COVID-19: Firefox-Updates erscheinen planmäßig, aber mit reduziertem Umfang

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Nachdem Google bereits vor einigen Tagen angekündigt hatte, Chrome-Updates vorerst auszusetzen, ist nun auch klar, wie Mozilla auf die Corona-Pandemie reagieren wird. Am Release-Zyklus wird sich nichts ändern, jedoch am Funktionsumfang.

Google hat die Veröffentlichung neuer Major-Releases von Chrome und Chrome OS pausiert. Dies hatte Google bereits vor einigen Tagen angekündigt. Chrome 81 wird also erst deutlich später erscheinen als ursprünglich geplant. Grund dafür ist die aktuelle Situation rund um den Corona-Virus („SARS-CoV-2“).

Unklar war bisher, ob Mozilla wie geplant weitermachen wird. Hier herrscht nun Klarheit. An seinem Zeitplan wird Mozilla erst einmal festhalten, das heißt, dass weiterhin alle vier Wochen neue Major-Releases erscheinen werden, mit dem nächsten Update am 7. April. Dann wird Firefox 75 erscheinen.

Jedoch gibt es auch bei Mozilla Einschränkungen. So ist in nächster Zeit mit einer verlangsamten Feature-Entwicklung zu rechnen. Auch wird geschaut, ob geplante Änderungen potentiell Probleme bereiten können, und manche geplante Änderung dementsprechend auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Kurzfristig hatte Mozilla bereits reagiert, indem die Unterstützung der veralteten Sicherheitsprotokolle TLS 1.0 und 1.1, welche ursprünglich in Firefox 74 abgeschaltet worden waren, bereits kurz nach Veröffentlichung von Firefox 74 aus der Ferne wieder aktiviert worden sind, da manche Regierungsseite in den USA, welche wichtige Informationen bzgl. COVID-19 bereitstellt, noch veraltete Sicherheitsprotokolle einsetzt.

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Antworten 7

  • Hallo,


    ich finde es eigentlich schade, dass sich Mozilla nicht an einer APP zur Handytracking zur Bekämpfung von Corona Krise beteiligt.


    Da sich Mozilla schon immer für Datenschutz und gegen Überwachung einsetzt, wäre Mozilla genau die richtige Firma eine

    datenschutzkonforme quellenoffene Tracking-APP in kurzer Zeit für die Welt bereitzustellen.


    Ich finde es seltsam und befremdlich, dass wir für die Bereitstellung für so eine APP auf den Staat angewiesen sind.


    Welche Meinungen gibt es von Eurer Seite dazu?

  • Servus RaimB,


    also Mozilla liefert zum ersten, Telemetrie-Daten an die Forschung zu Covid-19, und zum Zweiten werden Open Source Projekte finanziell unterstützt.

    Ich finde es seltsam und befremdlich, dass wir für die Bereitstellung für so eine APP auf den Staat angewiesen sind.

    Ganz im Gegenteil. Es ist die Aufgabe des Staates sich um seine Bürger zu kümmern, entsprechend finde ich das gut und richtig.

    Aber: was hat das jetzt mit der Entwicklung von Firefox zu tun? Ein wenig OT. Ein neuer Thread im Smalltalk wäre gut. Vielleicht kann das ja jemand abtrennen. ;)

  • Unabhängig von deiner Frage: Warum findest du es befremdlich und seltsam, das der Staat eine App bereitstellt? Diese Annahme ist schon falsch...

    Die App (welche genau meinst du?) wird von vielen unterschiedlichen "Herstellern" entwickelt. Es beschäftigen sich z.B viele Universitäten fachbereichsübergreifend mit der Forschung und Entwicklung einer solchen App. Warum sich nun Mozilla deiner Meinung nach daran nun auch noch weiter als oben bereits angemerkt beteiligen sollte ist für mich nicht nachvollziehbar. Zumal Mozilla eine internationale Firma ist, die Gesundheits-App aber an deutsche Gesetze (die derzeit gelten) angepasst sein muss. Ferner haben die einfach auch nicht die personellen Kapazitäten.

    Wg: Datenschutz und Überwachung: Das Zauberwort hier heißt Infektionsschutzgesetz, darin sind einige Dinge schlicht aufgehoben. Wenn man also der Meinung ist, das so eine App im Kampf gegen Corona benötigt wird, was ich schlicht bezweifele, sollte man den deutschen Fachkräften und den deutschen Datenschützern vertrauen.

    Warum bezweifele ich die Sinnhaftigkeit? Österreich wird ab Ende nächster Woche die bisherigen Sanktionen Schritt für Schritt zurückfahren. Deutschland wird vermutlich 1 - 2 Wochen danach folgen. Wir werden noch lange mit Einschränkungen zu leben haben, aber nun eine solche App flächenmäßig einzuführen, halte ich u.a. mit dem Selbstbestimmungsrecht nicht vereinbar. Und freiwillig macht sie sowieso keinen Sinn. Ob man also das Grundgesetz in einem wesentlichen Punkt hierfür ändern soll, müsste sehr breit diskutiert werden.

  • Kein einziger Grund erscheint mir als sinnvoll, weder um eine Eindämmung von Covid zu erreichen, noch um eine Minderung des Infektionsrisiko zu ermöglichen. Zumal ich keine Ambitionen verspüre, dass mir Bluetooth u.A. auf meinem Telefon schnüffeln, oder meine Nachbarn, die sich in meinem Umfeld bewegen, mich mittels BT sehen können. Generell sind solche Apps gänzlich abgeschaltet, wüsste auch nicht, wie das bei Corina von Vorteil sein könnte, da es nicht jeder nutzt, oder sich dazu bereit erklärt.

