenten unter dem Namen Songbird veröffentlicht. Das Besondere: Songbird basiert auf Mozilla-Code, was das Programm plattformübergreifend auf Windows, Mac OS X und Linux laufen und gleichzeitig von Mozillas Plattform profitieren ließ, beispielsweise in Form des Add-on-Systems. Die Unterstützung für Linux wurde 2010 eingestellt, dafür gibt es mittlerweile Apps für Android sowie iOS, dazu gibt es seit 2012 das Musikportal songbird.me.

Bildquelle: getsongbird.com

Doch neue Versionen des Medienplayers wird es nicht mehr geben. POTI, die Entwickler hinter Songbird, sind pleite, am 28. Juni werden alle Dienste eingestellt. Die Macher von Songbird bedanken sich bei allen Nutzern und empfehlen Nightingale als Alternative. Bei Nightingale handelt es sich um einen Open Source-Medienplayer, welcher 2010 aus Songbird hervorgegangen ist und neben Windows und Mac OS X weiterhin Linux unterstützt.

StopWatching.Us: 100.000 Unterschriften in zwei Tagen

Keine zwei Tage nach dem Start von Mozillas Kampagne Stop Watching Us gegen die Überwachung durch die NSA kann, zumindest was die Reichweite der Kampagne angeht, der erste Erfolg vermeldet werden: Es konnten bereits über 100.000 Unterschriften gesammelt werden.

Gemeinsam mit 85 weiteren Organisationen, darunter unter anderem EFF, Reddit und Greenpeace, hat Mozilla die Kampagne Stop Watching Us als Reaktion auf den Überwachungs-Skandal durch die NSA rund um PRISM & Co. gestartet. Nach zwei Tagen hat man bereits über 100.000 Unterschriften sammeln können, zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Artikels zeigt der Zähler 115.306 Unterschriften an.

Wer seinen Teil zum Protest beitragen und ein Zeichen setzen möchte, kann seine digitale Unterschrift nach wie vor setzen:
Petition Stop Watching Us unterzeichnen

Wer sich Gedanken darüber macht, ob Mozilla seine Persona-Server nach Europa umziehen sollte, liest hier weiter:
Persona: Wieso Mozilla die Server nicht nach Europa umzieht

Neues aus der Mozilla Design-Schmiede #7

Neues aus der Mozilla Design-Schmiede. Unter diesem Titel wird in regelmäßigen Abständen über aktuelle Mockups, Design-Experimente und Ähnliches berichtet. Manches davon wird in dieser oder ähnlicher Form sicher den Weg in ein Mozilla-Produkt finden, anderes wird vielleicht nie über den Status eines Entwurfes oder Experiments hinausgehen, viele Ideen entwickeln und verändern sich über die Zeit und diese Entwicklungen werden wir in dieser offenen Serie beobachten können. Und manches wird zur Spekulation anregen.

Verschmelzung von about:home und about:newtab

Mozilla plant die Zusammenlegung der Standard-Startseite about:home und der Standard-Seite beim Öffnen neuer Tabs, about:newtab. Bereits im ersten Teil dieser Artikel-Serie wurden entsprechende Entwürfe gezeigt. Mittlerweile gibt es neue Entwürfe, welche neue Möglichkeiten der Anpassbarkeit zeigen.

Das erste Bild zeigt 4×3 Vorschaubilder von Webseiten mit dem Suchfeld oben und den von der Startseite bekannten Symbolen sowie einem kurzen Text-Snippet unten, wie es bislang unterhalb des Suchfeldes auf der Startseite zu finden war. Ein Drücken der Pfeiltasten lässt einen auf der Seite blättern und weitere Informationen sehen. So werden hier dann die kürzlich geschlossenen Tabs sowie kürzlich als Lesezeichen hinzugefügte Webseiten angezeigt. Weiter findet sich hier noch eine Spalte Read it Later, was quasi der aus Firefox Mobile bekannten Leseliste entspricht. Das dritte Mockup deutet die Flexibilität der Seite an, denn hier sieht man lediglich 3×3 Vorschaubilder und dafür zusätzlich eine der Kategorien aus dem zweiten Mockup gemeinsam auf einer Seite.

