Firefox: Diese Plugins kommen auf die temporäre Plugin-Whitelist

Ab Firefox 30 wird Mozilla die meisten Plugins standardmäßig auf Click-to-Play schalten. Eine temporäre Ausnahme wird dabei neben Flash für einzelne Plugins gemacht, welche dies beantragt haben und dabei einen glaubhaften Plan für die Migration weg von NPAPI-basierenden Plugins beschreiben konnten.

Plugins können signifikante Auswirkungen auf die Performance, Stabilität und vor allem die Sicherheit haben. Aus diesem Grund sollen Plugins in Firefox standardmäßig auf Click-to-Play geschaltet, was so viel bedeutet, dass die Plugins zunächst deaktiviert sind und bei Bedarf vom Nutzer für die jeweilige Webseite aktiviert werden können. Aus diesem Grund wird Firefox seit Version 19 auch mit einem von Mozilla entwickelten PDF-Betrachter ausgestattet, welcher nur auf Webtechnologien basiert und kein Plugin benötigt, und darum hat Mozilla selbiges mit Shumway auch für Flash-Inhalte vor.

Um den Übergang zu erleichtern konnten Plugin-Hersteller die Aufnahme in eine Whitelist beantragen. In diesem Fall wird das jeweilige Plugin für eine Beta- und vier Release-Versionen, was einem Zeitraum von 30 Wochen entspricht, auf eine Whitelist gesetzt und in dieser Zeit nicht blockiert. Nach Ablauf der 30 Wochen kann eine erneute Aufnahme beantragt werden. Die Aufnahme in die Whitelist kann aber jederzeit widerrufen werden, wenn Mozilla der Meinung ist, dass dies das Beste für die Nutzer sei, oder wenn die Plugins Sicherheitslücken aufweisen.

Die Aufnahme in die Whitelist ist an eine nicht unerhebliche Bedingung geknüpft: So müssen die Pluginhersteller hierfür einen glaubhaften Plan beschreiben, wie sie weg von NPAPI-basierenden Plugins zu einer auf Webstandards basierenden Lösung migrieren möchten. Anders gesagt: Den Vorzug noch etwas länger nicht blockiert zu werden erhalten nur Plugins, welche sowieso ersetzt werden sollen. NPAPI steht für Netscape Plugin Application Programming Interface und bezeichnet die damals von Netscape entwickelte und erstmals mit dem Netscape Navigator 2.0 im Jahr 1995 eingeführte Plugin-Schnittstelle, welche unter anderen Firefox, Safari, Chrome und Opera verwenden.

Die Frist für den Antrag auf Aufnahme in die Whitelist ist mittlerweile abgelaufen, woraus sich ergibt, dass neben Adobe Flash die folgenden Plugins mit Firefox 30 noch nicht standardmäßig auf Click-to-Play geschaltet werden: Cisco Jabber Guest, Cisco Jabber SDK, Cisco VGConnect for directv.com, Cisco WebEx, Coupons.com, Estonian ID card, Facebook Video Calling, GradeCam, McAfee Security Scanner, Microsoft Lync, Nexus Personal BankID, Skype, Smart Card Plugin, Unity sowie VidyoWeb. Alle anderen Plugins werden ab Firefox 30 standardmäßig nicht mehr permanent aktiviert sein.

Update 9. Mai 2014: Weitere Plugins auf der Whiteliste werden sein: F5 Networks SSLVPN, McAfee SiteAdvisor Enterprise, McAfee Virtual Technician und Verimatrix ViewRightsWeb.

Google hatte im September 2013 angekündigt, NPAPI ab 2014 nicht mehr unterstützen zu wollen, auch hier findet ein schrittweiser Rückgang mit Whitelist statt. Ende 2014 möchte Google die NPAPI-Unterstützung dann komplett eingestellt haben. Flash ist im Falle von Chrome allerdings nicht betroffen, da das mit Chrome gebündelte Flash Googles PPAPI-Schnittstelle nutzt. Adobe selbst bietet neue Flash-Versionen für Linux nur noch für PPAPI an, versorgt aber zumindest die NPAPI-Version noch einige Zeit mit Sicherheitsupdates. An einer Unterstützung von PPAPI ist Mozilla nicht interessiert.

