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Mozilla veröffentlicht Firefox 55 mit sehr vielen Neuerungen

Mozilla hat Firefox 55 veröffentlicht. Firefox 55 ist nicht nur der erste Desktop-Browser auf dem Markt mit Unterstützung für Virtuelle Realität (VR), Firefox 55 bringt außerdem signifikante Performance-Verbesserungen und legt damit den Grundstein für den großen Firefox 57-Release Ende des Jahres. Außerdem neu dabei: Firefox Screenshots, der neue Mozilla-Dienst für Bildschirm-Fotos. Dieser Artikel fasst die relevantesten Änderungen der neuen Version von Firefox für den Desktop zusammen.

Acht Wochen sind seit der Veröffentlichung von Firefox 54 vergangen. Nun steht mit Firefox 55 ein neues Feature-Update zum Download bereit. Firefox 55 bringt viele Verbesserungen. Doch auch Vorsicht ist geboten: mit Firefox 55 geöffnete Firefox-Profile sind nicht kompatibel zu älteren Firefox-Versionen. Dazu mehr am Ende des Artikels.

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Mehr Sicherheit für Firefox-Nutzer

Geschlossene Sicherheitslücken

Auch in Firefox 55 hat Mozilla wieder zahlreiche Sicherheitslücken geschlossen, worunter auch einige sind, welche von Mozilla als besonders kritisch eingestuft werden. Alleine aus Gründen der Sicherheit ist ein Update auf Firefox 55 daher für alle Nutzer dringend empfohlen.

Priorisierung von HTTPS gegenüber HTTP

Bei der Eingabe von Domains in die Adressleiste bevorzugt Firefox nun automatisch die HTTPS-Variante gegenüber einer HTTP-Variante, sofern beide Varianten vorgeschlagen werden.

Geolocation-API nur noch im sicheren Kontext

Die Geolocation-API kann von Webseiten genutzt werden, um den aktuellen Standort des Nutzers zu ermitteln – immer nur bei ausdrücklicher Zustimmung des Nutzers. Firefox 55 erlaubt dies nur noch im sicheren Kontext, das heißt bei verschlüsselter Übertragung der Daten, also beispielsweise über https://,nicht länger über http://. Aber auch verschlüsselte WebSocket-Verbindungen (wss://) sowie lokale Ressourcen (wie http://localhost/ oder file://) werden als sicherer Kontext betrachtet.

Adobe Flash Player nicht länger standardmäßig aktiviert, nur noch via HTTP(S) und Blockierung unsicherer Inhalte

Mozilla wird Anfang 2020 die Unterstützung des Adobe Flash Players, dem letzten in Firefox unterstützten NPAPI-Plugin, einstellen. NPAPI-Plugins sind eine häufige Quelle für die Sicherheitsprobleme und Instabilitäten des Browsers. Doch bereits in Firefox 55 treten einige Einschränkungen in Kraft.

So ist der Adobe Flash Player nicht länger standardmäßig aktiviert, sondern wird im sogenannten Click-to-Play-Modus betrieben. Das heißt, dass das Plugin erst nach ausdrücklicher Bestätigung auf der Webseite aktiviert wird. Der Nutzer kann Firefox die Entscheidung, ob der Flash Player geladen werden soll oder nicht, pro Webseite merken lassen. Diese Änderung wird schrittweise zwischen August und September ausgerollt werden, zunächst für einen Teil der Nutzer und am Ende für alle Nutzer. Über den Add-on Manager von Firefox kann der Flash Player vom Nutzer wieder standardmäßig aktiviert werden.

Eine weitere Änderung ist, dass Flash-Inhalte nur noch über http:// sowie https:// geladen werden können. Mozilla hat die Flash-Unterstützung für andere Protokolle wie file:// für den Zugriff auf lokale Dateien oder ftp:// deaktiviert. Das alte Verhalten kann vorerst wiederhergestellt werden, indem über about:config der Schalter plugins.http_https_only per Doppelklick auf false gesetzt wird.

Außerdem hat Mozilla eine Option in den Add-on Manager integriert, um gefährliche Flash-Inhalte grundsätzlich zu blockieren. Diese Option ist standardmäßig aktiviert. Dazu pflegt Mozilla eine Liste von Webseiten, welche kein Flash mehr nutzen können.