Das, was das letzte Mockup bereits vermuten ließ, wird mit den zwei folgenden Mockups klarer: Die Seite kann angepasst werden. Die Bilder zeigen die Möglichkeit, entsprechende Kategorien zu dieser Seite hinzuzufügen und zu entfernen. Ebenso ist zu erkennen, dass man bei den verschiedenen Kategorien jeweils zwischen einer Listen-Ansicht und Vorschaubildern auswählen kann. Des Weiteren geben die Mockups eine Idee darüber, wie die Navigation für die Einstellungen später aussehen wird, sobald diese standardmäßig in einem Tab und nicht länger in einem Dialog angezeigt werden. Denn in diesen Mockups stellen sich die Einstellungen für diese Seite als neue Kategorie unter den anderen Einstellungs-Kategorien dar.

Die letzten drei Mockups zeigen schließlich das Auswählen der Suchmaschine, jeweils mit Logo, die Text-Snippets am unteren Bildschirmrand sowie das Bearbeiten von Vorschaubildern – auffällige Neuerungen hier: Die Möglichkeit, den Seitentitel zu ändern sowie weitere Vorschläge für Webseiten, basierend auf dem Verlauf der besuchten Webseiten.

Bilderquelle: wiki.mozilla.org

Seiten zum späteren Lesen speichern

Firefox Mobile bietet bereits seit längerer Zeit die Möglichkeit, Seiten zum späteren Lesen abzuspeichern. Dieses Feature soll es irgendwann auch für die Desktop-Version geben. Ein paar schon nicht mehr ganz junge Mockups zeigen, wie eine solche Leseliste in Firefox aussehen könnte.

Bilderquelle: dropbox.com

SocialAPI: Sharing

Das Teilen von Webseiten ist kein neues Thema, hierfür gab es schon mehrfach Ansätze und auch Projekte von den Mozilla Labs wie F1 oder Firefox Share. Und natürlich bietet sich die neue SocialAPI von Firefox geradezu dafür an. Und so verwundert es nicht, dass es neue Mockups gibt, welche mal wieder eine solche Sharing-Lösung zeigen, in diesem Fall am Beispiel von Pinterest.

Bildquelle: people.mozilla.com/~jboriss

Persona: Wieso Mozilla die Server nicht nach Europa umzieht

Ein großes Thema derzeit in den Medien: PRISM und die Überwachung durch die NSA. Eine Diskussion, welche auch schon Stimmen hervorbrachte, Mozilla solle seine Persona-Server nach Europa umziehen. Mozilla hat dazu Stellung bezogen und erklärt, wieso man das für keine zielführende Idee hält.

Persona ist der Name von Mozillas dezentralem Authentifizierungssystem für Webseiten. In diesem Zusammenhang speichert Mozilla natürlich auch E-Mail-Adressen von Nutzern. Auch wenn Mozilla außer der E-Mail-Adresse keine weiteren Nutzerdaten speichert und Mozilla nicht in Verbindung mit PRISM steht, ließe sich möglicherweise argumentieren, dass sich dies ja ändern könnte, sobald Persona irgendwann eine größere Verbreitung auf Webseiten findet und dadurch interessant für die NSA werden könnte, welche dann unter Umständen detailliertere Informationen über die Nutzer verlangen könnte.

Mozilla betont in einem aktuellen Blog-Eintrag, dass sie gemäß ihrer Datenschutzbestimmungen lediglich die Daten von Nutzern speichern, welche sie speichern müssen, um ihre Dienste anbieten zu können, und verweist auf das Mozilla Manifest. Bei Persona erfährt durch die Benutzung des Dienstes weder der Identitäts-Provider noch Mozilla etwas über den Browsing-Verlauf des Nutzers. Man ergreife technische Maßnahmen, um die gesammelten Daten zu begrenzen. Mozilla sieht in seinem Ansatz eine gute Sicherheits-Praxis, nicht nur in Bezug auf Überwachung, da jedes Sammeln von Daten ohne Nutzer-Vorteil Risiko erzeugt.

Weiter führt man aus, dass man nicht denkt, dass es in Bezug auf Überwachungs-Aktivitäten helfen würde, die Persona-Server nach Europa umzuziehen und nennt dafür drei wesentliche Aspekte. Zunächst sei es unklar, ob andere Regierungen weniger widerrechtliche Überwachungsaktivitäten ausführen. Zudem sei Mozilla als US-Betrieb an die US-Gesetze gebunden, egal wo die Server stehen. Außerdem wolle man statt in ein Wettrüsten mit den US-Behörden zu gehen lieber seine Bemühungen darauf richten, dass die Gesetze geändert werden, so dass Nutzerdaten respektiert werden.