Profilist erweitert Firefox mit Australis um integrierten Profilmanager

Mozilla hat mit Firefox 29 ein neues Design eingeführt, welches unter dem Projektnamen Australis entwickelt worden ist. Wer noch nicht vollends überzeugt ist, findet unter Umständen mit dem Add-on Profilist ein gutes Argument: Dieses erweitert Firefox um einen integrierten Profilmanager und setzt dafür Australis voraus.

Firefox speichert alle persönlichen Einstellungen wie Lesezeichen, Chronik, Add-ons und mehr in einem Profil. Über eine mit Firefox mitgelieferte Profilmanager-Anwendung können verschiedene Profile erstellt und zwischen ihnen gewechselt werden. Alternativ gibt es auch noch eine externe Profilmanager-Anwendung, welche noch ein paar Möglichkeiten mehr anbietet. Mit Profilist gibt es nun noch eine dritte Möglichkeit, welche die Profilverwaltung in Firefox integriert, und zwar in das mit Firefox 29 eingeführte Menü.

Da sich Profilist direkt in das neue Australis-Menü einfügt, funktioniert dieses Add-on naheliegenderweise auch erst ab Firefox 29 und wenn das Menü nicht durch ein Add-on ersetzt oder entfernt worden ist. Nutzer, welche mit mehreren Profilen arbeiten, finden mit Profilist eine bequeme Möglichkeit, Instanzen von Firefox mit einem gewünschten Profi zu starten, aber auch das Anlegen neuer Profile sowie Umbenennen und Löschen bestehender Profile ist über Profilist möglich.

Firefox OS: Informationen zur Verfügbarkeit und zum Preis des Flame

Mit dem Flame wird Mozilla sein eigenes Referenz-Smartphone mit Firefox OS auf den Markt bringen, welches sich an Entwickler richtet. Nun gibt es erste Informationen zum Hersteller, zur Verfügbarkeit sowie zum Preis.

Das Flame wird von T2Mobile (wie Alcatel One Touch zu TCL Communications gehörend) gefertigt und ab dem zweiten Quartal für einen Preis von 170 USD inklusive Versand weltweit zu bestellen sein. Vorbestellungen werden bald entgegen genommen. Über das Phones for Apps-Programm wird Mozilla außerdem einigen App-Entwicklern kostenlos ein Exemplar zur Verfügung stellen.

Angetrieben wird das Flame von einer Qualcomm Snapdragon 200 (MSM8210) CPU. Dabei handelt es sich um einen ARM Cortex A7 Dual Core-Prozessor mit 1.2 GHz und Adreno 302 GPU. Das Gerät besitzt 1 GB RAM, wird außerdem aber eine Einstellung besitzen, um den verfügbaren Arbeitsspeicher bis runter auf 256 MB zu reduzieren, um sowohl Geräte mit viel als auch mit wenig RAM testen zu können. Da sich das Flame an Entwickler richtet, versteht es sich fast von selbst, dass Nutzer Zugang zu Nightly Builds von Firefox OS erhalten.

Zur weiteren Ausstattung gehören ein 4,5 Zoll-Display mit FWVGA-Auflösung (480 × 854 Pixel), eine 5 Megapixel-Kamera auf der Rückseite sowie eine Frontkamera mit 2 Megapixel Auflösung. Als interner Speicher sind 8 GB verbaut. Eine weitere Besonderheit des Flame ist, dass dieses NFC unterstützt sowie Dual-SIM-Unterstützung bietet. Die Kapazität des Akkus beträgt 1.800 mAh. Dazu kommen WiFi 802.11 b/g/n, Bluetooth, MicroUSB und A-GPS. Unterstützt werden die UMTS-Frequenzen 850 / 900 / 1900 / 2100 MHz.

