Firefox 16 Aurora – Download & Neuerungen

Mozilla hat die erste Aurora-Version von Firefox 16 zum Download freigegeben. Firefox 16 bringt unter anderem eine native PDF-Unterstützung, Support für Web-Apps, ein Kommandozeilen-Tool und noch mehr.

Firefox kann PDF-Dateien ohne extra Plugin darstellen

Eine große Neuerung von Firefox 16 ist die Möglichkeit, PDF-Dateien ohne zusätzliches Plugin betrachten zu können. Dafür hat Mozilla dem Browser einen eigenen PDF-Renderer spendiert, welcher komplett auf HTML5 und JavaScript basiert. Seitennummer, Zoom-Faktor sowie die aktuelle Position des Dokuments können direkt als Parameter der URL übergeben werden. Zwar kann nicht immer die Qualität des Adobe-Plugins erreicht werden, aber gerade in Anbetracht der verwendeten Technologien ist das Ergebnis sehenswert. Um den eingebauten PDF-Viewer zu nutzen, kann dieser über Einstellungen > Anwendungen > Portable Document Format (PDF) > Vorschau in Firefox aktiviert werden.

Verbesserungen der Benutzeroberfläche

Die mit Sicherheit auffälligste Veränderung der Benutzeroberfläche betrifft die Liste der Seiten in der Adressleiste. Diese wurde optisch auf allen Plattformen verschönert und hebt den Suchbegriff deutlicher hervor als zuvor.

Anders sehen ab Firefox 16 auf Windows Vista/7 auch die sogenannten Doorhanger Panels aus, also jene Panels, welche beispielsweise beim Speichern von Passwörtern oder dem Setzen von Lesezeichen erscheinen. Diese besitzen keine Aero Glass-Umrandung mehr und erscheinen nun animiert. Auch die rote Hinweisleiste bei als Betrugsversuch gemeldeten Webseiten wurde auf Windows leicht verschönert.

Schließlich wurden noch ein paar Menüs aufgeräumt. So gibt es nun kein “Link senden” oder “Seite senden” mehr in den Kontextmenüs, “Bild senden”, “Video senden” und “Bild senden” heißen ab sofort “Bild per E-Mail versenden” usw. Wie in der Adressleiste bereits seit längerem der Fall, werden nun auch in den Kontextmenüs “Stopp” sowie “Neu laden” kombiniert und nur das jeweils benötigte Menüelement angezeigt. Möchte man andere Tabs über den Kontextmenü-Eintrag “Andere Tabs schließen” schließen, wird man bei mehr als zwei geöffneten Tabs vorher gefragt, ob man sich sicher ist, was die Gefahr eines versehentlichen Schließen von Tabs reduziert.

Verbesserte Entwicklerwerkzeuge

Mit Firefox 15 wurde eine standardmäßig noch deaktivierte Entwickler-Toolbar inklusive Kommandozeile zu Firefox hinzugefügt, welche ab Firefox 16 standardmäßig aktiviert ist und über das Webentwickler-Menü oder Shift + F2 aufgerufen werden kann.

Wer regelmäßig mit Kommandozeilen zu schaffen hat, wird dieses neue Feature lieben. Über einfache Befehle lassen sich verschiedene Operationen ausführen. Die Eingabe von help listet alle verfügbaren Kommandos auf, help liefert eine Hilfe zum jeweiligen Befehl. Dabei wird man bei Eingaben immer visuell unterstützt: Unbekannte Befehle werden rot unterstrichen, auf ungültige Eingaben wie Buchstaben, wo nur Zahlen erlaubt sind, wird man hingewiesen, nach Eingabe des Befehls erscheinen in einem leichten Blauton die weiteren Parameter, welche einzugeben sind, in eckigen Klammern dabei die optionalen. Lassen sich bestimmte Werte auswählen, erscheinen diese in einer Liste, welche auch über die Cursor-Tasten der Tastatur ausgewählt werden können. Auch die Maus kann zur Auswahl benutzt werden.

