Die Neuerungen von Firefox 23.0

Mozilla hat Firefox 24.0 veröffentlicht (Artikel in Kürze). Bereits am 06. August hat Mozilla Firefox 23.0 mit zahlreichen Neuerungen veröffentlicht. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Neuerungen von Firefox 23.0 zusammen.

Neues Firefox-Logo

Die wohl auffälligste Neuerung betrifft das Logo. Mozilla hat am bisherigen Logo weitestgehend festgehalten, dieses aber im Detail überarbeitet und vor allem die SVG-Kompatibilität verbessert. Das neue Logo soll nicht nur auf kleineren Auflösungen besser aussehen, sondern auch besser auf HiDPI-Bildschirmen skalieren. Dies ist bereits die vierte Version des Firefox-Logos.

Bildquelle: blog.seanmartell.com

Mozilla entfernt weniger wichtige Einstellungen aus dem Einstellungsdialog

Eine weitere sichtbare Veränderung in Firefox 23 ist die Entfernung ein paar sichtbarer Einstellungen aus dem Einstellungsdialog. Konkret handelt es sich dabei um die Einstellung zum Deaktivieren von JavaScript, zum Deaktivieren des Ladens von Grafiken sowie zur manuellen Auswahl der aktivierten Verschlüsselungsprotokolle. Dies alles sind Einstellungen, welche nur für eine Minderheit der Nutzer relevant (wenn auch für einen Teil dieser Minderheit dafür sehr relevant), aber sehr mächtig sind und das Potential besitzen, Webseiten kaputt erscheinen lassen, wenn sie unwissentlich verstellt werden. Alle Einstellungen können nach wie vor ohne Erweiterung verändert werden, entfernt wurden nur die entsprechenden sichtbaren Einstellungen. Der Weg zum Verändern dieser Einstellungen führt über die Konfigurationsoberfläche about:config. Gerade im Falle von JavaScript muss gesagt sein, dass a) im Jahr 2013 nicht viel für das Deaktivieren von JavaScript spricht und b) Nutzer, welche JavaScript deaktivieren wollen, mit einer Erweiterung wie NoScript schon immer besser aufgehoben waren, da eine solche Erweiterung einem viel mehr Kontrolle gibt. Eine globale Alles-oder-Nichts-Einstellung hat im Falle von JavaScript nur wenig Sinn. Die entsprechenden Schalter für about:config werden in einem gesonderten Artikel behandet. Ebenfalls entfernt wurde die Option, die Tableiste auszublenden, was allerdings auch nur in den allerseltensten Fällen einen Sinn ergibt. Der Großteil dieser Einstellungen lässt sich aber auch mittels Erweiterung wieder an die gewohnte Stelle zurückholen.

Mozilla entfernt keyword.URL und legt Sucheinstellungen zusammen

Ein großes Problem der Vergangenheit war der Schalter keyword.URL, mittels welchem eine Suchmaschine für die Adressleiste unabhängig vom Suchfeld festgelegt werden konnte. Problematisch daran war die Tatsache, dass dies in den letzten Monaten immer mehr Drittanwendungen ausgenutzt haben, um gegen den expliziten Willen des Nutzers die Adressleistensuchmaschine in Firefox zu verändern. Da hiervon sehr viele Nutzer betroffen waren, sah sich Mozilla gezwungen, etwas dagegen zu unternehmen und hat keyword.URL kurzerhand entfernt, so dass Drittanwendungen nicht mehr so einfach ihre Suchmaschine unterjubeln können.

In diesem Zusammenhang wurden die verschiedenen Sucheinstellungen zusammengelegt. Firefox bietet vier verschiedene Suchmöglichkeiten: Suchfeld, Adressleiste, about:home sowie Kontextmenü-Suche, diese wurden bislang teilweise über verschiedene Einstellungen festgelegt. Ab Firefox 23 gilt die im Suchfeld eingestellte Suchmaschine für alle Suchen innerhalb von Firefox, was es für den Nutzer wesentlich intuitiver macht. Mittels Schlüsselwortsuche lassen sich über die Adressleiste aber nach wie vor andere Suchmaschinen als die im Suchfeld eingestellte nutzen. Nutzer, welche ohne Schlüsselwörter wieder unabhängig vom Suchfeld in der Adressleiste suchen wollen, können auch hier wieder mittels Erweiterung Firefox entsprechend anpassen.