Der neue Firefox ist da – größter Release seit Firefox 4

Es ist vollbracht, Mozilla hat Firefox 29 veröffentlicht und damit den größten und wichtigsten Firefox-Release seit Version 4 vor mehr als drei Jahren. Firefox 29 bringt unter anderem ein neues, modernes Design, eine neue Art der Browseranpassung, eine Einführungstour, ein neues Sync mit Firefox Accounts und noch einiges mehr.

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Firefox 29 kommt mit einem moderneren Erscheinungsbild daher als bisher. Das neue auf den Namen Australis hörende Design sorgt nicht nur für eine zeitgemäße Optik, sondern bringt auch größere konzeptionelle Änderungen mit – so gibt es keine Add-on Leiste mehr, dafür kann das neue Menü vollständig individualisiert werden. Der Dialog zum Anpassen der Symbolleisten wurde bei dieser Gelegenheit durch eine komplett neue tabbasierte Oberfläche ausgetauscht, welche das Anpassen von Firefox noch einfacher macht – Symbole können ganz einfach in eine der Symbolleisten oder in das neue Menü geschoben oder daraus entfernt werden. Neu ist hier auch eine Einstellung zum Ein- oder Ausblenden der Titelleiste. Design ist bekanntlich eine Geschmacksfrage und wem Australis überhaupt nicht gefällt oder auch nur einzelne Änderungen nicht mag und zum Beispiel die Add-on Leiste wiederhaben möchte, der muss lediglich ein einziges Add-on installieren und bekommt optional alles zurück, was er möchte. So sollte am Ende jeder mit dem optischen Erscheinungsbild seines Firefox zufrieden sein können. Das Erweiterungssystem ist immer schon eine der herausragendsten Eigenschaften von Mozillas Browser und integraler Bestandteil des Konzeptes von Firefox gewesen. Kein anderer auf dem Markt erhältlicher Browser erlaubt derart tiefgreifende Veränderungen durch Erweiterungen wie Firefox es tut.

Beim ersten Start begrüßt eine neue Einführungstour und erklärt die grundlegendsten Änderungen des Designs. Dabei handelt es sich um keine schlichte Webseite, sondern um ein Zusammenspiel zwischen einer speziell präparierten Webseite und der Oberfläche von Firefox selbst, was die Tour besonders interessant macht und zum Ausprobieren einlädt.

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Eine andere große Neuerung ist ein neues Firefox Sync zum Synchronisieren der Chronik, Lesezeichen, Einstellungen, Passwörter und Add-ons mit anderen Desktop-Geräten oder Android-Smartphones respektive -Tablets. Das neue Sync kommt ohne lästigen Wiederherstellungsschlüssel aus, Geräte können jederzeit hinzugefügt werden, auch wenn man gerade kein verbundenes Gerät bei sich hat. Es werden lediglich eine E-Mail-Adresse und ein selbst gewähltes Passwort benötigt – das ist der neue sogenannte Firefox Account. Das neue Sync steht in Firefox 29 zunächst nur neuen Nutzern zur Verfügung und ist nicht mit dem alten Sync kompatibel. Mozilla stellt für bestehende Sync-Nutzer eine Anleitung bereit, um sich vom alten Sync abzumelden und das neue Sync zu nutzen. Und wer das neue Sync auf seinem eigenen Server betreiben möchte, schaut sich die Anleitungen zum Betreiben eines eigenen Sync 1.5-Servers und ggfs. die Anleitung zum Betreiben eines eigenen Firefox Account-Servers an.

Doch auch darüber hinaus bietet Firefox 29 eine ganze Menge Neuerungen. So ist nicht nur das Firefox-Design selbst neu, sondern auch die beiden Themes der Entwicklerwerkzeuge und vor allem was Webstandards betrifft, macht Firefox 29 einen großer Sprung nach vorne: Ab sofort sind unter anderem Shared Workers, CSS Variablen, Input-Felder der Typen color und number, Promises, die Gamepad API sowie die ECMAScript Internationalization API und die CSS-Eigenschaft box-sizing ohne Vendor-Präfix aktiviert.