Dieses Feature ist nun nicht nur für alle aktiv geschaltet, es sind auch einige neue Kommandos hinzugekommen. Bisher ließen sich bereits Dinge machen wie das Verändern von Browsereinstellungen, das Schießen von Screenshots oder natürlich das Steuern der Entwicklerwerkzeuge. Nun lassen sich unter anderem auch Add-ons aktivieren respektive deaktivieren, das DOM einer Seite verändern oder Cookies setzen beziehungsweise löschen. Und noch mehr. Außerdem wird die Anzahl an Fehlern, welche in der Webkonsole angezeigt werden, in der Toolbar dargestellt.

Die Webkonsole selber ist nun standardmäßig unten und nicht länger oben positioniert, außerdem zeigt diese nun auch sogenannten Mixed Content an, also welche Elemente auf einer HTTPS-Seite lediglich eine HTTP-Verbindung nutzen.

Das JavaScript-Scratchpad hat die Möglichkeit erhalten, aus einer Liste der zuletzt geöffneten Dateien ein JavaScript-File zu öffnen.

Unterstützung von Web-Apps & verbesserte Unterstützung von Webstandards

Firefox 16 ist die minimale Version von Firefox, die zur Installation von Web-Apps benötigt wird, welche aus dem noch in diesem Jahr startenden Mozilla Marketplace heruntergeladen werden können. Diese Web-Apps sollen sich wie Desktop-Applikationen anfühlen, basieren aber komplett auf Webtechnologien wie HTML5, CSS und JavaScript. Als einer der ersten Tester gebe ich in einem Artikel einen ersten Einblick in den Mozilla Marketplace.

Mit WebRTC sollen sich Applikationen für VoIP, Chat und Videotelefonie ohne Notwendigkeit eines Browser-Plugins umsetzen lassen. Ein wichtiger erster Schritt in diese Richtung ist in Firefox 16 mit der anfänglichen Implementierung des DOM-API getUserMedia getan, allerdings noch standardmäßig deaktiviert. Zur Aktivierung muss über about:config ein Boolean-Schalter mit dem Namen media.navigator.enabled angelegt und auf true gesetzt werden. Damit können Webseiten auf die Webcam oder das Mikrofon zugreifen. Getestet kann das auf dieser Demoseite werden. Ein Berechtigungs-Modell beziehungsweise eine Erlaubnis-Anfrage ist bislang noch nicht implementiert, aus diesem Grund ist der Schalter auch bislang noch versteckt.

Durch Setzen des Schalters dom.experimental_forms auf true wird der HTML5 Input-Type number unterstützt – allerdings noch ohne UI, das heißt die Felder sehen derzeit noch aus wie normale Textfelder. Auch das HTML5-Element sowie die Microdata API werden ab Firefox 16 unterstützt. HTML5-Videos ohne Audio-Spur zeigen im UI des Video-Players ein Symbol, welches dem Benutzer anzeigt, dass dieses Video ohne Ton ist. Außerdem wird der Audio-Codec Opus, welcher seit Firefox 15 optional unterstützt wird, standardmäßig unterstützt. Für IndexedDB, die beiden APIs Battery und Vibration sowie die CSS-Funktion calc() und die folgenden CSS-Eigenschaften fällt ab Firefox 16 der Vendor-Präfix -moz- weg: Animations, Transitions, Transforms und Gradients. Weitere für Webentwickler interessante Änderungen lassen sich auf hacks.mozilla.org nachlesen.

Auf freiwilliger Basis lassen sich bei der Nutzung von Firefox Telemetrie-Daten an die Mozilla-Server senden. Dabei handelt es sich um diverse Leistungsdaten wie Performance oder Speicherverbrauch während des Browserbetriebs. Ab Firefox 16 wird dabei auch die installierte Version des Adobe Flash-Plugins übermittelt, was dabei helfen soll, den Erfolg angestrebter Kampagnen gegen veraltete Plugin-Versionen zu messen, da diese einer der häufigsten Gründe für kompromittierte Systeme sind.

