Heartbleed: Sicherheitswarnung von Mozilla bzgl. Persona und Firefox Accounts

In den letzten Tagen hat vor allem ein Thema die IT-Medien dominiert: Heartbleed. Auch Mozilla hat eine Sicherheitswarnung bezüglich seiner Dienste Persona und Firefox Accounts veröffentlicht. Zwar gebe es keine Anzeichen dafür, dass Nutzerdaten kompromittiert worden sind, Nutzer sind mit einer Änderung ihres Passwortes aber dennoch nicht schlecht beraten.

Bei Heartbleed handelt es sich um eine kritische Sicherheitslücke in OpenSSL und eines der gravierendsten Sicherheitsprobleme in der Geschichte des Internets, von welcher zahlreiche Webseiten im Web betroffen sind oder zumindest waren. Angreifern ist es aufgrund dieser Sicherheitslücke möglich, bis zu 64 KByte des Hauptspeichers auszulesen, worüber Zugriff auf Serverzertifikate und Passwörter erlangt werden kann. Besonders verheerend wird es, wenn es sich bewahrheitet, dass diese offensichtlich bereits seit zwei Jahren existierende Sicherheitslücke seit mindestens November 2013 aktiv ausgenutzt wird. Spätestens aber seit dem Bekanntwerden der Sicherheitslücke am vergangenen Montag muss davon ausgegangen werden.

Auch Mozilla hat eine Sicherheitswarnung bezüglich seiner Dienste Persona und Firefox Accounts veröffentlicht. Die meisten Server dieser beiden Mozilla-Dienste laufen über die Amazon Web Services (AWS) und deren Elastic Load Balancers (ELB) waren bis zur Schließung der Sicherheitslücke am 8. April anfällig gegen Heartbleed.

Mozilla schreibt in seinem Sicherheitsblog, dass es kein Anzeichen dafür gibt, dass einer der von Mozilla genutzten Server oder Nutzerdaten kompromittiert worden seien, aber da die Heartbleed-Attacke kaum Spuren hinterlässt, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob Heartbleed-Angriffe gegen Mozillas Infrastruktur getätigt worden sind oder nicht. Mozilla nehme die Sicherheitslücke aber sehr ernst und arbeite daran, dies schnell festzustellen.

Nachdem Amazon seine ELB-Instanzen aktualisiert hat, um die Schwachstelle zu schließen, hat Mozilla neue TLS-Schlüssel für alle Dienste generiert und alle möglicherweise offengelegte Schlüssel und Zertifikate für ungültig erklärt. Neue Sessions mit Persona oder Firefox Accounts sind damit nicht verwundbar gegenüber Heartbleed. Persona-Nutzer wurden im Rahmen der Sicherheitsmaßnahmen durch Mozilla automatisch abgemeldet und müssen sich erneut einloggen.

Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme empfiehlt Mozilla, die Passwörter für Persona und Firefox Accounts zu ändern. Sowohl für Persona als auch für Firefox Accounts führt eine Änderung des Passwortes dazu, dass man sich auf allen Geräten neu anmelden muss. Die Firefox-Synchronisation findet erst wieder nach einer erneuten Anmeldung statt. Nutzern, welche dasselbe Passwort für mehrere Dienste verwenden, wird nahegelegt, das Passwort auf allen diesen Diensten zu ändern.

Geeksphone Revolution kann über Amazon zum Sonderpreis erworben werden

Das Multi OS-Smartphone Geeksphone Revolution kann seit Februar erworben werden. Nun wird es auch über das Versandhaus Amazon zu einem Sonderpreis zum Verkauf angeboten.

Für 269 Euro plus Versand wird das Geeksphone Revolution seit dem Verkaufsstart im Februar über den Onlineshop von Geeksphone vertrieben. Dabei handelt es sich sogar noch um einen Einführungspreis, die offizielle UVP beträgt nämlich gar 289 Euro. Nun bietet Geeksphone sein Multi OS-Smartphone mit Android und Firefox OS auch über Amazon an – und das bis zum 15. April zu einem Preis von nur 239 Euro. Wie beim Erwerb über den offiziellen Geeksphone-Shop kommen auch über Amazon noch Versandkosten dazu und zwar in Höhe von 18 Euro.