Firefox 29 bietet also sinnvolle Neuerungen für viele unterschiedliche Zielgruppen, was Firefox 29 zu einem ganz wichtigen Release macht – für Mozilla, aber auch für das Web, wenn man auf die Liste neuer unterstützter Webstandards schaut.

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Geeksphone Revolution fällt deutlich im Preis, Firefox OS 2.0, Android 4.4 und weiteres Betriebssystem kommen

Geeksphone hat per Pressemitteilung bekanntgegeben, das MultiOS-Smartphone Geeksphone Revolution ab 1. Mai zu einem Preis von nur noch 199 Euro zu verkaufen. Zudem wurde die baldige Verfügbarkeit von Android 4.4 und Cyanogenmod 11 angekündigt. Auch, dass das Gerät Firefox OS 2.0 erhalten wird, wurde bestätigt. Darüberhinaus arbeitet man daran, mindestens ein weiteres Betriebssystem auf das Revolution zu bringen.

Mit einer heute veröffentlichten Pressemitteilung gelingt es Geeksphone, sein MultiOS-Smartphone Revolution noch attracktiver zu machen. Zunächst einmal wird der Preis ab dem 1. Mai auf 199 Euro reduziert – derzeit zahlt man noch 269 Euro über den offiziellen Geeksphone-Shop, Amazon hatte das Revolution kurzzeitig für 239 Euro angeboten. Dazu kommen noch Versandkosten aus Spanien.

Doch macht Geeksphone sein Revolution nicht nur über den Preis attraktiver: So wurde bekannt gegeben, dass das Gerät in den nächsten Tagen ein Update auf Android 4.4 und Cyanogenmod 11 erhalten wird. Derzeit läuft das Revolution noch mit Android 4.2.2. Keine große Überraschung, aber bestätigt wurde außerdem, dass das Geeksphone Revolution bald eine Beta-Version von Firefox OS 2.0 erhalten wird. Schließlich wurde noch angedeutet, dass man außerdem mit anderen offenen Betriebssystemen arbeite, um diese auf das Geeksphone Revolution zu bringen. Weiter ins Detail ging man bei dieser Aussage allerdings nicht.

Im Geeksphone Revolution arbeitet der Intel Atom Dual Core Prozessor Z2560 mit 1.6 GHz Taktfrequenz. Damit handelt es sich um das erste Firefox OS-Smartphone mit x86-Befehlssatz, alle anderen bislang auf dem Markt erhältlichen Geräte mit Firefox OS besitzen eine ARM-CPU. Arbeitsspeicher sind 1 GB LPDDR2 RAM verbaut, interner Speicher sind es 4 GB EMMC. Dieser kann um bis zu 32 GB per MicroSD-Speicherkarte erweitert werden. Das IPS Multitouch LCD-Display hat eine Größe von 4.7 Zoll und bietet qHD-Auflösung. Die Kamera kann Videos bei einer Framerate von 30 fps mit 1080p-Auflösung aufnehmen, die Hauptkamera löst mit acht Megapixeln auf, die Frontkamera mit 1.3 Megapixeln. Außerdem besitzt die Hauptkamera einen LED-Blitz. Die Kapazität des Lithium-Polymer-Akkus beträgt 2.000 mAh. Der Akku wird austauschbar sein, Geeksphone wird Akkus als Zubehör verkaufen.

Das Smartphone besitzt einen 3.5φ Audio Jack- sowie einen MicroUSB-Anschluss, es gibt einen Beschleunigungs-, Licht- und Näherungssensor sowie einen Kompass und AGPS, es werden die WLAN-Standards 802.11 b/g/n unterstützt, außerdem Bluetooth 3.0.

