Mozilla veröffentlicht erste Aurora-Version von Firefox 12

Heute hat Mozilla die erste Aurora-Version von Firefox 12 zum Download freigegeben. Die offensichtlichen Änderungen gegenüber Firefox 11 fallen nicht ganz so umfangreich aus wie die von Firefox 10 auf Firefox 11, aber es sind viele kleine Dinge, die das Gesamtbild verbessern. Wie immer gibt es hier eine ausführliche Zusammenfassung der wichtigsten für den Endanwender relevanten Neuerungen.

Einfacheres Updaten von Firefox

Die wohl bedeutsamste Neuerung betrifft den Benutzerkontensteuerungsdialog (UAC) unter Windows Vista/7, welcher bei jedem Update erscheint. Dieser gehört ab Firefox 12 der Vergangenheit an. Zu diesem Zweck wird bei der Installation von Firefox ein Hintergrundservice mitinstalliert. Selbstverständlich wird der Einsatz dieses Services bei Mozilla (im Gegensatz zu Google) optional sein. Wer keine stillen Updates erhalten möchte, muss diesen Hintergrunddienst nicht mitinstallieren, außerdem kann er nachträglich auch jederzeit über die Einstellungen wieder deaktiviert werden.

Seit einiger Zeit war es für einige Nutzer bei einer Neuinstallation plötzlich notwendig geworden, Firefox per Rechtsklick > Als Administrator ausführen zu installieren, weil man ansonsten zur Eingabe eines Passworts aufgefordert wurde. Dies wurde in Firefox 12 behoben. Zwar handelt es sich hierbei in meinen Augen nur um die Behebung eines Fehlers, dieser hatte für mich aber einen so großen Nerv-Faktor, dass die Behebung hier nicht unerwähnt bleiben soll.

Verbesserungen der Benutzeroberfläche

Ein weiterer persönlicher Nervfaktor stellte die Tatsache dar, dass ein Drücken der F6-Taste nicht mehr die Adressleiste fokussiert hat, sofern die Tabs oben sind. Nun ist auch hier das alte Verhalten wiederhergestellt und es kann wieder F6 alternativ zu Strg+L verwendet werden. Der Button der Tableiste, um alle Tabs anzuzeigen, wird nur noch angezeigt, wenn so viele Tabs offen sind, dass nicht mehr alle Tabs im Blickfeld sind. Im Chronik-Menü des Firefox-Menüs befindet sich nun auch ein Menüpunkt, um die Tabs von anderen Computern aufzurufen. Der Dialog zum Anpassen der Benutzeroberfläche wurde optisch verbessert – was seit vielen Jahren überfällig war. Desweiteren wurden die Steuerungselemente des HTML-Videoplayers optisch überarbeitet, auch wird ein großer Play-Button auf dem Videobild selber angezeigt, sofern das Video nicht per Autoplay startet.

Die Änderungen liegen im Detail

Eine wirklich sehr nette Änderung betrifft die Suchfunktion. Sucht man auf einer Webseite nach einem Begriff, welcher weiter unten steht, wird dieser nicht mehr am Seitenende gezeigt, sondern in der Mitte des Bildschirms. Ebenfalls nett: Man kann nun einfach eine URL in den Downloadmanager kopieren, so dass direkt der Download von dieser Adresse aus startet. Das Hinzufügen von Wörtern in das Wörterbuch kann per Kontextmenü jetzt auch rückgängig gemacht werden. Ein Klick auf “Erneut versuchen”, wenn sich Firefox im Offline-Modus befindet, lässt Firefox außerdem den Offline-Modus wieder verlassen. Im Seiteninformationen-Dialog unter Medien können die Einträge ab sofort nach den einzelnen Spalten sortiert werden. Der sanfte Bildlauf, auch bekannt als Smooth Scrolling, ist jetzt standardmäßig aktiviert, bislang musste das über die Optionen eingestellt werden. Außerdem gibt es noch eine neue Einstellung dafür, wie Firefox mit den App Tabs umgehen soll, wenn eingestellt ist, dass Tabs beim Starten von Firefox erst dann geladen werden sollen, wenn sie im Vordergrund sind. Bislang waren die App Tabs hiervon ausgeschlossen, über browser.sessionstore.restore_pinned_tabs_on_demand kann dies geändert werden. Auch gibt es wieder diverse die Performance betreffende Verbesserungen. Zum Beispiel wurde der Wort-Cache gegen einen effizienteren ausgetauscht, was auf Seiten mit viel Text für immerhin bis zu 2% Performance-Gewinn sorgen kann.