Blinde respektive sehbehinderte Mac OS X-User dürfen sich über die Unterstützung der Bildschirmlesefunktion von Apple, VoiceOver, freuen.

Verbesserungen im Bereich Performance

Eine weitestgehend inkrementelle Garbage Collection soll die Performance von Firefox weiter verbessern. Das Löschen nicht mehr benötiger JavaScript-Objekte dauert in Firefox relativ lange und kann zu unerwünschten Rucklern führen. Bei der inkrementellen Garbage Collection macht Firefox dies in kleineren Schritten, wodurch diese Aufräumarbeiten zwar häufiger notwendig sind, aber die Unterbrechungen verkürzt werden.

Mit der sogenannten Display-list-based-invalidation gab es eine ziemlich große architektonische Änderung in der Gecko-Engine, welche eine Menge Code vereinfacht und sich gerade auf komplexen Seiten wie GMail oder Facebook positiv auf die Performance auswirken sollte.

Außerdem wurden Speicherleaks in Erweiterungen, welche die JavaScript-Bibliothek FUEL benutzen, behoben, welche unter Umständen zu außergewöhnlich langen Zeiten zum Beenden von Firefox führen konnten.

Schließlich konnte auch die Performance der in Firefox 13 neu eingeführten Seite beim Öffnen eines neuen Tabs spürbar verbessert werden.

Sonstige Verbesserungen

Zwei Änderungen gibt es beim User-Agent von Firefox. Anstelle des 2010 eingefrorenen Datums für Gecko erscheint an dieser Stelle nun die Versionsnummer, außerdem wird der Patchlevel, also die dritte Versionsstelle, nicht länger angezeigt, womit nicht mehr über den User-Agent herauslesbar ist, ob der Benutzer die neuste Sicherheitsaktualisierung installiert hat oder nicht. Aus einem Useragent wie

Mozilla/5.0 (Windows NT 6.1; WOW64; rv:16.0.1) Gecko/20100101 Firefox/16.0.1 würde damit
Mozilla/5.0 (Windows NT 6.1; WOW64; rv:16.0) Gecko/16.0 Firefox/16.0.

Aus der Liste Gespeicherter Passwörter können jetzt nicht mehr nur die Passwörter, sondern auch die Benutzernamen kopiert werden. Außerdem ist die Desktop-Version von Firefox ab sofort in der Lage, Tabs direkt erscheinen zu lassen, welche von einem Android-Gerät an das Desktop-Gerät via Sync gesendet werden. Die Seite about:memory zeigt den Speichverbrauch von Firefox nun nach Tabs aufgeteilt an, wobei jedes “top” für einen Tab steht.

Bei Nutzung mehrerer Schreibtische auf Mac OS X erscheinen neue Firefox-Fenster, welche über das Dock-Menü geöffnet werden, nun außerdem, wie man es auch von Safari gewohnt ist, auf dem aktiven Schreibtisch und nicht länger auf dem, auf welchem sich das letzte aktive Firefox-Fenster befindet.

Download & Zeitplan

Die aktuelle Aurora-Version kann hier heruntergeladen werden. Mit der ersten Beta-Version von Firefox 16 kann gegen den 30. August gerechnet werden, die finale Version soll am 09. Oktober dieses Jahres erscheinen.

Was hat Funnelcake in der Firefox-Versionsinfo zu bedeuten?

Mancher Firefox-Nutzer wundert sich derzeit über eine ungewohnte Angabe im Info-Dialog seines Browsers. Denn unter Umständen ist dort unterhalb der Versionsnummer so etwas hier zu lesen: Funnelcake Jul 2012 mozilla13 – 1.0. Was hat es damit auf sich?

Es handelt sich dabei genau genommen um überhaupt nichts Neues: Diese sogenannten Funnelcake-Builds gab es schon 2007. Und nicht jeder erhält diese ominösen Funnelcake-Builds. Diese wurden immer nur über einen Zeitraum von 24 Stunden über mozilla.org verteilt.