Firefox 55 Flash-Einstellungen

Lokaler Dateizugriff in eigenem Prozess für mehr Sicherheit

Firefox 55 verwendet für den Aufruf lokaler Dateien via file://-Protokoll einen eigenen Prozess. Sollte durch ein Sicherheitsproblem ein Content-Prozess kompromittiert werden, kann dieser dadurch trotzdem nicht genutzt werden, um auf lokale Dateien zuzugreifen. Dieser spezielle Prozess besitzt ausschließlich Lese-Rechte auf dem System.

Firefox ist der erste Browser für Virtuelle Realität (VR)

Mozilla ist eine der treibenden Kräfte beim Thema Virtuelle Realität für den Browser. In diesem Sinne ist Firefox 55 auch der erste Desktop-Browser auf dem Markt, welcher mit Unterstützung für Virtuelle Realität ausgeliefert wird.

Wikipedia beschreibt Virtuelle Realität mit den folgenden Worten:

„Als virtuelle Realität, kurz VR, wird die Darstellung und gleichzeitige Wahrnehmung der Wirklichkeit und ihrer physikalischen Eigenschaften in einer in Echtzeit computergenerierten, interaktiven virtuellen Umgebung bezeichnet.“

Die VR-Unterstützung in Firefox 55 ist noch auf Windows als Betriebssystem limitiert. Außerdem muss eine 64-Bit-Version von Firefox genutzt werden. Die Unterstützung für andere Betriebssysteme wird folgen. Unterstützt werden sowohl Oculus Rift als auch OpenVR-Geräte wie das HTC Vive.

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Suchmaschinen-Symbole und Suchvorschläge in Adressleiste

Ab Firefox 55 sind die Suchmaschinen-Vorschläge standardmäßig für alle neuen Nutzer aktiviert. Firefox weist bei der Benutzung der Adressleiste auf das Feature hin und bietet darüber auch einen schnellen Weg in die Einstellungen, um das Feature zu deaktivieren. Für Nutzer, welche die Verwendung der Suchmaschinen-Vorschläge bereits in der Vergangenheit explizit abgelehnt haben, ändert sich nichts: für diese bleiben die Suchmaschinen-Vorschläge weiterhin deaktiviert.

Außerdem zeigt Firefox ab dieser Version die Symbole der Suchmaschinen, welche bislang bereits in die Suchleiste integriert waren, auch in der Adressleiste an.

Firefox 55 Adressleiste

Signifikante Performance-Verbesserungen

Mozilla hat die Sitzungswiederherstellung von Firefox 55 drastisch beschleunigt und dabei gleichzeitig den Speicherverbrauch spürbar gesenkt. Das betrifft vor allem Nutzer vieler Tabs. In einem Test ohne Internet-Verbindung (also nur für das Laden der Tabs) eines Firefox-Entwicklers mit 1.691 Tabs konnte die Startzeit von fast fünf Minuten auf nur noch 15 Sekunden reduziert werden, der Speicherverbrauch gleichzeitig von 2 GB auf 0,5 GB gesenkt werden.

Startzeit Firefox 55

RAM-Verbrauch Firefox 55

Auch darüber hinaus sind Performance-Verbesserungen zu erwarten. Mozilla hat im Rahmen des sogenannten Quantum-Projekts einen Quanten-Sprung hinsichtlich der Performance für Firefox 57 versprochen. Performance-Verbesserungen im Rahmen des Quantum-Projekts landen bereits seit Firefox 55 in Firefox und werden, sofern sie nicht mit größeren Projekten zusammenhängen, die noch nicht fertig sind, nicht bis Firefox 57 zurückgehalten, sondern verbessern bereits die Performance von Firefox 55 und Firefox 56.

Unter anderem nutzt Firefox nun auch bei deaktiviertem Tracking-Schutz die entsprechenden Tracking-Listen, um Tracking-Scripts zu identifizieren und deren Priorität in Hintergrund-Tabs zu senken. Im populären Speedometer v2-Benchmark erreicht Firefox 55 eine ca. 60 Prozent bessere Leistung als Firefox 54.

