LG: Firefox OS Smartphone im November

Mit LG betritt der nächste Hersteller nach Geeksphone, ZTE und TCL Alcatel den Markt der Firefox OS-Smartphones. Im November soll es bereits soweit sein.

LG Electronics hatte bereits auf dem Mobile World Congress 2013 im Februar angekündigt, das Firefox OS-Projekt zu unterstützen. Vor zwei Monaten hatte ein LG-Manager ein solches Smartphone für das erste Quartal 2014, wahrscheinlich für Bulgarien, in Aussicht gestellt. Nach einem aktuellen Bericht von Korea IT News könnte LG bereits im November den Markt betreten. Genauere Informationen sind noch nicht bekannt, außer dass es einmal mehr Telefónica sein wird, welche das Gerät vertreiben werden, genauer in Zentral- und Südamerika.

Mozilla denkt über neues Release-Modell für Firefox nach

Nach der Veröffentlichung von Firefox 4 hat Mozilla ein neues Rapid Release Modell eingeführt, welches die Veröffentlichung neuer Firefox-Versionen alle sechs Wochen vorsieht, nachdem diese zuvor jeweils sechs Wochen als Nightly, Aurora und schließlich Beta entwickelt worden sind. Mozilla denkt nun über ein optimiertes Release-Modell nach.

Das Rapid Release-Modell hat der Entwicklung von Firefox nach anfänglichen Schwierigkeiten ohne jede Frage gut getan. Firefox hat sich in vielen Bereichen wieder zu einem Top-Browser entwickelt, Neuerungen werden schnell an den Mann respektive die Frau gebracht. Derzeit ist es so, dass neue Firefox-Versionen zunächst sechs Wochen lang als Nightly-Version in Entwicklung sind, ehe sie sechs Wochen als Aurora- und dann sechs Wochen als Betaversion reifen. Das entspricht einem 18-Wochen-Zyklus (3 x 6 Wochen) für die Entwicklung mit einer Lebenszeit von sechs Wochen pro Veröffentlichung. Auch der neue Vorschlag sieht einen 18-Wochen-Zyklus (2 x 9 Wochen) für die Entwicklung vor, bei welchem Aurora und Beta teilweise parallel laufen, die Lebenszeit finaler Firefox-Versionen erhöht sich dabei auf neun Wochen. Mozillas Manager des Release Management-Teams, Alex Keybl, nennt dieses Modell Coupled Train Model.

Hintergrund des Vorschlags ist, dass man seitens des Release Managements der Ansicht ist, dass die Aurora-Versionen keinen besonders guten Gebrauch der vollen sechs Wochen in jedem Entwicklungszyklus machen. Die meisten Probleme würden in der ersten Woche nach dem Merge behoben und auch die für die Betaphase kritischen Probleme werden innerhalb weniger Tage behoben. Die Qualität der Aurora-Versionen ist im Allgemeinen schon sehr hoch und neuer Code soll so schnell wie möglich an so viele Nutzer wie möglich gebracht werden. Daher möchte man neue Versionen stattdessen mehr als nur sechs Wochen in der Betaphase haben.

Das vorgeschlagene Modell sieht aber nicht einfach nur eine Verkürzung der Aurora- und Verlängerung der Betaphase vor. Stattdessen sollen diese teilweise sogar parallel mit derselben Versionsnummer laufen und neue Versionen nur noch alle neun Wochen veröffentlicht werden. Im Detail sieht das wie folgt aus:

Statt erst am Ende der Woche eines neues Major-Releases werden neue Aurora-Updates bereits am Tag nach der Veröffentlichung einer finalen Version aktiviert. Sobald kritische Probleme in den Aurora- und Release-Versionen behoben worden sind, Mozilla nennt hier einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen, soll es bereits Betaversionen geben. Die Aurora-Versionen werden dabei allerdings parallel weiterlaufen und im Gegensatz zur Beta zusätzlich experimentelle Fixes erhalten beziehungsweise aktivierte Features, welche in der Beta-Version deaktiviert sind. Neun Wochen nach dem Merge von Nightly zu Aurora soll dann die finale Version erscheinen. Die Beta-Version behält noch ein bis zwei Wochen nach Veröffentlichung der finalen Version ihre Versionsnummer. Auf Grundlage dieser Betaversion können dann Patches für außerplanmäßige Updates in dieser Zeit getestet werden. Die für den Endanwender relevanteste Änderung des Ganzen wäre wohl, dass sich die Lebenszeit der finalen Versionen von sechs auf neun Wochen erhöht. Ein Vorteil für Entwickler bei diesem neuen Modell wäre, dass diese sich neben der jeweils aktuellen Version nur noch auf zwei künftige Versionen fokussieren müssen und nicht mehr auf drei.

Es sei an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um einen Vorschlag handelt, der noch nicht in Stein gemeißelt ist. Davor gibt es noch verschiedene Dinge zu klären, beispielsweise wann in diesem Modell der String-Freeze für Übersetzungen oder der API-Freeze für Add-on-Entwickler ist, oder inwiefern Firefox OS davon betroffen wird. Auch ein Beginn für das neue Release-Modell steht noch nicht fest, der aktuelle Vorschlag geht von Firefox 30 aus.

Firefox OS erfolgreich in Venezuela und Kolumbien

Seit August sind Smartphones mit Firefox OS in Venezuela und Kolumbien verfügbar. Telefónica hat nun über die Verkäufe gesprochen, welche sich in jedem Fall als Erfolg für Firefox OS bezeichnen lassen können. Auch die Software-Updates sind ein Thema.

Telefónica vertreibt seit dem 1. August Smartphones mit Firefox OS in Venezuela und Kolumbien. Das Portal CNET hat ein Interview mit Yotam Ben-Ami von Telefónica geführt. In diesem Interview spricht Ben-Ami auch über die Verkäufe von Firefox OS. Konkrete Zahlen möchte er nicht preisgeben, verrät aber, dass Firefox OS aktuell über 12 Prozent der Smartphone-Verkäufe in Venezuela und knapp 9 Prozent in Kolumbien ausmache.