Funnelcake-Builds von Firefox unterscheiden sich nicht groß von den regulären Releases. Der größte Unterschied ist eigentlich, dass unter anderem beim Aufruf der What’s New-Seite ein zusätzlicher Parameter wie f=13 wie in diesem Fall für funnelcake13 angehängt wird.

Wieso macht Mozilla das? Das hat rein metrische Gründe. Mit diesen Builds möchte Mozilla unter anderem in Erfahrung bringen, ob der Download von Firefox überhaupt abgeschlossen oder ob die Installation komplett durchgeführt wurde. Und dabei helfen diese speziellen Builds, weil Mozilla mit diesen Builds nicht nur sagen kann, dass Firefox in einem Zeitraum von sechs Wochen irgendwann heruntergeladen wurde, sondern an einem bestimmten Tag.

Viel mehr steckt nicht hinter diesem geheimnisvollen Funnelcake in der Versionsinfo von Firefox.

Mozilla Firefox 15 Beta veröffentlicht

Mozilla hat die erste Beta-Version von Firefox 15 veröffentlicht. Firefox 15 bringt größere Verbesserungen im Bereich Performance und Speicherverbrauch, insbesondere der von Erweiterungen verursachte Speicherverbrauch konnte teils deutlich gesenkt werden.

Viele Neuerungen gab es vor allem für Webentwickler. Diese freuen sich unter anderem über eine (standardmäßig noch deaktivierte) Entwickler-Toolbar inklusive Kommandozeile, über welche sich eine Menge Dinge anstellen lassen, wie das Bedienen der Entwicklerwerkzeuge, Ändern von Browsereinstellungen oder Erstellen von Screenshots. Dazu kommen noch ein JavaScript-Debugger, ein neues Werkzeug, welches das Testen von Responsive Designs erlaubt, und noch mehr.

Im Aurora-Artikel zu Firefox 15 werden diese und andere Neuerungen in aller Ausführlichkeit behandelt.

Download Mozilla Firefox 15.0 Beta

Firefox Mobile 14.0.1 für Android erschienen

Vor drei Wochen hat Mozilla mit Firefox Mobile 14.0 einen runderneuerten Browser für Android veröffentlicht. Heute erschien mit Firefox Mobile 14.0.1 das erste Update für den Android-Browser. Tablet-Nutzer müssen sich noch sechs Wochen bis Firefox Mobile 15 gedulden, ehe sie eine neue Version erhalten.

Die neue Version bringt neben Stabilitäts- und Sicherheitspatches vor allem Bugfixes. So können nun beispielsweise Flash-Videos angesehen werden, ohne dass sich der Bildschirm ausschaltet. Bei HTML5-Videos zeigten manche Motorola-Geräte mit Tegra2-CPU ein lilafarbenes Bild, was nun nicht mehr auftreten sollte. Benutzt man den Zoom auf einer Seite während die Seite noch lädt, wurde der Zoom nach dem Laden zurückgesetzt, was in der neuen Version ebenfalls behoben wurde. Schließlich wurde noch ein Problem auf Geräten mit Android 4.x aus der Welt geschafft, welches dafür sorgte, dass keine Seiten geladen werden konnten, wenn die Entwickler-Option “Aktionen nicht speichern” aktiviert war.

Download Mozilla Firefox Mobile 14.0.1

Mozilla veröffentlicht Firefox 14.0.1

Firefox 14.0.1 ist da! Nach einem sehr umfangreichen Firefox 13-Release erwarten einen in Firefox 14 viele kleinere Verbesserungen wie ein Inline-Autocomplete in der Adressleiste oder ein verbesserter Import von Daten aus anderen Browsern. Wer bereits in ein paar sehr spannende Neuerungen zukünftiger Firefox-Versionen hineinschnuppern möchte, findet mit einer ersten Implementierung einer Möglichkeit, Plugins erst bei Bedarf zu laden, oder einem neuen Download-Panel, welches das bisherige Fenster ersetzen wird, interessante (noch nicht fertige) Neuerungen. Im Aurora-Artikel zu Firefox 14 lassen sich die wichtigsten Neuerungen der aktuellsten Firefox-Version zusammengefasst nachlesen.