Geeksphone Revolution bei Amazon zum Sonderpreis bestellen*

Die größte Besonderheit des Geeksphone Revolution ist, dass dieses offiziell sowohl Android als auch Firefox OS unterstützt. Ausgeliefert wird es mit Android 4.2.2, ohne große Umstände kann auf Firefox OS 1.3 gewechselt werden. Umgekehrt funktioniert dies natürlich auch jederzeit. Allerdings kann immer nur ein System gleichzeitig installiert sein und der Wechsel des Betriebssystems ist natürlich gleichbedeutend mit dem Verlust der Daten, welche zuvor entsprechend gesichert werden sollten. Das Geeksphone Revolution ist nicht nur das erste Smartphone mit Firefox OS 1.3, es ist auch das von den Spezifikationen her beste Gerät mit Firefox OS auf dem Markt.

Im Geeksphone Revolution arbeitet der Intel Atom Dual Core Prozessor Z2560 mit 1.6 GHz Taktfrequenz. Damit handelt es sich um das erste Firefox OS-Smartphone mit x86-Befehlssatz, alle anderen bislang auf dem Markt erhältlichen Geräte mit Firefox OS besitzen eine ARM-CPU. Arbeitsspeicher sind 1 GB LPDDR2 RAM verbaut, interner Speicher sind es 4 GB EMMC. Dieser kann um bis zu 32 GB per MicroSD-Speicherkarte erweitert werden. Das IPS Multitouch LCD-Display hat eine Größe von 4.7 Zoll und bietet qHD-Auflösung. Die Kamera kann Videos bei einer Framerate von 30 fps mit 1080p-Auflösung aufnehmen, die Hauptkamera löst mit acht Megapixeln auf, die Frontkamera mit 1.3 Megapixeln. Außerdem besitzt die Hauptkamera einen LED-Blitz. Die Kapazität des Lithium-Polymer-Akkus beträgt 2.000 mAh. Der Akku wird austauschbar sein, Geeksphone wird Akkus als Zubehör verkaufen.

Das Smartphone besitzt einen 3.5φ Audio Jack- sowie einen MicroUSB-Anschluss, es gibt einen Beschleunigungs-, Licht- und Näherungssensor sowie einen Kompass und AGPS, es werden die WLAN-Standards 802.11 b/g/n unterstützt, außerdem Bluetooth 3.0.

Unterstützt werden die Frequenzen HSPA / WCDMA: 850 / 900 / 1900 / 2100 MHz und GSM / GPRS / EDGE: 850 / 900 / 1800 / 1900 MHz. Die HSDPA-Geschwindigkeit beträgt bis zu 21 Mbps, in die Gegenrichtung (HSUPA) geht es mit bis zu 5,76 Mbps. Das Gerät besitzt die GPRS- / EDGE-Klasse 12. Die Abmessungen des Gerätes betragen 135 x 68.4 x 9.8 mm, als Simkarten-Format kommt Mini-SIM (2FF) zum Einsatz (via).

*) Partner-Link

DocSprint in Berlin

Beim letzten Treffen der deutschsprachigen Mozilla-Gemeinde in Berlin Anfang Februar hatte die Lokalisierungsgruppe die Idee, kurzfristig einen DocSprint zu veranstalten.

Der DocSprint sollte kurz vor Veröffentlichung von Firefox 29 stattfinden, um rechtzeitig wichtige Hilfe-Artikel für diese Version zu übersetzen oder zu aktualisieren. Neben SUMO sollte diese 2-tägige Veranstaltung auch die Themengebiete „Übersetzung für MDN beginnen“, „offene Bugs zur deutschsprachigen Lokalisierung abarbeiten“ und „eine Einführung in die Übersetzungsarbeit für Firefox“ selbst umfassen.

Diese Veranstaltung haben wir tatsächlich letztes Wochenende in Berlin abgehalten. Wir waren knapp ein Dutzend Personen und haben uns im Berliner Mozilla-Büro getroffen.

Hier ein paar Impressionen von Hagen auf Flickr sowie das Gruppenfoto von Jan (das wird leider erst spät am Sonntag aufgenommen haben, weshalb Leute von Samstag wie Frankie fehlen).