Auf die Frage, wie realistisch die Chance sei, dass Firefox OS etwas auf dem Mobilmarkt bewirken könne, welcher von Android und iOS dominiert wird, erklärt Ben-Ami, dass Smartphones weltweit noch immer erst zu 20 Prozent verbreitet seien und in bestimmten Gebieten Google und Apple auch gar keine dominante Position einnehmen, so sei beispielsweise Blackberry in manchen Gebieten noch sehr präsent. Darum glaube er daran, dass es noch reichlich Raum gebe, Einfluss auf diesem Gebiet zu nehmen. Diese Antwort passt zu Mozillas Strategie, sich mit Firefox OS zunächst einmal verstärkt auf Länder konzentrieren zu wollen, in welchen Smartphones noch nicht sehr stark verbreitet sind.

Ein weiteres Thema, welches in dem Interview angesprochen wird und an dieser Stelle angerissen werden soll, sind die Software-Updates. Die Sorge, dass die Geräte nicht lange Updates erhalten werden, ist natürlich berechtigt, wenn man sich mal ansieht, wie das bei Android abläuft. Darum wurde Ben-Ami gefragt, ob man diese Sorgen auch bei Firefox OS haben müsse und wie lange Telefónica die Software unterstützen wird. Darauf antwortete er, dass es strategisch unumgänglich für Telefónica sicherzustellen sei, dass die Kunden die aktuellste Version von Firefox OS bekommen. Telefónica möchte darum dafür sorgen, dass die Kunden immer die neuste Version in ihren Händen halten. Mozilla veröffentlicht neue Versionen von Firefox OS alle drei Monate.

Mozilla Summit 2013 in Brüssel

Vom 4. bis zum 6. Oktober fand in diesem Jahr der Mozilla Summit 2013 in Brüssel, Santa Clara und Toronto statt. Wie schon beim letztjährigen MozCamp in Warschau war ich auch dieses Mal wieder vor Ort.

Die MozCamps und Mozilla Summits sind eine tolle Gelegenheit, Mitglieder der weltweiten Mozilla-Gemeinschaft, sowohl bezahlt als auch freiwillige Helfer, sowohl bekannte als auch neue Gesichter, zu sehen. Die Teilnahme an einem solchen Event erfordert eine Einladung von Mozilla und so habe ich mich natürlich gefreut, auch in diesem Jahr wieder teilnehmen zu dürfen.

Der Mozilla Summit 2013 fand ganze drei Tage lang statt, mit An- und Abreisetag waren es effektiv fünf Tage, die ich in Brüssel war. Die Reise- sowie Hotelkosten hat Mozilla komplett übernommen genauso wie für Verpflegung gut gesorgt war. Es gab dabei nicht nur einen Veranstaltungsort, sondern gleich drei. Insgesamt um die 1.800 Mozillians waren verteilt auf die drei Städte Brüssel (Belgien), Santa Clara (USA) und Toronto (Kanada). Aufgrund der großen Zahl an Teilnehmern waren nicht alle Teilnehmer im selben Hotel untergebracht. Ich war im Royal Windsor Hotel untergebracht, welches ganz nett war, für mich aber einmal mehr bestätigt hat, dass Fünf-Sterne-Hotels total überbewertet sind, weniger hätte es für mich auch sehr gut getan. Die Veranstaltung selbst fand im Square statt.

Donnerstag

Am Donnerstag, den 3. Oktober gegen 10.00 Uhr ging es für mich los, dann startete mein Flug von Salzburg nach Frankfurt am Main und von dort ging es per Flugzeug weiter nach Brüssel, wo auch schon andere Mozillians waren. Nach kurzer Wartezeit ging es von dort per Reisebus in die Hotels. Die erste Aktion dort war es, zunächst einmal das Willkommens-Geschenk im Square abzuholen, welcher von meinem Hotel günstigerweise gerade einmal zwei Fußminuten entfernt lag. Das Willkommens-Geschenk bestand aus einer hübschen Umhängetasche mit einigem Inhalt, unter anderem gleich drei T-Shirts von Mozilla und einer Trinkflasche.

Was jemandem wie mir natürlich gleich sehr positiv auffiel, ist dass es eine einheitliche Design-Sprache gab. All diese Dinge, die Plakate und Dekoration am Veranstaltungsort, die Webseite zum Summit wie auch die Web-App waren einheitlich gestaltet und haben ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Ich habe es an dieser Stelle angedeutet, es gab auch eine Web-App, die man sich installieren konnte, welche unter anderem einen Zeitplan mit den unterschiedlichen Sessions beinhaltete. Teilweise wurde die Verwendung etwas schwierig, weil das WLAN wie üblich bei solchen Großevents dem Ganzen überhaupt nicht gewachsen war.

Gegen 18.00 Uhr ging es dann halb-offiziell mit einem Empfang los, was einem die Gelegenheit gab, sich mit anderen zu unterhalten und etwas zu essen. Das offizielle Programm startete dann am Freitag um kurz nach 09.00 Uhr. Genauere Informationen zu jedem einzelnen Punkt und zu den nicht hier aufgeführten Sessions gibt es auf der ein paar Zeilen weiter oben verlinkten Webseite zum Summit unter dem Punkt Schedule (Brüssel auswählen).

Freitag

  • 09.00 – 09.15 Uhr – Welcome [Mary Colvig]
  • 09.15 – 09.45 Uhr – Nature of Mozilla [Mitchell Baker]
  • 10.00 – 11.00 Uhr – Envisioned Future State [Pete Scanlon, Andreas Gal]
  • 11.00 – 13.00 Uhr – World Fair / Lunch

Anschließend folgten Sessions. Dabei liefen einige Sessions parallel und jeder hat sich für eine Session entschieden, die ihn interessiert hat. Dann gab es eine halbe Stunde Pause und dieselben Sessions liefen noch einmal, so dass man noch an einer zweiten Session teilnehmen konnte. Dabei habe ich an folgenden Sessions teilgenommen:

13.00 – 14.15 Uhr – Firefox OS in 2014 and beyond
14.45 – 16.00 Uhr – Privacy, Security and Data: Pragmatic Innovations for Users and the Web

Um 16.30 Uhr ging es dann wieder gemeinsam weiter.

16.30 – 17.15 Uhr – Framing the Future: a conversation
17.15 – 17.30 Uhr – Group Photo

Von 17.30 bis 19.30 Uhr gab es schließlich Zeit, die jedem frei zur Verfügung stand, ehe dann um 19.30 Uhr ein kleiner Empfang war, der unter dem Motto von Firefox OS stand. Um 20.00 Uhr gab es dann Abendessen.

