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Mozilla veröffentlicht Firefox 62 – die Neuerungen

Mozilla wird heute Firefox 62 veröffentlichen. Auch Firefox 62 ist wieder randvoll gefüllt mit Neuerungen. Dieser Artikel fast die wichtigsten Neuerungen zusammen.

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Mehr Sicherheit für Firefox-Nutzer

Geschlossene Sicherheitslücken

Auch in Firefox 62 hat Mozilla wieder zahlreiche Sicherheitslücken geschlossen, worunter auch einige sind, welche von Mozilla als besonders kritisch eingestuft werden. Alleine aus Gründen der Sicherheit ist ein Update auf Firefox 62 daher für alle Nutzer dringend empfohlen.

Schutz vor Tracking wird mehr in den Vordergrund gestellt

Einen Schutz vor Tracking durch Webseiten besitzt Firefox bereits seit einiger Zeit. Mit Firefox 62 stellt Mozilla diesen mehr in den Vordergrund, indem ein Schalter zum Aktivieren respektive Deaktivieren in das Hauptmenü integriert worden ist.

Bei deaktiviertem Tracking-Schutz wird außerdem nun auch bei Klick auf das Info-Symbol in der Adressleiste auf den vorhandenen Tracking-Schutz hingewiesen und auf die Einstellungs-Seite verlinkt. Bisher wurde bei deaktiviertem Tracking-Schutz an dieser Stelle der Tracking-Schutz nicht einmal erwähnt.

Ebenfalls neu an dieser Stelle: eine Schaltfläche, über welche ohne Umwege alle Cookies und Websitedaten gelöscht werden können, welche zur Domain des aktiven Tabs gehören.

Firefox 62

Dies ist nur der Anfang einer größer angelegten Initiative, die Nutzer vor Tracking zu schützen. Firefox-Nutzer können in den nächsten Monaten noch einiges mehr erwarten.

Noch mehr Anpassungsmöglichkeiten für die Firefox-Startseite

Die Firefox-Startseite, welche auch standardmäßig beim Öffnen eines neuen Tabs erscheint, zeichnet sich durch unzählige Anpassungsmöglichkeiten aus. Auch in Firefox 62 kamen wieder kleinere Verbesserungen. So konnte bisher bereits festgelegt werden, ob es eine oder zwei Zeilen im Abschnitt „Wichtige Seiten“ geben soll, hier können nun bis zu vier Zeilen eingestellt werden. Im Bereich „Überblick“ gab es bislang überhaupt keine Konfigurationsmöglichkeit bezüglich der Zeilen. Auch hier kann nun zwischen einer bis vier Zeilen gewählt werden. Gleiches gilt für die Pocket-Highlights.

Firefox 62

Verbesserungen der Suche auf Firefox-Startseite

Ein paar der Kacheln mit den meistbesuchten Webseiten sind auf der Firefox-Startseite bei Installation von Firefox bereits vorbelegt. Mit Firefox 62 kommt standardmäßig eine Kachel von Google dazu – Google ist bekanntermaßen auch die Standard-Suchmaschine von Firefox – und die bereits vorhandene Kachel von Amazon wird geändert. Beide Kacheln fallen dadurch auf, dass sie zusätzlich zum Seiten-Logo auch eine Lupe in der Kachel haben.

Per Klick auf eine dieser speziellen Kacheln öffnet nicht etwa die Webseite von Google oder Amazon. Stattdessen springt der Cursor in die Adressleiste, wo bereits @google respektive @amazon vorausgefüllt ist. Der Nutzer muss also nur noch den Suchbegriff eingeben und kann auf diese Weise direkt auf der gewählten Webseite suchen. Die speziellen Schlüsselwörter @google und @amazon sind in der Adressleiste besonders hervorgehoben und funktionieren auch unabhängig vom neuen Tab, indem sie direkt in die Adressleiste eingegeben werden, wenn auf der jeweiligen Webseite gesucht werden soll. Die speziellen Schlüsselwörter funktionieren zusätzlich zu den Schlüsselwörtern, die der Nutzer für jede installierte Suchmaschine in den Firefox-Einstellungen festlegen kann.

Firefox 62 Such-Kacheln

Wie alle anderen Kacheln kann der Nutzer selbstverständlich auch diese Kacheln ganz einfach entfernen. Auch ist es möglich, diese neuen Such-Kacheln zusätzlich für DuckDuckGo, Bing, Wikipedia sowie eBay zu aktivieren.

Firefox 62 Such-Kacheln

Firefox 62 Such-Kacheln

Diese Änderung wird schrittweise an die Nutzer ausgerollt.