Mozilla stellt noch einmal heraus, dass sie immer ihr Möglichstes tun werden, um die Nutzer zu schützen und dafür sorgen wollen, dass das Gesetz ihnen dabei hilft. Man verweist noch einmal auf die Petition StopWatching.Us und bittet um Unterschriften.

StopWatching.Us: Mozilla startet Kampagne gegen NSA-Überwachung – Unterstützung von 85 weiteren Organisationen

Innerhalb der letzten Woche gab es zahlreiche Medienberichte rund um den Skandal in Bezug auf das NSA-Überwachungsprogramm PRISM. Interessierte können sich in das Thema unter anderem auf Golem einlesen, wo es eine so ausführliche Berichterstattung über das Thema gibt, dass ich mich damit an dieser Stelle gar nicht lang aufhalten möchte.

Die Mozilla Foundation hat als Reaktion darauf heute mit Stop Watching Us eine Kampagne gestartet und dabei breite Unterstützung. Insgesamt 86 Organisationen, darunter neben Mozilla unter anderem die Electronic Frontier Foundation und Reddit, haben sich zusammengetan, um ein Zeichen zu setzen. Gemeinsam fordern sie den Erlass einer Reform von Abschnitt 215 des USA PATRIOT Acts, des State secrets privileges und des FISA Amendments Acts, um deutlich zu machen, dass die umfassende Überwachung der Internet-Aktivitäten und Aufzeichnung von Telefongesprächen jeder in den Vereinigten Staaten lebenden Person durch das Gesetz untersagt ist und Verletzungen des Gesetzes vor einem öffentlichen Gericht geprüft werden können. Darüber hinaus soll ein Komitee gebildet werden, welches den Umfang, in welchem Online-Daten, Kommunikation und Interaktionen überwacht werden, untersucht und konkrete Empfehlungen für eine Reform erstellt, um diese verfassungswidrige Überwachung zu beenden. Des Weiteren sollen diejenigen zur Rechenschaft gezogen werden, welche für die verfassungswidrige Überwachung verantwortlich sind.

Auf der Webseite stopwatching.us können Unterstützer der Kampagne ihre digitale Unterschrift unter den offenen Brief an den U.S.-Kongress setzen. Dies ist nicht das erste mal, dass sich Mozilla an einer Diskussion mit politischer Tragweite beteiligt. Anfang 2012 engagierte sich Mozilla aktiv gegen SOPA.

Firefox Mobile Beta für x86-Geräte verfügbar

Die meisten Android-Smartphones laufen auf einer ARM-CPU. Einige Smartphones kommen neuerdings stattdessen mit einer Atom-CPU von Intel mit x86-Befehlssatz. Firefox Mobile ist ab sofort auch als Beta-Version für diese Geräte verfügbar.

Mozilla hat die Verfügbarkeit der ersten Beta-Version von Firefox Mobile für Android-x86-Geräte angekündigt. Zu diesen Geräten gehören unter anderem das Motorola RAZR i, das Lenovo K800, das ZTE Grand X IN sowie das Orange San Diego. Bereits seit Dezember können entsprechende Nightly Builds getestet werden. Mozilla strebt derzeit Firefox Mobile 22 als erste Firefox-Version für Android an, welche auf x86-Geräten laufen wird. Nutzer eines solchen Gerätes sollten sich die aktuelle Beta-Version aus dem Google Play Store herunterladen und eventuell auftretende Fehler auf Mozillas Bugtracking-Plattform Bugzilla melden.

Talkilla: Mozilla will Echtzeitkommunikation in den Browser bringen

Mozilla arbeitet derzeit unter dem Codenamen Talkilla an einem neuen Projekt, Echtzeit-Kommunikation mittels WebRTC in den Browser zu bringen, mittelfristig wahrscheinlich sogar über Firefox hinaus.

