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Firefox 57 mit exklusiver WebExtension-Unterstützung

Mozilla hat angekündigt, ab Firefox 57 nur noch WebExtensions als Erweiterungs-Architektur für Firefox zuzulassen. Erweiterungs-Entwickler sollten also ihre Erweiterungen, falls diese noch auf einer alten Architektur basieren, im Laufe des nächsten Jahres anpassen.

WebExtensions, erstmals im August 2015 angekündigt, sind der neue Standard für die Entwicklung von Erweiterungen für Firefox. Dass der Tag kommen wird, an dem in Firefox nur noch WebExtensions unterstützt werden, war seit dem klar, nun gibt es einen konkreten Zeitplan.

Nach aktueller Planung soll Firefox 57 die erste Version sein, welche ausschließlich WebExtensions unterstützt. Die Veröffentlichung von Firefox 57 ist derzeit für den 28. November 2017 geplant. Bereits ab Firefox 53 (geplante Veröffentlichung: 18. April 2017) sollen auf addons.mozilla.org keine neuen Erweiterungen mehr akzeptiert werden, welche keine WebExtensions sind. Bestehende Erweiterungen können bis Firefox 57 natürlich weiterhin vollkommen unabhängig von der Architektur aktualisiert werden. Wie immer und vor allem bei derart großen Veränderungen gilt, dass dies ein vorläufiger Zeitplan ist und Verzögerungen nicht ausgeschlossen werden können.

WebExtensions besitzen gegenüber alten Erweiterungs-Architekturen wie SDK- oder XUL-basierte Erweiterungen große Vorteile, werden aber teilweise kontrovers gesehen, weil WebExtensions nicht frei von Nachteilen sind. Der größte Knackpunkt hat gar nicht so viel mit den WebExtensions selbst zu tun, sondern viel mehr mit der Tatsache, dass bestehende Erweiterungen aktualisiert werden müssen, was je nach Erweiterung unter Umständen sogar eine Neuentwicklung der jeweiligen Erweiterung bedeuten kann, und niemand weiß, ob die Entwickler aller Erweiterungen, die man selbst nutzt, alle mitziehen werden. Ein weiterer Kritikpunkt besteht darin, dass der Funktionsumfang gegenüber den älteren Erweiterungssystemen limitiert ist.

Wichtig ist dabei, dass der Funktionsumfang von WebExtensions heute nicht dem Funktionsumfang von WebExtensions in einem Jahr entspricht. Mozilla ruht sich seit der Einführung der WebExtenions nicht aus und verbessert diese stetig und nichts anderes ist für die Zukunft geplant. Während der bisherige Fokus vor allem darauf lag, eine gemeinsame Kompatibilitäts-Basis mit Google Chrome zu schaffen, sollen im nächsten Jahr verstärkt Schnittstellen implementiert werden, welche in anderen Browsern nicht existieren – damit Firefox auch in Zukunft der am besten anpassbare Browser auf dem Markt bleibt.

Bei den genannten Einschränkungen stellt sich natürlich unweigerlich die Frage, was die bereits angedeuteten Vorteile von WebExtensions sind.

WebExtensions sind der neuste Standard für die Entwicklung von Erweiterungen, entsprechend fließen hier all die Erfahrungen ein, welche Mozilla im Laufe der letzten Jahre machen konnte. Während die Umstellung auf den neuen Standard sicherlich hart für die Entwickler-Community wird, bieten WebExtensions ein Fundament, welches eine nie dagewesene Zukunftssicherheit verspricht: durch die Entkoppelung von der Plattform sind WebExtensions von großen zukünftigen Änderungen nicht betroffen und benötigen keine weitere Anpasungen, sei es beispielsweise für die Nutzung weiterer Prozesse in der Multiprozess-Architektur, Sandboxing oder die Next-Generation-Engine Quantum.

Dies ist nicht nur ein Vorteil für Erweiterungs-Entwickler, nicht zuletzt dürfte dies auch der Entwicklung von Firefox selbst sehr zu Gute kommen, da Mozilla den Browser mit höherem Tempo weiterentwickeln kann, ohne die Kompatibilität von Erweiterungen zu gefährden.

Die Entwicklung von WebExtensions soll einfacher gegenüber der Entwicklung für ältere Erweiterungs-Architekturen sein – gerade für XUL-basierte Erweiterungen trifft diese Aussage zu. Auch die Entwicklung browserübergreifender Erweiterungen ist mit WebExtensions sehr viel einfacher, da Mozilla bei gleichen Funktionalitäten auf eine möglichst große API-Kompatibilität wert legt. So können Entwickler im Idealfall für Firefox, Chrome, Opera und Edge Erweiterungen entwickeln, ohne große Anpassungen vornehmen zu müssen. Einige dieser Schnittstellen sollen sogar standardisiert werden. Nichtsdestominder soll Firefox natürlich nicht auf das limitiert sein, was andere Browser unterstützen, Firefox wird auch in Zukunft einzigartige Anpassungsmöglichkeiten anbieten.

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