Eine weitere Neuerung betrifft das Suchfeld. Da das Suchfeld immer  ganz oben auf der Firefox-Startseite ist, ist dieses bislang verschwunden, wenn es mehr Inhalt auf der Seite gab und man gescrollt hat. Ab Firefox 62 ist das Suchfeld, welches nun auch etwas höher ist, fix am oberen Fensterrand positioniert, wenn man auf der Firefox-Startseite scrollt.

Firefox 62 Suchfeld

Firefox bietet nach Abmeldung von Firefox Sync Löschen der Daten an

Dank Synchronisationsmöglichkeit können Firefox-Nutzer ihre Chronik, Lesezeichen und mehr auf verschiedenen Geräten gleichzeitig nutzen. Nach Angaben von Mozilla haben einige Firefox-Nutzer die Erwartung, dass eine Abmeldung von Firefox Sync gleichbedeutend damit ist, dass Daten wie Chronik und Lesezeichen anschließend auch aus Firefox gelöscht werden. Wer sich auf einem Gerät von Firefox Sync wieder abmeldet, wird daher ab Firefox 62 gefragt, ob die lokalen Daten gelöscht werden sollen.

Firefox 62

Von den Sync-Servern werden die Daten dabei nicht gelöscht, wie auch in dem neuen Abmelde-Dialog klar kommuniziert wird. Wer das tun will, kann dies über accounts.firefox.com machen. Von dort aus können übrigens sämtliche Geräte von Firefox Sync getrennt werden, die derzeit verbunden sind, ohne dass man das entsprechende Gerät dafür bei sich haben muss.

Tipp: für mehr Sicherheit lässt sich auch eine Zwei-Schritt-Authentifizierung für Firefox Sync aktivieren.

Dialog zum Speichern von Lesezeichen verbessert

Den Dialog zum Speichern von Lesezeichen hat Mozilla visuell verbessert. Hier wird nun zusätzlich ein Vorschaubild sowie das Favicon der Webseite angezeigt, welche als Lesezeichen gespeichert werden soll.

Firefox 62

Verbesserungen für Firefox-Erweiterungen (WebExtensions)

Auch für Entwickler von WebExtensions gibt es wieder einige neue APIs und Verbesserungen bestehender APIs. Zwar gibt es, an der Menge gemessen, dieses Mal etwas weniger Neuerungen an der WebExtension-Front, das bedeutet aber nicht den Anfang eines Trends. Ganz im Gegenteil: Die nächste Firefox-Version, Firefox 63, wird aus WebExtension-Sicht der größte Release seit Firefox Quantum (Version 57) werden.

Neu in Firefox 62: Die Einstellungen von Erweiterungen, welche ein Symbol in die Navigations-Symbolleiste oder Adressleiste hinzufügen, können nun auch per Kontextmenü erreicht werden (Rechtsklick → Erweiterung verwalten).

Versteckte Tabs, eine mit Firefox 61 für Erweiterungen neu eingeführte Möglichkeit, lassen sich nun auch über das Pfeil-Menü in der Tab-Leiste erreichen. Auch das Chronik-Menü wurde um einen Zugangspunkt für versteckte Tabs erweitert.

Für Sidebars gibt es eine neue Option, welche festlegt, ob die Sidebar nach Installation der Erweiterung automatisch aktiviert werden soll oder nicht, bisher war dies immer der Fall. Weiter können WebExtensions nun Details von TLS-Zertikaten auslesen, was neue Sicherheits-Erweiterungen ermöglicht. Eigenschaften von Symbolen in der Navigations-Symbolleiste, wie Titel, Badge oder Popup können jetzt auch auf einer Pro-Fenster-Basis festgelegt werden. WebExtension-Themes können ab sofort auch die Farbe der Tab-Separatoren festlegen. Außerdem wird nicht länger die „theme“-Berechtigung benötigt, um das aktuell verwendete Design auszulesen. Das bedeutet, dass Erweiterungen nicht länger eine Berechtigung benötigen, wenn sie nur ihr eigenes Design an das vom Nutzer verwendete Firefox-Design anpassen wollen. Dazu kommen noch diverse andere kleine Verbesserungen.

