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Mozilla entfernt Feed-Unterstützung aus Firefox

Was sich schon vor Monaten angedeutet hat, ist nun offiziell: Mozilla wird die Feed-Unterstützung aus Firefox entfernen. Geplant ist die Entfernung für Firefox 63 oder Firefox 64.

Firefox bietet seit vielen Jahren die Unterstützung von Feeds über den RSS- oder Atom-Standard. Seit fast genauso vielen Jahren wurde an dieser Unterstützung allerdings auch nichts mehr verbessert. Die von Mozilla geplante Entfernung der Feed-Unterstützung dürfte in dieser Form also kaum einen nennenswerten Verlust darstellen. Wer Feeds nutzt, nutzt vermutlich sowieso schon eine bessere Lösung dafür.

Worum geht es? Viele Webseiten stellen ihre News auch über einen sogenannten News-Feed bereit. Dieser kann von einer Software abonniert werden, so dass der Anwender keine Nachrichten seiner Lieblings-Webseiten mehr verpasst. Firefox war noch nie ein vollwertiger Feed-Reader. Zumindest erkennt Firefox aber, wenn eine Webseite einen oder mehrere Feeds bereitstellt, und signalisiert dies über einen entsprechenden Button, der standardmäßig allerdings nicht Teil der Firefox-Oberfläche ist, sondern vom Nutzer manuell hinzugefügt werden muss. Per Klick darauf gelangt der Anwender zu einer Oberfläche zum Abonnieren des Feeds. Dazu kann eine externe Anwendung ausgewählt werden oder man erstellt ein sogenanntes dynamisches Lesezeichen. Dabei handelt es sich um einen speziellen und sich selbst aktualisierenden Lesezeichen-Ordner, dessen Lesezeichen die neuesten Feed-Einträge sind. Keine Uhrzeit, keine Zusammenfassung, ausschließlich der Titel der News wird ausgegeben.

Die zu Grunde liegende Technologie RSS respektive Atom ist schon ziemlich in die Tage gekommen, was den praktischen Nutzen aber kein bisschen schmälert. Nichtsdestominder nimmt die Popularität von Feeds seit Jahren immer weiter ab. Dies bestätigt sich auch in den Telemetrie-Daten von Firefox. Demnach nutzen 99,9 Prozent der Firefox-Nutzer die Feed-Features von Firefox nicht.

Wieso lässt man die Funktionalität nicht einfach in Firefox? Das tut noch niemandem weh. Falsch! Die Feed-Komponente hat seit Jahren keine Pflege mehr erhalten. Alte und nicht mehr benötigte Plattform-Features, von denen die Feed-Implementierung abhängt, können nicht entfernt werden, solange diese noch genutzt werden. So nutzt der Feed-Reader beispielsweise einen ganz eigenen XML-Parser und nicht den, den Firefox sonst nutzt. Die technische Implementierung der Feed-Unterstützung in Firefox verkompliziert die allgemeine Lesezeichen-Implementierung außerdem nicht unerheblich – ein Bereich, in dem Mozilla derzeit sehr aktiv Verbesserungen vornimmt. Es gibt Probleme mit der Synchronisation der dynamischen Lesezeichen und auf Android sowie iOS existiert dieses Konzept überhaupt nicht.

Damit die Feed-Komponente eine Zukunft hätte, müsste diese komplett neu entwickelt werden. Und dies erfordert Ressourcen, die Mozilla nicht für Dinge aufbringen kann, welche gerade mal für 0,1 Prozent der Nutzer von Interesse sind. Und Hand auf’s Herz, eine Neuentwicklug der bisherigen Unterstützung wäre auch nicht lohnenswert. Feed-Reader, ob in Form einer Erweiterung oder eines Online-Dienstes, gibt es wie Sand am Meer und die meisten davon bieten mehr Nutzen als die bisherige Unterstützung in Firefox. Eine Neuimplementierung in Firefox hätte nur dann Sinn, wenn die Neuentwicklung irgendeinen Mehrwert bieten würde. Und das erhöht den notwendigen Aufwand, den Mozilla investieren müsste, noch einmal erheblich.

Was passiert mit bestehenden dynamischen Lesezeichen? Sobald Mozilla die Unterstützung für dynamische Lesezeichen entfernt, wird Mozilla die Details dieser in eine OPML-Datei exportieren, welche von anderen Feed-Readern, einschließlich WebExtensions für Firefox, importiert werden kann. Die dynamischen Lesezeichen selbst werden zu normalen Lesezeichen konvertiert, allerdings nicht zur Feed-Adresse, sondern nur regulären Adresse, sofern bekannt. Fehlt diese Information, wird das dynamische Lesezeichen gelöscht. Außerdem wird Firefox, wenn es soweit ist, die Änderung kommunizieren und Optionen vorschlagen, die Feeds weiterhin zu nutzen.

Auch wenn nicht viel für Firefox als Programm zur Feed-Nutzung spricht, so mag es natürlich auch hier wieder Nutzer geben, die unzufrieden sind. Und so doof man die Entfernung auch finden mag, so wenig kann man Mozilla für seine Migrations-Strategie kritisieren. Denn dass sich Mozilla trotz der feststehenden Entfernung so viele Gedanken darum macht, wie die Nutzer, obwohl es gerade mal 0,1 Prozent aller Nutzer überhaupt betrifft, weiterhin Feeds nutzen können, ist alles andere als selbstverständlich.

Die Entfernung der Feed-Unterstützung wird in Firefox 63 oder Firefox 64 erfolgen. Firefox 63 erscheint aller Voraussicht nach am 23. Oktober 2018, Firefox 64 am 11. Dezember 2018.

Der Beitrag Mozilla entfernt Feed-Unterstützung aus Firefox erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

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