Firefox erhält Performance-Einstellungen

Mozilla hat in der Einstellungsoberfläche von Firefox einen Abschnitt für Performance-Einstellungen integriert. Standardmäßig ist die Option aktiviert, die empfohlenen Einstellungen zu verwenden. Wird der Haken entfernt, können benutzerdefinierte Einstellungen getroffen werden. Zum einen ist hier die Einstellung zur Aktivierung respektive Deaktivierung der Hardwarebeschleunigung hin verschoben worden. Außerdem gibt es an dieser Stelle eine komplett neue Einstellung, um die Anzahl der Content-Prozesse für die Multiprozess-Architektur von Firefox festzulegen (maximal sieben Content-Prozesse). Mehr Content-Prozesse können die Sicherheit sowie Reaktionsfreudigkeit und Stabilität verbessern, kommen aber mit dem Preis eines erhöhten Speicher-Verbrauchs. Mit sieben Content-Prozesse sollte Firefox bei durchschnittlicher Nutzung noch einen geringeren Speicher-Verbrauch als Google Chrome haben.

RAM-Verbrauch Firefox und Chrome

Nutzer von Windows 10 mit Anniversary Update erhalten außerdem eine Option zur Hardware-Beschleunigung des VP9-Codecs, um beim Betrachten von Videos die Auslastung der CPU zu reduzieren und im Falle eines mobilen Computers die Akku-Laufzeit zu verbessern.

Firefox Screenshots: Bildschirmfotos aufnehmen

Page Shot war ein Experiment im Rahmen von Test Pilot, welches mit Firefox 55 unter dem Namen Firefox Screenshots fest in den Browser integriert wird. Es handelt sich dabei um ein Werkzeug zur Aufnahme von Bildschirmfotos. Firefox Screenshots geht darüber hinaus, entweder nur den sichtbaren Bereich einer Webseite oder die komplette Webseite abzubilden. Stattdessen kann auch ein beliebiger Bereich der Webseite ganz einfach festgelegt werden, indem der gewünschte Bereich per Ziehen mit der Maus markiert wird.

Die Screenshots können entweder auf dem Computer gespeichert oder auf einen Mozilla-Server hochgeladen werden, der unter screenshots.firefox.com erreichbar ist, wo die Bilder standardmäßig nach 14 Tagen automatisch gelöscht werden. Daneben können auch zehn Minuten, eine Stunde, ein Tag, eine Woche, ein Monat sowie unendlich lange als Lebenszeit eingestellt werden. Natürlich ist auch ein manuelles Löschen der Bilder möglich. Auch ein direktes Teilen über Facebook, Twitter, Pinterest oder per E-Mail ist per Klick möglich.

Firefox Screenshots in Firefox 55

Firefox Screenshots in Firefox 55

Der Nutzer hat jederzeit Zugriff auf alle seine hochgeladenen Bilder und kann diese löschen. Firefox Screenshots ist zunächst nur für einen Teil der Nutzer aktiviert und wird nach und nach für weitere Nutzer aktiviert werden.

Verbesserter Installations- und Update-Prozess

Für Windows bietet Mozilla zwei unterschiedliche Installationspakete von Firefox an: vollständige Installationspakete sowie die sogenannten Stub Installer, welche standardmäßig über die Mozilla-Webseite angeboten werden. Diese sind nur wenige hundert KB klein, laden Firefox erst bei Ausführung herunter und verbinden den Download mit der Installation in einem einzigen Schritt.

Der Stub Installer wählt bei Nutzung eines 64-Bit-Betriebssystems mit mindestens 2 GB RAM nun automatisch die 64-Bit-Version von Firefox aus.

Außerdem wurde die Update-Oberfläche modernisiert, welche angezeigt wird, wenn der Browser acht Tage nach dem Download eines Updates noch nicht neugestartet wurde oder für Nutzer, welche automatische Updates deaktiviert haben.

Verbesserungen der Erweiterungs-Plattform

Einfache Unterscheidung zwischen Legacy-Erweiterung und WebExtension

Mit Firefox 57 verabschiedet sich Mozilla von alten Erweiterungs-Architekturen und wird nur noch WebExtensions unterstützen. Firefox zeigt im Add-on Manager nun an, wenn eine Erweiterung noch eine alte Erweiterungs-Architektur nutzt. Dies kann dabei helfen, frühzeitig nach Alternativen Ausschau zu halten. Wichtig: die Kennzeichnung einer Erweiterung als Legacy-Erweiterung zu diesem Zeitpunkt bedeutet nicht, dass es nicht rechtzeitig ein WebExtension-Update für die jeweilige Erweiterung geben wird. Bis zum Erscheinen von Firefox 57 sind es noch knapp 14 Wochen.