Samstag

Auch der Samstag ging wieder um 09.00 Uhr mit einem gemeinsamen Programm los.

09.00 – 09.15 Uhr – Welcome [Mary Colvig]
09.15 – 09.45 Uhr – Health of the Web Report [Patrick Finch]
09.45 – 10.15 Uhr – Culture Pulse [Pete Scanlon]
10.30 – 11.30 Uhr – Near Term Strategy and the Products we build [Andreas Gal]
11.30 – 13.30 Uhr – Innovation Fair / Lunch

Wie schon am Freitag folgten nach dem gemeinsamen Teil und dem Essen auch am Samstag wieder zwei Sessions, an denen man teilnehmen konnte. Dieses Mal gab es aber zu beiden Zeit-Slots unterschiedliche Sessions. Dabei nahm ich an den folgenden teil:

13.30 – 15.30 Uhr – Talkilla
16.00 – 18.00 Uhr – Shumway

Von 18.00 bis 20.00 Uhr folgte schließlich das Abendessen. Vorher gab es noch ein Gruppenfoto der Mozilla Reps, von denen ich auch einer bin.

Sonntag

Und schon war der dritte und letzte Tag des Summits angebrochen, wieder ging es gemeinsam um 09.00 Uhr los.

09.00 – 09.15 Uhr – Welcome [Mary Colvig]
09.30 – 11.45 Uhr – Turning Ideas into Action [Mary Colvig, Karen Rudnitski]
12.00 – 13.00 Uhr – Launch

Man ahnt es bereits – nach dem Essen ging es mit Sessions weiter.

13.00 – 14.30 Uhr – User Personalization (UP)
15.00 – 16.15 Uhr – ??? ich weiß wirklich nicht mehr, an welcher Session ich ganz am Ende teilgenommen habe…

Und schon neigte sich der offizielle Teil dem Ende entgegen.

16.15 – 17.00 Uhr – Closing [Mitchell Baker, Pete Scanlon]

Von 17.00 Uhr bis 18.30 Uhr gab es dann wieder frei verfügbare Zeit und ab 18.30 Uhr Abendessen.

Montag

Der Montag sollte dann der Tag des Rückfluges werden. Auch hier gab es wieder einen Reisebus zum Flughafen und obwohl mein Bus sogar ein paar Minuten eher als geplant losgefahren ist, war dies nicht früh genug. Aufgrund eines fürchterlichen Staus hat die Fahrt zum Flughafen mehr als 2 1/2 Stunden (statt vielleicht einer halben Stunde oder etwas mehr) gedauert, was zur Folge hatte, dass ich den Flug verpasst habe. Darum durfte ich mir erst einmal meinen Flug umbuchen lassen und mir ein Hotel suchen, in welchem ich die Nacht verbrachte.

Dienstag

Am Dienstag gegen 06.40 Uhr ging dann mein neuer Flug nach Frankfurt am Main, von wo aus es dann nach Salzburg weiterging. Dort angekommen ging es dann direkt zur Arbeit.

Abschließende Worte

Ich habe oben nur die Sessions benannt, an denen ich teilgenommen habe. Ich möchte nicht alle Sessions hier aufzählen, das kann sich jeder selbst ansehen, aber zumindest noch ein paar weitere benennen, die mich vom Titel her gereizt hätten und bei denen ich teilgenommen hätte, wenn es weitere Möglichkeiten gegeben hätte: Localizing with L20n, Firefox for Android, Talk to the Add-ons Team, Understanding the Servo Strategy, Understanding web developers, What’s Next for Real-Time Communication on the Web, SocialAPI, Using the Firefox Developer Tools in Other Applications, Working with corporate (closed) partners, Product Opportunities in the Cloud, DRM Discussion, Multiprocess Desktop Firefox, Plato’s Cave: Data At Mozilla, Mozilla IT.

Man sieht: Es gibt noch eine ganze Menge mehr, was ich mir sehr gerne angehört hätte, aber die Zeit dafür wäre gar nicht gewesen, die drei Tage waren so schon sehr gut ausgefüllt.

In jedem Fall war das einmal mehr eine schöne Erfahrung und beim nächsten Mozilla-Event bin ich sehr gerne wieder mit dabei. Jetzt ist erst einmal für Anfang Februar das nächste deutschsprachige Mozilla-Treffen geplant. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, wie erstaunlich es doch ist, wie viele deutschsprachige Mozillians es gibt, von denen man gar nicht wusste, dass es sie gibt, und die dann auf so einem Event anzutreffen sind. Hier besteht vielleicht eine Herausforderung für die Zukunft, dass man die verschiedenen Leute der deutschsprachigen Mozilla-Gemeinde näher zusammenbringt und dass es weniger Unbekannte gibt.

Ein wenig aufdringlich war die Bedienung beim Essen, welche einem an einem Abend teilweise wirklich minütlich wenn nicht sogar noch häufiger (!) Wein einschenken wollte. Wenn manchmal die Bedienung mit Süßspeisen herumlief, hatte man teilweise auch den Eindruck, dass sie keine Ruhe geben, bis alles gegessen ist. Ansonsten bleiben noch die Gute-Nacht E-Mails von Mozilla erwähnenswert.

Bildergalerie

Weitere Bilder gibt es auf meiner Facebook-Seite. Die alle hier hochzuladen erscheint mir zu viel Aufwand und würde auch die Ladezeit dieses Artikels nur unnötig nach oben treiben.

Bilder Teil 1
Bilder Teil 2

Mozilla Summit 2013 in Brüssel

Vom 4. bis zum 6. Oktober fand in diesem Jahr der Mozilla Summit 2013 in Brüssel, Santa Clara und Toronto statt. Wie schon beim letztjährigen MozCamp in Warschau war ich auch dieses Mal wieder vor Ort.

Die MozCamps und Mozilla Summits sind eine tolle Gelegenheit, Mitglieder der weltweiten Mozilla-Gemeinschaft, sowohl bezahlt als auch freiwillige Helfer, sowohl bekannte als auch neue Gesichter, zu sehen. Die Teilnahme an einem solchen Event erfordert eine Einladung von Mozilla und so habe ich mich natürlich gefreut, auch in diesem Jahr wieder teilnehmen zu dürfen.