Unterstützt werden die Frequenzen HSPA / WCDMA: 850 / 900 / 1900 / 2100 MHz und GSM / GPRS / EDGE: 850 / 900 / 1800 / 1900 MHz. Die HSDPA-Geschwindigkeit beträgt bis zu 21 Mbps, in die Gegenrichtung (HSUPA) geht es mit bis zu 5,76 Mbps. Das Gerät besitzt die GPRS- / EDGE-Klasse 12. Die Abmessungen des Gerätes betragen 135 x 68.4 x 9.8 mm, als Simkarten-Format kommt Mini-SIM (2FF) zum Einsatz (via).

Mozilla lobt hohes Preisgeld für gemeldete Sicherheitslücken in Firefox 31 aus

Mozilla tauscht in Firefox 31 die Bibliothek zur Zertifikatsverifizierung aus. Da es sich dabei um eine sehr sicherheitsrelevante Komponente handelt, belohnt Mozilla rechtzeitig gemeldete Sicherheitslücken in der neuen Zertifikatsverifizierung deutlich höher als üblich.

Mozilla wird Firefox 31 mit einer neuen Bibliothek zur Zertifikatsverifizierung ausliefern, mozilla::pkix. Für Nutzer sollte dies keinen Unterschied machen, die neue Bibliothek soll aber robuster und besser wartbar sein als die alte. Besser wartbar vor allem, weil die neue Bibliothek aus nur noch 4.167 Zeilen C++-Code besteht. Zum Vergleich: Die alte Verifikationsbibliothek aus Mozilla NSS (Network Security Services) wurde automatisch von Java nach C übersetzt und bestand aus 81.865 Zeilen Code. Durch die Umstellung auf C++ profitiert die neue Bibliothek unter anderem von C++-Funktionalitäten wie RAII.

In diesem Zusammenhang hat Mozilla auch die Richtlinien für Certificate Authorities verschärft, wodurch es unter Umständen dazu kommen kann, dass Zertifikate als ungültig eingestuft werden, welche bislang gültig waren. In diesem Fall bittet Mozilla darum, dies im dazugehörigen Newsgroup-Eintrag zu melden.

Nachdem erst kürzlich durch Heartbleed einmal mehr gezeigt worden ist, wie wichtig korrekter Code in sicherheitsrelevanten Bibliotheken ist und weil Mozilla sichergehen möchte, dass die neue Bibliothek genauso sicher ist wie die alte Bibliothek, lobt Mozilla eine Belohnung in Höhe von 10.000 Dollar für gemeldete Sicherheitslücken aus, welche bis spätestens 30. Juni gemeldet werden und die neue Bibliothek betreffen. Üblicherweise werden gemeldete Sicherheitslücken von Mozilla mit 3.000 Dollar belohnt. Weitere Details zu den Teilnahmeberechtigungen finden sich in Mozillas Security-Blog.

Mozillas neuer CTO kommt aus Deutschland

Mozilla besetzt wichtige Posten neu: wenige Tage nach der Ernennung von Chris Beard zum neuen Interims-CEO wurde die Ernennung von Andreas Gal zum neuen Chief Technical Officer von Mozilla angekündigt.

Andreas Gal

Dr. Andreas Gal ist der Nachfolger von Brendan Eich als Chief Technical Officer (CTO) von Mozilla. Der in Deutschland aufgewachsene und in den USA lebende Gal arbeitet seit über sechs Jahren für Mozilla und kann aus dieser Zeit einen beeindruckenden Arbeitsnachweis vorzeigen: Gal ist der Erfinder von TraceMonkey, dem ersten JavaScript Just-in-Time-Compiler, noch bevor es Google Chrome und die V8-Engine gab. Als Director of Research von Mozilla hat er das Projekt PDF.js gestartet, ein PDF-Betrachter auf JavaScript-Basis, welcher heute fester Bestandteil von Firefox ist. Ebenfalls beteiligt war Gal an der Erfindung von Broadway.js, einem Video-Decoder auf JavaScript- und WebGL-Basis, sowie Shumway, einer auf Webtechnologien basierenden Alternative zum Flash Player. Er trägt außerdem maßgeblichen Anteil an der Neuentwicklung von Firefox Mobile für Android. Und natürlich nicht zu vergessen: Gal ist Mitgründer des Boot to Gecko-Projekts, besser bekannt als Firefox OS. Darüber hinaus ist Gal an der Entwicklung von Mozillas Programmiersprache Rust sowie der darauf basierenden neuen Engine Servo beteiligt. Seine Rolle als Mozillas Vice President of Mobile wird Gal auch weiterhin ausführen.