Viele Informationen findet man derzeit noch nicht zum Talkilla-Projekt von Mozilla. Im hauseigenen Wiki schreibt Mozilla, dass Talkilla WebRTC nutzt, um die Browsing-Erfahrung um Echtzeitkommunikation zu ergänzen. Ein konkreteres Bild ergibt sich durch die kürzlich in diesem Zusammenhang veröffentlichten Mockups. Diese zeigen Kontakte in einer Sidebar und Möglichkeiten, seinen Online-Status einzustellen, mit Kontakten zu chatten und Videotelefonie durchzuführen sowie das Versenden von Dateien und Webseiten-Inhalten.

Man könnte also sagen, Mozilla verbindet WebRTC und SocialAPI. Doch liest man weiter, stellt man fest, dass es dabei wohl nicht bleiben soll. So steht im Mozilla Wiki, dass Talkilla zwar zunächst für Firefox ausgelegt ist, aber auch andere WebRTC-Browser unterstützen wird. Liest man in den Notizen zu den wöchentlich stattfindenden Meetings weiter, gelangt man zu der Aussage, dass für das zweite Quartal zunächst eine Umsetzung über die SocialAPI von Firefox geplant sei und Kompatibilität zu Chrome und/oder Talkilla als Webseite keine Ziele für das zweite Quartal sind – eine Bemerkung, welche darauf hindeutet, dass es sich dabei um mittelfristige Ziele mit diesem Projekt handelt.

Mozilla schreibt im Wiki, dass Talkilla es Nutzern erlauben wird, in Echtzeit zu kommunizieren während sie im Web surfen, und Tools anbieten wird, ihre Online-Erfahrung zu teilen. Zusätzliche Service Provider sollen ihre Dienste darüber bereitstellen können, zum Beispiel um Anrufe aus dem Telefon-Netz empfangen zu können.

WebRTC stellt die notwendigen Techniken zur Echtzeitkommunikation im Web bereit, standardisiert allerdings weder das Kontakt- noch das Anwesenheits-Management, was nach Ansicht von Mozilla eine wesentliche Hürde für Webseiten darstellt, RTC einzusetzen. Daher soll Talkilla entsprechende APIs dafür bereitstellen.

Die Mockups zeigen, in welche Richtung man sich das derzeit vorstellt:

Mozilla Web Literacy Standard: Beta im Juli

Wer Mozilla ein bisschen kennt, der weiß, dass Mozilla weit mehr macht, als nur einen Browser und andere Produkte zu liefern. Mozilla hat sich auch die digitale Bildung zur Aufgabe gemacht. In diesem Zusammenhang wird im Juli Mozillas sogenannter Web Literacy Standard in den Beta-Status gehoben.

Mozillas erklärtes Ziel ist es, Menschen weg vom reinen Konsumieren zu bringen, hin zum Selbst-Erstellen von Inhalten. In diese Richtung zielt Mozillas Webmaker-Initiative mit Tools wie Popcorn Maker oder Thimble sowie zahlreichen Lern-Events und -Workshops auf der ganzen Welt ab, wie auch die Mozilla Maker Party 2013, welche am 15. Juni starten wird. Genannt seien hierbei auch Mozillas Lernabzeichen-Programm Open Badges und Investitionen zur Förderung digitaler Bildung.

Ein weiteres Projekt, welches sich in diese Bestrebungen einfügt, ist Mozillas Web Literacy Standard, dessen erster Entwurf am 26. April veröffentlicht worden ist und am 26. Juli in den Beta-Status erhoben werden soll, ehe dieser dann beim Mozilla Festival in London Ende Oktober die finale Versionsnummer 1.0 erhalten wird.

Beim Web Literacy Standard, welchen Mozilla gemeinsam mit der Community erarbeitet, handelt es sich um eine Art Rahmenstruktur darüber, welche Kompetenzen wichtig sind, um aktiv am Web teilzunehmen und dieses nicht nur passiv zu nutzen. Die Kompetenzen verteilen sich auf drei Säulen, dem Erforschen, dem Erstellen sowie dem Verbinden. Für jede einzelne dieser Kompetenzen gibt es kurze Beschreibungen, welche derzeit aber aus noch nicht sehr viel mehr als jeweils einem kurzen Satz bestehen. Dies wird derzeit genauer ausgearbeitet, Mozilla bittet dabei um Feedback.

Bildquelle: wiki.mozilla.org

Kommentar: Firefox Australis-Design sieht aus wie Chrome? Unsinn!