Das Wochenende war sehr produktiv ausgefüllt und wir haben viel Arbeit gemeinsam geschafft, für die Einzelne eine Menge Abende hätten aufwenden müssen. Nebenher haben einige Leute das erste Mal Einblick in die Übersetzungsarbeit bei SUMO, MDN und der Produktübersetzung erhalten. Außerdem wurden erste Audioaufnahmen für die Entwicklerdokumentation auf MDN aufgenommen.

Die Arbeitsdokumente zum DocSprint sind im Mozilla-Etherpad zu finden: mzl.la/1hqRC1n. Am Ende dieses Dokuments sind die Ergebnisse des Wochenendes aufgelistet.

In dem Sinn wurden die Ziele erreicht, die wir uns gesetzt hatten. Nur die Beteiligung von neuen Leuten war nicht so groß wie erhofft. Trotz dass der DocSprint in Berlin abgehalten wurde, wo potenziell viele Freiwillige verfügbar wären, kam kein neuer Berliner. Zugegeben, die Veranstaltung wurde kurzfristig geplant und nur auf Meetup und im Mozilla-Universum selbst. Am Rühren der Werbetrommel müssen wir noch arbeiten.

Ich werde versuchen, zusammen mit den Mozilla Reps eine ähnliche Veranstaltung im Herbst in München zu organisieren. Einige bereits aktive Neue kommen eher aus dem süddeutschen Raum. Vielleicht sehen wir dann ein paar neue Gesichter aus dieser Gegend.

Wir beißen nicht und nehmen jeden auf, egal welche Tätigkeit er oder sie machen möchte. Es gibt viele verschiedene Betätigungsfelder, vom Korrekturlesen bis zum Firefox-Übersetzer mit Schreibrechten auf den Mozilla-Servern. Und neben dem Übersetzen gibt es ja auch noch unzählige Mitarbeitsmöglichkeiten. Davon abgesehen ist so ein Treffen ja nicht nur für die „Arbeit“ da, sondern auch zum Kennenlernen von anderen Mozillianern und des gesamten Projekts. Oder einfach zum Hallo-Sagen.

Ich danke allen sehr herzlich, die mitgemacht haben, besonders für den Organisator Michael, den MDN-Guru Florian und Kadir, der sich trotz anderweitiger Beschäftigung immer noch mit Firefox-Übersetzungen auskennt. ;-)

Es war der erste und sicher nicht der letzte DocSprint dieser Art im deutschsprachigen Raum.

Wenn es Wünsche zum nächsten Ort oder Schwerpunktthema für so was gibt, lasst es mich wissen.

Mozilla startet Verzeichnis für Firefox SocialAPI-Erweiterungen

Mit der SocialAPI bietet Mozilla eine Sammlung praktischer Möglichkeiten für Drittanbieter, Firefox um Features wie beispielsweise Nachrichten-Feeds, Sharing oder Benachrichtigungen zu erweitern. Mozilla hat nun ein Online-Verzeichnis mit einer Übersicht bestehender SocialAPI-Erweiterungen gestartet, über welches diese auch aktiviert werden können.

SocialAPI-Erweiterungen werden anders als klassische Erweiterungen nicht in Form einer XPI-Datei installiert, aus diesem Grund findet man auch keine SocialAPI-Erweiterungen auf Mozillas Add-on-Webseite. Bislang haben Anbieter solcher Erweiterungen die Aktivierung immer über eine eigene Webseite angeboten. Für Nutzer macht es das schwierig, neue SocialAPI-Erweiterungen zu entdecken. Abhilfe kann hier das neue Mozilla-Verzeichnis für SocialAPI-Erweiterungen schaffen.

Aktuell finden sich dort SocialAPI-Erweiterungen von acht Anbietern: Facebook (Facebook hat die SocialAPI-Erweiterung Messenger für Firefox eingestellt, bietet aber weiterhin eine SocialAPI-Erweiterung für das Teilen von Webseiten an), Pocket, Delicious, Saavn, Sphere, Cliqz, Mixi und Weibo. Weitere sind im Kommen.

Firefox OS: ZTE Open C kann vorbestellt werden

Im Februar hat ZTE im Rahmen des Mobile World Congress (MWC 2014) das ZTE Open C vorgestellt. Das Smartphone mit Mozillas Betriebssystem Firefox OS kann nun vorbestellt werden.

ZTE hat den Vorverkauf des Smartphones ZTE Open C gestartet. Über den britischen eBay-Shop von ZTE kann das Smartphone mit Firefox OS ab sofort zu einem Preis von £69.99 inklusive Versand vorbestellt werden. Als voraussichtlicher Liefertermin wird der 2. Mai genannt.