Vor wenigen Tagen wurde Chris Beard übergangsweise zum neuen Chief Executive Officer (CEO) von Mozilla ernannt. Wer diesen Posten dauerhaft und ab wann übernehmen wird, ist noch nicht klar.

Firefox Nightly: Erstes Telemetrie-Experiment läuft

Mit Firefox 30 führt Mozilla sogenannte Telemetrie-Experimente ein – dabei handelt es sich um zeitlich begrenzte Tests für bestimmte Zielgruppen. Das erste Experiment für Nutzer von Firefox Nightly ist nun aktiv und betrifft die Neuer Tab-Seite.

Firefox besitzt mit dem Telemetrie-Feature eine Mess-Infrastruktur, um diverse Leistungsdaten während des Browserbetriebs anonym an die Mozilla-Server zu übertragen. Dieses Feature ist standardmäßig für Nutzer der Nightly- und Aurora-Versionen aktiviert und für Nutzer der Beta- sowie finalen Versionen deaktiviert. Telemetrie liefert Mozilla wichtige Erkenntnisse zur Nutzung des Browsers und möglichst jeder Nutzer sollte das Telemetrie-Feature aktivieren (Einstellungen → Erweitert → Datenübermittlung) – denn nur wer seine Daten übermittelt, nur für den kann gezielt optimiert werden.

Bei den Telemetrie-Experimenten handelt es sich um eine Erweiterung dieses Features. Nutzer, welche Telemetrie nicht aktiviert haben, nehmen auch nicht an den Telemetrie-Experimenten teil. Die Idee hinter den Telemetrie-Experimenten ist es, Daten einer statistisch relevanten Zielgruppe zu erhalten.

Mozilla hat nun das erste Telemetrie-Experiment scharf gestellt. Dieses wird ab sofort bis zum 15. Mai an rund 25 Prozent der Nutzer von Firefox Nightly für eine Dauer von jeweils fünf Tagen verteilt. Nutzer, welche den DOM Inspector oder Tree-Style-Tabs aktiviert haben, nehmen nicht am Experiment teil. Das erste Experiment ordnet die Vorschaubilder der Seite about:newtab so um, dass die meistbesuchte Seite nicht links oben, sondern stattdessen in der Mitte ist.

Dieses erste Experiment dient noch keinem größeren Zweck und soll in erster Linie als Test des neuen Experimente-Systems dienen. Eine Übersicht über aktuelle und vergangene Experimente gibt es auf telemetry-experiment.cdn.mozilla.net. Wer sich über den zusätzlichen Reiter im Add-on Manager wundert, der weiß nun zumindest, was es damit auf sich hat.

SUMO: die meistgelesenen 50 Artikel aktuell

Nach den 20 meistgelesenen sind nun auch die 50 meistgelesenen Artikel der Mozilla-Wissensdatenbank (support.mozilla.org oder kurz SUMO) aktualisiert und fertig ins Deutsche übersetzt.

Übersetzt heißt in diesem Fall: von mehreren Helfern überarbeitet und korrekturgelesen, mit lokalisierten Bildschirmfotos bestückt und freigeschaltet.

Ein paar Bildschirmfotos fehlen noch, vor allem für Mac OS X. Wenn sich jemand am Vervollständigen beteiligen möchte, findet er hier eine Übersicht und bei Andy den richtigen Ansprechpartner für Tipps usw.

Ich möchte mich auch diesmal wieder ganz herzlich bei allen bedanken, die mitgeholfen haben! Damit helfen wir schätzungsweise 80% aller deutschsprachigen Hilfesuchenden und versorgen sie mit aktuellen Inhalten. Wie viele hundertausend Nutzer jeden Monat das sind, kann ich nicht genau sagen. Es sind jedenfalls eine Menge.