Mehr Sicherheit durch Mixed Content Blocker und Content Security Policy

Firefox 23 kommt mit einem standardmäßig aktiviertem Mixed Content Blocker. Dieser soll vereinfacht gesagt HTTP-Content auf HTTPS-Seiten blockieren. Der Vorteil von Verbindungen über HTTPS gegenüber HTTP ist, dass die Daten hierbei abhörsicher übertragen werden, was den Anwender vor Man-in-the-Middle-Attacken schützt. Allerdings bedeutet der Aufruf einer Webseite über HTTPS nicht automatisch, dass alle Ressourcen einer Webseite verschlüsselt übertragen werden, so können Bilder, Stylesheets, JavaScripts oder Frames auch auf einer über HTTPS aufgerufenen Webseite über HTTP angefragt und für Angriffe ausgenutzt werden. In einem solchen Fall spricht man von Mixed Content. Dieses Thema wird samt Einstellmöglichkeiten ausführlich in einem eigenen Artikel behandelt und genauestens erklärt, was tatsächlich blockiert wird und was nicht. Mixed Content-Hinweise werden außerdem in einer neuen Sicherheits-Kategorie in der Webkonsole angezeigt.

Außerdem unterstützt Firefox ab Version 23 Version 1.0 der W3C-Spezifikation von Content Security Policy (CSP). Das ursprünglich von Mozilla entwickelte Sicherheitskonzept soll vor allem Schutz vor Cross-Site-Scripting-Attacken (XSS) bieten. Auch diese Neuerung wird an separater Stelle ausführlicher thematisiert.

Plugins per Add-on Manager auf Click-to-Play schalten

Ebenfalls zur Sicherheit (sowie zur Stabilität) beitragen soll das Feature Click-to-Play, welches Plugins erst bei Bedarf und ausdrücklichen Wunsch durch den Nutzer lädt. Dieses muss zwar weiterhin erst über about:config durch den Benutzer aktiviert werden (plugins.click_to_play → true), kann dann allerdings über den Add-on Manager pro Plugin eingestellt werden. Ein neuer Schalter (plugin.default.state) erlaubt außerdem das Setzen der Standard-Einstellung (0 → Deaktiviert; 1 → Click-to-Play; 2 → Aktiviert).

Weitere Verbesserungen mit und ohne Plugins

Sind zusätzliche Plugins zur vollständigen Darstellung einer Webseite notwendig, erscheint nicht länger eine aufdringliche gelbe Hinweisleiste am oberen Fensterrand, stattdessen erscheint ähnlich wie bei Click-to-Play ein Symbol in der Adressleiste.

Auch die Benachrichtigungsleiste für die Speicherung von Offline-Inhalten wurde in ein solches Doorhanger-Panel mit Symbol in der Adressleiste konvertiert. Die Wiedergabe von H.264 ohne Plugin auf Windows Vista oder höher wird ab Firefox 23 via DirectX Video Acceleration 2 (DXVA2) durch die Grafikkarte beschleunigt und kann so die Belastung der CPU spürbar senken.

Ansonsten unterstützt Firefox 23 an der Webstandard-Front noch den neuen HTML5 Input-Type range, requestAnimationFrame ohne Vendor-Präfix sowie neue ARIA-Rollen für Buttons, um Touch-Oberflächen zugänglicher zu machen, und nutzt einen Speex Resampler für WebRTC, welcher es Firefox erlaubt, eine übliche Abtastrate von 44100 Hz zu nutzen statt wie bislang eine Abtastrate von 44000 Hz und diese dann hochzuskalieren. Mozilla hat in Version 23 auch die Unterstützung für eine Webtechnik aus Firefox entfernt, nämlich die für das -Element. Diese Sünde aus frühen Webdesign-Tagen war nie Teil eines Standards, Firefox ist der letzte Browser, welcher dieses Tag noch unterstützt hat. Verbessert wurde außerdem noch die Unterstützung für MathML. Firefox ist damit der einzige Browser, welcher den inoffiziellen MathML ACID2-Test besteht.

SocialAPI erlaubt Teilen von Inhalten

Mit der SocialAPI bietet Firefox eine Schnittstelle für Drittanbieter an, um den Browser um soziale Fähigkeiten zu erweitern. Ab Firefox 23 kommt ein neues Feature dazu: Sharing. Firefox erlaubt es bei Aktivierung eines Social Providers, welcher dieses Feature unterstützt, Inhalte bei diesem Anbieter zu teilen. Facebook war der erste Anbieter, welcher die SocialAPI genutzt hat, und ist auch bei diesem neuen Feature sofort dabei und unterstützt es.