Verbesserungen der Webplattform

Unterstützung für variable Schriften

Variable Schriften sind eine neue Technologie, welche große Vorteile bei der Verwendung von Schrift auf Webseiten bringt. Unterschiedliche Schriftbilder wie fette oder kursive Schrift benötigen bisher separate Schriftdateien, womit die Verwendung von Schriftarten immer ein Balance-Akt zwischen Darstellung und Webseiten-Performance war, da natürlich die Ladezeit der Webseite darunter leidet, je mehr Schriftarten geladen werden. Variable Schriften hingegen beinhalten zusätzliche Daten, welche die Generierung verschiedener Stile zur Laufzeit mit nur einer Schrift-Datei ermöglichen.

Mit Firefox 62 bekommt Firefox die Unterstützung für variable Schriften. Mit Firefox 63 werden die Entwickler-Werkzeuge um Funktionen für variable Schriften erweitert werden.

Sonstige Verbesserungen der Web-Plattform

Das CSS-Pseudoelement ::selection ist jetzt auch ohne -moz-Präfix verfügbar. Array.prototype.flat() und Array.prototype.flatMap() sind nun standardmäßig aktiviert. Navigator.registerProtocolHandler() ist nur noch in einem sicheren Kontext (z.B. HTTPS) ausführbar, die Unterstützung für navigator.registerContentHandler() wurde deaktiviert. Die Einstellung media.autoplay.enabled in about:config kontrolliert nun auch Audio-Elemente und nicht länger nur Video-Elemente.

Weitere Informationen zu Verbesserungen der Web-Plattform in Firefox 62 finden sich in den MDN web docs.

Neuerungen für Webentwickler

Inspektor-Werkzeug nun dreispaltig

Das Inspektor-Werkzeug hat standardmäßig nun drei statt nur zwei Spalten. Konkret wurde das Regeln-Panel aus der zweiten Spalte in eine eigene Spalte ausgelagert, was das Leben von Entwicklern vereinfacht, da man die Regeln nun parallel zum Box-Modell, den berechneten Werten oder Schriftarten offen haben kann. Per Schaltfläche kann aber jederzeit wieder zur zweispaltigen Ansicht gewechselt werden.

Firefox 62

CSS Shape Editor

Ein neuer CSS Shape Editor erlaubt die visuelle Bearbeitung von Shapes für die Verwendung in clip-path und shape-outside. Eine ausführliche Beschreibung zur Verwendung dieses Tools gibt es in den MDN web docs.

Firefox 62

Graphical Command Line Interface entfernt

Mittels Shift + F2 konnte bisher das sogenannte Graphical Command Line Interface, kurz: GCLI, aktiviert werden. Dabei handelte es sich um eine Art Kommandozeile, über welche bestimmte Kommandos ausgeführt werden konnten. Dieses Werkzeug wurde jedoch kaum genutzt, manche Optionen haben außerdem schon gar nicht mehr funktioniert. Aber mit der Entfernung des GCLI sind nicht alle Optionen verschwunden. So wurde für den Neustart des Browsers stattdessen ein Shortcut implementiert, welcher über die Browserkonsole ausgeführt werden kann (Strg + Alt + R), das Screenshot-Kommando steht nun mit diversen Parametern als „:screenshot“ in der Webkonsole zur Verfügung.

Sonstige Neuerungen für Webentwickler

Zu den Optionen, die Entwicklerwerkzeuge unten (Standard), am rechten Fensterrand oder in einem eigenen Fenster anzuzeigen, gibt es nun auch die Möglichkeit, die Entwicklerwerkzeuge am linken Fensterrand anzuzeigen. Die Split-Konsole (welche bei aktivierten Entwicklerwerkzeugen durch Drücken von ESC geöffnet wird) besitzt nun eine Schließen-Schaltfläche, so dass sie auch dann geschlossen werden kann, wenn man diese versehentlich geöffnet hat und nicht weiß, wie man sie wieder schließt. Im Cookie-Tab des Netzwerk-Panels wird jetzt auch das samesite-Attribut angezeigt.

Verbesserungen gab es auch beim CSS Grid Editor und beim in Firefox 61 neu eingeführten Werkzeug für Barrierefreiheit. Außerdem funktioniert der Responsive Design Modus nun auch in Tab-Umgebungen.

Weitere Informationen zu Änderungen für Webentwickler in Firefox 62 finden sich in den MDN web docs.

Neue Enterprise Policies

Mit Firefox 60 hat Mozilla die sogenannte Enterprise Policy Engine eingeführt, welche vor allem Unternehmen eine einfache Anpassung von Firefox via GPO (Windows) oder eine policies.json-Datei (alle Betriebssysteme) erlaubt.