Was ist mit Firefox 14.0?

Am 28. Juni hat Mozilla Firefox Mobile 14.0 für Android veröffentlicht. Aus Gründen der Synchronität zwischen Firefox für den Desktop und Firefox Mobile wird die erste Version von Firefox für den Desktop die Version 14.0.1 sein, gemeinsam mit Firefox Mobile 14.0.1 für Android.

Download Mozilla Firefox 14.0.1

Emailadresse fuer Fragen zur Thunderbird Zukunft

Hi,

nachdem wir letzte Woche die Uebersetzung des Interviews von JB online gestellt haben, haben wir auch eine Emailadresse eingerichtet an die Ihr Fragen/Sorgen/Anregungen zur Thunderbird Weiterentwicklung  oder wie man bei Thunderbird mitmachen kann stellen koennt.

Die Emailadresse lautet:

thunderbird-de@mozilla.org

Was ueber diese Adresse nicht beantwortet wird sind Supportanfragen.

Es sei auch erwaehnt das es noch dazu die englischsprachige Mailinglist Thunderbird Planning gibt – https://wiki.mozilla.org/Thunderbird/tb-planning gibt, dort koennen natuerlich auch Thunderbird Fragen diskutiert werden.

Viele Gruesse

Carsten

Interview zur Zukunft von Thunderbird

Hi,

Tristan Nitot hatte Gelegenheit mit JB Piacentino ein Interview zur Zukunft von Mozilla Thunderbird zu führen, siehe
http://blog.mozilla.org/beyond-the-code … underbird/
Hier eine Übersetzung dieses Gespräches:

Tristan: Hi Jb, ich habe im Internet gelesen, dass Thunderbird Tot sei. Ist das wahr oder ist das Ende von Thunderbird übertrieben?

Jb: Nein, Thunderbird ist nicht am Ende. Wir ändern die Art und Weise, wie wir neue Funktionen für Thunderbird entwicklen. Nichts wird sich für den einzelnen Privatanwender oder Nutzer in Unternehmen/Organisationen ändern. Mozilla wird Thunderbird weiter unterstützen.

Tristan: Es wird also Thunderbird 14 geben?

Jb: Ja, natürlich! Wir haben einen soliden Plan, um Thunderbird bis Ende 2013 zu unterstützen und sind ebenso in der Planungsphase, was die anschließende Unterstützung angeht.

Tristan: Und was passiert bis dahin?

Jb: Thunderbird 15, 16 und 17 werden demnächst herausgebracht. Für Thunderbird 15 gibt es bereits eine Alpha-Version und auch nach Version 17 werden weiterhin neue Versionen herausgebracht. Wir werden coole, neue Innovationen sehen, wie zum Beispiel Thunderbird Chat (Instant Messaging), weitere Anbieter zum Anmelden neuer E-Mail-Adressen und für Thunderbird Filelink, sowie neue Funktionen, die vollständlig von der Community beigesteuert wurden. Zusätzlich wird Mozilla auch weiterhin die Beiträge aus der Community beachten und mit in das Produkt einfließen lassen.

Tristan: Weisst du, wer die Thunderbird-Benutzer sind und was sie wollen?

Jb: Wir haben eine Mischung aus Privatanwendern und Firmenkunden. Unter den über 20 Millionen Benutzern gibt es viele, die Thunderbird großflächig einsetzen, wie zum Beispiel Firmen, Regierungs- und Bildungseinrichtungen. Wir müssen dabei das Gleichgewicht wahren, um sowohl Privatanwender als auch Firmenkunden zufriedenzustellen.