Schnelleres JavaScript und weitere wichtige Verbesserungen unter der Haube

Fast schon obligatorisch dreht Mozilla auch in Firefox 23 wieder an der Performance-Schraube und liefert nach rund sechs Monaten Arbeit einen neuen Baseline-Compiler aus. Dieser soll die Performance von JavaScript um fünf bis zehn Prozent verbessern, vor allem aber den Grundstein für weitere Verbesserungen legen. Einen detaillierten Überblick über den neuen Baseline-Compiler gibt es in einem eigenenständigen Artikel.

Mit Firefox 23 gab es außerdem ein umfangreiches Layers Refactoring, welches es Mozilla in späteren Versionen einfacher machen soll, Off-Main-Thread-Compositing in Firefox zu bringen (OMTC). Das Ziel von OMTC ist eine verbesserte Reaktionsfähigkeit und auf Systemen mit mehreren Kernen eine bessere Performance. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist OMTC noch in sehr aktiver Entwicklung, entsprechend fehlerbehaftet und darum standardmäßig deaktiviert (layers.offmainthreadcomposition.enabled). Des Weiteren existiert ein weiterer neuer und experimenteller Schalter (browser.tabs.remote), mittels welchem das Browsen mit mehreren Prozessen testweise aktiviert werden. Dies ist Teil des Projektes Electrolysis (e10s), welches aus Firefox einen Multi-Prozess-Browser machen soll. Genau wie bei OMTC kann aber auch hier Endanwendern nicht empfohlen werden, den Schalter zu diesem Zeitpunkt umzulegen, da viele Dinge damit aktuell nicht ordnungsgemäß funktionieren. Diese Änderungen sind allerdings wichtige Änderungen unter der Haube, welche den Grundstein für künftige Verbesserungen legen.

Performance-Verbesserungen gab es außerdem bei der LocalStorage-Implementierung.

Frühes Weihnachten für Webentwickler

Grund zur Freude gibt es einmal mehr auch für Webentwickler. Firefox 23 beinhaltet zahlreiche Verbesserungen in diesem Bereich. Die wohl spannendste Neuerung stellt der Netzwerkmonitor dar. Dieser stellt in Form eines Wasserfalldiagramms alle heruntergeladenen Ressourcen einer Webseite dar, inklusive Anfrage-Methode, Status-Code, Host, Größe, genauer Aufschlüsselung der Ladezeit, Kopfzeilen, Cookies, Parameter und Server-Antwort. Die einzelnen Spalten der Auflistung lassen sich beliebig sortieren.

Eine weitere große Neuerung ist die neue Browserkonsole, quasi als Ersatz für die bisherige Fehlerkonsole. Diese kann freigeschaltet werden, indem über about:config der Schalter devtools.chrome.enabled auf true geschaltet wird. Anschließend kann diese über das Webentwickler-Menü geöffnet werden. Diese entspricht praktisch der Webkonsole, bloß wie die Fehlerkonsole für alle offenen Tabs und auch für den Browser und Erweiterungen. Die Browserkonsole kann alles, was die Fehlerkonsole kann, profitiert aber auch von den Features und Weiterentwicklungen der Webkonsole.

Die Konsole (Web- wie auch Browserkonsole) besitzt weiter eine neue Objekt-Ansicht und hat durch die Nutzung der Debugger-API jetzt Zugriff auf den lokalen Gültigkeitsbereich von Objekten. Außerdem können ab sofort mehrere Debugger-Instanzen in unterschiedlichen Tabs genutzt werden. Der Debugger besitzt des Weiteren nun eine sichtbare Einstellung zum Ein- und Ausschalten von Sourcemaps.

Die Entwickler-Werkzeuge besitzen ab Firefox 23 auch einen eigenen Einstellungsbereich, in welchem jeder einzelne Werkzeug-Tab aktiviert respektive deaktiviert werden kann, außerdem kann hier zwischen einem hellen sowie einem dunklen Theme gewählt und das Chrome- wie auch Remote-Debugging aktiviert oder auch deaktiviert werden.

Sind die Entwickler-Werkzeuge als Sidebar angedockt, verhalten diese sich nun außerdem responsive – bei wenig Platz werden die verschiedenen Bereiche untereinander statt nebeneinander angezeigt.

Sowohl der Stileditor als auch die Kommandozeilenbefehle können jetzt Remote für die Entwicklung an Firefox Mobile oder Firefox OS verwendet werden. Der Stileditor zeigt nun auch Stylesheets in iFrames an, es gibt einen neuen appcache-Befehl für die Kommandozeile (Shift + F2) zum Verwalten des Application Caches und es gibt diverse kleine optische Verbesserungen.