Die folgenden Möglichkeiten, welche bereits seit Firefox ESR 60.o unterstützt worden sind, werden nun auch in der Mainstream-Version von Firefox unterstützt: Startseite festlegen, Anzeige einer separaten Suchleiste, Erweiterungen installieren, deinstallieren oder sperren, Webseiten blockieren, integrierte Authentifizierung konfigurieren, Firefox-Updates deaktivieren, Installation und Updates von System-Erweiterungen deaktivieren, Telemetrie deaktivieren, Seite überschreiben, die beim ersten Start erscheint, Seite mit den Neuerungen überschreiben, die nach einem Update erscheinen kann.

Die folgenden Möglichkeiten sind ganz neu dazu gekommen und werden ab Firefox 62 sowie Firefox ESR 60.2 unterstützt: Berechtigungen für Standort, Kamera, Mikrofon und Benachrichtigungen konfigurieren, Abweichende Server-URL für Firefox-Aktualisierungen, Hardwarebeschleunigung deaktivieren.

Tipp: Mit dem Enterprise Policy Generator wird die Konfiguration von Firefox zum Kinderspiel. Die vor wenigen Tagen erschienene Version 4.0 ist bereits für Firefox 62 sowie Firefox ESR 60.2 angepasst und macht das Finden der gesuchten Optionen noch einfacher.

Sandboxing für AutoConfig

Eine weitere Option im Unternehmens-Umfeld hört auf die Bezeichnung AutoConfig. Darüber können sämtliche Einstellungen verändert werden, welche auch über about:config erreicht werden können. Bisher war hierüber auch Scripting möglich, weswegen AutoConfig auch die Grundlage für sogenannte User-Scripts war. Mit dem mit Firefox 62 eingeführten Sandboxing kann nur noch die dokumentierte API genutzt werden, User-Scripts sind damit nicht mehr möglich. Das AutoConfig-Sandboxing existiert nur in stabilen Firefox-Versionen, nicht in Firefox ESR und auch nicht in Vorab-Versionen von Firefox.

Feld für Lesezeichen-Beschreibungen entfernt

Das Feld für Lesezeichen-Beschreibungen in der Bibliothek wurde entfernt. Diese Funktion wurde in der Vergangenheit nur von einem Bruchteil der Nutzer genutzt, hatte aber negative Performance-Auswirkungen für alle Nutzer. Nutzer, welche diese Funktion genutzt haben, können die Beschreibungen immer noch über einen Export der Lesezeichen als HTML oder JSON sichern. In Firefox 62 wurde nur das sichtbare Feld zum Bearbeiten entfernt, um Nutzern eine Gelegenheit zur Sicherung zu geben. Die Beschreibungen selbst werden dann mit einem der kommenden Updates gelöscht werden.

Optionale Features

Multi-Tab-Management

Bislang kann immer nur maximal ein Tab gleichzeitig verschoben oder geschlossen werden. Mozilla arbeitet an einer neuen Fähigkeit für Firefox, welche es erlaubt, mit mehreren Tabs gleichzeitig zu interagieren. In Firefox 62 ist das Multi-Tab-Management noch nicht fertig, lässt sich aber bereits aktivieren und teilweise testen. Dazu muss über about:config der Schalter browser.tabs.multiselect per Doppelklick auf true gesetzt werden. Dann können mehrere Tabs mit gedrückter Strg-Taste (macOS: Cmd) markiert und per Kontextmenü gleichzeitig zum Beispiel geschlossen oder stumm geschaltet werden. Eine standardmäßige Unterstützung ist derzeit für Firefox 64 geplant.

Sonstige Neuerungen in Firefox 62

Mozilla hat die Algorithmen für Vorschläge in der Adressleiste verbessert. Updates von System-Erweiterungen sind nicht länger an Firefox-Updates gekoppelt und können unabhängig voneinander deaktiviert werden. Defekte favicons.sqlite-Datenbanken kann Firefox nun erkennen und ggfs. durch Neu-Generierung reparieren. Die Flash-Sandbox unter Windows wurde um ein Level verschärft. Für Apple macOS wurde eine erste Version der Flash-Sandbox implementiert. In den Firefox-Einstellungen bei den gespeicherten Webseiten-Daten werden in der Spalte für „zuletzt verwendet“ relative Zeitangaben (z.B. „vor 34 Minuten“) verwendet. Die Performance vom Verschieben und Kopieren von Lesezeichen wurde erheblich verbessert. Außerdem wurde ein Problem mit Animationen auf Webseiten behoben, welches zu einer erhöhten CPU-Auslastung führen konnte. Schließlich wurde die Voraussetzung geschaffen, um Lightweight Themes zu neuen WebExtension-Themes aktualisieren zu können.

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