Der Mozilla Summit 2013 fand ganze drei Tage lang statt, mit An- und Abreisetag waren es effektiv fünf Tage, die ich in Brüssel war. Die Reise- sowie Hotelkosten hat Mozilla komplett übernommen genauso wie für Verpflegung gut gesorgt war. Es gab dabei nicht nur einen Veranstaltungsort, sondern gleich drei. Insgesamt um die 1.800 Mozillians waren verteilt auf die drei Städte Brüssel (Belgien), Santa Clara (USA) und Toronto (Kanada). Aufgrund der großen Zahl an Teilnehmern waren nicht alle Teilnehmer im selben Hotel untergebracht. Ich war im Royal Windsor Hotel untergebracht, welches ganz nett war, für mich aber einmal mehr bestätigt hat, dass Fünf-Sterne-Hotels total überbewertet sind, weniger hätte es für mich auch sehr gut getan. Die Veranstaltung selbst fand im Square statt.

Donnerstag

Am Donnerstag, den 3. Oktober gegen 10.00 Uhr ging es für mich los, dann startete mein Flug von Salzburg nach Frankfurt am Main und von dort ging es per Flugzeug weiter nach Brüssel, wo auch schon andere Mozillians waren. Nach kurzer Wartezeit ging es von dort per Reisebus in die Hotels. Die erste Aktion dort war es, zunächst einmal das Willkommens-Geschenk im Square abzuholen, welcher von meinem Hotel günstigerweise gerade einmal zwei Fußminuten entfernt lag. Das Willkommens-Geschenk bestand aus einer hübschen Umhängetasche mit einigem Inhalt, unter anderem gleich drei T-Shirts von Mozilla und einer Trinkflasche.

Was jemandem wie mir natürlich gleich sehr positiv auffiel, ist dass es eine einheitliche Design-Sprache gab. All diese Dinge, die Plakate und Dekoration am Veranstaltungsort, die Webseite zum Summit wie auch die Web-App waren einheitlich gestaltet und haben ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Ich habe es an dieser Stelle angedeutet, es gab auch eine Web-App, die man sich installieren konnte, welche unter anderem einen Zeitplan mit den unterschiedlichen Sessions beinhaltete. Teilweise wurde die Verwendung etwas schwierig, weil das WLAN wie üblich bei solchen Großevents dem Ganzen überhaupt nicht gewachsen war.

Gegen 18.00 Uhr ging es dann halb-offiziell mit einem Empfang los, was einem die Gelegenheit gab, sich mit anderen zu unterhalten und etwas zu essen. Das offizielle Programm startete dann am Freitag um kurz nach 09.00 Uhr. Genauere Informationen zu jedem einzelnen Punkt und zu den nicht hier aufgeführten Sessions gibt es auf der ein paar Zeilen weiter oben verlinkten Webseite zum Summit unter dem Punkt Schedule (Brüssel auswählen).

Freitag

  • 09.00 – 09.15 Uhr – Welcome [Mary Colvig]
  • 09.15 – 09.45 Uhr – Nature of Mozilla [Mitchell Baker]
  • 10.00 – 11.00 Uhr – Envisioned Future State [Pete Scanlon, Andreas Gal]
  • 11.00 – 13.00 Uhr – World Fair / Lunch

Anschließend folgten Sessions. Dabei liefen einige Sessions parallel und jeder hat sich für eine Session entschieden, die ihn interessiert hat. Dann gab es eine halbe Stunde Pause und dieselben Sessions liefen noch einmal, so dass man noch an einer zweiten Session teilnehmen konnte. Dabei habe ich an folgenden Sessions teilgenommen:

13.00 – 14.15 Uhr – Firefox OS in 2014 and beyond
14.45 – 16.00 Uhr – Privacy, Security and Data: Pragmatic Innovations for Users and the Web

Um 16.30 Uhr ging es dann wieder gemeinsam weiter.

16.30 – 17.15 Uhr – Framing the Future: a conversation
17.15 – 17.30 Uhr – Group Photo

Von 17.30 bis 19.30 Uhr gab es schließlich Zeit, die jedem frei zur Verfügung stand, ehe dann um 19.30 Uhr ein kleiner Empfang war, der unter dem Motto von Firefox OS stand. Um 20.00 Uhr gab es dann Abendessen.

Samstag

Auch der Samstag ging wieder um 09.00 Uhr mit einem gemeinsamen Programm los.

09.00 – 09.15 Uhr – Welcome [Mary Colvig]
09.15 – 09.45 Uhr – Health of the Web Report [Patrick Finch]
09.45 – 10.15 Uhr – Culture Pulse [Pete Scanlon]
10.30 – 11.30 Uhr – Near Term Strategy and the Products we build [Andreas Gal]
11.30 – 13.30 Uhr – Innovation Fair / Lunch

Wie schon am Freitag folgten nach dem gemeinsamen Teil und dem Essen auch am Samstag wieder zwei Sessions, an denen man teilnehmen konnte. Dieses Mal gab es aber zu beiden Zeit-Slots unterschiedliche Sessions. Dabei nahm ich an den folgenden teil:

13.30 – 15.30 Uhr – Talkilla
16.00 – 18.00 Uhr – Shumway

Von 18.00 bis 20.00 Uhr folgte schließlich das Abendessen. Vorher gab es noch ein Gruppenfoto der Mozilla Reps, von denen ich auch einer bin.

Sonntag

Und schon war der dritte und letzte Tag des Summits angebrochen, wieder ging es gemeinsam um 09.00 Uhr los.

09.00 – 09.15 Uhr – Welcome [Mary Colvig]
09.30 – 11.45 Uhr – Turning Ideas into Action [Mary Colvig, Karen Rudnitski]
12.00 – 13.00 Uhr – Launch

Man ahnt es bereits – nach dem Essen ging es mit Sessions weiter.

13.00 – 14.30 Uhr – User Personalization (UP)
15.00 – 16.15 Uhr – ??? ich weiß wirklich nicht mehr, an welcher Session ich ganz am Ende teilgenommen habe…

Und schon neigte sich der offizielle Teil dem Ende entgegen.