Verbesserte Entwickler-Werkzeuge

Auch für Webentwickler gibt es in dieser Version wieder Neuerungen. Zwei Änderungen, die mich persönlich wieder sehr freuen: Die Quelltext-Ansicht zeigt vor jeder Zeile die Zeilennummern und die Konsole zeigt auch Fehler an, die aufgetreten sind, bevor die Konsole überhaupt geöffnet war. Zwei nennenswerte Verbesserungen gab es auch beim Style Editor (Shift+F7): Beim Anlegen neuer Klassen wird die schließende Klammer nun automatisch gesetzt, so dass man diese nicht vergisst, außerdem werden die Änderungen, welche man dort vornimmt, auf der Seite animiert und nicht mehr abrupt angewendet. Das JavaScript Scratchpad (Shift+F4) hat zwei neue Features erhalten, nämlich eine Suchfunktion (Strg+F) sowie die Möglichkeit, zu einer bestimmten Zeile zu springen (Strg+J). Und in der 3D-Ansicht einer Webseite (Tilt) kann durch Drücken der Taste x ein DOM-Knoten aus dem 3D-Modell entfernt werden, was es einfacher macht, an bestimmte Elemente zu kommen.

Auch Neues an der Standard-Front

Natürlich baut Mozilla auch mit dieser Version die Unterstützung von Webstandards weiter aus. So sind im title-Attribut nun Zeilenumbrüche (newline) möglich, es gibt eine verbesserte Unterstützung von border-image und auch die CSS3-Eigenschaften text-align-last sowie column-fill werden unterstützt. Außerdem gibt es eine experimentelle Unterstützung für ECMAScript 6 Harmony’s Simple Map und Set Builtins. Dies wird mit dem Eintritt in die Betaphase allerdings wieder deaktiviert werden. Webentwickler sollten einen Blick auf hacks.mozila.org für nähere Details und weitere Verbesserungen werfen.

Weitere versteckte Neuerungen

Mozilla hat weitere Verbesserungen eingebaut, diese sind allerdings noch deaktiviert und müssen manuell per about:config aktiviert werden. Eine davon ist ein sogenanntes Speed Dial. Eine Schnellwahl, welche es erlaubt, schnell auf seine am häufigsten besuchten Webseiten zu kommen. Dieses erscheint, wenn man einen neuen Tab öffnet. Dabei können einzelne Seiten auch aus der Auswahl entfernt und die Seiten sortiert werden. Um das Feature zu aktivieren, muss der Schalter browser.newtabpage.enabled auf true und der Schalter browser.newtab.url auf about:newtab gesetzt und Firefox anschließend neu gestartet werden.

Durch ein Setzen von browser.urlbar.autoFill auf true aktiviert man ein Inline-Autocomplete in der Adressleiste. Damit wird bei der Eingabe eines Wortes in diese direkt eine Autovervollständigung auf die am wahrscheinlichsten passende Hauptdomain durchgeführt. Achtung: Es wird dabei immer auf die Hauptdomain vervollständigt, die Autovervollständigung entspricht also nicht dem ersten Eintrag aus der Liste der Vorschläge.

Schließlich kann man noch devtools.gcli.enable auf true setzen. Das gcli steht für Graphical Command Line Interface und soll die Bedienung der Konsole und Entwicklerwerkzeuge vereinfachen. Hier ist aktuell allerdings noch von größeren Änderungen auszugehen, ehe das für alle aktiviert werden wird.