Firefox 55 Legacy Add-ons

Berechtigungs-System für WebExtensions

Für die Entwickler von Firefox-Erweiterungen, sogenannter WebExtensions, gibt es natürlich auch wieder einige Neuerungen in Firefox 55. Eines davon ist die Einführung eines Berechtigungs-Systems inklusive optionaler Berechtigungen.

Berechtigungen kennt man vor allem von App-Installationen auf Smartphones. Vor der Installation einer App wird der Nutzer darüber informiert, welche Berechtigungen die App anfragt. Werden bestimmte Berechtigungen nicht angefragt und vom Nutzer dementsprechend auch nicht akzeptiert, dann kann die App entsprechende Tätigkeiten auch nicht durchführen.

Optionale Berechtigungen erlauben es, bestimmte Berechtigungen nur dann anzufordern, wenn der Nutzer eine bestimmte Funktion nutzen will. So müssen nicht für alle Nutzer alle Berechtigungen angefordert werden. Ein Beispiel dafür liefert die Vorschau auf die WebExtension-Version von New Tab Override.

Das Berechtigungs-System gibt dem Nutzer mehr Kontrolle darüber, was Add-ons dürfen und was nicht.

Firefox 55 WebExtension-Berechtigungen

Weitere Verbesserungen für WebExtension-Entwickler

Zahlreiche API-Erweiterungen bringen viele neue Möglichkeiten für die Entwicklung von WebExtensions. Darunter auch die Möglichkeit, die Startseite zu überschreiben, sowie eine erste Implementierung der neuen Theming-API zur Änderung der Oberfläche von Firefox. Die Möglichkeiten der Theming-API sind noch sehr eingeschränkt, aber ein Anfang. Erwähnenswert ist auch, dass es diverse Performance-Optimierungen für WebExtensions gab. Einen detaillierten Überblick über alle neuen APIs und API-Erweiterungen gibt es in diesem Blog-Artikel von Mozilla.

Verbesserungen der Webplattform

Neue JavaScript-Features

JavaScript ist eine Implementierung des sogenannten ECMAScript-Standards. Im Endeffekt ist die Implementierung von Features des ECMAScript-Standards damit gleichbedeutend mit der Unterstützung neuer JavaScript-Features. Bei der Implementierung neuer Features des ECMAScript-Standards hat Mozilla in den letzten Monaten große Fortschritte gemacht. Bei der Implementierung von ECMAScript 2016 sowie dem aktuellen Entwurf des ECMAScript 2017-Standards, auf kangax.github.io als 2016+ zusammengefasst, erreicht Firefox nun 100 Prozent (Firefox 54: 89 Prozent) und setzt sich damit gemeinsam mit Apple und Safari 11 an die Spitze der Browser.

Sonstige Verbesserungen der Webplattform

Ab sofort werden Stereo-Mikrophone bei Verwendung von WebRTC unterstützt. Zusätzliche Highlights sind die Unterstützung der Intersection Observer API und der requestIdleCallback API. Weitere Neuerungen für Webentwickler lassen sich in den MDN Web Docs nachlesen.

Neuerungen für Webentwickler

Mozilla hat das Speicher-Panel für den Zugriff auf Cookies, Local Storage und andere Speicher-Technologien standardmäßig aktiviert. Im „Netzwerkanalyse“-Panel können nun die sichtbaren Spalten individuell per Kontextmenü aktiviert respektive deaktiviert werden. Der neue Debugger (auf Grundlage von HTML, React und Redux anstelle von XUL) ist nun für die Browser-Werkzeuge standardmäßig aktiviert.

Sonstige Neuerungen von Firefox 55

Position der Sidebars kann geändert werden

Mozilla hat eine neue Option zur Anpassbarkeit von Firefox implementiert. Bisher waren Sidebars immer fix auf der linken Seite des Browser-Fensters, nun kann der Nutzer frei wählen, ob er die Sidebars lieber links oder rechts hätte.

Firefox 55 Sidebar-Position

macOS: Tastatur-Kommandos können geändert werden

Nutzer von Apple macOS können über die System-Einstellungen des Betriebssystems Tastatur-Shortcuts ändern.