    Händewaschen, Abstand halten, Hygieneregeln einhalten. Das mindert das Infektionsrisiko sehr.

    Zitat


    Ob man also das Grundgesetz in einem wesentlichen Punkt hierfür ändern soll, müsste sehr breit diskutiert werden.

    Das wird nicht mal für den Bundestag (Verkleinerung des Parlamentes) durchgehen, so wie es Herr Schäuble vorschlug. Nicht für jede Änderung im Leben muss das GG geändert oder erweitert werden. Daran sollte keiner rütteln.

  • Und freiwillig macht sie sowieso keinen Sinn.

    Warum sollte das nicht auf freiwilliger Basis funktionieren? Die Provider haben diese Daten auch, wenn auch nicht auf den Meter genau. Aber Millionen Menschen senden ihre Standortdaten und vieles mehr seit Jahr und Tag, rund um die Uhr freiwillig an Google. Diese Daten sind wiederum sehr genau und nicht anonymisiert.

    Weshalb sollten die selben Menschen, die sich gegenüber Google komplett nackt machen, ein Problem mit einer App haben, die die Daten anonymisiert und die tatsächlich viel wichtiger sein könnte als ein kostenloses Navi?

  • Hier finden gerade zwei Diskussinen statt. Das eine ist die Frage nach Mozillas Engangement bezüglich COVID-19, das andere ist die grundsätzliche Sinnhaftigkeit einer solchen App. Ich bitte darum, letztgenannte Diskussion im entsprechenden Smalltalk-Bereich zu führen, denn eine solche Grundsatzdiskussion führt viel zu weit vom Thema dieses Threads weg und für allgemeine Diskussionen haben wir bereits einen anderen Thread.


    Nun zur Frage von RaimB. Dass sich Mozilla an einer App beteiligt, welche die Bewegungen der Nutzer überwacht, könnte von vielen auch ganz falsch verstanden werden. Es wurde argumentiert, dass sich Mozilla ja gegen Überwachung einsetze, gleichzeitig aber gefordert, dass sich Mozilla an der Entwicklung einer Überwachungs-App beteiligt, die nicht völlig unumstritten ist. Ich möchte an dieser Stelle weder für noch gegen diese Art App argumentieren, denn wie ich gerade schon sagte: Das ist eine Grundsatzdiskussion und die gehört in den anderen Thread. Ich finde es vor diesem Hintergrund nur alles andere als klar, ob es wirklich so schlau wäre, wenn sich ausgerechnet Mozilla daran beteiligt.


    Ich sehe darüber hinaus auch gar nicht, was genau Mozilla nun eigentlich beitragen soll. Klar, Mozilla entwickelt die eine oder andere App für Android und iOS. Aber Mozilla hat keine für mich erkennbare spezielle Qualifikation, welche hier relevant wäre, weder auf gesundheitlicher Ebene noch sind sie bekannt für Tracking-Apps. Das einzige, was Mozilla einbringen kann, ist also, dass sie ein Technologie-Unternehmen sind, welches an sich selbst hohe Datenschutz-Ansprüche stellt. Das ist kein USP von Mozilla, dafür kommen auch andere in Frage.


    Allerdings sind Mozillas Mobile-Teams bereits ziemlich klein und jeder, der für eine solche App eingesetzt wird, fehlt für Firefox. Firefox ist aber von existenzieller Natur für Mozilla, weil Mozilla einen Großteil seiner Einnahmen über Suchmaschinen-Verträge in Zusammenhang mit Firefox generiert. Bei der aktuellen Team-Größe kann ich mir nicht vorstellen, wie davon noch weitere Ressourcen abgezogen werden sollen. Dafür hat Mozilla einfach zu wenige Android- und iOS-Entwickler. Und dann noch die ganzen rechtlichen Themen, die hier unbedingt zu beachten sind, von Land zu Land unterschiedlich sein können und das Thema extrem komplex machen. Nationale Produkte sind nicht unbedingt schlecht. Auch daran, dass sich der Staat um Lösungen bemüht, kann ich nichts Schlechtes erkennen. Ein Technologie-Unternehmen ist nicht automatisch vertrauenswürdiger und am Ende sowieso auch den nationalen Gesetzen und damit dem Staat unterworfen. Welchen Unterschied macht das also, wenn es um ein Vertrauens-Defizit gegenüber dem Staat geht?


    Das heißt nicht, dass Mozilla nicht zum Thema COVID-19 beitragen könnten. Gaudibrezn hat hier die wesentlichen Dinge genannt: Zum einen die Freigabe von Daten zur Forschung, zum anderen MOSS, in dessen Rahmen Mozilla Projekte finanziell unterstützt (bis zu 50.000 Dollar pro Projekt). Das ist für Mozilla meiner Meinung nach einfach der sinnvollere Weg, zu diesem Thema beizutragen, als sich an der Entwicklung einer solchen App zu beteiligen.


    PS: Bei uns kommt die App nicht vom Staat, sondern vom Roten Kreuz. Eine staatlich angeordnete Pflicht wird zwar diskutiert, die Wahrscheinlichkeit einer Umsetzung gilt hier aber sehr gering.

  • Entschuldigen Sie, dass ich den Beitrag in dem falschen Bereich positioniert habe. Wäre es möglich die fehlplatzierten Beiträge in den Smalltalkbereich zu verschieben, dann könnten wir bei Interesse noch weiter diskutieren?

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