Sonstige Verbesserungen von Firefox 23

Verbesserungen gibt es in Firefox 23 auch in Bezug auf die Wartung des Produkts. Beim Zurücksetzen von Firefox über about:support werden nun auch eigene Ergänzungen des Wörterbuchs in das neue Profil migriert. Wird das Profil mehrmals zurückgesetzt, werden die alten Profile ab sofort in einen gemeinsamen Ordner gesichert, so dass alle alten Profile beiammen sind. Die Seite about:support zeigt jetzt außerdem auch den Wert der Einstellung browser.newtab.url an. Die Seite about:memory, welche Auskunft über den Speichverbrauch von Firefox gibt, wurde überarbeitet und erlaubt nun auch, Reports zu sichern und zu vergleichen.

Das Download-Panel zeigt nicht länger einen Button zum beinhaltenden Verzeichnis an, wenn die Datei gelöscht wurde, und die Suchleiste ist nun auch auf about:newtab nutzbar. Auf OS X wird die Swipe-Geste zum Vor- und Zurückblättern jetzt wie in Safari animiert. Beim ersten Start zeigt Firefox nicht länger eine “Lernen Sie Ihre Rechte kennen”-Hinweisleiste ein, stattdessen erscheint ein entsprechendes Snippet auf der about:home-Seite. Über about:config kann der Schalter extensions.getAddons.showPane mit dem Wert false angelegt werden, um den “Add-ons suchen”-Tab im Add-on Manager auszublenden.

Seit Firefox 23 ist das Add-on Test Pilot kein Bestandteil der Beta-Versionen von Firefox mehr. Bei Änderung des User-Agents, beispielsweise durch die Erweiterung User Agent Switcher, wird nun wieder korrekt die Eigenschaft navigator.userAgent geändert. Dieses Verhalten war seit Firefox 17 kaputt, Abhilfe musste hier bei Bedarf eine Erweiterung wie User-Agent JS Fixer schaffen. Die zweite Versionsstelle des User-Agents von Firefox wurde außerdem auf null festgefroren, so dass sich beispielsweise eine Version 24.1 von Firefox als Version 24.0 ausgibt. Dies ist relevant, da Mozilla die Versionierung der ESR-Versionen ändert.

Metro-Version von Firefox kommt voraussichtlich erst 2014

Mozilla arbeitet an einer speziellen Modern UI-Oberfläche, auch bekannt als Metro, für Firefox auf Windows 8. Diese war zuletzt für Firefox 26 Anfang Dezember geplant, wird sich nun aber wohl in das neue Jahr verschieben.

Vergangenen Monat hatte ich darüber berichtet, dass Mozilla die Veröffentlichung von Firefox inklusive Modern UI-Version für Windows 8 für Firefox 26 anstrebt. Nach derzeitigem Stand der Entwicklung kann dieses Ziel nicht erreicht werden, so dass nun eine Veröffentlichung erst im neuen Jahr wahrscheinlich wird. Die nächstmögliche Version 27 von Firefox wird am 21. Januar 2014 erscheinen.

Firefox Flicks 2013: Gewinner stehen fest, Deutscher unter den Siegern

Seit Februar lief Mozillas internationaler Kurzvideo-Wettbewerb Firefox Flicks. Nun stehen die finalen Gewinner fest. Unter den Gewinnern befindet sich auch jemand aus Deutschland.

Die Gewinner des dritten Firefox Flicks-Wettbewerbes stehen fest. Insgesamt gab es mehr als 400 Einreichungen aus aller Welt. Marvin Nuecklaus aus Deutschland hat dabei den Preis der Regionen des Gebietes Europa, Afrika und Mittlerer Osten gewonnen.

Hauptpreis: Spot the Difference (Polen):

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Preis der Regionen Nordamerika: The Whole is Greater (USA):

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Zweitplatzierter Nordamerika: Scooter (USA):

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Preis der Regionen Latein Amerika: Tortillas on the Go (Mexiko):

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Zweitplatzierter Latein Amerika: Beyond the Limit (Mexico):

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Preis der Regionen Europa, Naher Osten und Afrika: Be a Part of It – Get Mobilized (Deutschland):

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Zweitplatzierter Europa, Naher Osten und Afrika: Be Part of It (UK):

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Preis der Regionen Asien: The Anniversary (Singapur):

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Zweitplatzierter Asien: Stand by You Always (Japan):

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People’s Choice Award 1: Anyone, Anywhere (Taiwan):

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People’s Choice Award 2: The Right Way (Italien):

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People’s Choice Award 3: Spot the Difference (Polen):

siehe Hauptpreis.