Eine Gemeinsamkeit unter allen Benutzern ist zu aller erst die Forderung nach einem sehr stabilen und sicheren E-Mail-Produkt. Beispielsweise können in sehr großen Firmen Veränderungen an den vorhandenen Funktionen alle möglichen Probleme hervorrufen, angefangen mit Problemen bei der Zertifizierung, der Verteilung auf allen Systemen bis hin zur Schulung der Benutzer. Ebenso haben unsere Privatanwender kein großes Verlangen nach neuen Innovationen.
Dennoch glauben wir, dass das Erlebnis für den Benutzer verbessert werden kann, zum Beispiel durch die Einbindung zusätzlicher Web-Dienste ähnlich wie wir es für Thunderbird Filelink gemacht haben. Es ist schwer das richtige Gleichgewicht zu finden, aber im Moment glauben wir, dass unsere Benutzer mit den aktuellen Funktionen zufrieden sind und viel mehr Wert auf ein stabiles Produkt legen.

Tristan: Ich sehe eine große Kluft zwischen den Erwartungen der Thunderbird-Benutzer und Mozillas Schwerpunktsetzung auf das Internet und die Mobilgeräte-Sparte mit Firefox für Android und Firefox OS (aka Boot to Gecko). Gibt es einen Zusammenhang mit dieser Entscheidung über Thunderbird?

Jb: Mozilla setzt seinen Schwerpunkt sicherlich auf das Internet als Platform, da wir an dieser Stelle als Gemeinschaft mit der Community einen Unterschied machen können. Mobile Umgebungen sind weitgehend geschlossen. Wir glauben, wenn wir die Werte und Technologien hinter dem Internet auf die mobilen Geräte bringen können, dass wir dadurch einen Mehrwert für die Benutzer mobiler Geräte schaffen können. Thunderbird bleibt ein sehr gutes E-Mail-Programm für den Desktop-Bereich, was sich aber nicht wirklich mit der Strategie von Mozilla vereinbaren lässt.

Tristan: Lass mich einmal den Teufel an die Wand malen: Warum stellt Mozilla die Unterstützung für Thunderbird nicht vollständig ein?

Jb: Ich glaube, dass der Plan, den wir vorschlagen, zeigt, dass Mozilla trotz dieser verzwickten Lage zu seinem Wort steht: Wir werden Thunderbird nicht einstellen. Im Gegenteil, wir schmieden die Vorraussetzungen, damit das Produkt weiterhin sicher und stabil ist und Beiträge aus der Community integriert werden können. Um genau zu sein, ermutigt uns die frühe Resonanz aus der Community und ich bin mir sicher, es werden interessante Entwicklungen von freiwilligen Mitwirkenden und auch Firmen kommen.

Weiterhin gibt es eine Reihe von Open-Source-Beratungsfirmen, die ihre Firmenkunden beim Einsatz von Thunderbird unterstützen, und ich bin mir sicher, sie werden mithelfen, um den Wünschen ihrer Kunden nachzukommen und somit Thunderbird zu verbessern.

Tristan: Werden auch in Zukunft Mitarbeiter von Mozilla an Thunderbird arbeiten? Wie lange wird das noch der Fall sein?

Jb: Ja, Mozilla wird auch weiterhin Thunderbird mit bezahlten Mitarbeitern unterstützen, obwohl diese möglicherweise nur Teilzeit am Projekt arbeiten werden.

Tristan: Wenn du einen Aufruf an unsere Leser richten könntest, was würdest du ihnen mitgeben?

Jb: Das kommt wirklich auf deine Interessen und Fähigkeiten an:

Hast du Interesse, über die Zukunft der Verwaltung von Thunderbird als Projekt zu disktuieren, solltest du vielleicht die [Wikiseite zur Verwaltung von Thunderbird]( https://wiki.mozilla.org/Thunderbird/Pr … ance_Model) besuchen und dort den Anweisungen folgen. Wir planen, im Laufe des Sommers Fortschritte zu machen und das neue Verwaltungsmodell anfang September fertigzustellen.

Möchtest du hingegen an der Entwickelung von Thunderbird teilnehmen, schau doch einfach mal auf der [Entwickerseite](https://developer.mozilla.org/en/Thunderbird/ ) vorbei. Ein paar Interessante Vorschläge für Innovationen findest du auf der Seite [UpForGrabs](https://wiki.mozilla.org/Thunderbird/UpForGrabs). Zusätzlich braucht die [Thunderbird-Hilfe](https://wiki.mozilla.org/Thunderbird/Support ) immer neue Mitarbeiter, so wie die [Qualitätssicherung](https://wiki.mozilla.org/Thunderbird:Testing).

