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Thunderbird 60 mit neuem Logo, Photon-Design und Servo-Technologie veröffentlicht

Das Thunderbird-Projekt hat in dieser Woche Thunderbird 60 veröffentlicht. Die neue Version bringt viele Änderungen, darunter ein neues Logo, ein überarbeitetes Design, welches an das Photon-Design von Firefox angelehnt ist, und Technologie aus Mozillas Next-Generation-Engine Servo. Viele kleinere Verbesserungen machen Thunderbird 60 zu einem lohnenswerten Update.

Neue Version ab sofort verfügbar, Updates jedoch später

Thunderbird 60.0 steht seit dieser Woche zum Download bereit und kann ganz einfach über die bestehende Version drüber installiert werden. Ein automatisches Update von Thunderbird 52 oder älter steht jedoch nicht zur Verfügung. Ein Update wird das Thunderbird-Projekt erst mit Thunderbird 60.1 in ein paar Wochen bereitstellen.

Neues Thunderbird-Logo

Das erste, was bei der neuen Version auffällt, ist das neue Logo. Mit Firefox 57 aka Firefox Quantum hat Mozilla seinem Browser aufgrund der großen Unterschiede zur Vorgängerversion ein neues Logo spendiert. Der E-Mail-Client, der mit der neuen Version ebenfalls die Quantum-Ära betritt, hat nach neun Jahren ebenso ein überarbeitetes Logo erhalten, welches stilistisch an den Stil des neuen Firefox-Logos angelehnt ist.

Thunderbird Logo 2018

Neues Photon-Design

Das nächste, was nach dem neuen Logo-Design auffällt, ist das Design der Programm-Oberfläche. Auch dieses ist an Firefox Quantum angelehnt und bietet rechteckige Tabs, eine ein- und ausschaltbare Titelleiste sowie neue Icons.

Thunderbird 60

Dark Theme, Chat-Themes, WebExtension-Themes

Ebenfalls aus Firefox bekannt: zusätzlich zum Standard-Design wird Thunderbird mit einem zusätzlichen hellen sowie einem dunklen Theme ausgeliefert. Auch für die Chat-Nachrichten sind nun verschiedene Themes verfügbar und WebExtension-Themes können in Thunderbird ebenfalls aktiviert werden.

Thunderbird 60

Servo-Technologie in Thunderbird

Mit Quantum CSS, auch unter dem Namen Stylo bekannt, hat Mozilla die CSS-Engine von Firefox mit der in Rust entwickelten CSS-Engine aus Mozillas Next-Generation-Engine Servo ersetzt. Quantum CSS nutzt für die Verarbeitung von CSS mehrere Prozessorkerne – etwas, was bislang keine andere Browser-Engine auf dem Markt kann. Auch Thunderbird 60 nutzt nun Quantum CSS zur Darstellung von HTML-Mails. Auch der für die Anzeige und das Encoding von Nachrichten verantwortliche Part wurde ersetzt und ist nun in Rust geschrieben.

Auf Technologie-Seite sei noch erwähnt, auch wenn nicht aus Servo stammend, dass Thunderbird nun Mozillas neueste Proxy-Technologie nutzt, was ermöglicht, dass die Erweiterung FoxyProxy jetzt auch mit Thunderbird kompatibel ist.

Änderungen in Bezug auf Thunderbird-Erweiterungen

Damit bereits vorhandene Erweiterungen in Thunderbird 60 funktionieren, müssen diese von ihrem jeweiligen Entwickler explizit als kompatibel mit Thunderbird 60 markiert werden. Add-ons, welche von ihrem Entwickler nicht angepasst worden sind, werden von Thunderbird 60 nicht geladen. Knapp 160 Erweiterungen wurden bereits angepasst. Sollte ein Add-on eingesetzt werden, welches noch nicht angepasst worden ist, empfiehlt es sich, den Entwickler des Add-ons zu kontaktieren.

Die Erweiterungs-Plattform zum Finden neuer Erweiterungen ist von addons.mozilla.org auf addons.thunderbird.net umgezogen.

Die Einstellungen installierter Erweiterungen können nicht länger über den Add-on Manager aufgerufen werden und sind stattdessen über einen neuen Menü-Eintrag im Extras-Menü sowie über das Hamburger-Menü erreichbar.

Thunderbird 60

Neue Einstellung für Datums- und Zeitformat

Eine neue Einstellung erlaubt die Auswahl des Datums- und Zeitformats, welches von Thunderbird genutzt werden soll: wahlweise die Vorgabe des Betriebssystems oder die Sprache, in der Thunderbird genutzt wird. So kann beispielsweise die US-Version von Thunderbird mit deutschem Datums- und Zeitformat genutzt werden, wenn Deutsch die Sprache des Betriebssystems ist.

Thunderbird 60

E-Mail-Empfänger hinzufügen und entfernen

In den Empfänger-Zeilen konnten einmal eingetragene Empfänger bereits per Tastatur wieder entfernt werden. Nun erscheint bei Herüberfahren mit der Maus auch eine sichtbare und mit der Maus bedienbare Entfernen-Schaltfläche.