Firefox: Java gilt ab Version 24 grundsätzlich als unsicher, standardmäßiges Click-to-Play ab Version 26

Mozilla plant in den kommenden Wochen zwei grundlegende Änderungen in Bezug auf die Ausführung von Plugins. So soll das Java-Plugin bereits in Kürze grundsätzlich als unsicher eingestuft werden, auch in der jeweils aktuellsten Version. Click-to-Play für alle Plugins außer der aktuellsten Flash-Version soll ab Version 26 standardmäßig aktiviert werden.

Nach derzeitiger Planung soll das Java-Plugin ab Version 24 von Firefox grundsätzlich als unsicher eingestuft werden, auch in seiner jeweils aktuellsten Version. Dies ist die Konsequenz aus den zahlreichen Sicherheitslücken der Vergangenheit und der sehr langen Zeit, welche Oracle zum Beheben der Sicherheitslücken benötigt. Nutzer werden Java weiterhin für einzelne Seiten permanent erlauben können, Java wird dann aber nicht mehr global für alle Webseiten aktiviert werden können. Mozilla plant diese Änderung für Firefox 24, allerdings nicht direkt zur Veröffentlichung von Version 24.

Mit Firefox 26 kommt eine weitere Änderung. Dann werden wie bereits Anfang des Jahres berichtet alle Plugins standardmäßig auf Click-to-Play geschaltet, außer Adobe Flash in seiner zum jeweiligen Zeitpunkt aktuellsten Version. Durch Click-to-Play sind Plugins nicht permanent geladen, sondern können bei Bedarf durch den Benutzer aktiviert werden. Über den Add-on Manager können die Plugins aber auch wieder permanent aktiviert werden.

Mozilla verteilt wieder kostenlose Smartphones an Entwickler

Mozilla verteilt kostenlose Firefox OS-Smartphones an Entwickler. Bereits im Mai gab es das Programm Phones for Apps for Firefox OS, welches nun in die zweite Runde geht.

Wie bereits im Mai können sich auch jetzt wieder Entwickler bei Mozilla bewerben, um ein kostenloses Smartphone mit Firefox OS zu erhalten. Wieder wird es sich dabei um ein Keon von Geeksphone handeln. Folgende Richtlinien gelten dabei:

  • Wir erwarten die URL einer Webseite, ein Code-Repository oder eine App-Plattform, wie beispielsweise die der Amazon Web App, Blackberry WebWorks, Chrome Web Store, webOS oder den PhoneGap Store. Falls Sie eine HTML5 App in eine systemeigene Schale verpackt haben, um sie über iTunes, Google Play oder einen anderen App-Markt zu verbreiten, geben Sie bitte das dafür genutzte Tool an (z.B.: Appcelerator, PhoneGap, Sencha).
  • Sie müssen in der Lage sein, schnellstmöglich mit Ihrer Arbeit zu beginnen. Die Apps sollten im September oder Oktober fertig sein.
  • Bitte warten Sie nicht darauf, von uns zu hören. Beginnen Sie Ihre Arbeit und laden Sie sich den Firefox OS Simulator herunter.
  • Denken Sie daran: Falls Sie uns nicht auf eine live HTML5 App hinweisen können, dürfen Sie nicht am Programm teilnehmen.

Mozilla wird sich bei den ausgewählten Entwicklern melden. Wer nicht ausgewählt wird, wird auch nichts hören, es wird in diesem Zusammenhang um Verständnis gebeten und darauf hingewiesen, dass es sich um ein wirklich kleines Team handelt, welches diese Aktion betreut.

Das Keon kommt mit einer 1 GHz getakteten Snapdragon S1 CPU von Qualcomm, 512 MB RAM und 4 GB internem Speicher. Via MicroSD kann der verfügbare Speicherplatz erweitert werden. Der Bildschirm ist 3.5” groß und bietet eine HVGA-Auflösung (480 × 320 Pixel). Die integrierte Kamera löst Bilder mit 3 Megapixeln auf, zur weiteren Ausstattung gehören WLAN-n, GPS, MicroUSB sowie Sensoren für Helligkeit, Abstand und Beschleunigung. Der Akku hat eine Kapazität von 1580 mAh. Das Gerät unterstützt die UMTS-Frequenzen 850/1900/2100 MHz (3G HSPA) sowie die GSM-Frequenzen 850/900/1800/1900 MHz (2G EDGE).