Tristan: Jb, vielen Dank für deine Zeit. Da ich selbst auch Thunderbird-Benutzer bin, freue ich mich sehr, diese Information aus erster Hand zu bekommen. Ich freue mich sehr zu sehen, wie sich Thunderbird in Zukunft entwickelt.

Jb: Danke!

—-

Hoffe das klaert Eure Fragen zur Zukunft von Thunderbird und wie jedes andere OpenSource Project (auch Firefox!) lebtThunderbird von der Mitarbeit im Project, Community Member sind also gerne jederzeit willkommen!

 
Viele Gruesse

Carsten – Tomcat
Team Mozilla

Vorserienmodell mit Firefox OS zeigt sich im Video + weitere Informationen

Anfang des Monats hat Mozilla neue Informationen zum kommenden mobilen Betriebssystem Firefox OS, auch bekannt als Boot to Gecko oder B2G, angekündigt. Kurz darauf hat Telefónica einen ersten Prototypen mit Firefox OS gezeigt.

TechRadar zeigt ein solches Vorserienmodell mit Firefox OS in einem YouTube-Video. Dort zu sehen sind unter anderem die Kontakte, Firefox, Facebook und Twitter, welche tief in Firefox OS integriert sein sollen, Google Maps, der Marketplace und der Lockscreen.

Vor allem aufgrund der Ressourcenfreundlichkeit von Firefox OS ist es möglich, günstige Geräte zu fertigen. Laut TechRadar läuft Firefox OS auf Geräten mit 600 MHz-Prozessoren absolut flüssig. Ein weiterer Pluspunkt für Mozillas Betriebssystem: 75 Prozent aller Apps aus Googles Play Store sowie Apples App Store sollen HTML5-Apps sein. Dies macht eine Portierung für Firefox OS sehr einfach.

Die ersten Geräte mit Firefox OS sollen im ersten Quartal 2013 in Brasilien auf den Markt kommen und für unter 100 Dollar erhältlich sein. Der Marktstart in den USA und UK wird in der zweiten Jahreshälfte erwartet. Man konzentriert sich mit Firefox OS zunächst auf Low Budget-Geräte, später sollen auch Mittel- sowie Oberklasse-Geräte folgen.

Matthew Key, Head of Telefónica Digital, glaubt an den Erfolg von Firefox OS. Er sprach auf einer Konferenz in London davon, dass Firefox OS besser und billiger als Android sei und beklagte sich dabei auch über die langsame Verbreitung neuer Android-Versionen. Außerdem meinte er, dass Alternativen zu Android gut für die Mobilfunkbranche seien.

Mozilla hat für Firefox OS bereits einige Netzbetreiber aus aller Welt für sich gewinnen können, Key forderte weitere auf zu folgen. Auf Hardwareseite soll man nach TCL (Alcatel One Touch) und ZTE in Verhandlung mit drei oder vier weiteren Herstellern sein, welche Geräte mit Firefox OS auf den Markt bringen könnten.

Quellen: TechRadar, Android Authority, TechWeek Europe

Syrischer Open Source Entwickler in Arrest – Kampagne zur Befreiung Bassels

Am 15. März 2012 wurde Bassel Khartabil (31), ein angesehener palästinisch-syrischer Open Source Software-Entwickler in Arrest genommen. Die Kampagne Free Bassel kämpft für seine Freilassung.

Bassel hat seine Karriere vor zehn Jahren in Syrien begonnen und seitdem zu zahlreichen Projekten Beiträge geleistet, wie Mozilla Firefox, Creative Commons, Wikipedia, Open Clip Art Library, Fabricatorz und Sharism.