16.15 – 17.00 Uhr – Closing [Mitchell Baker, Pete Scanlon]

Von 17.00 Uhr bis 18.30 Uhr gab es dann wieder frei verfügbare Zeit und ab 18.30 Uhr Abendessen.

Montag

Der Montag sollte dann der Tag des Rückfluges werden. Auch hier gab es wieder einen Reisebus zum Flughafen und obwohl mein Bus sogar ein paar Minuten eher als geplant losgefahren ist, war dies nicht früh genug. Aufgrund eines fürchterlichen Staus hat die Fahrt zum Flughafen mehr als 2 1/2 Stunden (statt vielleicht einer halben Stunde oder etwas mehr) gedauert, was zur Folge hatte, dass ich den Flug verpasst habe. Darum durfte ich mir erst einmal meinen Flug umbuchen lassen und mir ein Hotel suchen, in welchem ich die Nacht verbrachte.

Dienstag

Am Dienstag gegen 06.40 Uhr ging dann mein neuer Flug nach Frankfurt am Main, von wo aus es dann nach Salzburg weiterging. Dort angekommen ging es dann direkt zur Arbeit.

Abschließende Worte

Ich habe oben nur die Sessions benannt, an denen ich teilgenommen habe. Ich möchte nicht alle Sessions hier aufzählen, das kann sich jeder selbst ansehen, aber zumindest noch ein paar weitere benennen, die mich vom Titel her gereizt hätten und bei denen ich teilgenommen hätte, wenn es weitere Möglichkeiten gegeben hätte: Localizing with L20n, Firefox for Android, Talk to the Add-ons Team, Understanding the Servo Strategy, Understanding web developers, What’s Next for Real-Time Communication on the Web, SocialAPI, Using the Firefox Developer Tools in Other Applications, Working with corporate (closed) partners, Product Opportunities in the Cloud, DRM Discussion, Multiprocess Desktop Firefox, Plato’s Cave: Data At Mozilla, Mozilla IT.

Man sieht: Es gibt noch eine ganze Menge mehr, was ich mir sehr gerne angehört hätte, aber die Zeit dafür wäre gar nicht gewesen, die drei Tage waren so schon sehr gut ausgefüllt.

In jedem Fall war das einmal mehr eine schöne Erfahrung und beim nächsten Mozilla-Event bin ich sehr gerne wieder mit dabei. Jetzt ist erst einmal für Anfang Februar das nächste deutschsprachige Mozilla-Treffen geplant. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, wie erstaunlich es doch ist, wie viele deutschsprachige Mozillians es gibt, von denen man gar nicht wusste, dass es sie gibt, und die dann auf so einem Event anzutreffen sind. Hier besteht vielleicht eine Herausforderung für die Zukunft, dass man die verschiedenen Leute der deutschsprachigen Mozilla-Gemeinde näher zusammenbringt und dass es weniger Unbekannte gibt.

Ein wenig aufdringlich war die Bedienung beim Essen, welche einem an einem Abend teilweise wirklich minütlich wenn nicht sogar noch häufiger (!) Wein einschenken wollte. Wenn manchmal die Bedienung mit Süßspeisen herumlief, hatte man teilweise auch den Eindruck, dass sie keine Ruhe geben, bis alles gegessen ist. Ansonsten bleiben noch die Gute-Nacht E-Mails von Mozilla erwähnenswert.

Bildergalerie

Weitere Bilder gibt es auf meiner Facebook-Seite. Die alle hier hochzuladen erscheint mir zu viel Aufwand und würde auch die Ladezeit dieses Artikels nur unnötig nach oben treiben.

Bilder Teil 1
Bilder Teil 2

Online-Shop für Mozilla-Merchandise eröffnet im Dezember

Wer Mozilla und seine Produkte gut findet, kann voraussichtlich ab Ende des Jahres Merchandise von Mozilla online erwerben. Bereits vor einigen Jahren hatte Mozilla einen Online-Shop, welcher mittlerweile aber auch schon relativ lange nicht mehr existiert.

T-Shirts und Ähnliches sind ein geeignetes Mittel um auszudrücken, dass man etwas gut findet. Auch Mozilla liebt T-Shirts. In das Mozilla-Projekt involvierte Menschen, sogenannte Mozillians, können das nur zu gut bestätigen. Seit ich 2010 angefangen habe mich aktiv innerhalb der Mozilla-Community zu engagieren, haben sich hier bereits mehr als 15 Mozilla-Klamotten angesammelt, eine ganze Hand voll kam Anfang des Monats erst bei Mozilla Summit in Brüssel dazu, an welchem ich teilgenommen habe. Als Mozilla beim letztjährigen MozCamp in Warschau eine Folie zeigte, welche aussagt, dass der Marketing-Plan zu 99% aus T-Shirts und zu einem Prozent aus dem ganzen Rest bestehe, war das wahrscheinlich gar nicht einmal so stark übertrieben. ;)

Bildquelle: t_chevalier, CC BY 2.0

Selbst habe ich schon oft die Frage gestellt bekommen, wie man denn nun als Nicht-Involvierter an Mozilla-Klamotten kommt, da gibt es durchaus Interesse seitens Nutzer von Mozilla-Produkten. Die Antwort darauf ist bislang: Es gibt keinen Shop für Mozilla-Merchandise, abgesehen vom Mozilla Taiwan Shop. Man kann aber zumindest für Mozilla spenden und erhält als Dankeschön ein T-Shirt dafür. Auf diese Weise wurden im vergangenen Jahr über 10.000 T-Shirts in der Welt verteilt. Eine Auswahl zwischen verschiedenen Shirts gibt es dabei allerdings auch nicht.

Das könnte sich bald ändern. Denn Mozilla plant für Mitte Dezember die Wiedereinführung eines Online-Shops für Mozilla-Artikel, wie es ihn schon vor einigen Jahren gab, welcher zumindest ein paar Artikel mehr als nur einen anbieten und es jedem ermöglichen wird, diese zu erwerben.

Smartphone mit Firefox OS ab heute bei Congstar

Firefox OS ist in Deutschland angekommen! Genauer bei Congstar, der Discounter-Marke der Deutschen Telekom. Ab sofort kann das Alcatel One Touch Fire online bestellt werden.