Firefox Add-on: Add-on-Leiste, altes Firefox-Menü und viele „Classics“ mehr für „Australis“

Mozilla plant mit Australis die Einführung eines moderneren Designs, welches weitreichende Änderungen, sowohl optisch als auch in Bezug auf die Anpassbarkeit mit sich bringen wird. Wem diese Änderungen oder ein Teil der Änderungen nicht gefallen, kann das alte Erscheinungsbild mittels Erweiterung wiederherstellen.

Dass Mozilla mit Australis ein neues Design für Firefox einführen wird, das ist bekannt. Klar ist auch, dass sich daran die Geister scheiden werden, wie immer, wenn das Design eines Produktes verändert wird. Während vielen die neue Australis-Richtung sehr gut gefällt, gibt es auch einige, die damit wenig bis gar nichts anfangen können. Und natürlich gibt es auch alle Stufen dazwischen, beispielsweise Nutzer, welchen vielleicht die neue Design-Richtung gefällt, aber nicht mit dem Verlust der Add-on-Leiste leben können.

Es war zu jedem Zeitpunkt klar, dass all diese Dinge via Add-ons wieder zurechtgebogen werden können. Erstaunlich allerdings ist, dass es bereits ein Add-on gibt, welches praktisch alle Änderungen rückgängig machen kann. Veröffentlicht ist das Add-on bislang nicht, dies wird aber passieren, sobald Australis im Hauptentwicklungszweig von Firefox gelandet ist, was nur noch eine Frage sehr kurzer Zeit sein wird. Sobald dies geschehen ist, wird dieser Artikel natürlich umgehend aktualisiert.

Das Add-on stellt dabei eine Komplettlösung für wirklich alles dar. Das heißt, niemand muss sich unzählige Erweiterungen zusammensuchen, um das alte Erscheinungsbild von Firefox wiederherzustellen. Eine andere Besonderheit ist, dass es sich hierbei um keine Alles-oder-Nichts-Lösung handelt, jede einzelne Änderung ist optional, der Nutzer kann also ganz gezielt steuern, welchen Teil von Australis er behalten möchte und was ihm vorher besser gefallen hat. Kurz: Mit dieser Änderung wird jedem Kritiker der Wind aus den Segeln genommen, denn diese Erweiterung lässt keine Wünsche offen, jeder kann das beste aus beiden Welten erhalten, und das bereits lange bevor Australis den offiziellen Release-Kanal von Mozilla erreichen wird. Wahrscheinlich ist eine Veröffentlichung von Firefox mit Australis-Design nicht vor Version 27, welche am 21. Januar 2014 erscheinen wird.

Die Erweiterung bietet zahlreiche Möglichkeiten. Die wohl wichtigste Möglichkeit ist der Erhalt der Add-on-Leiste, welche standardmäßig mit Australis aus Firefox entfernt werden wird. Aber die Erweiterung kann noch viel mehr. Wem das mit Firefox 4 eingeführte Menü unter Windows gefallen hat, der kann ein solches einstellen, die Tabs können ihr altes Design ohne runde Tabs erhalten und wieder unter der Adressleiste platziert werden. Auch Optionen für kleine Symbole oder Symbole + Text in den Symbolleisten gibt es, wie auch eine Einstellung, um die Suchleiste wieder nach unten zu setzen. Das Add-on bietet noch einige weitere Einstellungen, eine vollständige Übersicht gibt es auf dem dazugehörigen Blog. Der Entwickler ist kein Unbekannter, dabei handelt es sich um den in Deutschland lebenden Aris, welcher unter anderem für das Noia 4-Theme bekannt ist.

Mozilla möchte Firefox Marketplace stärker an Nutzer-Interessen ausrichten

Mozilla möchte es seinen Nutzern im Firefox Marketplace in Zukunft ermöglichen, die Startseite zu individualisieren und so nur die Dinge anzuzeigen, für welche sich der Nutzer interessiert anstatt alle mit den gleichen Inhalten zu begrüßen, welche die Nutzer unter Umständen gar nicht interessieren.