Wenn jemand mithelfen möchte: der Leitfaden Wie du Artikel der SUMO-Wissensdatenbank richtig übersetzt gibt viele Tipps für den Einstieg. Man braucht dazu nichts weiter als einen Browser, ein paar Englischkenntnisse und Geduld. Technisches Vorwissen oder Spezialprogramme sind nicht nötig.

Unser nächster Schritt: die wichtigsten 100 Artikel. Dazu fehlen uns nur noch 32, von denen viele nur noch korrekturgelesen und mit Bildschirmfotos bestückt werden müssen …

Firefox OS 2: Wie Mozilla den Browser mit dem Betriebssystem verschmilzt

Firefox OS ist seit über neun Monaten auf dem Markt, Version 1.4 befindet sich kurz vor dem Ende der Stabilisierungsphase, die darauffolgende Version wird die Versionsnummer 2.0 tragen. Und für diese hat Mozilla besondere Pläne: Neben einem neuen Design möchte Mozilla den Browser und das Betriebssystem vereinen.

Vor gut zwei Wochen wurde auf diesem Blog erstmals das neue Design von Firefox OS 2 enthüllt. Doch arbeitet man bei Mozilla nicht nur an einer neuen Optik. Eine der wichtigsten Neuerungen dürfte die sogenannte Rocketbar sein. Damit werden Browser und Betriebssystem enger zusammengebracht.

Auch wenn die Apps für Firefox OS in HTML und JavaScript geschrieben sind, so sind auch auf Firefox OS letzten Endes Webseiten und Apps zwei verschiedene Konzepte: Apps lädt der Benutzer über den Marketplace herunter und startet sie von einem seiner Homescreens, Webseiten ruft der Benutzer über die Browser-App auf, im Task Manager befinden sich aktive Apps, aber keine Webseiten. Mit Firefox OS 2 werden die Unterschiede zwischen Webseiten und Apps kleiner.

Rocketbar bezeichnet das in Firefox OS 2 neu eingeführte Konzept der Statusbar, welche nicht mehr einfach nur eine Statusbar ist. Dem Benutzer ist es dann möglich, aus jeder App heraus vom oberen Bildschirmrand nach unten zu wischen oder in den Namen der Applikation in der Statusleiste zu klicken, um die Rocketbar in den Eingabemodus zu bringen, in welchem diese ein wenig größer ist. Wischt der Nutzer wieder nach oben, dann nimmt die Rocketbar wieder ihre ursprüngliche Größe ein.

Was die Rocketbar so besonders macht, das ist die Tatsache, dass die Rocketbar-Suche zum einen die installierten Apps durchsucht, zum anderen die Suche über everything.me einschließt, aber auch das Suchen auf Google ermöglicht sowie die Eingabe einer Internet-Adresse. Auch favorisierte Webseiten werden in den Ergebnissen angezeigt, womit der Benutzer keine Browser-App mehr starten muss, sondern egal, auf welchem Bildschirm er sich gerade befindet, Webseiten aufrufen kann.

Doch nicht nur das: Webseiten erscheinen ab Firefox OS 2 ganz genauso wie Apps im Task Manager und können darüber gewechselt oder geschlossen werden. Auch das Favorisieren von Webseiten soll über den Task Manager möglich sein.

Das Konzept der klassischen Lesezeichen im Browser, wie es sie auch in Firefox OS 1.x gibt, wird es ab Version 2 nicht mehr geben. Stattdessen werden die Lieblingsseiten auf einem der Homescreens abgelegt und lassen sich damit wie Apps starten, ohne dazu die Browser-App öffnen zu müssen.

Es wird weiterhin eine Browser-App geben, welche einen klassisch mit einer Startseite mit Vorschaubildern und Ausschnitt aus der Browser-Chronik begrüßt. Durch die Rocketbar ist es allerdings sehr gut vorstellbar, dass man diesen Bildschirm seltener zu Gesicht bekommt als bislang.

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