Andreas Gal hat gestern ein neues Projekt vorgestellt: pdf.js. Ziel des Projektes ist es, PDF-Dateien im Browser selbst zu rendern. Bisher gibt es schon die Möglichkeit, ein Plugin zu laden und das im Browser-Fenster darzustellen. Firefox bindet dafür den Adobe Reader ein, Google Chrome verwendet ein eigenes PDF-Plugin. pdf.js geht allerdings darüber hinaus und verwendet JavaScript+HTML+CSS+Canvas(+SVG), den Webstack, um PDFs ohne Plugins direkt vom Browser selbst zu rendern.
Das hat mehrere Vorteile, am schwersten wiegt wohl der Sicherheitsvorteil: Da kein externes Plugin mehr geladen muss, wird eine PDF-Datei nicht anders behandelt als eine HTML-Datei, mit all den Sicherheitsvorkehrungen, die die Browser dafür zur Verfügung stellen. Zum anderen bedeutete das eine erhebliche Geschwindigkeitssteigerung: Es muss kein Adobe Reader und auch kein anderes Plugin mehr gestartet werden, alles was zum Darstellen von PDFs nötig ist, die Rendering-Engine, ist bereits geladen.
Derzeit sieht die Roadmap vor, innerhalb von 3 Monaten die meisten PDFs im Internet mit pdf.js darstellen zu können. Dazu wird es demnächst eine Firefox-Erweiterung geben, aber im Endeffekt soll pdf.js die PDF-Darstellung im Firefox übernehmen. Das Projekt ist noch sehr jung, seit einem Monat wird erst entwickelt, aber ein erstes, sehr frühes Ergebnis kann man sich in einem modernen Browser schon jetzt hier anschauen.
pdf.js ist wie alle Mozilla-Projekte Open Source, und erklärtes Ziel ist es, diese Lösung nicht nur für Mozilla nutzbar zu machen, sondern auch für andere Browser und Webapplikation. Dazu steht der Quelltext unter einer sehr liberalen BSD-Lizenz. Der Code liegt auf GitHub, die Dokumentation findet sich im Mozilla-Wiki und die Diskussion findet in #pdfjs im IRC statt.