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Ausführliche erste Einblicke in Thunderbird Pro

  • Sören Hentzschel
  • 5. Juni 2026 um 18:00
  • 816 Mal gelesen
  • 12 Antworten
Thunderbird steht nicht mehr nur für einen E-Mail-Client. Mit Thunderbird Pro steht ein kostenpflichtiges Zusatzangebot in den Startlöchern. Erste Nutzer haben mittlerweile einen Zugang erhalten. Dieser Artikel bietet ausführliche erste Einblicke in Thunderbird Pro.
Inhaltsverzeichnis [VerbergenAnzeigen]
  1. Das ist Thunderbird Pro
  2. Kosten von Thunderbird Pro
  3. Thundermail
  4. Thunderbird Appointment
  5. Thunderbird Send
  6. Flächendeckende Verfügbarkeit

Thunderbird steht nicht mehr nur für einen E-Mail-Client. Mit Thunderbird Pro steht ein kostenpflichtiges Zusatzangebot in den Startlöchern. Erste Nutzer haben mittlerweile einen Zugang erhalten. Dieser Artikel bietet ausführliche erste Einblicke in Thunderbird Pro.

Das ist Thunderbird Pro

Thunderbird ist vor allem für seinen kostenlosen E-Mail-Client für Windows, macOS und Linux bekannt. Seit November 2024 gibt es Thunderbird auch für Android, Thunderbird für iOS ist in Entwicklung. Doch dabei soll es nicht bleiben: Die MZLA Technologies Corporation möchte ein Ökosystem aus Clients und Diensten als Alternative zu denen der Tech-Giganten wie Google Mail und Microsoft Office 365 etablieren, welches Open Source ist.

Thunderbird Pro besteht aktuell aus drei Produkten: Thundermail ist ein eigener E-Mail-Dienst, Thunderbird Appointment ist ein Dienst zur gemeinsamen Terminfindung und Thunderbird Send ist ein Dienst zum Versenden von Dateien.

Thunderbird Pro

Kosten von Thunderbird Pro

Thunderbird Pro wird jährlich abgerechnet und kostet 72 Euro im Jahr – das entspricht sechs Euro im Monat. Zumindest für Nutzer, die jetzt eine Einladung erhalten haben, wurde direkt im Warenkorb ein Rabatt für das erste Jahr angerechnet. So wurden nur 57,60 Euro abgebucht. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um eine Vergünstigung speziell für die frühen Tester.

Thundermail

Thundermail unterstützt neben den traditionellen Protokollen IMAP und SMTP auch das modernere JMAP. Das Protokoll POP3 wird hingegen nicht unterstützt. Der Server-Standort ist Deutschland, mit entsprechenden Vorteilen für den Datenschutz.

Für E-Mails stehen 30 GB Speicherplatz zur Verfügung und es können bis zu 15 E-Mail-Adressen angelegt werden. Dabei handelt es sich jeweils um Alias-Adressen, es können also nicht mehrere Postfächer mit einem Account genutzt werden. Als Domain können @thundermail.com sowie @tb.pro verwendet werden. Außerdem können bis zu drei benutzerdefinierte Domains verknüpft werden.

Die Thundermail-Oberfläche zeigt den verbrauchten Speicherplatz sowie Anweisungen zur Einrichtung im E-Mail-Client der Wahl an. Eine Weboberfläche gibt es aktuell noch nicht, daran wird aber für die Zukunft gearbeitet.

Es gibt eine Einstellung zur Konfiguration des Anzeige-Namens sowie die Möglichkeit, ein App-Passwort für E-Mail-Clients ohne Thundermail-Login zu vergeben.

Thundermail

Die Einrichtung erfolgt in Thunderbird besonders einfach, da es hier eine eigene Schaltfläche zur Anmeldung mit einem Thundermail-Konto gibt. Dies trifft sowohl in Kürze auf Thunderbird für den Desktop als auch jetzt schon auf Thunderbird für Android zu. Grundsätzlich kann Thundermail aber mit jedem E-Mail-Client genutzt werden.

Thundermail-Login in Thunderbird

Thunderbird Appointment

Thunderbird Appointment bietet direkt zum Start die Möglichkeit an, einen Thundermail-Kalender, einen CalDAV-Kalender oder einen Google-Kalender zu verbinden. Danach werden grundlegende Informationen zur Verfügbarkeit abgefragt. In einem nächsten Schritt kann noch eine Verknüpfung mit der Meeting-App Zoom hergestellt werden.