Die unrechtmäßige Inhaftierung Bassels ist nicht nur ein schwerer Schlag für die Open Source Community, sondern ganz besonders für die Familie und seine Verlobte, welche er im April heiraten wollte, sowie seine Freunde.

Wer ein Zeichen für die Freilassung Bassels setzen möchte, setzt seine “Unterschrift” auf die Liste der Unterstützer auf freebassel.org und verbreitet den Link zur Kampagne oder zu diesem Artikel im Internet.

Free Bassel

Initiative “pro Firefox”

Mit der Inititative “pro Firefox” möchten wir zu einer weiteren Verbreitung von Mozillas Browser Firefox beitragen. Zu diesem Zweck bieten wir Webseitenbetreibern die Möglichkeit, unser Script in den Quelltext ihrer Seite einzufügen, um so AnwenderInnen beim Einsatz veralteter und unsicherer Browserversionen zu warnen. Dabei wird je nach Alter der eingesetzten Version zwischen verschiedenen Warnstufen (gelbe respektive rote Leiste) unterschieden. Optional können BenutzerInnen anderer Browser explizit auf Firefox hingewiesen werden.

Wieso sollte mein Browser immer auf dem neusten Stand sein?

Der Browser fungiert als die wichtigste Schnittstelle zwischen dem Benutzer und dem Internet. Mit jeder neuen Version beheben Browserhersteller zahlreiche Sicherheitslücken. Mit nicht behobenen Sicherheitslücken ins Internet zu gehen, kann gefährlich sein, denn so besteht die Gefahr einer Kompromittierung des Systems. Online-Banking, Facebook und vieles mehr wäre plötzlich nicht mehr sicher. Und sobald man auch noch zur unwissentlichen Verteilung von Schadsoftware missbraucht wird, betrifft das auch andere. Deswegen ist es immer wichtig, seinen Browser aktuell zu halten. Zur eigenen Sicherheit und zur Sicherheit der anderen.

Wieso Firefox?

Wir wissen, dass es nicht nur einen guten Browser gibt. Auch Google Chrome, Opera und Safari sind gute bis sehr gute Browser. Entscheidendes Argument für einen sehr guten Browser ist zum einen die eben angesprochene Sicherheit. Mozillas Produkte gelten als sehr sicher und Sicherheitslücken werden sehr schnell nach Bekanntwerden behoben. Auch wichtig ist eine ausgezeichnete Unterstützung von Webstandards, denn BenutzerInnen wollen Webseiten so sehen, wie sie aussehen sollen. Letztlich muss der Browser schnell sein. Und auch hier muss sich Firefox nicht mehr hinter der Konkurrenz verstecken. Doch warum sind wir nun davon überzeugt, dass Firefox die bessere Wahl ist als andere Browser? Was unterscheidet Firefox vom Rest?

Hinter Firefox steht kein profitorientiertes Unternehmen. Hinter Firefox steht Mozilla. Die Mozilla Foundation ist eine gemeinnützige Organisation ohne kommerzielle Absichten. Damit ist Mozilla wohl der einzige der großen Browserhersteller, welcher kein Geld mit seinen Nutzern verdienen möchte. Außerdem ist Firefox Open Source. Der gesamte Quellcode ist offen und frei zugänglich und gehört keiner Firma, was jedem die Möglichkeit gibt selber an Firefox mitzuwirken oder die Entwicklung zu verfolgen.

Dazu ist Firefox der Browser, welcher sich am besten an die individuellen Bedürfnisse anpassen lässt. Es gibt unzählige Erweiterungen, welche teilweise tiefgreifende Veränderungen ermöglichen. Genauso unzählige Themes und Personas, so dass jeder seinen Firefox so gestalten kann, wie er möchte. Und praktisch jedes Element der Benutzeroberfläche kann an den Ort der Wahl geschoben werden. Mehr Individualität geht kaum.

Wie kann ich die Initiative “pro Firefox” unterstützen?

Du betreibst eine Webseite? Dann würden wir uns freuen, wenn du unser Script einbindest. Oder erzähle anderen von Firefox und von dieser Inititative!

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