Separate Darstellung von System-Add-ons

Firefox besitzt auf der Seite about:support eine Auflistung aller installierten Erweiterungen. Bisher wurden dabei vom Nutzer installierte Erweiterungen sowie System-Add-ons in einer gemeinsamen Liste angezeigt. Ab Firefox 55 bringen getrennte Listen mehr Übersicht, System-Addons werden dabei als Firefox-Funktionen bezeichnet.

Firefox 55 System-Add-ons

Sonstige Neuerungen

Mozilla hat das Drucken aus der Leseansicht heraus verbessert. Die Einstellung privacy.resistFingerprinting in about:config aktiviert weitere Privatsphäre-Anpassungen aus dem Tor-Browser. In den vergangenen Monaten hat Mozilla zahlreiche Patches aus dem Tor-Browser, welcher auf Firefox basiert, direkt in Firefox integriert. Den in Rust geschriebenen MP4-Parser hat Mozilla nun auch unter Linux aktiviert. Das Design von about:debugging wurde optisch überarbeitet und zeigt für temporär installierte Add-ons nun außerdem auch den Ort auf dem Dateisystem an.

Firefox 55 about:debugging

Favicons speichert Firefox ab sofort in einer eigenen Datei, was auch der Grund ist, wieso in Firefox 55 genutzte Profile nicht mit älteren Firefox-Versionen genutzt werden sollten, da ältere Firefox-Versionen diese Datenbank nicht kennen und gespeicherte Favicons daraus nicht lesen können.

Die Seite about:sync-tabs, welche bei der Nutzung von Firefox Sync synchronisierte Tabs anzeigt, wurde entfernt. Es gibt diverse andere Zugriffspunkte für den Zugriff auf synchronisierte Tabs, wie beispielsweise die entsprechende Sidebar. Im Downloads-Panel zeigt Firefox nun auch die Dateigröße abgeschlossener Downloads an.

Optionale Features

Neue Struktur der Firefox-Einstellungen plus Such-Funktion

Mozilla hat die Struktur der Firefox-Einstellungen, basierend auf dem Feedback der Nutzer, überarbeitet. Diese Änderung ist standardmäßig in Firefox 55 allerdings deaktiviert, da die Struktur, basierend auf weiterem Nutzer-Feedback, nochmals für Firefox 56 verändert worden ist. Mit der neuen Erweiterungs-Struktur wird auch eine Überprüfung auf neue Firefox-Versionen in die Einstellungs-Oberfläche integriert. Aktiviert kann die „Zwischen-Version“ der Einstellungsoberfläche werden, indem über about:config der Schalter browser.preferences.useOldOrganization per Doppelklick auf false gesetzt wird.

Die neue Struktur ist auch Voraussetzung für ein weiteres in Firefox 55 standardmäßig deaktiviertes Feature: eine Suchfunktion für Einstellungen. Hierfür muss der Schalter browser.preferences.search auf true gesetzt werden. Die Suchfunktion kann nur gemeinsam mit der neuen Einstellungs-Struktur genutzt werden. Beide Neuerungen sind für Firefox 56 geplant.

Firefox 55 Einstellungen Suche

Vorsicht: Keine Profil-Downgrades unterstützt

Firefox speichert alle nutzerbezogenen Daten wie Lesezeichen, Chronik, Erweiterungen und noch einiges mehr in einem sogenannten Profil. Startet man unterschiedliche Versionen von Firefox, dann greift Firefox standardmäßig immer auf das gleiche Firefox-Profil zurück. Wer jedoch verschiedene Firefox-Versionen gleichzeitig nutzt, sollte für jede dieser Versionen ein eigenes Firefox-Profil nutzen. Denn manchmal gibt es Änderungen an der Struktur der Daten, die im Profil gespeichert werden. Firefox führt dann bei einem Update eine Migration der Daten durch, so dass es zu keinem Datenverlust kommt. Umgekehrt funktioniert dies aber nicht. Wer zuerst eine neuere und dann eine ältere Version von Firefox startet, führt nichts anderes als ein Downgrade des Browsers durch – ein Szenario, welches von Firefox noch nie offiziell unterstützt worden ist und bereits das eine oder andere Mal in der Vergangenheit für Probleme gesorgt hat.

Auch im Falle von Firefox 55 ist dies so: wird ein Firefox-Profil mit Firefox 55 gestartet und später mit einer älteren Firefox-Version genutzt, ist mit Problemen wie mit verschwundenen Favicons zu rechnen.

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