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Danach landet der Benutzer im Dashboard, worüber alle Termin-Buchungen zu sehen sind. Auch zum Ändern der Verfügbarkeiten, bestehender Buchungen sowie zum Kopieren des Buchungslinks gibt es hier schnelle Möglichkeiten.

Thunderbird Appointment

Die Verfügbarkeiten lassen sich noch einmal detaillierter konfigurieren, inklusive einem anpassbaren Buchungslink.

Thunderbird Appointment

In den Einstellungen von Thunderbird Appointment lässt sich unter anderem einstellen, mit welchem Tag die Woche beginnt, das Farbschema sowie die Sprache. Neben Englisch wird auch schon Deutsch unterstützt.

Die Buchungslinks können von jedem genutzt werden, auch von Nutzern, die selbst kein Nutzer von Thunderbird Pro sind.

Thunderbird Appointment
Thunderbird Appointment Thunderbird Appointment Thunderbird Appointment

Thunderbird Send

Thunderbird Send nutzt eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, sodass niemand außer Absender und Empfänger die versendeten Dateien betrachten kann. Aus diesem Grund besteht der erste Schritt darin, einen Wiederherstellungsschlüssel zu generieren.

Thunderbird Send

Wie bei Thundermail zeigt auch Thunderbird Send im Dashboard ganz oben den belegten Speicherplatz an. Hier stehen 60 GB zur Verfügung.

Thunderbird Send

Standardmäßig werden die Dateien nach 14 Tagen gelöscht, man kann aber auch kürze oder längere Zeiträume auwählen – oder Dateien dauerhaft zur Verfügung stellen. Optional ist es außerdem möglich, den Download mit einem Passwort zu schützen.

Thunderbird Send

Der Download ist natürlich auch wieder für Nutzer möglich, die kein Thunderbird Pro verwenden.

Thunderbird Send

Wird die dazugehörige Erweiterung für Thunderbird installiert, ist es außerdem möglich, Anhänge in E-Mails direkt aus Thunderbird heraus in einen Link für Thundermail umzuwandeln.

Thunderbird Send in Thunderbird

Flächendeckende Verfügbarkeit

Aktuell muss man sich noch auf eine Warteliste setzen lassen. Thunderbird Pro soll noch in diesem Jahr für alle interessierten Nutzer geöffnet werden.

Der Beitrag Ausführliche erste Einblicke in Thunderbird Pro erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

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Antworten 12

Webmark
5. Juni 2026 um 18:40

Danke für den ausführlichen Einblick.

.DeJaVu
5. Juni 2026 um 19:59

Mag ja alles nett sein, aber wie sieht das mit dem Start der europäischen Initiative zur Unabhängigkeit aus, die sich von amerikanischen Konstrukten lösen will?

Mozilla ist nun mal in USA beheimatet, nutzt vermutlich AWS (Amazon, auch USA). Wenn da jemand den Stecker ziehen will, wie unabhängig ist Mozilla dann wirklich? Und ist Thundermail auch wahrhaftig ohne Hintertür zur NSA? Hockt da eine KI auf "Send" wie bei Microsoft oder Google - und Konten sperrt nach Willkür oder Erkennung?

Die Frage an sich: Welche Bemühungen macht Mozilla, um sich in das kommende europäische Konstrukt einzubringen?

Sören Hentzschel
5. Juni 2026 um 20:22

Mir ist ehrlich gesagt nicht klar, was eine solche Initiative speziell mit diesem Thema zu tun haben soll. Dass Mozilla aus den USA kommt, ist eine nicht veränderbare Tatsache. Und wenn man ein Problem damit hat, dann betrifft das sämtliche Produkte von Mozilla, einschließlich Firefox.

Welcher Hoster genutzt wird, ist nicht bekannt. Nur, dass Cloudflare als Reverse Proxy eingesetzt wird. Der physische Serverstandort von Thundermail ist Deutschland.

Ich weiß auch nicht, was für eine Antwort du auf die NSA-Frage erhoffst. Mal abgesehen davon, dass das schon etwas nach Verschwörungstheorie klingt und du ebenfalls für alle anderen Dienste von Mozilla fragen könntest, wird dir niemand eine solche Garantie geben können und so etwas wäre auch niemals öffentlich dokumentiert. Aber wenn man solche Sorgen hat, darf man ehrlicherweise halt auch keine E-Mails nutzen, bei gar keinem Anbieter.