Thunderbird 60

Bei der Eingabe von Empfängern wird der Teil des Empfänger-Namens respektive der -Adresse in den Vorschlägen nun fett hervorgehoben, den man eingetippt hat.

Verbesserter Umgang mit Dateianhängen

Diverse Verbesserungen gab es hinsichtlich Dateianhänge. So können angehängte Dateien nun per Drag and Drop oder per Tastatur in ihrer Reihenfolge verändert werden. Auch eine alphabetische Sortierung ist möglich. Die Schaltfläche zum Anhängen von Dateien wurde auf die rechte Seite über die Anhangs-Liste verschoben, welche mittels Alt + M (macOS: Cmd + M) jetzt auch aus- und wieder eingeblendet werden kann. Außerdem ist es nicht länger möglich, die Anhangsliste komplett zu verbergen, wenn wenigstens ein Dateianhang zu einer E-Mail hinzugefügt worden ist. Stattdessen wird nun eine Platzhalter-Grafik angezeigt, so dass man weniger wahrscheinlich unabsichtlich eine E-Mail mit einer fälchlicherweise angehängten Datei versendet.

Thunderbird 60

Experimentelle Maildir-Konvertierung

Bislang speichert Mozilla Thunderbird alle E-Mails im sogenannten Berkeley-Mailbox-Format, einem Format aus der Mbox-Familie. Seit Thunderbird 12 ist es alternativ möglich, die E-Mails in einer Maildir-Struktur abzulegen. Thunderbird 60 besitzt ein experimentelles Werkzeug, um ein bestehendes Postfach vom Mbox nach Maildir oder umgekehrt zu konvertieren. Dazu muss über die erweiterte Konfiguration der Schalter preference mail.store_conversion_enabled auf true gesetzt werden. Die Konvertierung kann dann über die Server-Einstellungen des jeweiligen Postfachs in den Konten-Einstellungen von Thunderbird angestoßen werden.

Es sei darauf hingewiesen, dass experimentell bedeutet, dass es unbekannte Fehler geben kann, die zu Datenverlusten führen können. Dieses Werkzeug sollte also nur benutzt werden, wenn man weiß, was man tut, und eine Sicherung angelegt hat. Außerdem funktioniert dies nicht, wenn Windows respektive Spotlight auf Apple macOS erlaubt ist, die Nachrichten zu durchsuchen.

Thunderbird 60

Standard-Adressbuch

Per Auswahl eines Kontextmenü-Eintrags ist es nun möglich, ein Standard-Adressbuch auszuwählen, welches von Thunderbird automatisch ausgewählt wird, wenn die Adressbuch-Funktion aufgerufen wird.

Diverse Kalender-Verbesserungen

Die Kalender-Erweiterung Lightning ist standardmäßig in Thunderbird integriert. Wird Thunderbird auf Version 60 aktualisiert, wird automatisch auch das passende Lightning-Update installiert.

Zu den Verbesserungen des Kalenders zählt unter die Möglichkeit, ein ausgewähltes Vorkommen oder eine ausgewählte Serie wiederkommender Ereignisse zu kopieren, auszuschneiden oder zu löschen. Eine neue Option erlaubt die Anzeige des Ortes in der Tages- und in der Wochenansicht. Auch können Benachrichtungen nun direkt versendet werden statt ein Popup anzuzeigen. Die Unterstützung für Einladungen, welche mit Outlook 2002 kompatibel sind, wurde entfernt. Wird ein Ereignis oder eine Aufgabe kopiert, kann nun der Ziel-Kalender ausgewählt werden. Weiterhin ist nun eine Planung von E-Mails möglich, wenn ein CalDAV-Server mit entsprechender Unterstützung eingesetzt wird. Erscheint eine Erinnerung für ein Ereignis in einem Read-Only-Kalender, kann diese nun auch entfernt werden.

Noch viele weitere Verbesserungen und Bugfixes

Thunderbird 60 unterstützt nun auch die OAuth2-Authentifizierung von Yahoo und AOL sowie die Zwei-Faktor-Authentifizierung FIDO. Darüber hinaus gab es noch zahlreiche weitere kleinere Verbesserungen sowie Fehlerbehebungen, welche sich in den Release Notes (engl.) nachlesen lassen. Und natürlich wurden auch, wie in fast jedem Update, wieder diverse Sicherheitslücken geschlossen.

Nicht länger für alte Windows-Versionen

Thunderbird ist nicht länger mit den veralteten Betriebssystemen Windows XP, Windows Vista sowie Windows Server 2003 kompatibel. Mindestens Windows 7 respektive Windows Server 2008 R2 oder höher ist erforderlich. An den unterstützten Versionen von Apple macOS und Linux ändert sich nichts.

Der Beitrag Thunderbird 60 mit neuem Logo, Photon-Design und Servo-Technologie veröffentlicht erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

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