Beim ZTE Open C handelt es sich um ein Smartphone mit 4 Zoll Bildschirmdiagonale und WVGA-Auflösung (480 × 800 Pixel). Als Prozessor kommt eine Qualcomm Snapdragon 200 Dual Core CPU (Modell 8610) mit 1.2 GHz Taktfrequenz und Adreno 302 GPU zum Einsatz. Das Gerät besitzt 512 MB RAM, 4 GB internen Speicher und kann via MicroSD-Karte um bis zu 32 weitere GB Speicherkapazität erweitert werden. Die Auflösung der Kamera beträgt 2 Megapixel, die Kapazität des Akkus 1.400 mAh. Firefox OS ist in Version 1.3 installiert. Das Gerät wird über den eBay-Shop in der Farbe Schwarz verkauft.

Spar-Tipp: Wer auf der Suche nach einem günstigerem Gerät ist, erhält auch das leistungsschwächere Vorgängermodell ZTE Open über den eBay-Shop von ZTE.

(Danke an den Leser tuxor für den Hinweis)

Das falsche Spiel von OkCupid um Medien-Aufmerksamkeit

Am 24. März hatte Mozilla JavaScript-Erfinder und Mozilla-Gründer Brendan Eich zum neuen CEO der Corporation ernannt. Aufgrund des öffentlichen Drucks war Eich bereits wenige Tage später wieder zurückgetreten. Einen nicht unwesentlichen Anteil an den Ereignissen hatte OkCupid – welche Eichs Spende von vor vielen Jahren benutzt haben, um selbst Aufmerksamkeit in den Medien zu erhalten.

Im Jahr 2008 hatte Brendan 1.000 Dollar zur Unterstützung von Proposition 8 (Prop 8) gespendet, einem Antrag auf Änderung der kalifornischen Verfassung um Ehen unter Gleichgeschlechtlichen zu verbieten. Damit hat Eich eine Einstellung vertreten, wie sie 52 Prozent seiner wahlberechtigten kalifornischen Mitbürger zu diesem Zeitpunkt (bei knapp 80 Prozent Wahlbeteiligung) vertreten haben. Diese Spende von vor sechs Jahren hat schließlich zu einer so heftigen öffentlichen Debatte geführt, dass sich Eich wenige Tage später gezwungen sah zurückzutreten, um weiteren Schaden von Mozilla abzuwenden.

Den Medien war es durch ihre sehr einseitige Berichterstattung gelungen so viele Missverständnisse zu schaffen und damit immer weiteres Öl ins Feuer zu gießen, dass ein riesiger Druck auf Brendan Eich und damit auch auf Mozilla aufgebaut worden war. So war vom Rücktritt dreier Verwaltungsratsmitglieder die Rede, wobei der Eindruck vermittelt worden war, als hätte dies in Zusammenhang mit Eichs damaliger Spende gestanden. Dabei standen der Abschied von Gary Kovacs und Ellen Siminoff bereits längst mit dem Zeitpunkt der Findung eines neuen CEO fest, John Lilly hatte den Verwaltungsrat zwar aufgrund von Zweifeln an Eichs Führungsqualitäten verlassen, nicht aber aufgrund besagter Spende und bereits bevor dies ein erneutes Thema in den Medien war – erneut, weil das Thema eigentlich schon im Jahr 2011 Thema in den Medien war. Auch hatten sich die Medien auf Tweets von Mozilla-Mitarbeitern gestürzt, welche um den Rücktritt Eichs gebeten hatten – weniger als zehn Mitarbeiter von insgesamt knapp 1.000 Mitarbeitern, welche Eich zudem nicht einmal persönlich kannten und für die Mozilla Foundation arbeiten, während Eich CEO der Mozilla Corporation sein sollte.