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Kommentar. Die Formulierungen sind bewusst direkter gewählt als in den ausschließlich informativen Artikeln über Neuerungen. Dieser Artikel stellt zu 100% die reine Meinung des Autors dar. Auch wenn die Bilder jeweils nur ein Betriebssystem zeigen, gelten die grundsätzlichen Gedanken gleichermaßen für Windows, OS X sowie Linux.

Aus Gründen – welche liegen für mich im Verborgenen – schrieben in den letzten Tagen zahlreiche Seiten über das Australis-Redesign von Firefox, welches Einzug in Firefox 25 erhalten soll. Neue Informationen in diesen Artikeln: Fehlanzeige, alles schon seit Wochen bekannt und größtenteils von denselben Seiten sogar darüber berichtet. Was mich an diesen typischen Sommerloch-Artikeln überrascht: Die Aussage in wirklich jedem dieser Artikel, es würde eine besondere Ähnlichkeit zu Google Chrome bestehen. Auf der anderen Seite: Natürlich, mit solch reißerischen Aussagen stößt man Diskussionen an und kann sich über höhere Besucherzahlen freuen. Statt mich diesem vermeintlichen Qualitäts-Journalismus anzuschließen, möchte ich zeigen, wieso ich diese Aussage für Unsinn halte.

Mozilla plant mit Firefox 25 die Einführung bestimmter Änderungen am Erscheinungsbild von Firefox. Konkret sprechen wir hier von einer neuen Optik der Tabs, einem Lesezeichen-Stern, welcher aus der Adressleiste wandert, einem neuen Menü, einem neuen Dialog zum Anpassen der Benutzeroberfläche und wahrscheinlich auch einer verbesserten Optik der Suchleiste. Heißt für uns: Wir starten jetzt mal Chrome und vergleichen genau diese Punkte mit der Australis-Optik von Firefox. Denn alles andere bleibt in Firefox 25 beim Alten. Man wird sehr schnell bemerken: Australis und Chrome sehen komplett anders aus. Ähnlichkeiten lassen sich keinesfalls mehr als zu jedem anderen Browser auch feststellen.

Die Tabs

Die auffälligste Neuerung sind natürlich die Tabs. Und hier sind die Unterschiede bereits riesig. Mozilla führt mit Australis runde Tabs ein. Die Tabs von Google Chrome sind eckig. Hinter dieser Aussage steckt keinerlei Wertung, mir gefallen beide Varianten sehr gut. Aber beide Varianten sind sehr unterschiedliche Varianten. Und die Tabs von Firefox waren übrigens bereits während der Entwicklung von Firefox 4 wesentlich runder als sie es jetzt sind, was relativ spät in der Entwicklungsphase wieder verworfen worden war. Und Mozillas E-Mail-Client Thunderbird hat schon seit langem runde Tabs. Die Idee ist also nicht neu und schon gar nicht von Chrome inspiriert.

Weiter geht es mit der Darstellung inaktiver Tabs, bei Firefox komplett ohne Tab-Hintergrund, während Chrome bei allen Tabs, ganz egal ob aktiv oder inaktiv, einen Tab-Hintergrund anzeigt. Und wie gehen die beiden Browser mit einer großen Anzahl offener Tabs um? Chrome reduziert die Breite eines jeden Tabs immer weiter. Bei Firefox ändert sich hier nichts zum aktuellen Stand: Firefox besitzt eine Mindestbreite für die Tabs und lässt in der Tab-Leiste scrollen. Zusammenfassend kann man zu keinem anderen Ergebnis kommen, als dass die Unterschiede bezüglich Tabs Unterschiede wie Tag und Nacht sind.

Der Lesezeichen-Stern

Der Lesezeichen-Stern von Firefox wird aus der Adressleiste wandern und wie die anderen Symbole daneben Platz finden. Chrome zeigt den Lesezeichen-Stern wie aktuell Firefox in der Adressleiste an. Bedeutet: Hier gibt es eine große Ähnlichkeit zwischen Firefox und Chrome, welche Mozilla mit Version 25 aus der Welt schaffen wird. So herum wird ein Schuh daraus.