In Thunderbird Send ist keine KI involviert und ich wüsste auch nicht, auf welcher Basis eine KI da jemanden sperren sollte. Da die Dateien Ende-zu-Ende verschlüsselt sind, hat niemand außer dem Absender und dem Empfänger Zugriff auf den Inhalt, nicht einmal Mozilla.

.DeJaVu
5. Juni 2026 um 21:41

Ich denke, dass Mozilla sich irgendwann dieser Thematik stellen werden müsste. Firefox hat doppelt so viele Nutzer in Europa wie weltweit, und fünf Mal so viele in Deutschland wie weltweit (so statcounter). Mozilla bietet Dienste an, die an andere US-Unternehmen geknüpft sind. Bezos, Zuckerberg und andere - also Meta etc, Amazon und weitere sind "Lieblinge" vom aktuellen Präsi dort, und der spackt ziemlich rum mit seinen Forderungen/Ansprüchen. Er deckelt das lediglich unter dem Deckmantel "Einkommen" (einfach ausgedrückt). Wenn der Mensch da was will, dann springen Zuckerberg und Bezos auf von einer Brücke, um das möglich zu machen. Ich möchte gar nicht wissen, was bei Microsoft abgeht.

zB

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Was NSA angeht, so hat jene etliche Hintertürchen (backdoors) in etliche Kryptographiemechanismen. zB

Dual_EC_DRBG - Wikipedia

Auch wenn der Marktanteil nicht so groß ist, und Mozilla sich ganz sicher dazu nicht äussern wird. Derzeit muss man ein gewisses Misstrauen an Dienste hegen, die in den USA gehostet werden. Da Firefox, und Thundebird, "open source" sind, dürfte da nichts sein. 60GB sind auch nicht die Welt, gegenüber 1TB bei Microsoft und Onedrive, unter bestimmten Bedingungen. (ich hab das Terabyte)

In kurz: es geht mir einfach darum, bei diversen Anbietern darüber nachzudenken, welche Infrastruktur dahinter steckt, wer aktuell den Stecker ziehen könnte. Und das hat jetzt nichts mit Verschwörung zu tun, der Typ da im Weissen Haus ist unberechenbar. "America First" basiert zwar auf finanziellen Interessen, aber Rattenschwanz dahinter betrifft genau solche Infrastruktur, die auch Mozilla nutzt.

Du kannst das gerne auslagern, weil es nicht Thundermail und co allein betrifft, sondern etliche Dienste, die von Mozilla kommen. Der Trend zu rein europäischen Lösungen bei gewissen Diensten in Europa selbst gewinnt an Nutzern.

Drachen
6. Juni 2026 um 12:56

Wie kann man sich denn auf die erwähnte Warteliste setzen lassen?

Maurizio
6. Juni 2026 um 12:58

https://www.tb.pro/de/waitlist/?

Sören Hentzschel
6. Juni 2026 um 13:21
Zitat von .DeJaVu

Ich denke, dass Mozilla sich irgendwann dieser Thematik stellen werden müsste.

Das denke ich zwar nicht, ist wie gesagt aber auch überhaupt nicht das Thema hier. Hier geht es darum, was Thunderbird Pro aktuell anbietet, nicht um eine Grundsatzdiskussion darüber, dass Mozilla aus den USA kommt, was Unternehmen wie Amazon und Meta machen, nicht um Regierungsbeteiligungen an KI-Unternehmen und auch nicht um Palantir. Wenn du konkrete Fragen zu Thunderbird Pro hast, dann kannst du diese gerne hier stellen.

Drachen
6. Juni 2026 um 20:06

Danke, hab mich eingetragen :)

Neana
8. Juni 2026 um 16:49

Der Preis ist mir zu hoch. Posteo und Mailbox.org sind günstiger. Beide Dienste sind ebenfalls unabhängig und kommen aus Deutschland.

Sören Hentzschel
8. Juni 2026 um 18:05

Der Preis darf einem natürlich zu hoch sein, aber der Vergleich hinkt. Thunderbird Pro besteht schließlich nicht nur aus einem E-Mail-Dienst, sondern auch noch aus weiteren Diensten. Und da sprechen wir noch gar nicht davon, dass auch die Entwicklung kostenfreier Produkte wie Thunderbird mit unterstützt wird. Das entfällt bei den von dir genannten Anbietern ja auch komplett.

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