Viel Öl ins Feuer gegossen und damit Anteil an der ganzen Sache hatte dabei OkCupid. Mit den Worten Mozilla’s new CEO, Brendan Eich, is an opponent of equal rights for gay couples. We would therefore prefer that our users not use Mozilla software to access OkCupid hatte man Firefox-Nutzer nur aufgrund der Tatsache ausgeschlossen, dass Eich vor sechs Jahren diese Spende getätigt hatte und zum neuen CEO von Mozilla ernannt worden war. Eine Maßnahme, welche OkCupid sehr viel Medien-Aufmerksamkeit gebracht hat. Grundsätzlich stehen natürlich jeder Webseite aus beliebigen Gründen beliebige Maßnahmen zu, nur lohnt es sich in diesem Fall einen genaueren Blick darauf zu werfen.

Nochmal zusammengefasst: OkCupid boykottiert Firefox-Nutzer und schadet dem Ruf von Mozilla, weil der neu ernannte Mozilla-Chef die homosexuelle Ehe ablehnt. OkCupid, gegründet von Sam Yagan. Eben jenem Sam Yagan, der 2004 mit 500 Dollar einen ebenfalls nicht ganz kleinen Betrag zur Unterstützung von Chris Cannon gespendet hatte. Chris Cannon, welcher von der Human Rights Campaign eine 0%-Bewertung bezüglich der Unterstützung für Rechte der Homosexuellen erhalten hatte. Chris Cannon, welcher mit Nein zum Schutz vor Job-Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung abgestimmt hatte. Chris Cannon, welcher für den Verbot der Adoption für Homosexuelle abgestimmt hatte. Chris Cannon, welcher ganz genauso ausschließlich die Ehe zwischen Mann und Frau unterstützt.  Chris Cannon, der – auch wenn es jetzt ein anderes Thema ist – für alle denkbaren Einschränkungen bezüglich Abtreibung gestimmt hat.

Fassen wir also zusammen: Unterstützt der Gründer von OkCupid so jemanden finanziell, dann ist das also in Ordnung und kein Grund OkCupid zu boykottieren. Unterstützt hingegen der Gründer von Mozilla Proposition 8, wo es “nur” um die homosexuelle Ehe geht, dann ist das nach Ansicht von OkCpuid ein Grund um Mozilla zu boykottieren. An dieser Stelle braucht man nur noch 1 und 1 zusammenzuzählen um zu erkennen, was wirklich hinter dem Boykott von OkCupid steckte: eine intrigante Kampagne um Aufmerksamkeit in den Medien zu erhalten. OkCupid hatte in den letzten Tagen mit Sicherheit einen sehr starken Anstieg der Besucherzahlen. Davon ist auszugehen.

Design-Vorschau auf Firefox OS 2.0

Während sich derzeit Firefox OS 1.4 mit Neuerungen wie Dual-SIM-Unterstützung, LTE und neuen Kamera-Features in Entwicklung befindet, arbeitet Mozilla auch schon an der Nachfolgeversion, welche die Versionsnummer 2.0 tragen wird. Ich gebe eine Vorschau auf das Design von Firefox OS 2.0.

Vor wenigen Tagen habe ich über die neuen Kamera-Features von Firefox OS 1.4 berichtet. Heute gebe ich einen Ausblick auf das Design der Version nach Firefox OS 1.4, nämlich von Firefox OS 2.0.

Brendan Eich tritt als CEO von Mozilla zurück (plus Kommentar)

Die Ernennung von Brendan Eich zum CEO von Mozilla war in den letzten Tagen ein großes Thema in den Medien. Nun ist Eich von seiner Rolle als CEO nach nicht einmal zwei Wochen wieder zurückgetreten.

Am 24. März wurde JavaScript-Erfinder und Mozilla-Gründer Brendan Eich zum neuen CEO von Mozilla ernannt. Dies hat heftige Debatten ausgelöst aufgrund der Tatsache, dass Eich im Jahr 2008 1.000 Dollar zur Unterstützung von Proposition 8 (Prop 8) gespendet hatte, einem Antrag auf Änderung der kalifornischen Verfassung um Ehen unter Gleichgeschlechtlichen zu verbieten.

Eich hat die Konsequenzen aus dieser öffentlichen Diskussion gezogen und seinen Rücktritt als CEO bekannt gegeben und dass er Mozilla verlassen wird. In einem offiziellen Blog-Eintrag bringt Mozilla Verständnis für die Kritiker der Ernennung zum CEO auf: Man wisse, wieso Menschen verärgert seien und sie hätten Recht: es sei, weil sich Mozilla selbst nicht treu geblieben sei und nicht agiert hätte, wie man es von Mozilla erwartete, dafür entschuldigte man sich. Eich habe schließlich entschieden von seiner Rolle als CEO zurückzutreten, für Mozilla und für die Community.