In einem aktuellen Beitrag im UX-Blog erklärt Mozilla, dass Nutzer in den derzeitigen App Stores keine Möglichkeit hätten, den angezeigten Inhalt anzupassen, stattdessen sehen alle Nutzer lediglich den Inhalt, welchen der Betreiber des App Stores für relevant hält. Mozilla möchte aber, dass jemand, der sich beispielsweise nicht für Social Apps interessiert, auch nicht mit unzähligen Social Apps begrüßt wird.

Mozilla experimentiert aus diesem Grund derzeit mit dem Konzept eines Feeds. Dieser Feed soll dem Nutzer die Inhalte präsentieren, für welche dieser sich interessiert. Mit dem Feed soll man nicht mehr nach den Inhalten suchen müssen, die sie interessieren, stattdessen soll der Inhalt die interessierten Nutzer finden. Dabei beruft sich Mozilla auf das fünfte Prinzip des Mozilla-Manifests: Jeder muss die Möglichkeit haben, das Internet nach eigenen Vorstellungen zu nutzen. Darum soll jeder selbst entscheiden können, was er sehen möchte. Nutzer sollen so mehr für sie relevanten Inhalt sehen, Entwickler profitieren davon, indem ihre Apps der richtigen Zielgruppe angezeigt werden.

Im Gegensatz zu vielen anderen Produkten mit einem Feed soll es im Firefox Marketplace keinen separaten Bereich geben, um Inhalte zu abonnieren. Bei diesen Produkten müssten die Nutzer ihre aktuelle Tätigkeit unterbrechen, die Navigation finden, ihre Abonnements aktualisieren und dann wieder zurückkehren. Nutzer sollten aber nicht lernen müssen, sich für Inhalte an- und abzumelden, Nutzer sorgen sich nur um Inhalte. Man wisse, dass Menschen suchen und stöbern, dieses Verhalten möchte man sich zu nutze machen und so erlaubt der derzeitige Prototyp des Feeds, dass Nutzer bei Inhalten, welche sie mögen, einfach auf das Herz-Symbol klicken und schon sehen sie in Zukunft Updates und verwandte Inhalte auf ihrer Startseite.

Weiter schreibt Mozilla erkannt zu haben, dass Nutzer Beziehungen und Verbindungen mit Menschen schätzen. Aus diesem Grund zeigt Mozilla Fotos der Personen hinter den Inhalten in den Einträgen an. Dies zeige den Nutzern, dass dahinter reale Menschen und nicht nur Maschinen oder Algorithmen stecken. Außerdem zeigt man die Download-Zahlen und Zahl der Aufrufe an, um den Menschen das Gefühl zu geben, Teil von etwas zu sein, was größer ist als sie selbst, und damit ihren Einfluss auf die Community zu zeigen.

Ein drittes Design-Prinzip beim Feed beruht auf der Tatsache, dass die Bindung der Nutzer an App Stores über die Zeit abnehme. Ein Grund sei, dass es keine Freude sei, einen App Store zu benutzen. Mozilla möchte daher mehr positive Emotionen in den Firefox Marketplace bringen und die Bindung aufrechterhalten. Durch personifizierte Charaktere möchte Mozilla die Konversationen lustiger gestalten, Wortwahl und lebhafte Animationen tragen ihren Teil dazu bei, angenehme Momente zu schaffen.

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Mozilla Brick: UI-Komponenten für moderne Web Apps

Mit den Web Components befindet sich eine Webtechnologie in der Standardisierung durch das W3C, welche es Webentwicklern erlaubt, eigene HTML-Elemente für Webanwendungen zu bauen. Mit Brick stellt Mozilla nun eine Sammlung wiederverwendbarer UI-Komponenten vor.

Brick heißt das neuste Projekt aus dem Hause Mozilla und besteht aus einer Sammlung von UI-Komponenten, welche cross-browser-kompatibel sind. Brick nutzt dafür X-Tag – eine von Mozilla entwickelte Polyfill-Bibliothek, welche die sogenannten Web Components in heutigen Browsern verfügbar macht. X-Tag ist kompatibel mit Firefox ab Version 5, Chrome ab Version 4, Safari ab Version 4, Opera ab Version 11 sowie dem Internet Explorer ab Version 9. Bricks befindet sich derzeit noch in der Betaphase.

Mit Web Components sind Webentwickler dazu in der Lage, eigene HTML-Elemente zu bauen, welche in der Anwendung wiederverwendet werden können. Eines der Bricks ist beispielsweise ein Kalender. Eine Zeile wie reicht, um einen Kalender in die Webanwendung zu integrieren. Weitere Widgets, welche Brick bereitstellt, sind unter anderem eine Tab-Leiste, ein Slider oder auch Tooltips. Mit den Bricks kann ein Entwickler viel Zeit sparen, da er sich keine Gedanken um das HTML/CSS/JavaScript dahinter machen muss.