3 1/2 Monate nach dem offiziellen Verkaufsstart von Firefox OS in den ersten Ländern ist Firefox OS nun auch auf dem deutschen Markt angekommen. Die Telekom-Tochter Congstar bietet das Alcatel One Touch Fire, welches die Deutsche Telekom bereits seit Juli in Polen vertreibt, zu einem Preis von 89,99 Euro an. Alternativ kann das Gerät auch per Ratenzahlung für vier Euro pro Monat bei 24 Monaten Laufzeit mit einem Euro Anzahlung für insgesamt 97,00 Euro erworben werden. Auf dem Gerät läuft bereits Firefox OS in Version 1.1.

Jetzt das Alcatel One Touch Fire bei Congstar bestellen

Pünktlich zum Marktstart in Deutschland stehen auch Firefox OS-Apps einiger großer deutscher Webseiten bereit, so gibt es unter anderem Web-Apps von Kicker, Immobilienscout24, dem Wörterbuch LEO sowie dem Bonner Generalanzeiger im Firefox Marketplace. In Kürze sollen Apps der Süddeutschen Zeitung sowie dem Musik-Streaming-Dienst SIMFY folgen. Daneben gibt es natürlich längst auch Apps bekannter internationaler Anbieter wie Facebook, Twitter, Soundcloud oder Wikipedia.

Metro-Version von Firefox kann jetzt als Aurora-Version getestet werden

Mozilla arbeitet an einer speziellen Modern UI-Oberfläche, auch bekannt als Metro, für Firefox auf Windows 8. Diese steht nicht mehr nur für Nutzer der Nightly-Versionen zum Testen bereit, sondern ist ab sofort auch Bestandteil der Aurora-Versionen von Firefox.

Firefox 26 wird bekanntermaßen zwar aller Voraussicht nach nicht die erste Version von Firefox mit Modern UI-Oberfläche (Metro) für Windows 8 sein, ist nichtsdestominder aber nun Bestandteil von Firefox Aurora, welcher derzeit die Versionsnummer 26 trägt. Damit wird der Metro-Firefox einem breiteren Testpublikum zugänglich gemacht.

Wahrscheinlich wird Firefox 27 die erste finale Version von Firefox, welche die speziell für Touchgeräte angepasste Oberfläche besitzt. Firefox 27 soll am 21. Januar 2014 erscheinen.

Die Neuerungen von Firefox 23.0

Mozilla hat Firefox 24.0 veröffentlicht (Artikel in Kürze). Bereits am 06. August hat Mozilla Firefox 23.0 mit zahlreichen Neuerungen veröffentlicht. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Neuerungen von Firefox 23.0 zusammen.

Neues Firefox-Logo

Die wohl auffälligste Neuerung betrifft das Logo. Mozilla hat am bisherigen Logo weitestgehend festgehalten, dieses aber im Detail überarbeitet und vor allem die SVG-Kompatibilität verbessert. Das neue Logo soll nicht nur auf kleineren Auflösungen besser aussehen, sondern auch besser auf HiDPI-Bildschirmen skalieren. Dies ist bereits die vierte Version des Firefox-Logos.

Bildquelle: blog.seanmartell.com

Mozilla entfernt weniger wichtige Einstellungen aus dem Einstellungsdialog

Eine weitere sichtbare Veränderung in Firefox 23 ist die Entfernung ein paar sichtbarer Einstellungen aus dem Einstellungsdialog. Konkret handelt es sich dabei um die Einstellung zum Deaktivieren von JavaScript, zum Deaktivieren des Ladens von Grafiken sowie zur manuellen Auswahl der aktivierten Verschlüsselungsprotokolle. Dies alles sind Einstellungen, welche nur für eine Minderheit der Nutzer relevant (wenn auch für einen Teil dieser Minderheit dafür sehr relevant), aber sehr mächtig sind und das Potential besitzen, Webseiten kaputt erscheinen lassen, wenn sie unwissentlich verstellt werden. Alle Einstellungen können nach wie vor ohne Erweiterung verändert werden, entfernt wurden nur die entsprechenden sichtbaren Einstellungen. Der Weg zum Verändern dieser Einstellungen führt über die Konfigurationsoberfläche about:config. Gerade im Falle von JavaScript muss gesagt sein, dass a) im Jahr 2013 nicht viel für das Deaktivieren von JavaScript spricht und b) Nutzer, welche JavaScript deaktivieren wollen, mit einer Erweiterung wie NoScript schon immer besser aufgehoben waren, da eine solche Erweiterung einem viel mehr Kontrolle gibt. Eine globale Alles-oder-Nichts-Einstellung hat im Falle von JavaScript nur wenig Sinn. Die entsprechenden Schalter für about:config werden in einem gesonderten Artikel behandet. Ebenfalls entfernt wurde die Option, die Tableiste auszublenden, was allerdings auch nur in den allerseltensten Fällen einen Sinn ergibt. Der Großteil dieser Einstellungen lässt sich aber auch mittels Erweiterung wieder an die gewohnte Stelle zurückholen.

Mozilla entfernt keyword.URL und legt Sucheinstellungen zusammen

Ein großes Problem der Vergangenheit war der Schalter keyword.URL, mittels welchem eine Suchmaschine für die Adressleiste unabhängig vom Suchfeld festgelegt werden konnte. Problematisch daran war die Tatsache, dass dies in den letzten Monaten immer mehr Drittanwendungen ausgenutzt haben, um gegen den expliziten Willen des Nutzers die Adressleistensuchmaschine in Firefox zu verändern. Da hiervon sehr viele Nutzer betroffen waren, sah sich Mozilla gezwungen, etwas dagegen zu unternehmen und hat keyword.URL kurzerhand entfernt, so dass Drittanwendungen nicht mehr so einfach ihre Suchmaschine unterjubeln können.

In diesem Zusammenhang wurden die verschiedenen Sucheinstellungen zusammengelegt. Firefox bietet vier verschiedene Suchmöglichkeiten: Suchfeld, Adressleiste, about:home sowie Kontextmenü-Suche, diese wurden bislang teilweise über verschiedene Einstellungen festgelegt. Ab Firefox 23 gilt die im Suchfeld eingestellte Suchmaschine für alle Suchen innerhalb von Firefox, was es für den Nutzer wesentlich intuitiver macht. Mittels Schlüsselwortsuche lassen sich über die Adressleiste aber nach wie vor andere Suchmaschinen als die im Suchfeld eingestellte nutzen. Nutzer, welche ohne Schlüsselwörter wieder unabhängig vom Suchfeld in der Adressleiste suchen wollen, können auch hier wieder mittels Erweiterung Firefox entsprechend anpassen.