Mozilla stellt klar, dass man sowohl an Gleichberechtigung als auch an die Redefreiheit glaube, auch wenn es manchmal schwierig sein kann, für beides gleichzeitig zu stehen. Wie bereits mehrfach in den vergangenen zwei Wochen betont man, dass bei Mozilla jeder willkommen sei, ungeachtet seines Alters, Kultur, ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht, sexueller Orientierung, geographischer Herkunft sowie religiösen Ansichten; Mozilla unterstütze Gleichberechtigung für alle. In diesem Sinne habe Mozilla Angestellte mit einer sehr großen Vielfalt an unterschiedlichen Ansichten. Die letzten Ereignisse hätten aber deutlich gezeigt, wieso man das Web benötige: damit sich alle ungehindert an solchen Konversationen beteiligen können, welche notwendig seien, um die Welt besser zu machen. Man werde seinen Fokus nun wieder darauf legen, das (offene) Web zu schützen und das in einer Weise, welches die Anhänger von Mozilla stolz macht, Mozilla zu unterstützen.

Wie es mit der Mozilla-Leitung weitergeht, wird aktuell noch diskutiert. Mozilla erklärt, dass man offen bezüglich der Entscheidung über die Zukunft der Organisation sein möchte und verspricht weitere Informationen für die nächste Woche.

Kommentar

Dieser Protest erschien bei genauerer Betrachtung ziemlich eigenartig, war diese Spende doch schon lange bekannt und bereits vor zwei Jahren in den Medien, und Eich hatte bereits vor seiner Ernennung zum CEO eine der höchsten Positionen innerhalb Mozillas. Unterstützt wurde dieser Protest gewiss durch eine sehr einseitige Berichterstattung in den Medien: Beinahe überall war zu lesen, dass einige Mozilla-Mitarbeiter den Rücktritt Eichs forderten, wobei aber unterschlagen wurde, dass die in diesem Zusammenhang häufig zitierte Quelle selbst ausdrücklich klargestellt hatte, dass es sich dabei um eine Bitte und keinesfalls um eine Forderung handele. Unterschlagen wurde genauso, dass die meisten Mozilla-Mitarbeiter, welche sich öffentlich zu dem Thema äußerten, sich zwar ganz genauso von Eichs persönlicher Einstellung von vor sechs Jahren (seine aktuelle Einstellung dazu ist unbekannt) deutlich distanzierten, aber die Ernennung Eichs als CEO dennoch für die richtige Entscheidung hielten, was man allerdings nur sehen konnte, wenn man sich wirklich mit dem Thema befasste und die Blogs möglichst vieler Mozilla-Mitarbeiter im Auge behielt statt sich die zwei, drei besten Artikel herauszupicken, welche gerade am besten zu dem passen, was man schreiben möchte. Profi-Tipp für Redaktionen: Twitter ist hierfür ein sehr hilfreiches Werkzeug, ich habe auf diese Weise Artikel von mehr als 30 Leuten zu diesem Thema gelesen, die mit Mozilla in Verbindung stehen, und daraus hat sich ein vollkommen anderes Bild ergeben als das, welches durch die Medien suggeriert wurde.

Die Krone wurde der medialen Berichterstattung dann aufgesetzt als es hieß, dass die Homophobie-Vorwürfe gegen Eich zum Rücktritt dreier Verwaltungsratsmitglieder von Mozilla geführt hätte, was allerdings nicht den Tatsachen entspricht. Tatsache ist, dass wirklich drei Verwaltungsratsmitglieder zurückgetreten sind, allerdings aus unterschiedlichen Gründen, wie Mozilla kommunizierte. Dabei stand der eine Rücktritt bereits seit Januar fest und von der anderen Person war von Anfang an klar, dass die Teilnahme am Verwaltungsrat dann enden wird, wenn ein neuer CEO gefunden ist, ganz egal, wer dieser CEO sein wird. Dass John Lilly bereits eine Woche vor Bekanntgabe des neuen CEO und dem Beginn dieser Diskussion zurückgetreten war, hätte sich unter Verwendung von Google sogar in maximal einer halben Minute herausfinden lassen. Auch wurde in den Medien darüber berichtet, wie die Webseite OKCupid aufgrund dieser Ernennung alle Firefox-Nutzer ausgeschlossen hatte, aber mit keiner Silbe erwähnt, dass OKCupid seine SSL-Zertifikate von GoDaddy signieren ließ, welche mit sexistischer und frauenfeindlicher Werbung in Verbindung gebracht werden, wo man sich fragen muss, ob man hier nicht von einer Doppelmoral sprechen muss.