Die Widgets von Brick sind mit allen aktuellen Browsern kompatibel und mobiltauglich. Im Gegensatz zu jQuery UI erfordert Brick kein nicht-semantisches HTML-Markup und muss nicht explizit via JavaScript initialisiert werden. Mit Brick genügt es, den entsprechenden Tag im HTML der Anwendung zu schreiben als wäre es ein ganz gewöhnlicher Bestandteil von HTML.

Plug-n-Hack: Mozilla schlägt Standard zur Interaktion zwischen Sicherheitstools und Browsern vor

Mit Plug-n-Hack (PnH) schlägt Mozilla einen Standard vor, welcher definiert, wie Sicherheitstools mit Browsern besser interagieren können.

In einem aktuellen Blog-Beitrag schreibt Mozilla, dass Sicherheitstools häufig in Verbindung mit Browsern benutzt werden, bislang aber eine direkte Interaktion Plattform- und Browsererweiterungen notwendig gemacht haben. Das Konfigurieren des Browsers, damit dieser mit einem Sicherheitstool zusammenarbeitet, sei ein nicht trivialer Vorgang, welcher Entwickler und Tester mit weniger Erfahrung davon abhalten kann, solche Tools zu nutzen.

PnH soll dieses Problem lösen, indem es Sicherheitstools erlaubt, die Funktionalitäten mittels Manifest festzulegen, welche geeignet für eine Interaktion mit dem Browser sind. Ein Browser, welcher PnH unterstützt, kann diese Funktionalitäten dann direkt aufrufen ohne zum und vom Tool hin- und herwechseln zu müssen. Neben einigen fest definierten Fähigkeiten, beispielsweise zur Proxy-Konfiguration, seien die meisten Möglichkeiten dabei komplett generisch gehalten, so dass praktisch jede denkbare Funktionalität über PnH festgelegt werden kann.

PnH wurde sowohl browser- als auch toolunabhängig entwickelt, auch eine Implementierung für Firefox ist bereits vorhanden. Beides steht unter der Mozilla Public Licence 2.0 und ist damit auch für kommerzielle Tools geeignet. Mozilla hofft, dass auch andere Browserhersteller PnH implementieren werden. Der aktuelle Stand, von Mozilla als Phase 1 bezeichnet, erlaubt die einfache Integration und definiert, wie Sicherheitstools ihre Fähigkeiten dem Browser bekannt machen können. In Phase 2 sollen dann auch Browser den Sicherheitstools mitteilen können, welche Fähigkeiten diese besitzen und genutzt werden können. Dann sollen die Tools Informationen direkt vom Browser erhalten und der Browser sogar als Erweiterung des Tools genutzt werden können.

Unterstützt wird PnH in Firefox ab Version 24 unter Zuhilfenahme des Add-ons Ringleader. OWASP ZAP 2.2.0 ist das erste Sicherheitstool, welches PnH unterstützt, hierfür wird das MITM-conf Add-on benötigt. Die Unterstützung für die Burp Suite soll bald folgen.

Firefox: Add-on Manager findet ab sofort nur noch vollständig überprüfte Add-ons

Add-ons für Firefox können direkt über den integrierten Add-on Manager gesucht und installiert werden. Dieser findet ab sofort nur noch vollständig überprüfte Erweiterungen.

Alle Add-ons, welche sich über addons.mozilla.org finden lassen, sind entweder vollständig oder vorläufig von Mozilla überprüft. Die vollständige Überprüfung stellt höhere Anforderungen an die Qualität der Add-ons, während die vorläufige Überprüfung nicht weit über das Überprüfen auf Sicherheitslücken und Regelverstöße hinausgeht und dabei in der Regel auch nicht installiert und auf korrektes Funktionieren überprüft wird.

Auf der Add-on-Seite sind die Unterschiede gut erkennbar, so ist der Button zum Installieren bei vollständig geprüften Erweiterungen grün, bei vorläufig geprüften Erweiterungen gelb mit Hinweis. Im Add-on Manager gibt es diese Unterscheidung nicht. Aus diesem Grund wird Mozilla ab sofort nur noch vollständig überprüfte Erweiterungen in der Suche des Add-on Managers anzeigen. Da es sich dabei um eine serverseitige Änderung handelt, betrifft diese Änderung alle Versionen von Firefox.

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