ZitatEs gibt keine singuläre Kryptographie. Ein Partner verschlüsselt und der andere Partner entschlüsselt. Beide Partner müssen sich aber vorher über den zu benutzenden Schlüssel verständigt haben.
Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob ich, wenn ich darauf antworte, unseren TE völlig überfahre.
Also "keinePeilung" mach dir nix draus, das ist ein Thema, wo viele Leute so ihre Probleme haben. Du musst das auch nicht unbedingt gleich alles verstehen, und es geht auch über das, was dich eigentlich interessiert, hinaus. Mal davon "gehört zu haben" schadet aber keinesfalls. Ich bemühe mich auch um eine "volkstümliche Erklärung".
Selbstverständlich trifft das, was .Hermes da geschrieben hat, zu.
Nur es gibt eben große Unterschiede, ob es sich um eine für den Nutzer völlig transparent ablaufende "stinknormale" ssl-Verbindung handelt, oder wie bei einer verschlüsselten E-Mail oder auch beidseitigen Authentifizierung zw. Browser und Server um eine Verbindung, welche auch auf dem Client eine entsprechendes asymmetrisches Schlüsselpaar erfordert.
Bei einer normalen ssl-Verbindung stößt der Server von sich aus einen gesicherten Schlüsselaustausch an und mit dem ausgetauschten symmetrischen Zufallsschlüssel wird dann die gesamte Verbindung verschlüsselt. Wie oben schon bemerkt, für den Nutzer völlig transparent und "unbemerkt". Durch den Schlüsselaustausch sind auf beiden Seiten "Schloss und Schlüssel" vorhanden. Die einzige Bedingung ist, dass der Client mit Hilfe der bei ihm hinterlegten Herausgeberzertifikate die Echtheit des Serverzertifikates überprüfen kann. Die Parter (Client und Server) haben sich über den anzuwendenden Schlüssel verständig, und der Nutzer sieht nur an der Anzeige in der Adresszeile, dass die Verbindung verschlüsselt ist. Und darauf sollte er aber auch bei kritischen Anwendungen (Banking) ein Augenmerk haben!
Damit dürften wohl 99% aller kryptologischen Anwendungen am privaten Browser abgedeckt sein. Ohne allzu große Anforderungen an den Nutzer.
Etwas anderes bzw. etwas weitergehendes ist es, wenn eine sichere Authentifizierung des Clients am Server gefordert bzw. erwünscht ist. Dazu werden dem Client ein eigenes asymmetrisches Schlüsselpaar (Zertifikat und privater Schlüssel) installiert und der öffentliche Schlüssel aller berechtigter Clients (die Zertifikate) müssen vor der ersten Verbindungsaufnahme ebenfalls auf dem Server installiert werden. Der Client meldet sich unter Zuhilfenahme seines privaten Schlüssels am Server an und dieser prüft mit Hilfe des dort hinterlegten Zertifikates die Berechtigung des Clients. Und dann erfolgt die normale ssl-Verschlüsselung. Hier ist aktives Handeln aller Beteiligten durch die Beschaffung und Installation der benötigten Schlüssel und Zertifikate gefragt. "Schloss und Schlüssel" werden also beidseits bewusst verteilt. Als "Belohnung" gehören dann aber die Anwendung von Benutzername und Passwort der Vergangenheit an. Sicherer als mit der gegenseitigen Authentifizierung durch asymm. Kryptologie geht es (zumindest gegenwärtig) nicht.
Und aus diesem Grund trifft dieses ja auch fast ausschließlich für eng gefasste Nutzerkreise (Firmen, Organisationen und ambitionierte private Nutzer) zu. Der normale private Nutzer wird damit kaum in Berührung kommen - es sei denn, dass wirklich mal der nPA für so etwas zur Anwendung kommt. Eigentlich war das ja mal so gewollt ... .
Fazit:
Was die kryptologischen Anwendungen mit dem Browser betrifft, muss sich der normale private User eigentlich recht wenig Gedanken machen. Hauptsache er achtet auf die angezeigte ssl-Verschlüsselung in der Adresszeile des Browsers, auf die Korrektheit der angezeigten Adresse und er klickt vor allem nicht ohne Nachzudenken auf die Bestätigung von Ausnahmeregeln. Bei den Servern bzw. den Zertifikaten seriöser Einrichtungen (Banken usw.) dürfte es eigentlich nicht passieren, dass deren Serverzertifikate ohne rechtzeitigen Ersatz ablaufen oder aus anderen Gründen ungültig werden. Zumindest sollte der Nutzer dann sehr aufmerksam sein.
Bei allem anderen, was die Sicherheits des Systems usw. angeht, da kann ich mich nur dem sehr guten Beitrag vom Docc anschließen!
MfG WK