Dass über 52 Prozent des Staates Kalifornien bei immerhin knapp 80 Prozent Wahlbeteiligung zum Zeitpunkt der Spende dieselbe Ansicht wie Eich vertraten, hat in der Diskussion in der Regel ebenso wenig eine Rolle gespielt wie die Tatsache, dass sich sogar die christliche Bibel sehr eindeutig zu diesem Thema äußert, womit man in Ländern, in welchen angeblich Religionsfreiheit herrscht, den Menschen auch ihre Einstellung zu diesem Thema lassen muss, da man sich ansonsten selbst intolerant und kein bisschen besser zeigt.

Auch wenn ich Eichs durch seine Spende gezeigte persönliche Einstellung in keinster Weise unterstützen kann, so hielt ich Eich wie viele bei Mozilla für die richtige Besetzung des CEO-Postens. Denn fachlich sehe ich Eich als eine Idealbesetzung für die Rolle des CEO und auch wenn ich Eichs persönliche Einstellung nicht teilen kann, so akzeptiere ich zumindest, dass alle Menschen unter Einflüssen aufwachsen, als da beispielsweise geographische Gegebenheiten, Religion, Bildung, Erziehung oder das persönliche Umfeld wären, was eine sehr große Rolle in Bezug darauf spielt, wie man zu eigenen Meinungen kommt. Für die meisten Leser dieses Blogs ist es wie für mich selbstverständlich, dass auch homosexuelle Partner in keinster Weise benachteiligt werden und genauso heiraten dürfen sollten. Nur haben auch wir unsere Sichtweise irgendwie erst erlangen müssen, das wird einem nicht in die Wiege gelegt, und unter anderen Umständen könnten wir ganz anders über dieses Thema denken. Ich glaube sogar, dass die meisten Menschen irgendwelche Ansichten vertreten, zu welchen andere sehr genaue Vorstellungen von Richtig und Falsch haben. Man könnte sicherlich auch Debatten über die persönliche Einstellung zu Kriegen zur vermeintlichen “Sicherung der Demokratie” führen oder zur Abtreibung: Ist ein CEO für eine Firma tragbar, welcher für Abtreibungen ist? Ist ein CEO für eine Firma tragbar, welcher gegen Abtreibungen ist?

In den 15 Jahren, in denen Eich bereits für Mozilla tätig ist, wurde nie irgendein homosexueller Mitarbeiter von Mozilla in irgendeiner Weise benachteiligt oder anders behandelt, wie von homosexuellen Mitarbeitern selbst bestätigt worden ist. Insofern finde ich es schade, dass eine eigentlich gute Besetzung für den Posten nun rückgängig gemacht worden ist und am Ende ein PR-Desaster übrig bleibt, ohne dass ein sichtbarer Vorteil für Mozilla entstanden ist, denn die Rolle des CEOs ist wie vorher auch unbesetzt. Ein Sieg für die Gleichberechtigung ist dieser Rücktritt in jedem Fall nicht, sondern höchstens ein alarmierendes Signal: es bedarf nur eines Internet-Shitstorms, um einen fähigen CEO zum Rücktritt zu zwingen. Und nicht nur das, Eich hat Mozilla verlassen und damit eine der kompetentesten Personen des Webs als Mitarbeiter verloren. Zumindest der Zusammenhalt konnte hoffentlich ein wenig gestärkt werden: So haben heute einige wichtige Mozilla-Mitarbeiter und -Unterstützer damit begonnen, ihre Twitter-Avatare als Resultat dieser öffentlichen Konversation quasi zu einem Liebesbekenntnis für Mozilla zu machen und außerdem den Hashtag #standwithmozilla eingeführt, unter welchem derzeit teilweise im Sekundentakt neue Tweets eintreffen. Auch die Electronic Frontier Foundation (EFF), welche sich für die Rechte in der digitalen Welt engagiert, hat sich heute unterstützend für Mozilla geäußert, da Mozilla eine wichtige Rolle für ein offenes Internet spielt.