Das neue Menü

Mozilla hat mit Firefox 4 ein neues Menü eingeführt, hier hieß es sofort: Opera! Tatsache war hier allerdings, dass Mozilla das Design dafür veröffentlicht hatte, bevor Opera seinen Browser mit diesem neuen Menü herausbrachte. Wenn Mozilla im Oktober dann Firefox 25 veröffentlichen wird, wiederholt sich dieses Spiel 31 Monate nach der Veröffentlichung von Firefox 4 mit Chrome. Was bleibt auf den ersten Blick festzuhalten: Das Menü befindet sich das tatsächlich an der gleichen Stelle wie bei Chrome und wird durch ein gleich aussehendes Symbol dargestellt. Eine Tatsache, welche sich keinesfalls leugnen lässt, das große Aber allerdings ist: Dabei handelt es sich auch um keine Erfindung von Google. Mit diesem Symbol werden seit Jahren Hauptmenüs dargestellt, insbesondere auf Smartphones und Tablets. Die Wahl fiel sowohl bei Chrome als auch bei Firefox ganz einfach auf ein Symbol, welches die Nutzer kennen und ihnen vertraut vorkommt.

Bedient man nun dieses Menü, unterscheiden sich Firefox und Chrome wieder grundsätzlich voneinander. Während Chrome eine fixe Auflistung der Menü-Einträge in Textform anbietet, zeigt Firefox hier stattdessen Symbole an – und welche Symbole angezeigt werden, das kann der Benutzer selbst anpassen. Die Ähnlichkeit des Menüs geht also genauso gegen Null. Identisch sind lediglich die Entscheidung für das Quasi-Standard-Symbol sowie die Position des Menüs. Was bei der Position allerdings noch gesehen werden sollte: Dadurch kann endlich ein einheitliches Erscheinungsbild von Firefox auf allen Plattformen erreicht werden, ohne das natürliche Erscheinungsbild innerhalb des Betriebssystems kaputtzumachen. Nutzer von OS X hatten beispielsweise bislang ausschließlich die Menüleiste und kein zusätzliches Menü. An der gleichen Stelle wie bei Windows ließe sich das Menü hier gar nicht platzieren, da sich an dieser Stelle die Buttons unter anderem zum Minimieren der Anwendung befinden. Und: Damit befindet sich das Menü nun an der gleichen Stelle wie bei Firefox Mobile für Android und auch hier wieder: Thunderbird. Richtig: Wieso zu Chrome herüberschauen, wenn Mozilla genau das bereits für zwei eigene Produkte umgesetzt hat? Ein wesentliches Ziel hinter dem Australis-Redesign ist nämlich eine gewisse Konsistenz zwischen den verschiedenen Plattformen zu schaffen.

Benutzeroberfläche anpassen

Dieser Punkt gehört mit zum Menü dazu. Der bisherige Dialog zum Anpassen der Benutzeroberfläche wird bei Firefox durch ein neues Fenster ersetzt. Dieses erlaubt es nun sogar, das Menü von Firefox den eigenen Vorstellungen entsprechend anzupassen. Der Vergleich mit Chrome ist hier besonders einfach: Chrome bietet überhaupt keine Möglichkeit, Symbole auch nur zu verschieben, weder im Menü noch in den Symbolleisten.

Das neue Suchfeld

Auch die Suchleiste von Firefox soll optisch für Firefox 25 überarbeitet werden und wird wohl – tatsächlich wie in Chrome – dann am oberen statt am unteren Fensterrand platziert sein. Optisch haben beide Lösungen nach wie vor wenig bis überhaupt nichts gemeinsam, was bereits damit anfängt, dass die Suchleiste von Firefox über die gesamte Fensterbreite geht und die Suchleiste von Chrome eine fixe, nicht sehr hohe Breite besitzt.

Das waren alle geplanten Änderungen für Firefox 25 im Vergleich zu Chrome. Dazu kommen andere grundlegende Unterschiede, in welchen sich Firefox und Chrome sowieso schon unterscheiden. Sowohl optisch als auch von der Position sind die Vor-/Zurück-Buttons genauso wie die Stop-/Reload-Buttons beispielsweise komplett anders umgesetzt. Alles in allem ist es also fast unmöglich, eine besondere Ähnlichkeit zwischen dem Australis-Design von Firefox und Chrome festzustellen, wenn man sich beides einfach mal ansieht statt einfach nur nachzuquatschen, was irgendjemand ohne Ahnung einmal in den Raum geworfen hat. ;)

Mein Wort zum Samstag.

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