Mehr Sicherheit durch Mixed Content Blocker und Content Security Policy

Firefox 23 kommt mit einem standardmäßig aktiviertem Mixed Content Blocker. Dieser soll vereinfacht gesagt HTTP-Content auf HTTPS-Seiten blockieren. Der Vorteil von Verbindungen über HTTPS gegenüber HTTP ist, dass die Daten hierbei abhörsicher übertragen werden, was den Anwender vor Man-in-the-Middle-Attacken schützt. Allerdings bedeutet der Aufruf einer Webseite über HTTPS nicht automatisch, dass alle Ressourcen einer Webseite verschlüsselt übertragen werden, so können Bilder, Stylesheets, JavaScripts oder Frames auch auf einer über HTTPS aufgerufenen Webseite über HTTP angefragt und für Angriffe ausgenutzt werden. In einem solchen Fall spricht man von Mixed Content. Dieses Thema wird samt Einstellmöglichkeiten ausführlich in einem eigenen Artikel behandelt und genauestens erklärt, was tatsächlich blockiert wird und was nicht. Mixed Content-Hinweise werden außerdem in einer neuen Sicherheits-Kategorie in der Webkonsole angezeigt.

Außerdem unterstützt Firefox ab Version 23 Version 1.0 der W3C-Spezifikation von Content Security Policy (CSP). Das ursprünglich von Mozilla entwickelte Sicherheitskonzept soll vor allem Schutz vor Cross-Site-Scripting-Attacken (XSS) bieten. Auch diese Neuerung wird an separater Stelle ausführlicher thematisiert.

Plugins per Add-on Manager auf Click-to-Play schalten

Ebenfalls zur Sicherheit (sowie zur Stabilität) beitragen soll das Feature Click-to-Play, welches Plugins erst bei Bedarf und ausdrücklichen Wunsch durch den Nutzer lädt. Dieses muss zwar weiterhin erst über about:config durch den Benutzer aktiviert werden (plugins.click_to_play → true), kann dann allerdings über den Add-on Manager pro Plugin eingestellt werden. Ein neuer Schalter (plugin.default.state) erlaubt außerdem das Setzen der Standard-Einstellung (0 → Deaktiviert; 1 → Click-to-Play; 2 → Aktiviert).

Weitere Verbesserungen mit und ohne Plugins

Sind zusätzliche Plugins zur vollständigen Darstellung einer Webseite notwendig, erscheint nicht länger eine aufdringliche gelbe Hinweisleiste am oberen Fensterrand, stattdessen erscheint ähnlich wie bei Click-to-Play ein Symbol in der Adressleiste.

Auch die Benachrichtigungsleiste für die Speicherung von Offline-Inhalten wurde in ein solches Doorhanger-Panel mit Symbol in der Adressleiste konvertiert. Die Wiedergabe von H.264 ohne Plugin auf Windows Vista oder höher wird ab Firefox 23 via DirectX Video Acceleration 2 (DXVA2) durch die Grafikkarte beschleunigt und kann so die Belastung der CPU spürbar senken.

Ansonsten unterstützt Firefox 23 an der Webstandard-Front noch den neuen HTML5 Input-Type range, requestAnimationFrame ohne Vendor-Präfix sowie neue ARIA-Rollen für Buttons, um Touch-Oberflächen zugänglicher zu machen, und nutzt einen Speex Resampler für WebRTC, welcher es Firefox erlaubt, eine übliche Abtastrate von 44100 Hz zu nutzen statt wie bislang eine Abtastrate von 44000 Hz und diese dann hochzuskalieren. Mozilla hat in Version 23 auch die Unterstützung für eine Webtechnik aus Firefox entfernt, nämlich die für das -Element. Diese Sünde aus frühen Webdesign-Tagen war nie Teil eines Standards, Firefox ist der letzte Browser, welcher dieses Tag noch unterstützt hat. Verbessert wurde außerdem noch die Unterstützung für MathML. Firefox ist damit der einzige Browser, welcher den inoffiziellen MathML ACID2-Test besteht.

SocialAPI erlaubt Teilen von Inhalten

Mit der SocialAPI bietet Firefox eine Schnittstelle für Drittanbieter an, um den Browser um soziale Fähigkeiten zu erweitern. Ab Firefox 23 kommt ein neues Feature dazu: Sharing. Firefox erlaubt es bei Aktivierung eines Social Providers, welcher dieses Feature unterstützt, Inhalte bei diesem Anbieter zu teilen. Facebook war der erste Anbieter, welcher die SocialAPI genutzt hat, und ist auch bei diesem neuen Feature sofort dabei und unterstützt es.

Schnelleres JavaScript und weitere wichtige Verbesserungen unter der Haube

Fast schon obligatorisch dreht Mozilla auch in Firefox 23 wieder an der Performance-Schraube und liefert nach rund sechs Monaten Arbeit einen neuen Baseline-Compiler aus. Dieser soll die Performance von JavaScript um fünf bis zehn Prozent verbessern, vor allem aber den Grundstein für weitere Verbesserungen legen. Einen detaillierten Überblick über den neuen Baseline-Compiler gibt es in einem eigenenständigen Artikel.

Mit Firefox 23 gab es außerdem ein umfangreiches Layers Refactoring, welches es Mozilla in späteren Versionen einfacher machen soll, Off-Main-Thread-Compositing in Firefox zu bringen (OMTC). Das Ziel von OMTC ist eine verbesserte Reaktionsfähigkeit und auf Systemen mit mehreren Kernen eine bessere Performance. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist OMTC noch in sehr aktiver Entwicklung, entsprechend fehlerbehaftet und darum standardmäßig deaktiviert (layers.offmainthreadcomposition.enabled). Des Weiteren existiert ein weiterer neuer und experimenteller Schalter (browser.tabs.remote), mittels welchem das Browsen mit mehreren Prozessen testweise aktiviert werden. Dies ist Teil des Projektes Electrolysis (e10s), welches aus Firefox einen Multi-Prozess-Browser machen soll. Genau wie bei OMTC kann aber auch hier Endanwendern nicht empfohlen werden, den Schalter zu diesem Zeitpunkt umzulegen, da viele Dinge damit aktuell nicht ordnungsgemäß funktionieren. Diese Änderungen sind allerdings wichtige Änderungen unter der Haube, welche den Grundstein für künftige Verbesserungen legen.