Update 6. April 2014: Das falsche Spiel von OkCupid um Medien-Aufmerksamkeit

Mozilla startet Bugtracker für das Web

Ein Nutzer sollte das Web in allen Browsern auf allen Geräten nutzen können. Mit dieser Aussage leitet Mozilla die Webseite zur Initiative webcompat.com ein. Hier können Fehler gemeldet werden, egal ob es sich um einen Fehler in einem beliebigen Browser (nicht nur Firefox) oder auf einer Webseite handelt.

Mozilla hat die Initiative webcompat.com gestartet, um Kompatibilitätsprobleme beliebiger Browser sowie Webseiten aus der Welt zu schaffen. Das übergeordnete Ziel ist ein Web, in welchem Nutzer jeden Browser auf jedem Gerät ohne Probleme nutzen können. Das Projekt steht noch am Anfang, so ist die Seite zum Melden von Fehlern noch ausdrücklich als frühe Vorschau gekennzeichnet.

Fehler können über dev.webcompat.com gemeldet werden. Benötigt wird hierzu ein GitHub-Account, da die Fehler über die Webseite direkt im Issues-Tracker auf GitHub landen. Dabei wird nach der URL der Webseite gefragt, ob es die eigene Webseite ist, ob es scheint, dass es sich dabei um einen Browser-Bug oder einen Webseiten-Bug handelt oder ob man das nicht weiß, eine Kurzbeschreibung des Problems (fünf Wörter), Schritte zum Reproduzieren sowie nach dem Browser und der verwendeten Version des Browsers.

Auf planet.webcompat.com gibt es außerdem einen Aggregator mit relevanten Themen für Webseitenbetreiber, teilweise aus Blogs, teilweise aus den Mozilla dev-platform- sowie Google blink-dev-Mailinglisten.

Firefox 31: Neues Design für Einstellungen im Tab

Die optische Modernisierung von Mozillas Browser hört mit Firefox 29 und dem Australis-Design nicht auf: Die Einstellungen im Tab, auch wenn es sich dabei um eine standardmäßig noch deaktivierte Oberfläche handelt, erstrahlt ab Firefox 31 in ganz neuer Optik.

Seit knapp zwei Jahren, nämlich seit Version 15, hat Firefox eine alternative Oberfläche für die Einstellungen. Wird diese aktiviert, öffnet sich anstelle eines Dialogs ein Tab, welcher die Einstellungen beinhaltet. Seit dem hat sich lange Zeit nichts getan, nun kommt Bewegung rein: In Firefox 26 wurde die Kategorie Tabs entfernt und deren Inhalt mit der Kategorie Allgemein zusammengelegt, in Firefox 28 wurden schließlich seitliche Tabs eingeführt, womit die Einstellungen optisch dem Add-on Manager entsprechen.

Aktueller Einstellungs-Dialog:

Einstellungen im Tab Firefox 15 – Firefox 27:

Einstellungen im Tab Firefox 28 – Firefox 30:

Mit Firefox 31 führt Mozilla ein neues Design für die Einstellungen ein. Das neue Design wirkt sehr modern und aufgeräumt und folgt der Designlinie, welche ich bereits im Rahmen der Artikelserie Neues aus der Mozilla Design-Schmiede für eine mögliche künftige Willkommensseite nach dem Zurücksetzen des Profils vorgestellt habe.

Die Einstellungen im Tab können aufgerufen werden, indem about:preferences in die Adressleiste von Firefox eingegeben wird. Soll diese Oberfläche standardmäßig erscheinen, ist über about:config der Schalter browser.preferences.inContent per Doppelklick auf true zu stellen. Außerdem sollte browser.preferences.instantApply auf true geschaltet werden.

Einen Termin, wann diese Oberfläche standardmäßig aktiviert und den alten Einstellungsdialog ersetzen wird, gibt es noch nicht. Sicher dürfte sein, dass dies nicht passieren wird, ehe die Einstellungen im Tab nicht das neue in Firefox 29 eingeführte Firefox Sync unterstützen, was derzeit noch nicht der Fall ist.

Nachtrag 1. April 2014: Mit dem heutigen Nightly unterstützt about:preferences auch das neue Sync.

Inhalt abgleichen