Performance-Verbesserungen gab es außerdem bei der LocalStorage-Implementierung.

Frühes Weihnachten für Webentwickler

Grund zur Freude gibt es einmal mehr auch für Webentwickler. Firefox 23 beinhaltet zahlreiche Verbesserungen in diesem Bereich. Die wohl spannendste Neuerung stellt der Netzwerkmonitor dar. Dieser stellt in Form eines Wasserfalldiagramms alle heruntergeladenen Ressourcen einer Webseite dar, inklusive Anfrage-Methode, Status-Code, Host, Größe, genauer Aufschlüsselung der Ladezeit, Kopfzeilen, Cookies, Parameter und Server-Antwort. Die einzelnen Spalten der Auflistung lassen sich beliebig sortieren.

Eine weitere große Neuerung ist die neue Browserkonsole, quasi als Ersatz für die bisherige Fehlerkonsole. Diese kann freigeschaltet werden, indem über about:config der Schalter devtools.chrome.enabled auf true geschaltet wird. Anschließend kann diese über das Webentwickler-Menü geöffnet werden. Diese entspricht praktisch der Webkonsole, bloß wie die Fehlerkonsole für alle offenen Tabs und auch für den Browser und Erweiterungen. Die Browserkonsole kann alles, was die Fehlerkonsole kann, profitiert aber auch von den Features und Weiterentwicklungen der Webkonsole.

Die Konsole (Web- wie auch Browserkonsole) besitzt weiter eine neue Objekt-Ansicht und hat durch die Nutzung der Debugger-API jetzt Zugriff auf den lokalen Gültigkeitsbereich von Objekten. Außerdem können ab sofort mehrere Debugger-Instanzen in unterschiedlichen Tabs genutzt werden. Der Debugger besitzt des Weiteren nun eine sichtbare Einstellung zum Ein- und Ausschalten von Sourcemaps.

Die Entwickler-Werkzeuge besitzen ab Firefox 23 auch einen eigenen Einstellungsbereich, in welchem jeder einzelne Werkzeug-Tab aktiviert respektive deaktiviert werden kann, außerdem kann hier zwischen einem hellen sowie einem dunklen Theme gewählt und das Chrome- wie auch Remote-Debugging aktiviert oder auch deaktiviert werden.

Sind die Entwickler-Werkzeuge als Sidebar angedockt, verhalten diese sich nun außerdem responsive – bei wenig Platz werden die verschiedenen Bereiche untereinander statt nebeneinander angezeigt.

Sowohl der Stileditor als auch die Kommandozeilenbefehle können jetzt Remote für die Entwicklung an Firefox Mobile oder Firefox OS verwendet werden. Der Stileditor zeigt nun auch Stylesheets in iFrames an, es gibt einen neuen appcache-Befehl für die Kommandozeile (Shift + F2) zum Verwalten des Application Caches und es gibt diverse kleine optische Verbesserungen.

Sonstige Verbesserungen von Firefox 23

Verbesserungen gibt es in Firefox 23 auch in Bezug auf die Wartung des Produkts. Beim Zurücksetzen von Firefox über about:support werden nun auch eigene Ergänzungen des Wörterbuchs in das neue Profil migriert. Wird das Profil mehrmals zurückgesetzt, werden die alten Profile ab sofort in einen gemeinsamen Ordner gesichert, so dass alle alten Profile beiammen sind. Die Seite about:support zeigt jetzt außerdem auch den Wert der Einstellung browser.newtab.url an. Die Seite about:memory, welche Auskunft über den Speichverbrauch von Firefox gibt, wurde überarbeitet und erlaubt nun auch, Reports zu sichern und zu vergleichen.

Das Download-Panel zeigt nicht länger einen Button zum beinhaltenden Verzeichnis an, wenn die Datei gelöscht wurde, und die Suchleiste ist nun auch auf about:newtab nutzbar. Auf OS X wird die Swipe-Geste zum Vor- und Zurückblättern jetzt wie in Safari animiert. Beim ersten Start zeigt Firefox nicht länger eine “Lernen Sie Ihre Rechte kennen”-Hinweisleiste ein, stattdessen erscheint ein entsprechendes Snippet auf der about:home-Seite. Über about:config kann der Schalter extensions.getAddons.showPane mit dem Wert false angelegt werden, um den “Add-ons suchen”-Tab im Add-on Manager auszublenden.

Seit Firefox 23 ist das Add-on Test Pilot kein Bestandteil der Beta-Versionen von Firefox mehr. Bei Änderung des User-Agents, beispielsweise durch die Erweiterung User Agent Switcher, wird nun wieder korrekt die Eigenschaft navigator.userAgent geändert. Dieses Verhalten war seit Firefox 17 kaputt, Abhilfe musste hier bei Bedarf eine Erweiterung wie User-Agent JS Fixer schaffen. Die zweite Versionsstelle des User-Agents von Firefox wurde außerdem auf null festgefroren, so dass sich beispielsweise eine Version 24.1 von Firefox als Version 24.0 ausgibt. Dies ist relevant, da Mozilla die Versionierung der ESR-Versionen ändert.

Metro-Version von Firefox kommt voraussichtlich erst 2014

Mozilla arbeitet an einer speziellen Modern UI-Oberfläche, auch bekannt als Metro, für Firefox auf Windows 8. Diese war zuletzt für Firefox 26 Anfang Dezember geplant, wird sich nun aber wohl in das neue Jahr verschieben.

Vergangenen Monat hatte ich darüber berichtet, dass Mozilla die Veröffentlichung von Firefox inklusive Modern UI-Version für Windows 8 für Firefox 26 anstrebt. Nach derzeitigem Stand der Entwicklung kann dieses Ziel nicht erreicht werden, so dass nun eine Veröffentlichung erst im neuen Jahr wahrscheinlich wird. Die nächstmögliche Version 27 von Firefox wird am 21. Januar 2014 erscheinen.

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